3. Was ich bei Madame Hänel erlebte.

[18] Ich war sieben Jahre alt, da rüsten meine Eltern zu einer Reise nach Wien. Die Tische liegen voll Pflanzen. Mein Vater klebt Etiketten, schreibt, steigt die Leiter hinauf und murmelt halblaut, mit gerunzelter Stirn, lateinische Namen, und holt immer mehr Pflanzen aus den dickbäuchigen Paketen. Meine Mutter sieht gedrückt aus, sie sucht meine paar Sachen zusammen, wickelt sie in ein Bündel und fordert mich auf, Abschied vom Vater zu nehmen.

Dann gehen wir. Ich ziehe ein sehr simples Puppenwäglein hinter mir her. Mir ist zumute, als müßte ich weinen, ich habe ein Gefühl von Angst und Unruhe und möchte auf dem kurzen Wege bis zum Marktplatz noch tausenderlei fragen. Obenan steht die Frage: wann die Eltern wiederkommen?

Die Mutter weicht meinen Fragen aus, eine bestimmte Antwort hätte auch nichts genützt, denn ich habe noch keinen rechten Begriff von Zeitdauer. Ich schaue die Bäume an und sehe, daß sie gelbes Laub tragen: »Kommt nun bald der Winter?« frage ich, »und kommt ihr Weihnachten wieder?«[18]

Meine Mutter weiß nichts, und wir betreten den Laden von Madame Hänel.

Hinter dem Ladentisch steht eine kleine korpulente Frau mit einem rotbackigen, runden Gesicht. Unter den dichten, scharf geschnittenen Brauen schauen ein paar dunkle Augen prüfend auf mich und mein Spielzeug, das ich am Bindfaden wichtig hinter mir her ziehe. Ich übersehe ihre ganze Gestalt und bewundere die schöne, dunkelgrüne Sammetjacke, die ihr lang über den Rock fällt.

In meiner Vorstellung ist Madame Hänel der Inbegriff großen Reichtums! Hat sie in ihrem Laden nicht alle Schätze der Welt? Heringe tonnenweise! Und die vielen Bonbons, Rosinen und Zucker! Ein unbeschreiblich glückliches Dasein muß sie führen! Ich fürchte mich vor ihr, sie ist wortkarg und streng. Sie bedient gleichmütig ihre Kunden, zwischen durch nickt sie meiner Mutter zu, die geduldig auf ihre Anrede wartet.

»Bringen Sie das bißchen Kram gleich hinauf in Christels Kammer! Wir haben Huldinchens Bett hineingestellt, da wird sie schlafen. Tritt dir die Füße gut ab, bring mir ja keinen Schmutz ins Haus!«

Dann zeigt uns Christel die Kammer, die auf dem Boden liegt. Als Christel hinaus ist, stellt mich meine Mutter auf den Stuhl am Fenster und drückt mich heftig an sich.

»Jetzt hör mal genau zu, was ich dir sage,« vermahnt meine Mutter. »Sag Madame Hänel immer die Wahrheit! Tu, was dir geheißen wird, und rühr ja nichts an, was dir nicht gehört! Hörst du? Hier im Hause ist viel Gutes und Schönes, auch viel Süßes, rühre es nicht an! Wenn dich niemand sieht, Gott sieht dich, Er wird sehr traurig, wenn du ein Dieb wirst. Versprich mir, daß du keine Rosine, keine Mandel in den Mund steckst, wenn Madame Hänel sie dir nicht gegeben[19] hat. Wenn du es doch tust, wirst du ganz unglücklich, du kannst nicht mehr froh sein, kannst niemandem ins Gesicht sehen und betrübst Gott und deine Eltern.«

Ich schluchzte heftig und versprach von ganzem Herzen zu tun, was meine Mutter wünschte.

Dann kam der schwere Abschied. Aufgeregt und unglücklich stand ich danach in dem großen, stillen, aufgeräumten Wohnzimmer. Am Eckfenster saß Christel und nähte Säcke. Selbst mein Puppenwagen konnte mich nicht trösten. Ich wälzte verzweifelte Fluchtpläne im Herzen herum. Nur durch zwei Türen, dann war ich im Freien, und noch waren die Eltern auf dem Forsthof, – bis morgen. Warum war ich schon heute fortgebracht? Aber da saß Christel, und im Laden war Madame Hänel. Ich mußte wohl bleiben, und ich blieb. Nun kam Madame Hänel herein und sah prüfend an mir herunter. Dann fragte sie: »Kannst du stricken und nähen?«

Ich schüttelte beschämt den Kopf.

