10. Kapitel. Die makkabäische Erhebung. (167-165.)

[296] Der Hasmonäer Mattathia und seine fünf Söhne. Apelles fordert sie in Modin zum Götzenopfer auf. Mattathias Eifer. Anschluß der Chaßidäer. Flucht ins Gebirge. Beschluß am Sabbat zu kämpfen. Kleine Fehden. Mattathias Tod. Juda Makkabi, Feldherr. Seine Tugenden. Seine Fehden. Zuwachs seines Anhanges. Sein erster Sieg in offener Feldschlacht über Apollonios. Größerer Sieg gegen Heron. Antiochos' Geldverlegenheit. Der Befehl, das judäische Volk zu vernichten. Anlage und Zweck des Buches Daniel und des Buches Esther. Judas Sieg über Lysias.


Als die blutge Verfolgung des judäischen Volkes einen so hohen Grad erreichte, daß die Vernichtung des ganzen Volkes oder die Ergebung in das Unabwendbare durch Erschöpfung und Verzweifelung nahe war, trat eine Erhebung ein. Sie wurde von einer Famile herbeigeführt, deren Glieder herzenslautere Frömmigkeit und Opferfreudigkeit mit Mut, Klugheit und Vorsicht in sich vereinigten; es war die Familie der Hasmonäer oder Makkabäer. Ein greiser Vater und fünf heldenmütige Söhne haben einen Umschwung und eine Erhebung herbeigeführt, welche das Judentum für alle Zeiten befestigt und das nationale Leben des Volkes auf ein halbes Jahrhundert hinaus gestärkt haben. Der greise Vater hieß Mattathia, Sohn Jochanans, Sohnes des Simon Hasmonaï1, ein Ahronide aus der Abteilung Jojarib, welcher seinen Wohnsitz in Jerusalem hatte, aber infolge der Entweihung sich in dem Städtchen Modin, drei Meilen nördlich von Jerusalem2, niedergelassen hatte. Von [296] seinen fünf Söhnen, die sämtlich zur Erhebung des Volkes aus seiner tiefsten Erniedrigung beitrugen und ihren Tod in dessen Verteidigung fanden, führte jeder einen eigenen aramäisch klingenden, scheinbar auf etwas hinweisenden Namen, Jochanan Gadi, Simon Tharsi, Juda Makkabi, Eleasar Chawran und Jonathan Chaphus. Dieses hasmonäische Haus, das wegen seines Ansehens viele Anhänger hatte, empfand die trostlose Lage des Vaterlandes mit stechendem Schmerz. »Die Heiligtümer entweiht, Judäa aus einer Freien eine Sklavin geworden, wozu sollen wir noch leben?« So sprach der greise Mattathia zu den Seinigen und faßte den Entschluß, nicht in Untätigkeit und brütender Trauer in einem verborgenen Schlupfwinkel zuzubringen, sondern tätig aufzutreten, um entweder eine Abhilfe herbeizuführen oder würdig für die heilige Sache zu sterben. Als einer der syrischen Aufseher, namens Apelles, nach Modin kam, um die Bewohner zum Götzendienste und zum Abfall von der Lehre aufzufordern, fand sich Mattathia mit seinen Söhnen und seinem Anhang geflissentlich ein. Und als er aufgefordert wurde, als der Angesehenste mit dem Beispiel der Unterwürfigkeit voranzugehen, antwortete er: »Und wenn alle Völker im Reiche des Königs gehorchen sollten, von der Weise ihrer Väter abzufallen, so werde ich, meine Söhne und Brüder verharren im Bündnis unserer Väter.« Als ein Judäer sich doch dem aufgerichteten Altar näherte, um zu Ehren des Zeus zu opfern, hielt sich Mattathia nicht mehr, sein Eifer erglühte. er stürzte sich auf den Abtrünnigen und tötete ihn neben dem Altar, Seine Söhne, mit großen Messern versehen, fielen über Apelles und seine Schar her, machten sie nieder und zerstörten den Altar3. Diese Tat war ein Wendepunkt. Es war damit das Beispiel gegeben, aus der Untätigkeit der Verzweiflung herauszutreten, den Kampf aufzunehmen und nicht als Schlachtopfer leidend zu fallen. Der Tod lauerte ihnen auf allen Seiten auf, so wollten sie doch wenigstens ihr Leben um einen hohen Preis einsetzen, um den Preis durch mannhafte Gegenwehr dem Feinde Achtung vor dem judäischen Volke abzuringen.

Mattathia hatte unmittelbar nach der eifervollen Strafvollstreckung an Antiochos' Schergen ausgerufen: »Wer für das Gesetz [297] eifert und das Bündnis bestätigen will, ziehe mir nach4.« Darauf schlossen sich die Bewohner von Modin und der Umgegend ihm an, und er suchte einen sicheren Schutzort für sie im Gebirge Ephraim aus. Hier suchte ihn der Rest der Chaßidäer auf, welche dem Tode in den Höhlen entgangen waren, und alle, welche vor den Drangsalen hatten entfliehen müssen. So nahm die Zahl der entschlossenen Verteidiger des Vaterlandes und des Gesetzes täglich zu. Mattathia verhehlte es ihnen nicht, daß sie schwere Kämpfe zu bestehen haben würden, und ermahnte sie, sich dazu vorzubereiten und ihr Leben gering zu achten. Gewarnt durch die allzuübertriebene Frömmigkeit der Chaßidäer, welche Bedenken hatten, am Sabbat auch nur einen Stein zur Verteidigung zu bewegen, beschloß die Versammlung um den greisen Hasmonäer, künftig jeden Angriff, wenn an einem Ruhetag gegen sie unternommen, mit Waffengewalt zurückzuschlagen5, das Sabbatgesetz sollte kein Hindernis zur Verteidigung ihres zur Erhaltung des Gesetzes so notwendigen Lebens sein. Die Chaßidäer hatten nichts gegen diesen Beschluß, und auch sie, bis dahin gewöhnt, sich in das heilige Schrifttum zu versenken, Männer von ruhiger, stiller Lebensweise, rüsteten sich zum rauhen Waffenwerk. Ein Zuversicht einflößender Führer schafft Krieger. Die trostlose Lage beim Ausgange der Richterzeit hatte sich wiederholt, das Land war unterjocht, gerade wie beim Beginn der Zeit Sauls, die Bewohner verbargen sich in Löchern und Höhlen, ein Teil hielt es mit dem Feinde, und nur ein kleines Häuflein war bereit, mit seinem Leibe das in Schmach gefallene Vaterland zu decken, hatte aber keine Waffen und war nicht kriegsgeübt. Ein Sieg war jetzt noch aussichtsloser als damals, da der Feind unvergleichlich mächtiger und mit der seit der Zeit vervollkommneten Kriegskunst imstande war, das Häuflein Todesmutiger auf einmal zu zermalmen.

Mattathia hütete sich auch, mit der geringen Schar eine Fehde gegen die Syrier aufzunehmen. Bekannt mit jedem Winkel des Landes drang er nur mit seinen Söhnen und seiner Schar unvermutet in die Landstädte, zerstörte die aufgerichteten götzendienerischen Tempel und Altäre, züchtigte die zum Feinde haltenden Einwohner, verfolgte die Griechlinge, wo er auf sie stieß, und vollzog das Bundeszeichen an den unbeschnitten gebliebenen Kindern. Dann und wann mag er auch eine schwache syrische Truppe, wenn sie ihm in den Weg lief, aufgerieben haben6. Sandte der Befehlshaber der Besatzung in [298] Jerusalem eine größere Schar zur Verfolgung der aufständischen Judäer, so waren diese zerstoben und nicht zu finden. Kurz Mattathia führte gegen den Feind den kleinen Krieg, der nur in Gebirgsgegenden möglich ist, aber auch da einen noch so mächtigen Gegner müde macht.

Als der greise Mattathia sich zur Todesstunde vorbereitete (167), brauchte die Schar der Kämpfer nicht in Angst zu geraten, wer sie künftig zusammenhalten würde; vielmehr war die Auswahl aus den fünf Heldensöhnen schwer. Der sterbende Vater bezeichnete einen der älteren, Simon, als den klugen Ratgeber, und den jüngeren, Juda, als Anführer im Kriege, richtete eine in solcher Lage und in solcher Stunde eindrucksvolle Ermahnung an sie, ihr Leben für das Bündnis der Väter hinzugeben und den Kampf Gottes zu kämpfen7. Mit Juda Makkabis Auftreten an der Spitze nahm der Widerstand eine noch günstigere Wendung. Er war ein Kriegsheld, wie ihn das Haus Israel seit den Tagen Davids und Joabs nicht gesehen, nur noch lauterer und gesinnungsedler. Von seiner Heldenseele strömte eine unsichtbare Kraft aus, welche alle, die sich um ihn scharten, mit Todesmut und Tatendrang erfüllte. Er war zugleich mit einem scharfsichtigen Feldherrnblick begabt, den Kampf in gelegener Stunde aufzunehmen, die Schwäche des Feindes zu benutzen und ihn durch Scheinangriffe zu täuschen. Auf der einen Seite »glich er einem Löwen in seinem Zorne« und auf der anderen Seite einer Taube in Sanftmut und Herzenseinfalt. Gottergeben war er wie einer der besten Männer in Israels Vergangenheit. Er vertraute nicht seinem Schwerte, sondern dem göttlichen Beistande, den er vor jedem entscheidenden Treffen anrief. Juda Makkabi war ein wahrhaft israelitischer Held, der das Blutvergießen nur in der Not anwandte, um die eingebüßte Freiheit wieder zu erobern und das gedemütigte Volk wieder aufzurichten. – Er gab der ganzen Zeit seinen Namen. Die Makkabäerkämpfe dienten in späterer Zeit manchen Völkern zum Muster.

