lictor

[651] līctor, ōris, m. (zu ligo, ich binde), in Inschrn. mit langem I = ei (zB. Corp. inscr. Lat. 3, 7367; 6, 699 u. 9, 4057; s. Corssen Über Aussprache usw. 1. S. 9 f.), der Liktor, im Plur. līctōrēs, die Liktoren, die (aus der niedrigsten Volksklasse od. dem Stande der Freigelassenen entnommenen) öffentl. Diener eines Diktators [651] (24), Konsuls (12) od. Prätors (6). Sie trugen diesen Magistraten die fasces (Rutenbündel, aus deren Mitte ein Beil hervorragte), als Symbol der peinlichen Gerichtsbarkeit, in einer Reihe, einer nach dem andern gehend, voran, machten ihnen Platz (turbam summovebant), sahen darauf, daß ihnen die nötige Achtung erwiesen wurde (animadvertebant) u. vollzogen an von diesen Magistraten Verurteilten die Strafen (das Auspeitschen mit Ruten, wobei die Verurteilten mit den Händen u. Füßen an einen Pfahl gebunden wurden, das Hängen u. Köpfen), Cic. u.a.: lictor primus, der dem Range nach erste, Cic.; ders. lictor proximus, als der dem Magistrat zunächst gehende, der die Befehle des Magistrats empfing u. vollzog, Cic. u.a.: übtr., proximus lictor lugurthae, der Leibtrabant des I., Sall. Iug. 12, 3: aderat ianitor carceris, carnifex praetoris, mors terrorque sociorum et civium Romanorum, lictor Sextius, Cic.: anteibant lictores non cum bacillis, sed, ut hi praetoribus anteeunt, cum fascibus duobus, Cic.: i lictor, colliga manum, Cic. – / Archaist. Dat. lictore, Corp. inscr. Lat. 1, 1060.

Quelle:
Karl Ernst Georges: Ausführliches lateinisch-deutsches Handwörterbuch. Hannover 81918 (Nachdruck Darmstadt 1998), Band 2, Sp. 651-652.
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