»Was hast du getan, wenn du aus der Schule kamst?«

»Ich habe Pflanzen eingelegt. In der Dämmerung hat mich meine Mutter zum Spielen hinuntergeschickt.«

Madame Hänel wandte sich an Christel und sagte: »Die sind doch alle verrückt mit ihren Blümchen. Wer hat je solchen Unsinn gehört! Ist das eine Erziehung! Auf die Gasse schicken sie das Kind! Bei mir kommst du nicht auf die Gasse. Christel, richt ihr ein Strick- und ein Nähzeug ein! Aus dem karierten Bezug nimmst du die besten Stücke, davon mag sie sich Schnupftücher säumen. Jung gewohnt, alt getan! Christel, laß sie dir ordentlich überall helfen, es ist vielleicht das einzige Mal im Leben, daß ihr die Gelegenheit geboten wird. – Was denkst du wohl, was du bei Straßenkindern lernst? Jugend hat keine Tugend! Ich will dich übrigens[20] auch in der Dämmerung wegschicken. Kannst zum Nachbar, dem Menden-Jakob, gehen, der hat weder Kind noch Kegel, da kannst du dich nützlich machen.«

Es fiel mir bald auf, daß sie bei jeder Gelegenheit Sprichwörter und Redensarten anwandte.

Auf meine Gewohnheiten sah sie mit Verachtung herab und sprach sich in meinem Beisein stets sehr abfällig über meine bisherige Erziehung aus. Ich wollte es recht gut machen und küßte ihr am ersten Morgen die Hand, das hatte mir meine Tante in Bukarest beigebracht.

Madame Hänel zog entrüstet die Hand zurück und sagte unwillig: »Laß doch den Unsinn! Als ob wir Zeit zu solchen Faxen hätten!«

Nach den Schulstunden wollte ich ihr die biblischen Geschichten erzählen, aber sie sagte: »Das habe ich mir ja längst an den Schuhsohlen abgelaufen!«

Manchmal verstand ich gar nicht, was sie meinte, aber je mehr ich von meiner Umgebung mit meinem Liebebedürfnis zurückgewiesen wurde, desto lebhafter und phantasievoller gestaltete sich mein Innenleben. Mir war das Herz so voll, ich war so lebhaft, ich war es von meiner Mutter her so sehr gewohnt, viel, alles zu erzählen, was mich bewegte, aber ich hörte auch gern, und niemand konnte so gut erzählen wie Vater und Mutter. Und nun wurde ich zur Erholung zum Meden-Jakob geschickt. War das nicht ein sonderbarer Umgang für ein siebenjähriges Mädchen?

Jakob war seines Zeichens Lohgerber. Er war ein hagerer, baumlanger, etwa 50jähriger Junggeselle, der außer seiner Lohgerberei noch eine kleine Ackerwirtschaft betrieb. In seinem Hauswesen arbeitete er wie eine Magd; er molk Kühe, butterte, kochte und wusch, und als wir uns erst aneinander gewöhnt hatten, konnte ich[21] ihm manche Handreichung tun, die ihm lieb war. Ich wurde, besonders nachdem er mir das »Du« angeboten hatte, ganz zutraulich zu ihm. Aus seinem lustigen Schuppen schleppte ich ihm die getrockneten Lohkuchen heran für den großen Kachelofen. Besonders lieb war es ihm, wenn ich mit ihm in den Keller ging und beim Abrahmen der Milchschüsseln leuchtete. Mit welcher Teilnahme beobachtete ich sein faltiges, bartloses Gesicht mit den kleinen, blauen Augen. Mit seinem großen, von der Gerberlohe dunkel gefärbten Zeigefinger machte er eine kühne Rundung in der Milchschüssel und schöpfte dann mit sichtlicher Befriedigung den gelblichen Rahm von der bläulichen Milch.

»Wenn du aber butterst, wartest du, bis ich komme, ich will dir helfen,« sagte ich.

»Da soll ich mich wohl gerade nach dir richten?« fuhr er mich barsch an.

»Wenn du mich nicht buttern läßt, leuchte ich dir auch nicht.«

Er gab dann klein bei und sagte: »Na, meinetwegen, da buttern wir eben zusammen.«

Er selbst und alles, was mit ihm zusammenhing, machte den Eindruck von etwas Riesenhaftem. Sein langes, dünnes Messer, an dem auch der Griff von Stahl war, kam mir immer vor, als müsse es das Messer des Menschenfressers aus dem Märchen vom kleinen Däumling sein. Die Bewegungen seiner langen, nackten braunen Arme waren wunderlich immer aufs Große gerichtet. Mit einem Hieb durchschnitt er einen Schwarzbrotlaib, mit einem Strich schmierte er das weiche Schmalz darüber. Ich bekam eine ebenso große Bemme, wie er sie sich selber nahm, und dann standen wir, fürwahr ein ungleiches Pärchen, am Ofen und schmausten.