Anfangs ging auch er nur in den Wegen seines Vaters, zog heimlich oder in der Nacht aus8, um die Abgefallenen zu züchtigen, die Schwankenden an sich zu ziehen und kleinen syrischen Truppenkörpern [299] Schaden zuzufügen. Als aber sein Anhang durch den Zutritt solcher immer mehr wuchs, die bis dahin aus Ruheliebe dem Zwange nachgegeben, das Judentum zum Schein verleugnet hatten und nun zum Kampfe entflammt waren, und auch solcher, welche der Zwang, die Grausamkeit und die Verwüstung von ihrer Schwärmerei für das griechische Wesen gründlich geheilt hatten9, da wagte Juda einer syrischen Kriegsschar mit dem Heerführer Apollonios an der Spitze in einem Treffen entgegenzutreten.

Dieser hatte die Besatzungstruppen aus Samaria mit noch anderen zusammengerafften Scharen zur Bekämpfung der judäischen Aufständischen in Bewegung gesetzt, weil es ihm bedenklich schien, Jerusalem oder vielmehr die Akra von Kriegern zu entblößen. Es war die erste offene Feldschlacht, welche Juda aufnahm, und sie fiel glücklich aus (166). Der Anführer Apollonios wurde getötet, und seine Soldaten fielen verwundet auf dem Schlachtfelde oder suchten ihr Heil in der Flucht10. So geringzählig auch die besiegte syrische Schar gewesen sein mag, so flößte der Sieg doch den judäischen Kämpfern Zuversicht ein. Sie hatten zum ersten Mal dem grimmigen Feinde ins Auge geschaut; ihr Mut hatte Stand gehalten, und sie erblickten darin ein Zeichen, daß Gott sein Volk nicht verlassen habe, sondern es mit unsichtbarem Schutze umgebe. Das dem Apollonios entfallene Schwert nahm Juda auf und kämpfte damit in den aufeinanderfolgenden Schlachten bis zu seinem letzten Hauche11. Kleine Fehden mögen sich seitdem wiederholt haben. Denn, wenn nicht Antiochos, so mochten doch die syrischen Truppenführer in Cölesyrien die erlittene Niederlage und das Anwachsen des judäischen Aufstandes nicht gleichgültig aufgenommen, sondern stets versucht haben, die judäische Schar zu beunruhigen. Diese mag auch in einer solchen Fehde einmal unterlegen sein, und die Niederlage erzeugte augenblickliche Verzagtheit, nicht aus Furcht vor der Übermacht des Feindes, sondern wegen der scheinbaren Verlassenheit von Gott. Ein Klagepsalm veranschaulicht diese düstere Stimmung im Kreise derer, welche überhaupt wenig auf Waffen gebaut, sondern von einem betäubend wirkenden Wunder die Rettung erwartet hatten.


[300] »Gott! vernommen haben wir es,

Unsere Väter haben es uns erzählt:

Taten hast du getan in ihren Tagen,

In den Tagen der Vorzeit.

Du mit deiner Hand vertriebest Völker,

Und rissest sie aus,

Mißhandeltest Nationen und verjagtest sie.

Denn nicht durch ihr Schwert haben sie das Land geerbt,

Und ihr Arm hat ihnen nicht Sieg gebracht,

Sondern deine Rechte ...

Und die Gnade deines Antlitzes.

Du bist mein König, o Gott!

Gebiete Jakobs Heil.

Mit dir werden wir unsere Dränger stoßen,

Mit deinem Namen unsere Feinde zertreten.

Denn nicht auf meinen Bogen vertraue ich,

Und mein Schwert wird mir nicht helfen.

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Indes hast du verlassen und uns beschämt,

Ziehst nicht aus in unsern Reihen,

Ließest uns vor dem Feinde zurückweichen.

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Machtest uns wie Schlachtherde,

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Verkauftest dein Volk ohne Werttausch,

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Machtest uns zur Schmach für unsre Nachbarn,

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Den ganzen Tag ist meine Schmach mir gegenwärtig,

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Vor der Stimme des Lästerers und Schmähers,

Vor den Feinden und Rachegierigen.

Alles dieses hat uns betroffen,

Und wir haben deinen Namen nicht vergessen,

Haben an deinem Bündnisse nicht untreu gehandelt.

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Vergäßen wir den Namen unseres Gottes,

Und breiteten unsere Hände aus einem fremden Gotte,

Würde Gott dieses nicht erforschen?

Denn er kennt die Herzensgeheimnisse.

Vielmehr werden wir deinetwegen den ganzen Tag erschlagen,

Geachtet gleich Schlachtvieh.

Erwache, warum schläfst du, o Herr?

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Warum verbirgst du dein Antlitz?

Vergissest unser Elend und unser Drangsal?

Denn gebeugt bis in den Staub ist unsere Seele,

Es klebt an der Erde unser Leib.

[301] Stehe auf uns zur Hilfe

Und erlöse uns um deiner Gnade willen!12«


Dieser herzdurchwühlende Psalm hat öfter in Zeiten der Gefahr in den Tempelräumen Widerhall gefunden.

Nicht lange dauerte diese Verstimmung, denn bald folgte auf die Niederlage ein glänzender Sieg. Ein syrischer Feldherr Heron suchte den Helden Juda und seine Schar mit einem großen Heere im Gebirge auf, um sie mit der Überzahl der Krieger zu erdrücken. Verräterische Hellenisten zogen mit ihm, um ihn bequeme Wege in den Bergen zu führen. Als die judäischen Kämpfer diese große Zahl bei der Steige von Bethoron, wo Heron das Lager aufgeschlagen hatte, zuerst erblickten, riefen sie aus: »Wie vermöchten wir gegen diese Krieg zu führen?« Indessen beruhigte Juda ihre Furcht und erinnerte sie an die teuren Güter, die sie zu verteidigen hätten, ihr Leben, ihre Kinder und ihr Gesetz. Darauf ließ er die Syrer mit Ungestüm angreifen und schlug sie aufs Haupt. Achthundert von Herons13 Heer blieben auf dem Schlachtfelde, und die übrigen entflohen westwärts bis ins Land der Philister. Dieser erste entscheidende Sieg Judas über ein größeres Heer bei Bethoron (166) flößte den Judäern Zuversicht auf den glücklichen Ausgang ihrer Sache und den Völkern Furcht vor des Makkabäers Heldenkraft und geschickter Führung und vor des Volkes Zähigkeit ein. – Was tat indes Antiochos, der Urheber aller dieser Drangsale? Er hatte sich anfangs wenig um die Judäer gekümmert, im Wahne, daß seine Erlasse genügen würden, sie unterwürfig und für seinen Bekehrungszwang geneigt zu machen. Als ihm aber die Unfälle seiner Heeresabteilungen im Kampfe mit ihnen gemeldet wurden und Judas Heldenname an sein Ohr klang, kam er zur Einsicht, daß er ihre Widerstandskraft unterschätzt hatte. Sein erster, durch den aufwallenden Zorn erzeugter Plan war, mit diesen aufsässigen Judäern ein für alle mal fertig zu werden, ein zahlreiches Heer mit geschickten Anführern gegen sie zu senden, sie sämtlich aufzureiben und ihr Land an Fremde zu verteilen. Aber diesen Plan konnte er nicht sobald ins Werk setzen; er hatte nur wenig Besatzungstruppen und hätte erst Mietstruppen anwerben müssen. Dazu brauchte er wieder Geld, und dieses floß immer spärlicher in seinen Schatz; seine verschwenderischen Ausgaben überstiegen bei weitem die Einnahmen. Die Steuern von Juda blieben [302] durch den offenen Kampf mit ihm ganz aus. Jerusalem war entvölkert und konnte nichts leisten, und die Landbevölkerung war ebenfalls im offenen Aufstande gegen ihn14. Dazu kamen noch andere Verlegenheiten für ihn. »Schreckensnachrichten ereilten ihn von Osten und Norden.« Arsaces, sein Satrap von Parthien, war von dem syrisch-babylonischen Reich abgefallen und hatte sich und sein Volk frei gemacht. Artaxias, König von Armenien, kümmerte sich nicht mehr um seinen Lehnsherrn Antiochos, sondern handelte wie ein unabhängiger Fürst15. Auch die Einwohner von Aradus und anderen phönizischen Städten versagten ihm, der durch Unklugheit und allzufeine Schlauheit Torheiten über Torheiten beging, den Gehorsam16. Dadurch verringerten sich seine Einnahmen noch mehr. Um seine Schatzkammer wieder zu füllen, mußte er die abgefallenen Völker bekriegen, und um Krieg zu führen, brauchte er Geld. So geriet er von einer Verlegenheit in die andere.

