2. Der Mesa-Stein oder die moabitische Inschrift von Dhiban.

[387] Die sogenannte Mesa-Inschrift ist vielleicht interessanter wegen des Aufsehens, das sie bei der Nachricht von ihrer Entdeckung gemacht hat, als wegen der historischen Ausbeute, die sie liefert. Die Nachricht von dem Funde machte die Runde durch sämmtliche europäische Zeitungen, und die Orientalisten, berufene und unberufene, glaubten es ihrer Ehre schuldig zu sein, die Entzifferung der Inschrift zu versuchen und in Zeitschriften und Zeitungen dem Publikum Kunde davon zu geben. Die Thatsache verdiente allerdings die Aufmerksamkeit, die sie erregte. Es war, als wenn der König Mesa von Moab, ein seit 2750 Jahren Verstorbener, plötzlich seinen Sargdeckel gesprengt und unter die Lebenden getreten wäre. Die biblische Erzählung von Mesa ist also bewahrheitet; denn der König von Moab hat wirklich existirt; ein Stein mit einer Inschrift, den er zum Andenken aufgestellt hatte, legt Zeugniß von ihm ab und mittelbar auch von der israelitischen Geschichte, welche im Buche der Könige erzählt wird. Der israelitische Königsname, Omri, ist darin deutlich genannt. Das war die überraschende Thatsache, für die sich das Publikum außerordentlich interessirt hat, gerade so, als wenn man eine Steininschrift von Troja entdeckt hätte.