Eines Tages kam er zu uns, ganz feierlich, in[22] einem kaffeebraunen altfränkischen Tuchrock, und drehte verlegen an seiner Sonntagsmütze. Endlich kam er ziemlich ungelenk mit einer Einladung heraus. Am nächsten Tage sei sein Geburtstag, wir sollten ihn mitfeiern, er habe Kuchen gebacken. Wir sollten nur alle drei morgen in der Dämmerung kommen. Als er fort war, lachte Madame Hänel und sagte zu Christel und mir: »Jetzt hört zu: ich setze mich zwischen euch und reiche euch abwechselnd meinen Kuchen unter den Tisch! Laßt euch nichts merken, und eßt ihn auf!«

»Hm, da würd' ich lieber gar nicht hingehen,« brummte Christel.

»Nicht hingehen? Ach warum nicht? ›Gute Freunde getreue Nachbarn‹, bezeichnet schon Luther als zum täglichen Brot gehörig.«

»Jakob denkt aber an was anderes.«

»Das ist seine Sache. Du weißt, wie ich darüber denke, er hat kein Benehmen, und wenn er noch so reich wäre. Ich bleibe dabei: ›Gleich und gleich gesellt sich gern‹.«

»Freilich, so e seiner wie der Porzellanmaler is er nich – aber –!«

»So geht's, wenn man mit dir und deinesgleichen zu gut ist. Ihr könnt es nicht vertragen, nehmt euch gleich zuviel heraus, wie darfst du dich unterstehen!« –

Madame Hänel ging in den Laden und schlug die Tür hart hinter sich zu. »Christel,« sagte ich unsicher, »ist Madame Hänel böse? Gehen wir nun nicht zu Jakob? Was muß ich morgen tun?« – »Kuchen mußte essen!« sagte sie kurz.

In der Dämmerung lief ich zu Jakob. Ich fand ihn inmitten großer Vorbereitungen. In der Wohnung roch es nach frisch gebackenem Kuchen, und in der Stube stand Jakob mit den nackten braunen Armen und[23] scheuerte auf seine geniale Weise die Mitte des Fußbodens. Die Ecken und Winkel ließ er unbeachtet. Ich stand erst schweigend und sah mir die Sache an, dann sagte ich belehrend: »Du mußt doch auch die Ecken mitnehmen! Unterm Kanapee fliegen ja die Wolken. Und dann kommt morgen Madame Hänel mit uns zu dir! Die sieht das gleich!«

Jakob schob sich die schmutzige Mütze aufs andere Ohr, strich sich mit der Hand das glatte Kinn und sah mich hilflos an.

Ich war bei Madame Hänel in einer guten Schule und fühlte mich in diesen Stücken Jakob sehr überlegen. »Warte,« sagte ich wichtig, und dann lief ich eilig zu uns hinüber.

Neugierig guckte Jakob in das von mir geholte Holzgefäß. – »Was haste denn da?« fragte er endlich.

»Sieh mal, das sind Sägespäne, die drücken wir aus und werfen sie in die Ecken. Paß auf, ich verreibe sie, dann kommt gar kein Staub, wenn wir fegen.«

Und nun wurden wir beide sehr heiter, als wir die Bälle nach allen Richtungen hinschleuderten.

»Wollen wir mal David und Goliath spielen?« rief ich übermütig und zielte mit einem Ball nach Jakobs Rücken. Er lachte, schüttelte sich die Sägespäne ab und meinte, nun würde es auch wohl mal Zeit, daß wir ernsthaft an die Arbeit gingen. So rutschte ich unter den Möbeln und in den Ecken herum und freute mich, als Menden-Jakob leise mit seiner großen Hand über mein Haar strich.

Ich sah mich prüfend um und sagte: »Wir haben drüben so schöne Bilder an den Wänden, warum hast du denn gar keine?«

»Hm!« sagte er zögernd, »eingerahmte hab' ich[24] nicht, aber ich hab' welche, hier in der Schieblade liegen sie.«

»Ach ja,« sagte ich eifrig, »du machst es gerade so wie ich. Zu Hause habe ich auch ein Päckchen Bilder, manche bunt mit Gold, wunderhübsch! Hast du auch solche, dann zeig sie mir doch mal!«

Jakob lachte, griff in die Tasche und holte einen Schlüssel, schloß auf und langte ein Päckchen Papierzettel von verschiedener Farbe heraus. Ich sah in der Ecke einen nackten Engel, der ein Band mit Zahlen hielt.