Indessen gelang es doch dem immer mehr in halbem Wahnsinn handelnden Antiochos so viel Geld flüssig zu machen, um Mietstruppen auf ein Jahr anzuwerben17. Von den angeworbenen Truppen gedachte er die Hälfte gegen die abgefallenen Länder jenseits des Euphrat zu führen, und die Hälfte übergab er einem ihm nahestehenden Mann von königlichem Geblüte, namens Lysias, setzte ihn zu seinem Stellvertreter über die Länder vom Euphrat bis zur Grenze Ägyptens und überließ ihm seinen jungen Sohn zur Erziehung. Die Elephanten, die er wider den Vertrag mit Rom und in gewisser Heimlichkeit zum Kriege erworben hatte, überließ er ihm ebenfalls, um sie zum Kampfe gegen das judäische Volk zu verwenden. Gegen [303] dieses hatte er seinen Plan vollständig geändert. Es lag ihm nicht mehr daran es zu hellenisieren. Es hatte seine wohlmeinende Absicht, es einer höheren Gesittung zuzuführen, es durch die griechische Einbürgerung auf eine geachtete Stufe zu erheben, mit Trotz verschmäht und gar gewagt, seinen Scharen in Waffen entgegenzutreten. Es hatte sich der ihm zugedachten Wohltat unwürdig und darum unverbesserlich gezeigt, es beharrte darauf, ein eigenes, von den übrigen Völkern gesondertes Volk zu bleiben und hegte gegen diese Haß, da es die Verschmelzung mit ihnen verschmähte. Darum sollte es vertilgt, ganz und gar vertilgt werden. Lysias erhielt von ihm den Auftrag mit der ihm zurückgelassenen Heeresmasse gegen Judäa zu Felde zu ziehen und dann nach dessen Besiegung zu vernichten und auszurotten jede Spur von Israel und jeden Überrest von Jerusalem, ihr Andenken aus dem Lande zu vertilgen18, fremde Völkerschaften in das Land zu verpflanzen und es ihnen einzuteilen. In diesen Vertilgungsplan waren auch die judäischen Griechlinge einbegriffen; Antiochos gab sie auf. Was lag ihm an der geringen Zahl derer, welche sich seinen Anordnungen sklavisch fügten oder sie gar förderten? Auch sie gehörten dem unverbesserlichen Stamme an und verdienten seine Teilnahme nicht.

Sobald dieser offen betriebene Plan bekannt wurde, überfiel sämtliche Judäer Schrecken und Verzweiflung, besonders diejenigen, welche außerhalb Judäas unter anderen Völkerschaften gemischt [304] wohnten. Wird die kleine, wenn auch so todesmutige Schar unter der Führung des Makkabäers den Stoß eines zahlreichen Heeres, das noch dazu mit Kriegselefanten versehen war, aushalten? »In jedem Lande und in jeder Stadt, wohin der Befehl des Königs gelangte, war eine große Trauer unter den Judäern, Fasten, Weinen und Klagen; die Angesehenen kleideten sich in Bußgewand und legten sich in Asche19.« Aber dieser unerhört verruchte Plan, ein ganzes Volk mit Männern, Frauen und Kindern vertilgen zu wollen, das sich nichts weiter zu Schulden gegen ihn hatte kommen lassen, als daß es dessen Einmischung in seine innersten und heiligsten Angelegenheiten zurückwies und allenfalls beim Scheitern von dessen klug ausgedachten Eroberungsversuchen spöttisch gelächelt hatte, dieser Plan hatte auch eine gute Seite. Er führte den Verteidigern des Vaterlandes neue Kämpfer zu. Auch die Lauen und Weltlichen unter den Judäern und selbst die Neuerungssüchtigen, welche sich nicht gar zu arg mit dem Judentum überworfen hatten, schlossen sich den Makkabäern an; es blieb ihnen keine Wahl. Nur die Griechlinge der verworfensten Art, Menelaos und seine Partei, hielten noch zu Antiochos, weil sie keine Aussicht hatten, von den Treugebliebenen versöhnlich aufgenommen zu werden.

Indessen war die augenblickliche Lage trostlos genug. Jeden Augenblick wurde ein zahlreiches syrisches Heer erwartet, das mit seiner Wucht die judäischen Kämpfer erdrücken sollte. Es galt also das ganze Volk zum Kampfe und zum mutigen Ausharren zu begeistern. Zu diesem Zwecke wurden zwei eigenartige Schriften verfaßt und unter die lesekundigen Judäer verbreitet. Beide waren darauf berechnet, alle, alle mit dem Gedanken zu durchdringen, daß das judäische Volk nimmermehr vertilgt werden könne, daß ihm unerwartet eine Hilfe zukommen werde. Das Buch Daniel und das Buch Esther, so verschieden an Anlage, Gedankengang und Form, haben denselben Zweck, Begeisterung für das eigene Volkstum und zähes Festhalten an demselben in den Gemütern zu erwecken und zu erhalten. Sie gingen indes von verschiedenen Kreisen aus und waren an verschiedene Leser gerichtet. Das Buch Daniel hatte ohne Zweifel einen Chaßidäer zum Verfasser und war für seine Gesinnungsgenossen berechnet. Das Buch Esther dagegen hatte einen Patrioten zum Verfasser, der sich an weltlich gesinnte Judäer wendete, die zwar mit dem Judentum mehr oder weniger gebrochen hatten, aber von dem judäischen Volkstume sich doch nicht lossagen mochten. Das eine verhieß einen unerwartet günstigen Ausgang durch Wunder, und [305] das andere setzte die Hoffnung in den ganz natürlichen Verlauf der Dinge und deutete Mittel an, wie die drohende Gefahr, vom Erdboden vertilgt und ausgerottet zu werden, beschworen werden könnte. Das Buch Daniel und das Buch Esther veranschaulichen die tiefe Bewegung und das krampfhafte Zucken des judäischen Volkes in der unerhörten Drangsalszeit in zwei verschiedenen Kreisen, von denen dem einen die religiöse auf das Altertum gestützte Seite des Judentums heilig und dem anderen die nationale Seite des judäischen Volkstums teuer war. Beide haben eine gemeinschaftliche Seite; sie betonen die Unvergänglichkeit und Unvertilgbarkeit des judäischen Stammes.

Das Buch Daniel hat seinen Namen von der Hauptperson, welche darin redend, handelnd und die Zukunft verheißend aufgeführt wird. Daniel, so wird darin erzählt, gehörte zu den Jünglingen vornehmen Geschlechtes, die mit König Jojakim unter Nebukadnezar nach Babylon verpflanzt worden seien. Er und drei Genossen, Ananija, Mischael und Azaria, ausgezeichnet durch körperliche Schönheit und geistige Begabung, erhielten an dem babylonischen Hofe eine sorgfältige Erziehung, um in Gegenwart des Königs Ehrendienste übernehmen zu können. Sie wurden auch in der Sprache und im Schrifttum der Chaldäer unterrichtet und übertrafen sämtliche chaldäische Altersgenossen, welche die gleiche Erziehung erhalten hatten, bei weitem an Weisheit und selbst an Wahrsagekunst, worin die Chaldäerin einem besonderen Rufe standen. Daniel zeichnete sich aber am meisten darin aus, mehr noch als seine drei judäischen jungen Freunde. – Der Lehrzweck dieser halb in chaldäischer und halb in hebräischer Sprache verfaßten, künstlerisch angelegten apokalyptischen Schrift geht dahin, Beispiele der Standhaftigkeit in der religiösen Überzeugung, lebendig und eindringlich vorzuführen, dazu zu ermahnen und zum Bewußtsein zu bringen, daß die grausige Prüfung, die blutige Verfolgung des Volkes um des Gesetzes willen nicht lange dauern werde. Auch die Frömmsten und Treuesten konnten sich der Zweifel an der fortdauernden göttlichen Gnade nicht erwehren, da kein Prophet den Zweck des Leidensstandes und die Dauer desselben verkündete (o. S. 294). Das Buch Daniel wollte nach dieser Seite hin beruhigen. Die prophetische Vorausverkündung sei nicht völlig in Israels Mitte erloschen, vielmehr gäbe es noch eine Art Prophezeiung für die Zukunft, welche das Ende der Drangsale und den Zweck derselben im voraus anzeige. »Es gibt noch eine Prophezeiung für die Zeit,« diese Tatsache wird darin zum Troste öfter wiederholt20. Zuerst führt das Buch Beispiele der Standhaftigkeit [306] in der religiösen Sitte selbst unter den größten Gefahren vor, und daß diese auch die Errettung der von dem Tode bedrohten Frommen zur Folge gehabt und schließt darin Verkündigungen für die Gestaltung der Zukunft ein; im Verlaufe und gegen das Ende machen diese Verkündigungen den Hauptinhalt aus. Nebenher deutet auch das Buch an, daß die Könige, welche in frecher Überhebung sich an dem Heiligtum vergriffen oder gar Religionszwang aufgelegt hätten, gedemütigt worden und zur Erkenntnis ihrer Frevel gelangt seien.