Viel mehr Interessantes bietet aber der Stein nicht. Manche Wörter und ganze Zeilen sind nicht mehr leserlich, und außerdem hat ein böses Geschick es so gefügt, daß gerade das Wissenswerthe in der Inschrift nicht mehr entziffert werden kann. Die Entdeckung selbst hat nämlich auch eine Geschichte mit Entwickelungsstadien. Den ersten Anfang muß man nicht in Clermont-Ganneau's Bericht suchen, sondern in Petermanns Berichtigung (Zeitschrift d.D. M. Ges. 1870, S. 640 fg.). Ein Prediger Klein aus dem Elsaß, der 1868 die Gegend des todten Meeres besuchte, hatte erfahren, daß auf einem Trümmerhaufen von Dhiban im ehemaligen Moabiterlande ein schwarzer Basaltblock mit phönicischen Inschriften läge, und er machte sich dahin auf, ihn in Augenschein zu nehmen. Als er darauf dem preußischen Generalconsulat, damals von dem Geographen Petermann vertreten, Nachricht davon gab, bemühte dieses sich, in den Besitz des interessanten Steines zu gelangen, wendete aber nicht die geeigneten Mittel an. Es hat zu viel und zu wenig Eifer dafür an den Tag gelegt und dadurch die Aufmerksamkeit der Beduinen jener Gegend, der Beni Hamide, auf den Werth desselben gelenkt und doch nicht die rechten Wege eingeschlagen, um sie zur Auslieferung des Steines zu gewinnen. Da es zu viel officielle Schritte gethan hatte, erregte es die Gewinnsucht des Pascha und den Haß der Bevölkerung gegen diesen, die ihm den Gewinn nicht gönnte. Es scheint, daß sich auch ein Stück Aberglaube darein gemischt hat. Die Beduinen hielten den schwarzen Stein mit den eigenthümlichen Figuren für das Werk[387] eines Dämons. Inzwischen erfuhr auch 1869 der Secretär des französischen Consuls, Clermont-Ganneau, von diesem Stein; er bemühte sich gleichzeitig in den Besitz desselben zu gelangen, suchte die Bemühung des preußischen General-Consulats zu contreminiren, und dadurch wurden die Beni Hamide nur noch eifersüchtiger auf ihren Stein. Das Ende war, daß sie das werthvolle Steindenkmal erhitzten, dann plötzlich kaltes Wasser darauf gossen und ihn zum Bersten brachten. Von der Inschrift hatte sich zwar Clermont-Ganneau einen schlechten Abklatsch verschafft, aber auch dieser wurde von den Händen der Araber in Stücke zerrissen und zerdrückt. Diesen Abklatsch, der selbstverständlich viele Lücken enthielt und keinen Sinn gab, veröffentlichte derselbe. Später kam Clermont-Ganneau und ein Engländer, Warrens, in den Besitz von größeren und kleineren Trümmerstücken des Steines, welche zum Theil die Lücken ergänzten. Von dieser berichtigten Inschrift gab der Erstere eine Copie in der Revue archéologique 1870, p. 183 und 362 fg., und diese Copie liegt allen Schriften zu Grunde, welche darüber gesprochen haben. Wäre der Stein unversehrt in die Hand der Fachmänner gelangt, wäre er weniger lückenhaft gewesen, so würde man wahrscheinlich etwas mehr historisches Material daraus extrahirt haben können. So aber, wie die Inschrift gegenwärtig vorliegt, kann man nur davon aussagen, daß der Inhalt im Allgemeinen die biblische Relation beurkundet, aber weder neue Thatsachen liefert, noch pragmatische Handhaben bietet, noch für die Chronologie etwas leistet. Scheinbar widerspricht noch mancher Passus den Angaben im Buche der Könige oder schweigt über die Thatsachen, die daselbst mit großer Ausführlichkeit erzählt werden. Allein dieses liegt lediglich an der Lückenhaftigkeit und Unleserlichkeit mancher Partieen. Viele Forscher haben die Lücken und unleserlichen Stellen zu ergänzen gesucht, Clermont-Ganneau, der Entdecker oder Vermittler für das Publikum, dann Graf Vogüé, Derenburg, Oppert, Neubauer, Renan, Ch. Braston in Frankreich, Ginsburg, Warrens und Weir in England, in Deutschland besonders Schlottmann, Nöldeke, Kämpf, M. A. Levy und Andere. [Vgl. ferner R. Smend und A. Socin, Die Inschrift des Kgs. Mesa von Moab (Freib. i.B. 1886); Nordlander, Die Inschrift des Kgs. Mesa von Moab (Leipzig 1896), Socin, Zur Mesa-Inschrift. In den »Berichten über die Verhandl. der Kgl. sächs. Gesellsch. d. Wissensch.« in Leipzig, Bd. 49, Jahrg. 1897, S. 171-184. M. Lidzbarski, Eine Nachprüfung der Mesainschrift in der »Ephemeris für semitische Epigraphik« I, S. 1-10]. Aber bei historisch wichtigen Partieen weichen ihre Conjecturen von einander ab. Die 34 oder 35 Zeilen der Inschrift enthalten etwa 1000 Buchstaben und davon ist nicht viel mehr als die Hälfte dechiffrirt. Möglich, daß der Scharfsinn noch manches davon enträthseln wird, aber zu einer brauchbaren historischen Urkunde wird sie nie erhoben werden können.

Die Inschrift lautet nach den Berichtigungen, welche Clermont-Ganneau und Warrens [und zuletzt Smend, Socin, Nordlander und Lidzbarski] auf Grund der Steinfragmente angebracht haben, wie folgt:


דה באמ כלמ2 שמכ נב עשמ כנא (1

כלמ כנאו תש נשלש באמ לע כלמ יבא ינבי (2

3מ עשמב החרקב שמכל תאז תמבה שעאו יבא רחא ית (3

[388] רמע יאנש לכב ינארה יכו נכלשה לכמ ינעשה יכ עש (4

ראב שמכ פנאי יכ ןבר ןמי באמ תא ונעיו לארשי כלמ י (5

(6

4[ר]בדכ רמא ימיב באמ תא ונעא אה מג רמאיו הנב הפלחיו הצ

[רא] תא ירמע שריו םלע דבא דבא לארשיו התבבו הב אראו (7

שיו תש נעברא הנב ימי יצחו המי הב בשיו אבד המ צ (8

[נ] באו חושאה הב שעאו נעמ לעב תא נבאו ימיב :שמכ הב (9

י כלמ הל נביו םלכמ תרטע צראב בשי דג שאז נתירק תא (10

מ מעה לכ תא גרהאו הזחאו רקב םחתלאו תרטע תא לארש (11

(12

[(?)סא]ו הרוד לארא תא משמ בשאו באמלו שמכל תיר רקה

שא תאו נרא שא תא הב בשאו תירקב שמכ ינפל הבח (13

או לארשי לע הבנ תא זחא כל שמכ יל רמאיו תרחמ (14

תאו םרהצה דע תרהשה עקבמ הב מחתלאו הללב כלה (15

[רג]ו תרבגו 5 ןרגו ןרבגמ פלא תעבש הלכ גרהאו הז (16

ארא םשמ חקאו התמרחה שמכ רתשעל יכ תומחרו ת (17

תא הנב לארשי כלמו שמכ ינפל מה בחסאו הוהי יל (18

ו ינפמ שמכ השרגיו יב המחתלהב הב בשיו צהי (19

הזחאו צהיב האשאז השר לכ שא נתאמ באממ חקא (20

תמחו נרעיה תמח החרק יתנב כנא נביד לע תפסל (21

או התלדגמ יתנב כנאו הירעש יתנב כנאו לפעה (22

ברקב ני [מל ח] ושאה יאלכ יתשע כנאו כלמ תב יתנב כנ (23

ל ושע מעה לכל רמאו החרקב רקה ברקב נא רבו רקה (24

רסאב החרקל תתרכמה יתרכ כנאו התיבב רב שא םכ (25

ננראב תלסמה יתשע כנאו רערע יתינב כנא לארשי (26

ניע יכ רצב יתנב כנא אה סרק יכ תמב תב יתנב כנא (27

כלמ כנאו תעמשמ נביד לכ יכ נשמח נביד ש.... (28

תנב כנאו צראה לע יתפסי רשא נרקב תא מ ית (29

6דקנ תא םש אשאו נעמלעב תבו נתלבד תבו..... (30

7רמא נדדו ןדד נב הב בשי ננרוחו צראה נאצ (31

דראו ננרוחב מחתלה דד שמכ יל רמע.. (32

רשע משמ 8 הד..ל עז ימיב שמכ הב... (33

. . . .נאו קד תש . . . (34

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . (35


Der Stein war schwarzer Basalt, tafelförmig, an den Enden abgerundet, und nach Klein, der ihn noch vor der Zertrümmerung gesehen hat, 113 Centimeter lang, 70 breit und 35 hoch. Er war so schwer, daß vier Männer sich anstrengen mußten, um ihn herumzuwälzen, (Zeitschr. d.D. M. G. das. S. 645.)