Jakob hielt mir einen von den Zetteln hin und sagte hastig: »Da, ich schenk' ihn dir, du bist ein kleines, gutes Mädel! Heb ihn gut auf!«

Ich aber schaute sehr enttäuscht auf das Papier, schob Jakobs Hand zurück und sagte vorwurfsvoll: »Das ist doch kein Bild? Das sind Kassenscheine, mein Vater bekommt solche Zettel, wenn er Sammlungen weggeschickt hat, er hat mir gesagt, das sei kein Spielzeug. Hast du denn gar kein ordentliches Bild für mich, von dem man eine Geschichte erzählen kann?«

»Na, denn nich!« sagte Jakob ärgerlich und legte den Zettel zu den anderen, »aber das merk dir, ein zweites Mal biete ich dir das nicht wieder. Bist du dumm! Egal nur Geschichten erzählen! Ja, erzähl du nur, du wirst mal sehen, wie weit du's damit bringst! Nun geh nur heim! Nimm deine Gelte mit, und kommt morgen nicht so spät.«

Ich erzählte die Sache mit dem Bilde Christel, die sah mich sehr ungläubig an und sagte: »Der hat nur seinen Spaß mit dir gehabt. Der reiche Geizhals wird Kassenscheine verschenken!«

Am nächsten Tage war ich von uns dreien das gewiß dankbarste Publikum. Ich war ganz ausgelassen vor dem Glücksgefühl, daß Madame Hänel an dem Abend[25] gar nichts an mir auszusetzen fand, und daß sie mir immer Kuchen unterm Tisch zuschob. Ich blinzelte Christel fragend zu, ob sie auch welchen bekäme. Die nickte so energisch, daß ihre großen Ohrbummeln schwerfällig baumelten.

Eines Tages ruft mich Madame Hänel in ein Vorratsstübchen, das sonst immer unter Schloß und Riegel gehalten wurde. Hier stand ein Tisch und ein Stuhl, und auf dem Tische lag ein mächtiger Haufen Rosinen.

»Setz dich her, und verlies die Rosinen!« sagte sie. Sie ging, und ich machte mich an die Arbeit. Es dauerte lange, aber endlich war ich fertig, und da die Stube hinter mir abgeschlossen war, mußte ich wohl oder übel warten, bis es Madame Hänel gefiel, mich wieder zu befreien. Ich kletterte von meinem Stuhl herunter und besah mir das Zimmer. Welche Schätze! Daß es so etwas in der Welt gab! Ganze Säcke voll Kaffee! Und meine Mutter sagte an besonderen Tagen: »Heute gibt's auch ein paar Bohnen im Kaffee.« Ich sah dann, wie sie sorgfältig einige wenige von einer kleinen Portion abzählte. – Hier war gebrannter und ungebrannter, ach so viel! Und Zucker, gelber und weißer, ganze Kisten voll, und so schön gefärbte und geformte Bonbons, in Stangen, in Kügelchen, glatt und rauh, es war wie im Märchen.

Ich ging ans Fenster und sah auf den Hof, aber das langweilte mich. Da gewahrte ich beim Umherschauen oben in der Tür ein kleines Guckfensterchen, gerade groß genug für ein Auge. Ich schob meinen Stuhl an die Tür und legte mein Auge an das winzige Glasfensterchen. Aber was war das?! Fest gebannt hing mein Blick an dem Guckloch. Ich zitterte heftig. Ich hatte einen Blick in den Nebenraum werfen wollen, da war, wie ich wußte, das Essiggewölbe. Aber kein Raum war[26] sichtbar, – mein Auge schaute in ein anderes Auge! Das wirkte so unheimlich! Ich trat ein wenig zurück, – aber das Auge blieb! Gruselnd kletterte ich hinunter, immer den entsetzten Blick auf das dunkle Auge geheftet.

Dann kehrte ich zitternd der Tür den Rücken und grübelte, bis ich zu einem erlösenden Selbstgespräch kam. Was war denn das da über mir? Ein Mensch war es ja nicht, – es war nur ein Auge! Aber wessen Auge? Ach! – jetzt hatte ich es! Hatte meine Mutter nicht oft von dem Auge Gottes gesprochen, das uns allen überall hin folgte. Ja, das war es natürlich, das nur konnte es sein! So redete ich mich selber zur Ruhe, und war schließlich ganz getröstet, und fühlte mich in geweihter Stimmung. – Endlich kam Madame Hänel, sie sah mich scharf an und sagte kurz: »Du denkst: ›Ehrlich währt am längsten‹. Nun geh hin aus.«

Von da an mußte ich oft im Laden aufpassen, wenn Madame Hänel anderweitig beschäftigt war, und als Christel brummend fragte, ob das auch ginge, antwortete sie nur: »Es geht.«