Als Beispiel der Standhaftigkeit werden Daniel und seine drei Jugend- und Stammgenossen, Ananija, Mischael und Azaria aufgestellt. Diese wurden am Hofe und für den Hof erzogen, hatten chaldäische Namen erhalten, Daniel sogar den Namen eines chaldäischen Gottes, Beltschazar, die übrigen Schadrach, Meschach und Abed-Nego, und dennoch blieben sie der väterlichen Lehre und Sitte unbeugsam treu. Sie verschmähten es, von den Leckerbissen und dem Wein der königlichen Tafel zu genießen und überhaupt Fleisch zu essen, sondern begnügten sich mit Pflanzenkost und Wasser, und weder ihre Gesundheit, noch ihr einnehmendes Äußere hatten dadurch gelitten21. Und als Nebukadnezar befohlen hatte, daß alle Völker und Zungen und besonders die Beamten des Hofes das von ihm aufgestellte riesige Götzenbild aus Gold anbeten sollten und die Ungefügigen mit dem Feuertode bedrohte, verweigerten die drei judäischen Jünglinge, obwohl bereits in eine hohe Stellung eingesetzt, den Gehorsam, trotzten dem König Nebukadnezar und seiner Drohung. Sie erwiderten ihm: »Wir können uns nicht fügen; es gibt einen Gott, dem wir dienen, dieser kann uns vom Glutofen und deiner Hand retten.« Und sie wurden auch gerettet. Nebukadnezar, der das Wunder mit angesehen, sei zur Überzeugung gekommen, daß der Gott des Schadrach, Meschach und Abed-Nego allmächtig sei, und er habe einen Befehl ergehen lassen, daß jeder, der eine Lästerung gegen diesen Gott aussprechen würde, mit dem Tode bestraft werden sollte22. – Daniel habe seine Festigkeit bei einer anderen Gelegenheit bewährt. Ein Liebling des medischen Königs Darius, sei er von den Hofleuten beneidet worden, und um ihn zu Falle zu bringen, hätten diese ein Gesetz durchgebracht, daß innerhalb eines Monats an keinen Gott ein Gebet gerichtet werden sollte, sondern lediglich an den König, der Übertreter desselben sollte in eine Löwengrube geworfen werden. Es war auf Daniel abgesehen. Dieser kehrte sich nicht an diesen Befehl, sondern betete dreimal des Tages zum Gotte seines Volkes mit dem Gesichte [307] nach Jerusalem gewendet. Zur Strafe dafür in die Löwengrube geworfen, wurde er gerettet, die wilden Tiere haben ihn nicht berührt. Infolge dieses Wunders habe auch Darius die Größe des Gottes Israels anerkannt23.

Zu derselben Erkenntnis sei schon vorher Nebukadnezar gelangt, als ihm Daniel verkündet hatte, daß er wegen seines Hochmutes vom Throne gestoßen und bei den Tieren des Feldes sieben Jahre zubringen werde, und diese Verkündigung eingetroffen sei. Da hat er selbst allen Völkern und Zungen verkündet, daß ein Höherer über das Reich der Menschen herrsche, dessen Taten wahrhaft seien und seine Wege gerecht, und der die in Hochmut Wandelnden zu erniedrigen vermöge24. Sein Sohn Belschazar habe aber diese Erkenntnis mißachtet, habe bei einem Gelage aus den heiligen Gefäßen, die aus dem Tempel von Jerusalem geraubt waren, getrunken und dabei seine Götter aus Metall, Stein und Holz angerufen. Da habe eine Hand während des Mahles an die Kalkwand seines Palastes eine unbekannte Schrift geschrieben, die niemand zu lesen und noch weniger zu erklären vermocht habe. Daniel zur Entzifferung herbeigerufen, habe die verhängnisvollen Worte sofort gelesen: »Mene, Tekel-u-Pharsin« und sie gedeutet: gezählt, gewogen und gerochen an die Perser.« Und in derselben Nacht sei Belschazar getötet worden und das Reich an die Medo-Perser übergegangen25.

Der festen Überzeugung, daß die auf Götzentum und Gewalt beruhenden Reiche keinen Bestand haben können, wird im Buche Daniel der sichere Untergang des frevelhaften syrischen Reiches, des Erben der vorangegangenen Reiche – dessen elfter König so blutig gegen die »Heiligen« wütet – in vielfachen Wendungen halb verhüllt und halb aufgedeckt (apokalyptisch) verkündet. Schon Nebukadnezar habe einen darauf hindeutenden Traum gehabt, den nur Daniel allein zu deuten vermocht habe. In diesem Traume habe er ein großes Bild gesehen, dessen Kopf von Gold, Brust und Arme von Silber, Rumpf und Schenkel von Erz, Beine von Eisen und Zehen gemischt aus Eisen und Ton waren. Ein Stein, ohne Hand vom Felsen gelöst, habe dieses übergroße Bild zerschmettert und sei zum riesigen Berge geworden. Die Deutung lautete, dieser Traum beziehe sich auf vier aufeinanderfolgende Reiche, von denen das letzte die Kraft des Eisens, das alles zerschmettert, und die Gebrechlichkeit des Tones haben werde. Der ohne Hand gelöste, alles zerschmetternde [308] Stein bedeute das letzte »Reich der Heiligen«, das allen vorangegangenen ein Ende machen und selbst ewig bestehen werde26. – Noch deutlicher sind die Frevelhaftigkeit und der Untergang des syrischen Reiches in einem Gesichte geschildert, das Daniel geschaut. Auf das erste Reich – ein Löwe mit Adlerflügeln – folgte ein zweites – gleich einem Bären – und ein drittes – ein Leopard mit vier Flügeln und vier Köpfen – endlich ein viertes, ein Tier fürchterlich mit eisernen Zähnen und eisernen Hufen, das alles zerfressen und zertreten werde, mit zehn Hörnern, aus denen ein elftes kleines hervorwachsen und einen lästerlichen Mund haben werde. Das Bild ist dem Daniel selbst gedeutet worden: Das vierte Reich auf Erden, das auf das babylonische, medisch-persische und mazedonische Alexanders des Großen folgte, werde lästerliche Worte gegen den Höchsten sprechen »die Heiligen vernichten und werde Feste, wie Gesetze verändern zu können vermeinen. Die Heiligen werden ihm preisgegeben sein für eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit. Dann werde die Herrschaft übergehen an das »Volk des Heiligen« in Ewigkeit und alle Herrscher würden ihm huldigen27.« – Zwei Jahre später habe Daniel ein anderes Gesicht geschaut, das – in hebräischer Sprache – noch faßlicher die Untaten des »kleinen Hornes«, des vierten Reiches, veranschaulicht. Es sei eine Verkündigung für die Zeit des Endes. Das vierte (syrische) Reich werde wachsen weithin nach Süden, Osten und Norden, sich bis zum Himmelsheer erheben, Sterne zur Erde werfen und sie zertreten. Es werde sich über den Herrn des Sternenheeres erheben, das tägliche Opfer aufheben und die Stätte des Heiligtums niederwerfen. Auf die Frage: »Wie lange Zeit soll das dauern, das Gesicht von dem aufgehobenen täglichen Opfer, dem Gräuel der Verwüstung, dem Hingeben des Heiligtums und des Volkes zum Zertreten?« antwortete eine Stimme: »Bis Abend und Morgen (zusammengezählt) 2300, dann werde das Heiligtum gerechtfertigt werden28

Um die Spannung zu erhöhen und das baldige Auf hören der Leidenszeit noch deutlicher vorzuführen, wird im Daniel eine apokalyptische Offenbarung des Engels Gabriel zur Bestätigung auseinandergesetzt. Daniel, noch immer im babylonischen Exile, habe sich darüber gehärmt, daß die von Jeremia verkündeten siebzig Jahre von der Zerstörung des Tempels bis zur Wiederherstellung längst vorüber waren, ohne daß diese eingetroffen sei. Darauf habe ihm der Engel[309] Gabriel eröffnet, daß die siebzig Jahre eben so viel Jahrwochen (zu 7 Jahren) bedeuten. »Siebzig Jahrwochen (490 Jahre) sind über dein Volk und die heilige Stadt verhängt, um zu tilgen die Abtrünnigkeit, enden zu lassen die Sünde, zu sühnen die Schuld, die ewige Gerechtigkeit zu bringen, die Prophezeihung der Propheten zu besiegeln und das Allerheiligste zu salben ... Vom Ausgang des Wortes, zurückzuführen und Jerusalem wieder zu erbauen, bis zum Aufstehen des Gesalbten – Fürsten (Hohenpriesters) sieben Jahrwochen. Und zwei und siebzig Jahrwochen wird es (Jerusalem) erbaut sein mit Plätzen und Mauern. Und im Drangsal der Zeiten nach zwei und siebzig Jahrwochen wird der Gesalbte vertilgt werden ohne.. die Stadt und das Heiligtum wird er zerstören.. und er wird das Bündnis übertreten lassen eine Jahrwoche (7 Jahre), eine halbe Jahrwoche (31/2 Jahr) wird er aufhören machen Opfer und Gabe, und auf dem Altar ein Gräuel der Verwüstung, bis festbeschlossener Untergang verhängt sein wird über den Verwüster29