Welche historische Ausbeute liefert nun diese merkwürdige Inschrift? Suchen wir das unzweifelhaft Gewisse festzuhalten. Die ersten vier Zeilen sind bis auf wenige unwesentliche Einzelheiten verständlich. Wir erfahren daraus, daß der, welcher das Denkmal gesetzt hat, Mescha (Mesa, עשמ) hieß, daß sein Vater 30 Jahre über Moab geherrscht hat. Ob der Name des Vaters בדנ-שמכ gelautet hat, wie Cl. G. zuerst gelesen hat, oder דג-שמכ, wie Einige vermuthet haben, und jener zugestimmt hat, ist zweifelhaft, da שמכ und דג einander widersprechen. Jenes bedeutet wahrscheinlich »Gott der Zerstörung, Kriegsgott,« während dieses »Glücksgott« bedeutet9. Ebenso zweifelhaft ist es, [389] ob man zu ינבי (Z. 2) בדה ergänzen und ינבידה lesen darf. Was Schlottmann aus diesem Beinamen folgert (Stud. und Krit. Jahrg. 1871, S. 606), ist unbegrundet und für die Geschichte gleichgültig, ebenso, ob man (Z. 3-4) lesen soll, עשמ תמב mit Schl. oder עשלב mit Oppert (Journal asiatique XV, p. 522). ןכלשה (Z. 4) ist ein Unwort, dafür ןכלמה (םיכלמה) zu lesen, ist nur errathen. Von Zeile 5 an enthält die Inschrift Andeutungen bezüglich Israels, seiner Könige oder seines Königs und des Verhaltens zu Moab und Mesa. Lei der ist hier der Text ganz unverständlich. Mit den letzten Worten der 4ten Zeile beginnt die Verlegenheit, sie sind unleserlich und dadurch ist auch der Sinn der folgenden Zeilen verdunkelt. Soll man Z. 4 das ע am Ende ירמע10 lesen, oder דמע? Omri ist allerdings deutlich genannt (Z. 7) aber in einer Verbindung, die keine rechte Vorstellung giebt, auch abgesehen von der Lücke. – (Z. 8): אבד המ..צ... תא ירמע שריו הב בשיו gäbe allerdings einen Sinn, wenn Medaba, ein Land oder ein Territorium oder mindestens eine wichtige Stadt wäre, daß man davon sagen könnte: »Omri habe das Land Medaba erobert« und demgemäß lesen könnte אבדהמ ץרא תא ירמע שריו. Aber so oft in den biblischen und nachbiblischen Relationen von dieser Stadt die Rede ist, wird ihr immer nur eine untergeordnete Bedeutung beigelegt. Zudem soll das Wort המ אבד zweisilbig geschrieben und ein Trennungszeichen dazwischen gesetzt sein. Dann ist es vielleicht gar nicht Medaba? Endlich kann הב בשיו nicht bedeuten: »er setzte sich darin fest.« Denn Omri wird wohl schwerlich sein Hauptland verlassen haben, um seinen Wohnsitz in Medaba oder selbst in Moab zu nehmen. Man muß vielmehr lesen וב בשיו [wa jischeb bo] (ebenso Z. 19): »er machte Gefangene darin.« Kurz, gerade der leitende Vers, welcher Licht auf die dunklen Partieen werfen sollte, ist selbst dunkel oder mindestens nur halb verständlich.

Dunkel ist jedenfalls Z. 5, selbst ohne Berücksichtigung des vorangehenden unleserlichen Wortes ...ע [vgl. Anm. 1] und des vereinzelt stehenden ו. Die Entzifferung der meisten Ausleger באמ תא ונעיו לארשי ךלמ ןבר ןמי, als ob ein König von Israel Moab gequält hätte, ist gewiß nicht richtig. Denn, wie mit Recht dagegen eingewendet wurde (Z. d.D. M. G. das. S. 218) kann das Verbum ונעיו nicht Singular sein. Die Spracherscheinungen in der Inschrift berechtigen nicht dazu, eine solche abstruse Form anzunehmen; eben so wenig kann Zeile 6 באמ תא ונעא erste Person Imperfect sein. Eher empfiehlt sich die Entzifferung (das.) באמ תא ונעיו לארשי יכלמ, daß von Königen Israels im Plural die Rede sei. Dann sind freilich die darauf folgenden Zeilen erst recht unverständlich. Und in der That bleibt das Meiste in der Inschrift unverständlich; man darf sich darüber keiner Täuschung hingeben: ימיב באמ תא ונעא אה םג רמאיו הנ... ב הפלחיו התבבו הב אראו...רמא giebt schlechterdings keinen annehmbaren Sinn. Noch dazu ist die Auslegung von ףלח mit dem Accusativ: »es folgte auf ihn« durchaus absurd zu nennen. Aus םלע דבא דבא לארשיו ist nichts zu machen, denn den Sinn, der zunächst sich aufdrängt »Israel ging oder geht unter oder wird untergehen,« kann es nicht haben, da es zum folgenden Passus nicht stimmt. Mit viel mehr Recht nimmt Oppert םלע als Eigennamen an und übersetzt: »et Israel a complètement anéanti 'Alman.«

Die Hauptdunkelheit liegt darin, daß man die Zeit nicht chronologisch fixiren kann. Denn sie aus Z. 8-9 zu ermitteln, ist schlechterdings unmöglich, da sich gerade hier bedauerlicherweise eine Lücke findet.