***

Überall, zumal in den Schulpausen, hörte ich, daß bald Weihnachten sei, und daß dann artige Kinder ihre Wünsche erfüllt bekommen. Da wünschte ich sehnsüchtig, meine Eltern möchten kommen, damit ich mit ihnen das Fest feiern könnte. – In Madame Hänels Haus wurde alles auf den Kopf gestellt, es wurde gewaschen, gescheuert und viele schöne Christstollen gebacken. Ich mußte tüchtig helfen, Mandeln hacken, Succade schneiden und die Stollen mit zum Bäcker tragen. Madame Hänel befand sich in ganz ungewohnter Aufregung, sie erwartete ihre Weihnachtsfreude. Mein Kinderherz wurde von der[27] erhöhten Stimmung angesteckt, ich freute mich mit, ich wartete mit auf eine ungewöhnliche Freude.

Am Nachmittag standen Madame Hänel, Meisel der Hund und ich trotz der Winterkälte an der offenen Ladentür und horchten gespannt auf das Schmettern des Posthorns. In Madame Hänels Zügen lag eine milde Freundlichkeit, als sie ihre dunklen Augen auf die gelbe Postkutsche richtete, die schwerfällig über den verschneiten Marktplatz rummelte. »Nun lauft!« sagte sie erregt.

Ich drückte eilig mein Gesicht an die weiche Sammetjacke, ich sehnte mich – wonach? Wenn?! Wenn nun meine Eltern mit in der Postkutsche säßen?

Mein Hoffen war vergeblich, und doch zog Freude in mein Herz, als die hübsche schlanke Mädchengestalt lachend und uns lebhaft begrüßend dem Innern des Postwagens entstieg. Wie freundlich gab sie Christel und mir die Hand! Während ich half die Schachteln und Pakete nach Hause zu schleppen, eilte sie leichtfüßig in die Arme ihrer Mutter. Sie war größer als die Mutter, mußte sie sich doch herabbeugen, als sie sie umarmte und küßte. Nie vorher hatte ich Madame Hänels Stimme so weich gefunden. – Mit feuchtem Glanz ruhten die dunklen Augen auf der schlanken Gestalt. Mit sanfter Hand strich sie der Tochter das krause, dunkle Haar aus dem Gesicht, und wie behutsam nahm sie das rosaseidene Hütchen und den Mantel ab.

Ja, Huldinchen brachte den Sonnenschein ins Haus. Immer war sie hinter der Mutter her, sie ging mit in den Laden, und ich lauschte auf ihr fröhliches Lachen und Geplauder, wenn sie mit den Kunden sprach. Auf dem Klavier spielte sie und sang dazu: »Wenn die Blümlein draußen zittern«.

Während der Dämmerung setzte sie sich zur Mutter aufs Sofa. Meisel lag neben ihr, und wie beneidete ich[28] ihn, wenn ich von meinem Fenstertritt aus sah, wie ihre Hand liebkosend über sein braunes Fell strich.

Dann kam der Weihnachtsabend. Ich wurde ins Essiggewölbe geschickt, und als ich endlich gerufen wurde, stand ich überrascht still. Auf dem Tische brannten zwei Wachskerzen, und viele schöne Dinge standen und lagen umher. Vor dem Klavier aber saß Huldinchen und spielte und sang: »Stille Nacht, heilige Nacht«. Sie erschien mir wie ein Engel, und ich stand mit gefalteten Händen ganz versunken in ihren Anblick. Dann zog sie mich an den Tisch, da lag ein Wickelkind, ein Schokoladenmännchen, eine Schürze und ein kariertes Schnupftuch, und das alles gehörte mir! Das Spielzeug hatte mir Huldinchen aus Dresden mitgebracht.

Aber auch, was ich sonst sah, nahm mein Interesse lebhaft in Anspruch. Sehr verwundert war ich, daß Christel außer einem bunten Flanellrock auch eine Puppe bekam. Huldinchen lachte und neckte sich mit Christel, und da kam es endlich heraus: die Puppe barg in ihrem Unterrocke fünf Taler.

Was aber ganz besonders prächtig war, das war der Blumenstrauß! Madame Hänel bekam ihn vom Huldinchen.

»Das hast du aber hübsch gemacht!« sagte mit überglücklichem Lächeln die Mutter.

Ja, was war denn das? Konnte Huldinchen denn Blumen machen? Das konnte doch nur Gott! Aber wirklich, diesen schönen, bunten Strauß hatte Huldinchen in Dresden gemacht! Und als ich mich bewundernd näher drängte, da hielt sie ihn mir lachend vor die Nase und sagte: »Ja, riech nur! Er riecht auch, und das hab' ich auch selbst gemacht.«

Meine Verehrung wuchs zu schwärmerischer Ehrfurcht. Huldinchen war auf Jahre hinaus mein Ideal,[29] sie kann später von ihren eigenen Kindern nicht zärtlicher geliebt worden sein, als damals von dem einsamen Kinde.