Ganz zuletzt teilt das apokalyptische Buch eine ausführliche Offenbarung mit, die dem Daniel geworden. Sie gibt die Geschichte Alexanders, der syrischen Könige und ihrer Kämpfe mit Ägypten kurz an, verweilt länger bei dem verachteten König, der sich des Thrones widerrechtlich bemächtigte (Antiochos Epiphanes), schildert ihn, seinen Charakter, seine Pläne, Kriege, Gewaltsamkeiten, Begünstigung der Frevler am Bündnisse. Es schildert diesen mit anschaulichen Zügen und schließt feierlich und schauerlich: »Es wird die Zeit einer Not sein, wie sie nicht war, seitdem dein Volk zur Nation geworden bis zu dieser Zeit. In dieser Zeit werden von deinem Volke nur gerettet werden, alle die ins Buch eingeschrieben sind. Viele von den Staubentschlafenen werden erwachen, diese zum ewigen Leben und jene zur ewigen Schmach und Verworfenheit. Die Einsichtigen werden wie der Himmelsglanz glänzen, und die, welche die Menge fromm machen, wie Sterne für immer.« Da sprach einer zu dem in Linnen Gekleideten: »Bis wie lange die Zeit der Wunder?« Er erhob seine Rechte und Linke und schwur bei dem ewig Lebenden: zu ›einer Zeit, zwei Zeiten und einer halben Zeit, und wenn zu Ende gehen wird der Zerstörer der Macht des heiligen Volkes, wird dieses alles aufhören ... Es werden viele geläutert, gereinigt und geprüft werden, und die Frevler werden freveln und nicht verstehen, die Einsichtsvollen aber werden verstehen. Und von der Zeit, als das tägliche Opfer abgetan und der Greuel der Verwüstung aufgestellt [310] wurde, zwölf Hundert und neunzig Tage. Glücklich wer ausgeharrt und erreicht der Tage dreizehn Hundert und fünf und dreißig. Du aber (Daniel) gehe zur Ruhe, du wirst auferstehen zu deinem Lose am Ende der Tage‹30.

Das solchergestalt in geheimnisvollen Andeutungen redende Buch Daniel wurde ohne Zweifel in dem chaßidäischen Kreise mit Spannung gelesen und beherzigt. Gerade die apokalyptische Form, wodurch jeder Zug eine Deutung erforderte und die Deutung wieder die Gegenwart abspiegelte, machte es um so anziehender. Noch dazu hatte es das Rätsel der trübseligen Vorgänge gelöst und den Endzweck der grausigen Verfolgung enthüllt. Sie sollten dazu dienen, einerseits die Sünde zu tilgen und anderseits die Bekenner zu läutern. Die Zeit der Drangsale sei von Anfang an begrenzt worden, und diese Zeit habe ihre mystische Bedeutung. Die weltlichen Reiche werden nacheinander entstehen und vergehen. Nach Ablauf dieser Zeit werde das Gottesreich, als »Reich der Heiligen«, beginnen. Die Entschlafenen oder in der Verfolgung Umgekommenen werden zum ewigen Leben erwachen. So war denn doch »eine Prophezeiung für die Zeit« vorhanden, wenn auch kein Prophet vorhanden war. Verbürgt war sie durch Traumerscheinungen und Deutungen des von göttlicher Weisheit erfüllten Daniel und durch Versicherungen von seiten einiger Engel an denselben.

Unter einer ganz anderen Beleuchtung läßt das Buch Esther die Vorgänge der zeit erscheinen. Es enthält nichts Rätselhaftes, keine Spur von Mystik, ja ist geflissentlich so nüchtern gehalten, daß nicht einmal die Gottheit in die Verwickelung und Abwickelung der erzählten Begebenheiten hineingezogen wird. Als wenn der Verfasser die höhere Hand in der Leitung nur hätte ahnen lassen wollen, oder als fürchtete er durch Einmischung des Wunderbaren, wenn auch nur in beschränktem Maße gewisse Leser, für die er das Buch verfaßt hat, eher abzustoßen als anzuziehen, wird der Name Gottes nicht ein einziges Mal darin genannt. Das Buch hat seinen Namen von der Heldin in der Erzählung, die durch ihre Reize einen Umschwung herbeigeführt hat, von Esther oder Hadassa. Sie hat indes eine männliche Ergänzung an Mardochaï, ihrem nahen Verwandten und Erzieher. Die Erzählung von diesen beiden Persönlichkeiten, ihrem Verhältnis zum König und von dessen Günstling, einem Erzfeind der Judäer, ist außerordentlich kunstvoll angelegt, wiewohl in schlichtem Tone gehalten. Sie läßt die Umrisse der trostlosen Gegenwart deutlich durchschimmern und warnt vor Verzweiflung. Sie will andeuten, [311] der Befehl eines Königs, »die Judäer samt und sonders zu töten, zu vernichten und zu vertilgen«, sei schon einmal in früheren Zeiten vorgekommen; aber durch eine Verkettung von natürlich aufeinanderfolgenden Begebenheiten sei die drohende Gefahr abgewendet und die Trauer in Freude verwandelt worden. Dieser Umschwung durch einen ganz natürlichen Verlauf ohne Wunder könne sich ja wiederholen, ja, sei sicher zu erwarten.

Die Erzählung im Buche Esther knüpft ebenfalls an die Exilszeit an, wie das Buch Daniel. Auch Mardochaï war nach Babylonien gekommen, später noch als Daniel, erst unter Jojachin. Ihm war es zugefallen, seine ganz verwaiste Verwandte Hadassa, welche wegen ihrer Schönheit Esther (der Abendstern) genannt worden sei, zu erziehen. Diese war berufen, für ihr dem Tode geweihtes Volk Rettung zu bringen. Von welcher Seite drohte ihm diese Gefahr? Durch einen leichtsinnigen, wankelmütigen, verschwenderischen, Schaustellung liebenden König, der nach Laune seine Günstlinge zu wählen pflegte. Ahasverus, König von Medien und Persien, liebte es, glänzende Gelage zu veranstalten und zahlreiche Gäste, Vornehme und Geringe, dazu einzuladen – ganz wie Antiochos Epiphanes. An einem dieser Gelage verlangte er, daß die schöne Königin Waschti sich – der Sitte entgegen – den Gästen zeigen und ihre Schön heit bewundern lassen sollte. Er wollte auch mit seinem Ehegespons Schaugepränge veranstalten. Da sie sich des weigerte, so verhängte er – auf Anraten seiner ihm nahestehenden Räte – den Tod über sie. Dann bereute er diesen Schritt und sehnte sich nach einer anderen Gemahlin. Seine Diener rieten ihm – Ahasverus war so unselbstständig, daß er sich stets von anderen Rat erteilen lassen mußte – die schönsten Mädchen aus allen Provinzen seines Reiches nach seiner Hauptstadt Susa kommen zu lassen und die schönste unter den Schönen sich zur Gemahlin zu erküren. Das tat er, und ihn bezauberte die schöne Judäerin Esther mit ihren Reizen, ihrer Einfachheit, Bescheidenheit und Demut. Sie verschwieg indes ihre judäische Abstammung, um nicht ungünstige Vorurteile gegen sich zu erwecken – die Judäer waren nicht sehr beliebt. Ihr Erzieher Mardochaï, der ihr diese Verschwiegenheit über ihre Abstammung geraten hatte, hielt sich stets in der Nähe des Palastes, um stets Nachricht von seiner Lieblingspflegetochter zu haben. Bei dieser Gelegenheit entdeckte er eine Verschwörung gegen das Leben des Königs Ahasverus und zeigte sie der Esther an und diese dem König. Diese verdienstliche Tat für den König wurde zwar in das Erinnerungsbuch des Hofes eingezeichnet, aber durch den Strom der Lustbarkeiten [312] und den Leichtsinn des Königs vergessen, um erst später in Erinnerung zu kommen.

Mit diesem unüberlegten Leichtsinn beförderte Ahasverus einen Unwürdigen zum Günstling, Haman, einen späten Nachkommen des amalekitischen Königs Agag, der einst von einem judäischen König bezwungen und hingerichtet, seinen Nachkommen Haß gegen den judäischen Stamm vererbt hatte. Haman, von seiner hohen Stellung als nächster dem Throne aufgeblasen, verlangte für sich göttliche Anbetung, daß jedermann sich nicht bloß vor ihm niederwerfen, sondern auch verehrend knieen sollte. Nur Mardochaï, der fromme Judäer, versagte ihm diese göttliche Verehrung. Darüber ergrimmte Haman, und als er noch dazu erfuhr, daß Mardochaï von judäischer Abstammung sei, erwachte sein glühender Haß gegen das ganze judäische Volk, und er faßte den Plan, es überall in allen Provinzen des Reiches vom Erdboden vertilgen zu lassen. Den Befehl dazu erlangte er leicht von dem leichtsinnigen Ahasverus. Er hatte ihm die Judäer von der schwärzesten Seite geschildert: »Es gibt ein in allen Provinzen deines Reiches unter die Völker zerstreutes Volk, dessen Gesetze verschieden sind von den Gesetzen aller Völker, die Befehle des Königs befolgt es nicht, und für den König hat es keinen Wert, sie leben zu lassen«31. Daraufhin erhielt Haman die Befugnis, in alle Provinzen durch reitende Boten zu schreiben, daß die Bewohner sämtliche unter ihnen wohnende Judäer an einem Tage, am dreizehnten Adar, totschlagen und ihre Güter sich aneignen sollten. Schmerz und Trauer unter allen Söhnen Judas. Mardochaï, in steter Verbindung mit Esther, teilt ihr die Schreckensnachricht mit und dringt in sie, ihre Gunst beim König zur Rettung ihrer Volksgenossen zu benutzen. Anfangs fürchtet sie sich, ungerufen sich dem Throne zu nahen. Als ihr aber Mardochaï die gewichtigen Worte durch die Boten sagen läßt: »Stelle dir nicht vor, im Palaste allein von allen Judäern gerettet zu werden. Solltest du auch in solcher Zeit schweigen, so wird den Judäern von irgendeiner anderen Seite Befreiung und Rettung zukommen, du aber und dein Vaterhaus, ihr werdet untergehen. Vielleicht bist du gerade für eine solche Zeit zur Würde der Königin gelangt!«32

