1. Der Aasgeier hat keinen Wunsch , als dass das Pferd sterben möchte. ( Surinam . ) Jeder ist auf seinen eigenen Vortheil bedacht. 2. Der Aasgeier hatte immer einen übeln Geruch , und nun er todt ist, erst recht. ( Surinam . ) Von denen, die den ...
* Er ist ganz aasig. – Frischbier, I, 2. Ihm ist aasig zu Muthe . Aasig = krank, aber auch träge, faul.
* Stöt em in de Aasside. – Dähnert, 2 a . Gib ihm einen Stoss . Aasseite ist die innere Seite der Haut , die auf dem Fleisch gesessen hat.
Ab Sephe ( Sophie oder Joseph ). Eine sprichwörtliche Redensart in Gera, um zu sagen: Fort , weg damit. [Zusätze und Ergänzungen] 2. Weit abe ist gut für schiessen. – Tappius, 195 a . Lat. : Extra telorum jactum. ( Erasm., 830; Tappius, 195 a ; Philippi ...
* Sich mit einem abackern müssen. – Frischbier, II, 1.
Abar (s. ⇒ Storch ). 1. De Abar is sîn Feeren nett so gôd nödig als de Lünick ( Schatz ). – Kern , 564. 2. De Abars nögd, mutt Poggen hebben. – Kern , 562. Wer Störche (grosse Gäste ) einladet, muss Frösche (entsprechende Speisen ) vorzusetzen haben. *3 ...
Ueber Abbadan geht kein Dorf . – Burckhardt, 664. Von der lächerlichen Eitelkeit mancher Leute , die von ihrem Geburtsort, wäre er auch nur das elendeste Nest , nur mit den grössten Lobeserhebungen sprechen.
* Einen abbeeren (abprügeln).
1. Bitj a Nöös uf, do as at Aanliat skeand. – Lappenkorb. Beisse die Nase ab, so ist das Antlitz geschändet. Sinn : Schädige ein Glied deiner Familie , so beschimpfst du sie ganz. *2. Der beisst dem lieben Gott die Zehen ab ...
* Etwas abbellen müssen. Zwangsweise eine Aussage, eine Verleumdung widerrufen müssen. Die Redensart gründet sich auf einen vor fünfhundert Jahren stattgefundenen Vorgang. Hedwig , die Gemahlin Jagello's, des Königs von Polen (der nach seiner Taufe Wladislaus hiess), war durch den Vicar ...
* Er wird mir schon noch eine abbetteln. In Wien , um zu sagen, mich so reizen, dass er eine Ohrfeige bekommt.
* Abibeudln wie da Hund Fleh. ( Oberösterr. ) – Brumig, 80. Etwas , z.B. eine Rüge , abschütteln.
1. Abbitte ist die beste Genugthuung. 2. Abbitte nicht, aber Halsstarrigkeit ist Schande . Jene zeigt ein edles, diese aber ein böses Herz an. 3. Die beste Abbitte ist, nicht mehr thun. [Zusätze und Ergänzungen] 4. Abbitte ist die beste ...
Abbitten ist besser als leugnen.
* Hei öss afgeblötzt. – Frischbier, I, 11. Er hat einen Korb bekommen.
Wer dir abborgen wil, dem leih, doch merk vor, wer er sey. – Petri, II, 696; Henisch, 455, 31.
1. Abbrech und Teufelsabbiss muss sein. *2. Die Abbrech nicht finden können (das Ende ). *3. Nimm die Abbrech! Höre auf!
* Er hat es zu grün (unreif) abgebrochen. [Zusätze und Ergänzungen] 4. As man bricht sich ab auf heissen, bluft man auf kalten. ( Jüd.-deutsch. Brody. ) Wenn man den Körpertheil verbrennt hat, bläset man auch das kalte. 5. Wer sich ...
* Er ist abgebrannt (ist ohne Geld ). [Zusätze und Ergänzungen] *1. Abgebrannt wie ein Mohr . »Ich bin abgebrannt wie ej Muhr.« ( Larisch, 25. ) *2. Er ist kalt abgebrannt. ( Litauen. ) – Frischbier, II, 3. Von denen, die kurz vor dem gerichtlichen Zwangsverkaufe ...
1. Was sich nicht abbürsten lässt, das muss man ⇒ abstreicheln (s.d.). Manche Menschen sind wie ihr Rock , man kann nicht alles herunterbürsten, vieles geht nur herunterzustreicheln. *2. Wir wollen einander abbürsten.