***

Während Huldinchen noch bei uns in den Ferien war, kam in unsere stille Häuslichkeit ein rotbackiger Herr, mit einem schneidigen, schwarzen Schnurrbart. Das war der Bruder von Madame Hänel, der Onkel Julius. Er saß lange am Sekretär und sah Madame Hänels Bücher nach, dann wurde viel geplant, und ich hörte zum erstenmal den Ort: »Leuben« nennen. Huldinchen wurde vom Onkel aufgefordert, mit ihm zu kommen, sie wollte aber lieber während der kurzen Ferienzeit bei der Mutter bleiben. Da blieb der Rotbackige plötzlich vorm Fenstertritt stehen, auf dem ich mit meiner Fibel saß, und meinte: dann könne er ja mich mit nach Leuben nehmen. Es waren aufregende Minuten für mich, bis die Frage entschieden war. Ich sollte eine Reise machen?! Madame Hänel verhielt sich bei den Beratungen ziemlich ablehnend, der Onkel und das Huldinchen setzten es aber durch, daß meine Reise beschlossen wurde. Werde ich wohl die Aufregung vergessen! Und die Vorbereitungen! Das gute Huldinchen meinte mitleidig, es würde bei dem Frost eine kalte Fahrt, und sie ging mit mir hinauf, schloß die Putzstube auf und führte mich an eine alte große Lade mit blanken Messingbeschlägen.

Bebend vor Freude schaute ich in ihre Tiefe. Ach, was gab es da alles zu sehen! Eine Puppe, fast so groß wie ich selbst, schaute mich aus großen, blauen Augen starr an. Ein Guckkasten! Wenn man ihn auseinander zog und durch das kleine Loch schaute, konnte man eine ganze Straße mit Bäumen und Menschen sehen! Aber[30] das war nur so nebenbei. Die Hauptsache war ein kunterbunter Mantel und ein rotes Wollmützchen, das mir Huldinchen vor dem großen Spiegel anprobierte. Der Mantel schleppte, aber Huldinchen meinte, das sei einerlei, da ich doch im Wagen sitzen würde. Als sie mir auch das rote Mützchen umgebunden hatte, faßte sie mich bei beiden Händen, tanzte mit mir in der Stube herum und sagte: »Nun bist du Rotkäppchen.«

Am nächsten Tage fuhr ein schwerfälliger Frachtwagen, mit einer grauen Plane überspannt, vors Haus. Christel und der Onkel trugen Säcke, Fässer und Kisten hinein, schließlich mehrere Bund Stroh, damit wir weich und warm saßen, und dann ging die Reise vor sich. Der Onkel saß neben mir im Stroh. Die Pferde hatten Schellen am Kummet. Das eintönige, ruckweise Geklingel, das Krächzen der aufgescheuchten Saatkrähen, oder das Zwitschern aufflatternder Spatzen war fast der einzige Laut, der auf den einsamen Wegen unser träumerisches Hindämmern unterbrach.

Einmal hielt der Wagen, das war bei demselben Bauer, bei dem ich später auf meinen Wanderungen einkehrte. Fuhrmann Merker stampfte sich die Füße warm, der Onkel und ich bekamen Kaffee und Weihnachtsstollen. Beides löste mir die Zunge, so daß ich auf dem letzten Rest des Weges dem Onkel Märchen erzählte. Er zeigte sich sehr teilnehmend, denn er lachte zuweilen, daß ihm die Tränen in die Augen traten.

Plötzlich hielt wieder der Wagen, und aus dem stattlichen Haus kam eilig eine kleine, rundliche Frau. Sie warf einen Blick ins Innere des Wagens und rief lebhaft: »Is die Möglichkeit! Da haben wir ja den Bruder Julius?! Und wen hast du denn bei dir? Das sieht ja aus, als wär's das gute Huldinchen, wie die noch klein war.«[31]

»Nun komm mal her, Kleine, ich will dich hineintragen.«

Sie setzte mich auf einen Stuhl, öffnete die Tür und rief mit munterer Stimme: »Kinder! – Kommt mal schnell herein – Korinna! Guido! Aurel! Valeska! Irene! Kommt, der heilige Christ hat euch noch nachträglich was beschert! Der Onkel aus Gertitzsch ist da, und er hat euch aus Siebeln ein kleines Mädchen mitgebracht!«

Dann wandte sie sich lachend an den Bruder und sagte: »Mach dir's gemütlich, mein Mann wird gleich kommen! Ach, was man doch immer für einen Drasch hat mit den vielen Kindern und dem großen Hauswesen! Überall möchte man seine Hände und seine Gedanken haben!« Dabei sah sie aber so glücklich aus, daß man ihr das Stöhnen nicht glaubte, und dann kam eine muntere Kinderschar hereingestürmt, die freudig jauchzend auf den Onkel losstürzte.