Darauf naht sich Esther, Schrecken im Herzen, dem Throne, findet, anstatt der Strenge wegen Übertretung des Brauches, liebevolles Entgegenkommen bei ihrem königlichen Gemahl; er gewährt ihr im voraus ihre Wünsche. Klug bringt sie nicht allsogleich ihre [313] Klage vor, sondern äußert nur den Wunsch, den König und seinen Günstling bei sich als Gäste zu sehen. Haman, durch diese Auszeichnung von seiten der Lieblingskönigin noch mehr aufgebläht, trägt sich mit dem Wunsche, vom König den Tod seines Feindes Mardochaï, der ihm Anbetung versagte, den Tod am Galgen zu erbitten. So weit ist der Knoten geschürzt. Bald dar auf erfolgt der Umschwung. Der König leidet gerade in der Nacht an Schlaflosigkeit, und diese führt die Entwickelung herbei. Um sich zu zerstreuen, läßt sich der König das Erinnerungsbuch vorlesen und findet, daß Mardochaï durch Entdeckung der Verschwörung sein Leben gerettet hat, ohne daß er eine Belohnung dafür erhalten. Er nimmt sich vor, das Versäumte nachzuholen. Am anderen Morgen beim Empfang fragt er Haman, welche Auszeichnung einem Mann zuteil werden müßte, auf dessen Ehre der König viel Wert lege. Haman, im Wahne, eine neue Auszeichnung sei ihm zugedacht, will sie so glänzend als möglich gewährt wissen. Er soll im königlichen Gewande auf des Königs Prachtroß von dem Vornehmsten der Fürsten durch die Straßen geführt, und vor ihm soll ausgerufen werden: »So geschieht dem Manne, auf dessen Ehre der König Wert legt.« Haman selbst wird dazu bestimmt, seinen Todfeind Mardochaï, für den er bereits den Galgen hat aufrichten lassen, durch die Straßen Susas in königlichem Pomp zu führen. Traurig kehrte er in sein Haus zurück, und hier muß er noch die niederschlagenden Worte vernehmen, »wenn Mardochaï, vor dem du eben gesunken bist, vom Stamme der Judäer ist, so wirst du noch mehr vor ihm sinken«33. Sobald dem judäischen Volke das Glück nur zu lächeln beginnt, so sei es ein Anzeichen, daß es über seine Feinde triumphieren werde. Das sollte ein Trostwort für die in Todesbangigkeit Lebenden sein. Das Verhängnis ereilt auch Haman allsogleich. Eilig zum Gastmahl der Königin gerufen, was muß er da hören? Die Königin entdeckt ihre Herkunft und fleht den König um Schonung ihres Volkes an: »Denn wir, ich und mein Volk, wurden preisgegeben zur Tötung und Vernichtung. Wären wir nur als Sklaven verkauft worden, so hätte ich geschwiegen; aber der Feind wiegt den Schaden des Königs nicht auf.« – »Wer hat so etwas gewagt?« – »Dieser verworfene Haman ist der Feind und Widersacher.« Damit ist sein Urteil gesprochen. Ahasverus entzieht ihm seine Gunst eben so eilig, wie er sie ihm zugewendet, und er wird an den für Mardochaï errichteten Galgen gehängt. Mardochaï wird der Günstling an Hamans Stelle, und er und Esther bewirkten den Widerruf des gegen ihre Volksgenossen gerichteten [314] Vernichtungsbefehles, oder vielmehr, es wurde den Judäern gestattet, sich gegen die ihnen übelwollenden Nachbarn zur Wehr zu setzen, und sie taten es auch und töteten viele ihrer Feinde. Die Statthalter des Königs, früher gegen sie eingenommen, wendeten ihnen Gunst zu. So hatte sich im Handumdrehen das Blatt gewendet. Wodurch? Durch scheinbar unbedeutende Umstände: die Schönheit eines judäischen Mädchens, die Entdeckung einer Verschwörung, eine schlaflose Nacht des Königs, gar nichts Wunderbares, und doch wie wunderbar verkettet! Können sich ähnliche Umstände nicht wiederholen, um den Entschluß eines launenhaften Königs wankend zu machen und in das Gegenteil umschlagen zu lassen? Das ist der Lehrzweck des Buches Esther, für solche berechnet, die sich nicht mehr dem Glauben an wunderbares Eingreifen der Gottheit in das Geschick des judäischen Volkes hingeben und sich doch von der Überzeugung nicht loswinden konnten, daß es durch eine höhere Fügung erhalten werde. Ist denn aber auch die Erzählung von der plötzlichen Errettung der Judäer beglaubigt? Der Verfasser beruft sich zur Bewahrheitung auf das Weinfest oder Losfest, Purim, das die Judäer überall in den festen Städten und auf dem Lande zu begehen pflegten34. Dieses sei nämlich zum Andenken an diese Begebenheit eingesetzt worden, und auch in den Jahrbüchern der Könige von Medien und Persien seien die hohe Stellung und die Taten Mardochaïs erwähnt.