[390] . . .תש ןעכדא הנב . . . . . . . . . הב בשיו . . .

הב שעאו נעמלעב תא נבאו ימיב שמכ הב


Die Lücke in Zeile 811 will zwar Cl. G. zum Theil ausfüllen durch das Wort ימי; allein er ist seiner Sache nicht ganz sicher, ob auf dem Bruchstück zu dieser Zeile sich dieses Wort befindet. Aber selbst mit diesem Worte ist nicht viel zur Ermittelung des Sinnes gewonnen; man muß noch zu viel ergänzen, nämlich שמב הב[ישיו] תש ןיעברא הנב ימי[בו וימיב לארשי] הב בשיו [ימיב [...wejeschiveha ... bejamai], daß Israel in Medaba (!) 40 Jahre gewohnt und Chemosch es in Mescha's Tagen zurückerstattet habe. Dabei geräth man in Widerstreit mit den biblischen Angaben, indem im Buche der Könige ausdrücklich angegeben ist, daß Omri's Enkel Jehoram abermals Moab bekriegt und besiegt hat, und zwar zur Zeit der Regierung Mescha's, und nur durch einen andern Vorfall ist Jehoram mit seinen Verbündeten abgezogen. Mit diesem Kriege bringen die meisten Ausleger, nach de Vogüé's Vorgang, die in der Inschrift erwähnten Thatsachen in Verbindung und setzen sie in das Jahr 896 oder 895. Sie denken sich den Vorgang der Art, daß Mescha nach Abzug der drei verbündeten Könige das Joch Israels abgeschüttelt und die Israeliten aus den Städten, namentlich der Zwingburg Medaba (?), vertrieben habe. Allein um diesen chronologischen Punkt festzustellen, müssen sie eine Unwahrscheinlichkeit und eine Unmöglichkeit behaupten. Sie müssen Omri, der doch viele Tage Moab bedrückt haben soll, länger als 12 Jahre regieren lassen, was durchaus falsch ist (vergl. I, S. 471), und müssen ferner die 40 Jahre der Inschrift als eine runde ansehen, weil Omri's und Achab's Regierungsjahre zusammen keine 40 Jahre ausgeben. Um diesen Nothbehelfen zu entgehen, haben Andere die Zeit des Denkmals später angesetzt. Nöldeke ergänzte zuerst Z. 8 בשיו הנב [ןב םגו הנבו אה] הב. Wenn in der Lücke ימי wirklich stand, müßte man demnach ergänzen הנב ןב ימיבו הנב ימיב, daß Israel noch unter Jehoram Medaba oder Moab in Besitz hatte. Allein abgesehen davon, daß die Lücke soviel Ergänzungsworte nicht verträgt, stimmt es doch nicht mit den biblischen Angaben, welche berichten, daß Mescha nach Achab's Tod abgefallen ist, also hat sich Moab damals frei gemacht. Es ist eben so mißlich, mit Weir und Oppert die Befreiung Moabs, welche die Inschrift verewigen wollte, zur Zeit Jehu's zu setzen. Oppert findet Jehu's Namen in der Inschrift und zwar deutlich in Z. 17, 18:


. . . . . . .םשמ חקאו

(אוהי) הוהי יל


Er übersetzt die Stelle: J'enlevai des veaux de Jehu. Zu den trümmerhaften Buchstaben יל... ist er geneigt: גע zu ergänzen, so daß das Ganze lauten würde חקאו הוהי ילגע םשמ. Undeutlich findet er auch Jehu in Zeile 16 und damit verbunden den Schluß von Z. 15 ה... או ןפלא העבש הלכ גרהאו. Oppert übersetzt die Stelle et je vainquis l'armée de Jehu et je la tuai en entier 7000 hommes. Es ist aber nur errathen. Errathen ist auch die anderweitige Dechifsrirung von Z. 17-18. Clermont-Ganneau las zuerst הוהי ילכ: »und ich nahm von dort die Gefäße (Opfergeräthe) Ihwhs.« Später zweifelte er selbst an der Richtigkeit der Ergänzung und möchte lieber ילהא dafür gelesen wissen. Aber das Eine wie das Andere giebt keinen befriedigenden Sinn12. [391] Es ist also alles zweifelhaft, die Facta und die Zeit. Am füglichsten würde die Zeitstimmen, wenn man annehmen könnte, daß Mescha das Denkmal gesetzt habe, als er nach dem Tode Achab's abgefallen war. Während der zweijährigen Regierung Achasja's und einiger Jahre der Regierung Jehorams von Israel hatte Mescha Spielraum, die jenseitigen Israeliten aus den von ihnen eingenommenen Städten zu vertreiben, Neubauten anzulegen und alles das zu schaffen, dessen er sich in der Inschrift rühmt, in etwa 6-8 Jahren; wenn nur nicht die תש ןעברא, »vierzig« Jahre im Wege wären. Ist diese Zahl auch richtig gelesen? In welchem Zusammenhange steht sie mit dem in der vorangegangenen Zeile erwähnten Omri? So lange diese Frage nicht beantwortet ist, kann von einer historischen Ausbeutung der Inschrift keine Rede sein. Und beantwortet kann sie wegen der vielfachen Lückenhaftigkeit nicht werden. So bleibt, wie gesagt, alles zweifelhaft.

Das Sicherste in der Inschrift sind noch einige moabitische Städtenamen, welche mit denen in den biblischen Schriften übereinstimmen.


Z. 9: נעמ לעב תא נבאו

Z. 10: נתירק תא... או

Z. 14-15: ךלהאו לארשי לע הבנ תא זחא ךל שמב יל רמאיו םרהצ דע תרחשה עקבמ הב םחתלאו הללב

Z. 18-19: תא הנב לארשי ךלמו

הב בשיו צהי

Z. 20-21: הזחאו צהיב האשאו

נביד לע תפסל

Z. 26: ננראב תלסמה יתשע כנאו רערע יתנב יכנא ...

Z. 27: רצב יתנב כנא אה סרה יכ תמב תב יתנב ...

Z. 30: נעמלעב תבו ןתלבד תבו

Z. 31: ננרוחו

Z. 32: ננרוחב.


Es sind also neun Städte, die in Moab lagen, genannt und außerdem der Fluß Arnon.


Quelle:
Geschichte der Juden von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart. Leipzig 1902, Band 2.1, S. 387-392.
Lizenz:
Faksimiles:
387 | 388 | 389 | 390 | 391 | 392
Kategorien:

Buchempfehlung

Anonym

Tai I Gin Hua Dsung Dschi. Das Geheimnis der Goldenen Blüte

Tai I Gin Hua Dsung Dschi. Das Geheimnis der Goldenen Blüte

Das chinesische Lebensbuch über das Geheimnis der Goldenen Blüte wird seit dem achten Jahrhundert mündlich überliefert. Diese Ausgabe folgt der Übersetzung von Richard Wilhelm.

50 Seiten, 3.80 Euro

Im Buch blättern
Ansehen bei Amazon

Buchempfehlung

Romantische Geschichten III. Sieben Erzählungen

Romantische Geschichten III. Sieben Erzählungen

Romantik! Das ist auch – aber eben nicht nur – eine Epoche. Wenn wir heute etwas romantisch finden oder nennen, schwingt darin die Sehnsucht und die Leidenschaft der jungen Autoren, die seit dem Ausklang des 18. Jahrhundert ihre Gefühlswelt gegen die von der Aufklärung geforderte Vernunft verteidigt haben. So sind vor 200 Jahren wundervolle Erzählungen entstanden. Sie handeln von der Suche nach einer verlorengegangenen Welt des Wunderbaren, sind melancholisch oder mythisch oder märchenhaft, jedenfalls aber romantisch - damals wie heute. Nach den erfolgreichen beiden ersten Bänden hat Michael Holzinger sieben weitere Meistererzählungen der Romantik zu einen dritten Band zusammengefasst.

456 Seiten, 16.80 Euro

Ansehen bei Amazon