»Geht!« sagte die Mutter, »laßt den Onkel in Ruh, und seht euch mal da das kleine Mädchen an, fragt sie, wie sie heißt und nehmt ihr ihre Sachen ab, zeigt ihr eure Spielsachen!«

Die Kinder drängten sich neugierig, zunächst etwas verlegen, an meinen Stuhl heran. Einer der kleinen Jungen fragte: »Wem sein bist du?«

Die kleine Valeska stieß den Bruder an und sagte: »Die kommt aus Siebeln von der Tante Malchen!«

Die große Korinna nahm mir behutsam mein Zeug ab und sagte belehrend: »Das ist nicht Tante Malchens Kind, die hat nur das Huldinchen, und das ist unsere Cousine. Aber ihr seid ja auch noch nie in Siebeln gewesen, ihr wißt nichts davon. Ich war vorigen Sommer mit den Eltern da.«

»Was ist Siebeln?« fragte der Kleine wieder.[32]

Die anderen lachten ihn aus, aber Korinna sagte: »Siebeln ist eine Stadt! Eine große, schöne Stadt! Nicht wahr?«

Ich bejahte eifrig und erzählte eingehend, wie schön es bei uns sei und was für vornehme Leute in Siebeln wohnten.

Korinna nickte ernsthaft, dann forderten sie mich auf, mit zu ihren Spielsachen zu kommen. Ich blieb aber an meinem Stuhl stehen, sah mich ängstlich um und wagte keinen Schritt vorwärts. »Fehlt dir etwas?« fragte Korinna. »Ach,« sagte ich zaghaft, »ich weiß nicht, – aber – ich – ich bin bange, das Haus fällt ein. Hört ihr denn nicht, wie es rummelt? Der ganze Fußboden zittert und bebt so!«

Aus war's mit aller Glorie! Vorher hatten sie mich mit Teilnahme betrachtet, ich kam von weit her und war aus der Stadt, – aber nun?! Alle lachten unbändig und fühlten sich mir sehr überlegen.

»Bange? Du bist bange? Wir gar nicht! Das ist hier doch egal so. Bist du denn noch nie in einer Mühle gewesen? – Mutter, die fürchtet sich!« riefen sie verächtlich.

Als ich sah, daß sie sich alle ganz sicher auf dem schwankenden Fußboden bewegten, bekämpfte ich meine Furcht und wurde froh mit ihnen.

Hier stand noch der Weihnachtsbaum, und als es dunkel wurde, zündete der Müller ihn an, und die vergoldeten Pfefferkuchenmänner mit den grell bemalten Gesichtern erstrahlten in wunderbarem Glanze. Die schöne warme Milchsuppe kam viel zu früh, denn gleich nach dem Essen mußten wir alle zu Bett. Ich schlief mit den vielen Kindern in einer Stube, und zuerst ging es in den Betten noch ziemlich laut her, jedes der Kinder[33] stellte mir für den nächsten Tag wunderbare Genüsse in Aussicht. All das, wonach sie mich fragten, das kannte ich noch nicht. Dann schlief eins nach dem anderen ein, ich war aber hell wach. Das Stoßen und Klappern regte mich sehr auf, ich saß lange aufrecht im Bett und horchte auf ein Tosen und Rauschen, dessen Grund ich mir nicht erklären konnte. Die Tür nach der Wohnstube stand halb offen, ich hörte das halblaute Gespräch der Müllersleute mit dem Onkel Julius, einzelne Worte trafen mein Ohr, die mich interessierten. Jakob Mende – Malchen – Huldinchen – Porzellanmaler! – Ach, wie weit weg war ich von ihnen allen!

Der nächste Tag war ein sonniger, klarer Wintertag. Die Kinder sorgten für die Erweiterung meines Gesichtskreises, sie fanden mich furchtbar dumm. Zunächst nahmen sie mich mit in den Raum, wo gemahlen wurde. Sie zeigten und erklärten, alle Aufklärung diente aber nur dazu, mir den Kopf vollständig zu verwirren. In dem sinnverwirrenden Lärm sah ich wie durch Nebel weiß bestäubte, schweigende Männer hantieren. Ich war froh, als ich wieder draußen war, als alle Gegenstände wieder ihre klaren Umrisse hatten.