Indessen rückte die Gefahr für die Judäer immer näher. Als Antiochos mit einem Teile des Heeres nach dem Osten gezogen war (166), hatte sein Stellvertreter Lysias einen Oberfeldherrn auserkoren, jenen Ptolemäos, Sohn des Dorymenes, welcher für Menelaos das Wort geredet (o. S. 279), und der Befehlshaber von Cölesyrien und Phönizien war, und unter ihm zwei Unterfeldherren, Nikanor, Sohn des Patroklos, von den Vertrauten des Königs, und Gorgias, einen kriegserfahrenen Führer35. Dieser erhielt Auftrag, den Feldzug gegen die judäische Schar zu eröffnen und ließ seine Heeresabteilungen – man schätzte sie übertrieben auf 40 000 mit Reiterei – längs der Meeresebene den Weg ins Herz Judäas nehmen. Samaritaner und Philister, alle Erzfeinde der Judäer, stellten sich ihm zur Verfügung36. So gewiß war er seines[315] Sieges, daß er Sklavenhändler aufforderte, sich mit ihren Geldbeuteln und Fesseln in sein Lager zum Ankauf von Judäern einzufinden – je neunzig Seelen für ein Talent soll er angeboten haben. Der syrische Truppenführer fand es ratsamer, statt die Judäer totzuschlagen, sie vielmehr als Sklaven zu verkaufen und aus dem Erlös den Rest der Kriegsschuld an die Römer zu zahlen. Während über ihre Leiber Abschlüsse gemacht wurden, versammelten sich die judäischen Krieger um ihren Helden Juda Makkabi; sie zählten indes bereits sechstausend37. Ehe ihr Führer sie ins Treffen führte, gedachte er sie mit dem Geiste hingebenden Heldenmutes zu erfüllen. Er veranstaltete eine feierliche Versammlung auf der Bergstadt Mizpeh, (zwei Stunden von Jerusalem entfernt). Bemerkenswerte Wiederholung! Neun Jahrhunderte vorher hatte der Prophet Samuel in ähnlicher Bedrängnis des Volkes an demselben Orte eine ähnliche Versammlung zusammenberufen, um einen Führer zur Bekämpfung des die Vernichtung Israels planenden Feindes zu wählen. Mizpeh wählte Juda deswegen zum Betplatz, weil es nach der Tempelzerstörung unter Gedalja für den Überrest der Judäer als Mittelpunkt gedient und auch damals den kleinen Tempel hatte. Da es unmöglich war, in Jerusalem zur Andacht zusammenzukommen, weil das Heiligtum zertreten war, und die Frevler in der Akra hausten, so schien Mizpeh eine geeignete Stätte zum Gebete. Eine Menge Volks aus den Nachbarstädten hatte sich dazu eingefunden, um an dem feierlichen Bettag teil zu nehmen. Auch Nasiräer, welche sich eine bestimmte Zeit des Weines enthalten hatten und zur Entbindung von ihrem Gelübde des Tempels bedurften, waren nach Mizpeh gekommen. Die Versammlung war tief ergriffen; sie beobachtete den ganzen Tag ein strenges Fasten, hatte Traueranzug angelegt und flehte mit der ganzen Inbrunst, deren ein beklommenes Herz fähig ist, ihren Gott um Erbarmen und Hilfe an. Eine Thorarolle, welche die judäische Schar in ihrer Mitte führte, wurde ausgebreitet, und sie gab zur Klage Gelegenheit, daß Antiochos sie von ihrem Herzen reißen wollte, damit sie den Heiden und Götzendienern gleich würden38. [316] Der Anblick der Erstgeborenen, der niedergelegten Zehnten, der Priesterkleider und besonders der anwesenden Nasiräer erregte tiefe Klagen. Was sollte mit diesen geschehen, da das Heiligtum unzugänglich, und es den von dem Gelübde Gebundenen unmöglich geworden ist, von demselben gelöst zu werden? Indessen dachte Juda daran, die Menge nicht bloß durch Rührung zu erregen, sondern sie auch mit Mut zu erfüllen und tatkräftige Vorbereitung zu den voraussichtlich schweren und heißen Kämpfen zu treffen. Er teilte seine Schar in vier Teile und stellte drei seiner älteren Brüder an die Spitze jeder Abteilung39. Der Vorschrift des Gesetzes gemäß, ließ er durch Beamte ausrufen, daß es denen, welche erst jüngst geheiratet oder ein neues Haus gebaut oder einen Weingarten gepflanzt hätten, oder welche sich nicht Mut zutrauten, gestattet sei, sich dem Kampfe zu entziehen40. Darauf zog er dem Feinde entgegen nach Emmaus41, acht oder neun Stunden von Mizpeh, zwischen Bethoron und Jamnia, da, wo das westliche Gebirge sich in die Ebene abflacht. Gorgias hatte sein Lager mit etwa fünftausend Mann Fußvolk und tausend Reitern in der Ebene bei diesem Orte aufgeschlagen, weil ihm von hier aus das Eindringen in das Gebirge Juda und der Angriff auf den Sammelpunkt des makkabäischen Heeres am leichtesten zu bewerkstelligen [317] schien. Juda lagerte mit seiner Mannschaft südlich von Emmaus auf den Höhen in nächster Nähe, um vom Feinde bemerkt zu werden. Der syrische Truppenführer gedachte daher die judäische Schar in der Nacht zu überrumpeln. Aber Makkabi hatte dessen Kriegslist überlistet. Mit dem Einbruche der Dunkelheit war er mit den Seinigen vom Lagerplatze aufgebrochen, hatte sich auf bekannten Wegen westlich gewendet und stand dem Feinde im Rücken. Da Gorgias den Lagerplatz der Judäer leer fand, so nahm er an, sie hätten aus Furcht sich tiefer ins Gebirge zurückgezogen und eilte ihnen nach. Darauf war Judas Kriegslist berechnet. Er verfolgte die Syrier im Rücken, erreichte ihr Lager, steckte es in Brand und zog den Truppen nach. Mit Tagesanbruch bemerkte erst Gorgias, daß der Feind, den er im Gebirge aufsuchte, hinter ihm her von der Ebene aus nachrückte. Er konnte daher eilig nur einer Abteilung seines Heeres den Befehl geben, Halt zu machen und sich den Judäern entgegenzuwerfen. Makkabi hatte indes seine Abteilung geordnet und sie zum Kampfe für Vaterland, Gesetz und Heiligtümer angefeuert. Sein jüngerer Bruder las in der Eile einige ermutigende Verse aus der Thora vor und gab den Kriegern das Erkennungswort: »Gottes Hilfe«42. Da die judäische Schar der einen Abteilung der syrischen Truppen an Zahl überlegen war und mit Begeisterung kämpfte, so errang sie den Sieg, und der Feind suchte sein Heil in der Flucht, ein Teil nördlich bis Gazer (Gazara) und ein anderer Teil westlich bis Jamnia und südlich bis Aschdod (Azotus). Juda mahnte seine Leute, sich nicht auf die Beute zu werfen, da ihnen noch ein Kampf mit den übrigen Abteilungen des aus dem Gebirge umkehrenden Feindes bevorstehe. Bald darauf wurden diese Truppen bemerkt, und die judäischen Krieger hielten sich bereit, das Treffen aufzunehmen. Aber es kam nicht dazu. Sobald diese und die nachrückenden Syrer den Rauch von ihrem früheren Lagerplatze aufsteigen sahen, wandten sie sich gleich zur Flucht, südwärts ins Philisterland43. »Es war eine große Rettung an diesem Tage«44. In der Tat, der Sieg bei Emmaus (166), herbeigeführt durch klugberechnete [318] Kriegslist und standhafte Tapferkeit, war von folgenreicher Wichtigkeit. Er lähmte den Feind und flößte den Judäern Selbstvertrauen ein, es auch mit einem wohlgerüsteten und zahlreichen Heer aufzunehmen. Weder Reiterei, noch das mit Helm und Panzer bedeckte Fußvolk waren imstande, sie fortan zu erschrecken. Waffen, woran sie beim Beginn der Schlacht Mangel hatten, lieferte ihnen der fliehende Feind in Menge. Auch die Beute an Gold, Silber und Purpur, die sie machten, die Geldbeutel der vielen Sklavenhändler, welche im syrischen Lager, der Seelenkäufe gewärtig, sich eingefunden hatten, waren nicht zu verachten. Sie gab ihnen Mittel für Siege in den noch bevorstehenden Kämpfen in die Hand. Mit Dank- und Lobliedern, deren Kehrvers lautete: »Preiset den Herrn, denn er ist gütig, und ewig währt seine Gnade45,« kehrten die Sieger zu ihrem Sammelpunkte Modin zurück.

Aber noch lange durften sie nicht die Waffen aus der Hand legen; sie konnten als gewiß annehmen, daß Lysias, welcher den gemessenen Befehl hatte, die Judäer zu vertilgen, die erlittene Niederlage des einen Feldherrn nicht ruhig hinnehmen, sondern doppelte Anstrengung machen würde, die Scharte auszuwetzen. Sie blieben also gerüstet und hatten die Freude wahrzunehmen, daß ihre Zahl zunahm und bis auf zehntausend wuchs46. Gab es je einen heiligen Krieg, so verdiente der von den Makkabäern geführte zweifellos diesen Namen. Als nun im darauffolgenden Jahre (Herbst 165) Lysias selbst, wie es scheint, mit einem starken, auserwählten Heere Fußvolk und Reitern Judäa wieder mit Krieg überzog, fand er dessen Verteidiger noch mutiger und standhafter. Er hatte nicht gewagt, auf derselben Straße von der Meeresebene aus ins Land einzudringen, sondern hatte einen Umweg machen lassen, von Süden, von dem von den Idumäern besetzten Gebiete aus, den Einfall zu machen. Er schlug sein Lager bei Bethzur auf, etwa fünf Stunden südlich von Jerusalem. Makkabi zog ihm mit seinen Zehntausend entgegen; es kam zu einer regelrechten Schlacht, und der ungestüme Angriff der Judäer siegte abermals über die Kriegskunst der syrischen Mietstruppen47. Unmutig zog Lysias ab, da er sah, daß die Judäer dem Tode trotzten, und schmeichelte sich, durch Vermehrung seines Heeres ihrer doch endlich Herr zu werden. Judäa war also von Feinden völlig geräumt; nur in der Akra zu Jerusalem hausten noch die unverbesserlichen Hellenisten mit Menelaos und vielleicht auch eine geringe syrische Besatzung.


Fußnoten

1 Makkab. I, 2, 1 ist die Genealogie nur angegeben bis τοῠ Σιμεών. Da aber aus anderen Quellen feststeht, daß die Familie sich Hasmonäer genannt hat und Josephus (Altert. XII, 6, 1) als deren Stammvater Ἀσαμοναῖος nennt, so muß der Name Asamonaios in jener Quelle ausgefallen sein. Makkab. II, 8, 22 hat statt Jochanan den Namen eines der hasmonäischen Söhne Joseph.


2 Die Entfernung Modins, hebr. םיעידומ = ןיעידומ, von Jerusalem gibt der Talmud (Pesachim 73b) auf 15 römische Mille passuum = 3 geographische Meilen an. Die Lage von Modin, welche mehrere Palästina-Touristen ermittelt zu haben glauben, wird wohl schwerlich ermittelt werden können.


3 Makkab. I, 3, 1-24. Josephus, welcher diese Quelle benutzt hat, nennt den Namen des erschlagenen syrischen Aufsehers (Altert. XII, 6, 2).


4 Makkab. I, 3, 27-28; 42-43.


5 Das. 3, 40-41.


6 Das. 2, 41-47.


7 Makkab. I, 2, 49-69. Die dem sterbenden Mattathia in den Mund gelegte Ermahnung kann in ihrem ganzen Umfange nicht authentisch sein. Denn es wird an Daniel und seine drei Genossen erinnert (V. 59-60), was das Vorhandensein des Buches Daniel voraussetzt, das aber erst der Spannung der makkabäischen Zeit seine Entstehung verdankt. Vergl. weiter unten.


8 Makkab. II, 18, 7. I, 3, 8.


9 Aus Daniel 11, 34 םהילע וולנו טעמ רזע ורזעי םלשכהבו תוקלקלחב םיבר geht mit Entschiedenheit hervor, daß sich auch Hellenisten den Frommen, den םע יליכשמ (V. 33), angeschlossen hatten, deren Aufnahme der Verfasser nicht gebilligt zu haben scheint.


10 Makkab. I, 3, 10. 11.


11 Das. 3, 10, 12.


12 Ps. 44, vergl. Note 17.


13 Makkab. I, 3, 13-24. Die syrische Version nennt den Feldherrn ןוריה richtiger als Σἠρων im griechischen Texte, wo öfter vor Spiritus asper ein S gesetzt wird.