Dagegen konnte ich mich nicht von dem Mühlgraben trennen. Schwer und träge floß das anscheinend tiefe Wasser, bis es an das Wehr kam. Hier veränderte es plötzlich seine Natur, – mit wütendem Ungestüm stürzte es sich auf das riesige Mühlrad – ›und nun da unten in der Tiefe – das war ja grausig –‹ und doch konnte ich mich nicht trennen. Wie es kochte – und schäumte – und toste!

Hier führte das Wasser das Wort, – und es führte eine gewaltige Sprache, so daß unsere Kinderstimmen unverstanden verhallten bei seinem mächtigen Rauschen.

Gewaltig, – unfaßbar groß erschien mir hier alles.[34] Stundenlang hätte ich stehen können, um dieser Stimme zu lauschen. Ich selbst war so klein, ein Nichts.

Am Nachmittag spannte Fuhrmann Merker an, ich wurde eingebündelt, aufs Stroh gesetzt und heimwärts ging's, ohne Onkel Julius.

Wieviel hatte ich gesehen und erlebt! Hinter Merkers breitem Rücken durchlebte ich alles noch einmal in Ruhe.


***

Wochen waren seit meiner Reise nach Leuben vergangen. Huldinchen hatte uns wieder verlassen, und das Leben in dem einsamen Hause ging wieder seinen einförmigen Gang. Da kam für mich eine Abwechselung. – ich wurde krank. Oben lag ich in Christels Kammer. Als die schlimmsten Tage vorüber waren, achtete ich darauf, ob ein Schritt die Treppe hinauskäme. Am Vormittag kam Madame Hänel selbst, und später brachte mir Christel meinen Napf Wassersuppe.

Wie lange ich so da oben gelegen hatte, weiß ich nicht, ich erinnere mich nur, daß ich mich sehr einsam fühlte und manchmal weinte. Da hörte ich eines Tages zu ganz ungewöhnlicher Zeit eilige Schritte die Treppe herauf haften. Mein Blick heftete sich mit Spannung auf die Tür, – da sah ich, wie dieselbe leise und vorsichtig geöffnet wurde, ein Kopf mit dunklem Kraushaar wurde sichtbar, – ich schrie laut auf und lag in der nächsten Minute laut schluchzend vor Aufregung und Freude in den Armen meiner Mutter.

Meine Mutter weinte mit mir.

»Und nun bist du krank!« sagte sie bedauernd, »und ich hatte mich so auf mein liebes Mädel gefreut.«

»Es ist nicht mehr schlimm,« versicherte ich, »packst mich gut ein und trägst mich nach Hause!«[35]

Und so kam ich wieder auf den Forsthof.

War das ein Tag! Auf dem einen der Tische war eine ganze Bescherung! Eine Spielzeugschachtel hatten die Eltern mitgebracht, und die bunt bemalten Häuschen und Bäume hatten sie hübsch aufgestellt. Vorn davor lag ein vergoldeter Pfefferkuchenstern. Ich wurde in Kissen gepackt und durfte spielen. Meine Mutter kam oft zu mir, strich mir über das Haar, küßte mich, spielte mit mir, und zwischendurch erzählte ich mit großer Wichtigkeit von all meinen Erlebnissen und neuen Bekanntschaften, die ich gemacht hatte.

Nun kam eine kurze schöne Zeit des Zusammenlebens, bis die Eltern, gezwungen durch ihren Beruf, wieder eine Reise machten.

Für mich brach damit jedesmal eine Zeit schmerzlichster Sehnsucht und Entbehrung an. Aber ich erweiterte den Kreis meiner Menschenkenntnis und meiner Erfahrungen.

Madame Hänel blieb ich treu. Ich besuchte sie auch noch, als sie den hübschen Porzellanmaler geheiratet hatte. Ich befreundete mich mit seinen Kindern. Stille und Einförmigkeit waren damit aus dem Hause gewichen. Ob das immer nach Madame Hänels und Christels Geschmack war? Auch Menden-Jakob besuchte ich noch zuweilen. Geholfen habe ich ihm aber nicht viel, es zog mich doch mehr zwischen die spielende Kinderschar. Menden-Jakob war auch ganz anders geworden, er war mürrisch und finster, und als er kurze Zeit danach starb, sagten die Leute, er sei an gebrochenem Herzen gestorben. –

Und wen und was fand ich nach den langen Jahren der Trennung wieder? Das Haus stand nicht mehr – ein neues, fremdes erhob sich an seiner Stätte. Die derbe[36] Christel und der duftende Blumenstrauß waren aus der Zeit das einzige, was ich wiedersah.

Von all den anderen fand ich nach manchem Umhersuchen die Gräber auf dem Gottesacker! Friede sei mit ihnen!

Quelle:
Bischoff, Charitas: Augenblicksbilder aus einem Jugendleben. Leipzig 1905, S. 18-37.
Lizenz:

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