14 Makkab. I, 3, 29-30. Die Angabe οἱ φορολόγοι.. ὀλίγοι χάριν τῆς διχοστασίας ... ἐν τῇ γῇ bezieht sich mindestens auf Juda, vielleicht auch auf die Judäer jenseits des Jordans und in Galiläa und auf die Samaritaner.

15 Daniel 12, 44: אמחב אציו ןופצמו חרזממ והלהבי תועמשו םיבר םירחהלו דימשהל הלודג erhält durch authentische historische Relationen die rechte Beleuchtung und Begründung. Von Osten kam Antiochos die Nachricht zu, daß Arsaces von Parthien von ihm abgefallen war (Tacitus V, 10): Rex Antiochus demere (Judaeis) superstitionem et mores Graecorum dare adnixus ... Parthorum bello prohibitus est; nam ea tempestate Arsaces desciverat. Darauf bezieht sich auch Makkab. I, 3, 31: καὶ ἐβουλεύσατο τοῠ πορευϑῆναι εἰς τὴν Περσίδα κ. τ. λ. – Von Norden kam ihm die Nachricht von der Auflehnung des Artaxias (Diodorus, Fragmenta bei Müller, Fragm. histor. Graecae II, 10, 9), Porphyrius-Hieronymus zu Daniel a.a.O. und Appianus (de rebus Syriac. 45).


16 Porphyrius-Hieronymus das. unde (ex Aegypto) regrediens capit Aradeos resistentes et omnem in littore Phoenicis vastavit provinciam.


17 Makkab. das. 3, 28: ἔδωκεν ὀψώνια ... εἰς ἐνιαυτόν. Dieser Umstand muß bemerkt werden.


18 Die Gesinnungsänderung Antiochos' gegen das jüd. Volk nach Judas errungenen Siegen ist bisher nicht genügend hervorgehoben worden. Lysias erhielt infolgedessen den Auftrag (Makkab. I, 3, 35 f.): τοῠ ἐκτρῖψαι καὶ ἐξᾶραι τὴν ἰσχὺν (l. ἰχνός) Ἰσραὴλ καὶ τὸ κατάλειμμα Ἱερουσαλἠμ κ. τ. λ. Das. 39: καταφϑεῖραι αὐτὴν (τὴν γῆν). Das. V. 42 und 58: ἐξᾶραι ἡμᾶς. II. Makkabäer 8, 9b: τὸ σύμπαν τῶν Ἰουδαίων ἐξᾶραι γένος. Antiochos' Plan ging also dahin, sämtliche Judäer in seinem Reiche vollständig auszurotten, selbst die Kinder (II, 9, 14): σὺν τοῖς νƞπίοις; darauf bezieht sich (Esther 3, 13): דימשהל דחא םויב םישנו ףט ןקז דעו רענמ םידוהיה לכ תא דבאלו גרהל; (7, 4) דבאלו גורהל דימשהל ימעו ינא ונרכמנ יכ u.a. St. Es soll anderweitig nachgewiesen werden, daß das Buch Esther dieser Zeit angehört, und zwar ist es abgefaßt, als Lysias mit dem Vertilgungsbefehl betraut worden war. Die ganze Anlage des Buches und das Detail werden durch diesen Gesichtspunkt durchsichtig. So unter andern (3, 8): םימעה ןיב דרפמו רזפמ דחא םע ונשי םניא ךלמה יתד תאו םע לכמ תונש םהיתדו ךתוכלמ תונידמ לכב םחינהל הוש ןיא ךלמלו םישע Vergl. weiter unten. – Josephus hat die Tragweite des Befehles nicht richtig aufgefaßt und gibt ihn mit einem Widerspruch wieder (Altert. XII, 7, 2). ἐξανδραποδισάμενον ... τὸ γένος ἀπολέσαι, zu Sklaven machen und vernichten. Der Befehl lautete aber nicht, die Judäer als Sklaven zu verkaufen, sondern das war eine Modifikation, die von Lysias oder den Feldherren ausging. Antiochus beabsichtigte aber die vollständige Vertilgung des judäischen Volkes.


19 Esther 4, 3.


20 Note 18.


21 Daniel Kap. 1.


22 Das. Kap. 3.


23 Daniel Kap. 6.


24 Das. 3, 31; 4, 1-34.


25 Das. Kap. 5.


26 Daniel Kap. 2.


27 Das. Kap. 7. Über die zehn Hörner s. Note 18.


28 Das. Kap. 8.


29 Daniel 9. Vergl. Note 18 und Monatsschr., Jahrg. 1871, S. 386 f.


30 Daniel Kap. 11-12.


31 Esther 3, 9; vergl. o. S. 304.


32 Das. 4, 13-14.


33 Esther 6, 13.


34 Vergl. o. S. 233.


35 Makkab. II, 8, 8-10 ist das Rangverhältnis der drei zur Bekämpfung Judäas bestimmten Feldherren ausgedrückt, besser als in I, 3, 38 f. Gorgias war Unterfeldherr, darum wurden in II. seine Züge gar nicht er wähnt, sondern alles auf Nikanor, den Obergeneral, zurückgeführt.


36 Das. 1, 3, 42. δύναμις Συρίας kann nicht richtig sein, obwohl sämtliche Verff. dasselbe haben; man muß lesen Σαμαρείας, d.h. ןורמוש ליח, wie Neh. 3, 34.


37 Makkab. I, 4, 6 und auch bei Josephus 3000. Dagegen hat II, 8, 16 und 22 die Zahl 6000. Der Widerspruch kann aus einem Schreibfehler im hebr. Text entstanden sein, nämlich: םיפלא תשלש statt םיפלא תשש; das ל kann aus dem Worte ausgefallen sein.


38 Das. I, 3, 44-48. Der letzte Vers ἐξεπέτασαν τὸ βιβλίον τοῠ νόμου, περὶ ὧν ἐξƞρνεύων τὰ ἔϑνƞ τὰ ὁμοιώματα τῶν εἰδώλων αὐτῶν ist außerordentlich dunkel und ist darum falsch ausgelegt worden. Die L.-A. τοῠ ἐπιγράφειν ἐπ᾽ αὐτῶν τὰ ὁμοιώματα findet sich nur in jüngeren Kodizes und in der Complutensischen und Aldinischen Ausgabe und verrät sich als späteren Zusatz. Die Heiden haben allerdings die heiligen Schriften zerrissen und verbrannt, aber schwerlich sich hingesetzt, um Götzenbilder darauf zu malen! Die richtige L.-A. deutet die syr. Übersetzung an, welche unleugbar auch den hebr. Urtext vor sich gehabt hat: לע אשידק םדק ווה ןילבקו אסומנד הכרכ וסרפי ןוהתומדב ןורבדתנד ןוהל ווה ןיצלאד אממע. »Sie klagen vor dem Heiligen über die Heiden, daß sie sie zwangen, sich gleich ihnen zu betragen.« Der griechische Text ist also lückenhaft, daher das unbeholfene περὶ ὧν nach dem Singular. Das hebr. Original mag gelautet haben: םסנאל ושקב רשא םימעה לע שודקה ינפל וקעציו םתומדב ךלהתהל. Das םתומדב, das vielleicht gar aus םהומכ entstanden sein mag, gab Veranlassung zur Übersetzung ὁμοιώματα τῶν εἰδώλων αὐτῶν.


39 Nach Makkab. II, 8, 22. Statt Joseph muß es Jochanan heißen. Vergl. o. S. 296, Anmerk. 1.


40 Das. I, 3, 55-56.


41 Die richtige L.-A. ist Ἐμμαούς, so bei Josephus. In Makkab. I, 3, 40. 87 u.a. St. ist Emmaus ebenso wie im Talmud verschrieben םואמא oder םואמע statt סואמע, da ein Adjektiv aus diesem Ortsnamen gebildet ist: ינוסמע. Übrigens ist Emmaus identisch mit וזמג, und ist nur von den Griechen aus dem Namen Gimso korrumpiert worden. Die Itinerarien setzen die Distanz von Emmaus, später Nikopolis genannt, 22 römische Meilen von Jerusalem und 10 Meilen von Lydda. Das Terrain-Verhältnis gibt jerus. Talmud (Schebiit IX, p. 38d): סואמאמ . רה סואמא דעו ןורוח-תיבמקמע םיה דעו דולמ .הלפש דול דעו


42 Makkab. II, 8, 23: δοὺς σύνϑƞμα Θεοῠ βοƞϑείας. Grotius liest richtig σύσσƞμον, d.h. Feldgeschrei; es lautete: 'ה תעושת; vergl. das. 13, 15.


43 Das. I, 4, 1-22. Das. V. 15 ἕως πεδίων τῆς Ἰδουμαίας ist gewiß eine falsche L.-A., ebenso wie die andere Ἰουδαίας. Denn die Flucht ging in der Richtung nach Westen, nicht nach Süden. Der Zug Makkab. II, 8, 26 f., daß der Schlachttag am Freitag gewesen wäre, und daß die judäischen Krieger dadurch verhindert gewesen wären, den Feind zu verfolgen, beruht wohl auf einer Sage.


44 Das. I, 4, 23.


45 Makkab. I, 4, 29.


46 Das. 4, 34-38.


47 Das. V. 41.



Quelle:
Geschichte der Juden von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart. Leipzig [1902], Band 2.2, S. 320.
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