Die Begrüßungsformen

die Begrüßungsformen.

[227] Nur wenige weltentlegene Fleckchen Erde gibt es noch, wo ein jeder einen jeden freundlich grüßt, ob er ihn kenne[227] oder nicht. Wenn wir in dem alten Postwagen durch eine solche Gegend fahren – denn die Eisenbahn genügt schon, um jene alte Gewohnheit zu zerstören – so thut es einem wohl, von jedem vorbeiziehenden Fuhrmann, von jeder unter ihrer »Kötze« schwitzenden Bauersfrau ein freundliches Kopfnicken entgegenzunehmen; und hält die Kutsche in einem Städtchen oder Dörfchen, so sammelt sich augenblicklich die ganze wißbegierige Jugend darum herum, und jeder rote Kindermund ruft uns ein energisches »Tag« zu.

Unsere civilisierte Welt, unsere Städte zumal kennen diese gute alte Sitte nicht mehr. Nur Freunde, Bekannte grüßen sich noch, und zwar indem sie, je nach dem Grade der Bekanntschaft, einander zunicken, sich verbeugen, oder den Hut abnehmen. Glücklicherweise gilt die letztere Form nur den Herren; für die Damen wäre es auch sehr umständlich, wenn sie diese zarten Kombinationen von Spitzen, Blumen, Bändern und Federn, die man Hut nennt, bei jedem Gruße vom Kopfe entfernen sollten.

Aber auch für die Herren ist die Sitte des Hut abnehmens recht lästig. Sie stammt bekanntlich aus der Zeit der »Hörigen«, die zum Zeichen der Ehrerbietung unbedeckten Hauptes vor ihrem Herrn erscheinen mußten. Ist doch das bedeckte Haupt von jeher ein Attribut der Herrschaft gewesen. Die Hörigkeit ist nun vorüber, die Sitte des Hutabnehmens aber ist geblieben: da haben wir also eine jener Formen, die ihren Inhalt, und damit ihre Berechtigung verloren haben. Auch scheinen viele von denen, die ihr noch huldigen, durchaus nicht damit einverstanden zu sein. Hat sich doch ein Verein gegen das Hutabnehmen gebildet, der viele Anhänger zählen soll. Man will den armen, infolge der steten Berührung so schnell ruinierten Hut an seiner Stelle lassen, will sich nicht mehr bei feierlichen Gelegenheiten – z.B. Begräbnissen – das durch[228] den Haarwuchs oft nicht genügend geschützte Haupt erkälten, sondern die Form des Grußes acceptieren, welche bei dem Militär üblich ist: durch die Hand, statt durch den Hut.

Ja, das Militär! Steht in geistiger Beziehung »der Dichter neben dem König«, so nimmt in der Gesellschaft das Militär diesen Platz ein. Es braucht die Mütze nicht zu ziehen, es erscheint überall bedeckten Hauptes. Und wie graziös ist sein Gruß mit den beiden Fingern! Der eleganteste Stutzer kann mit seinem, in seiner jetzigen Form ohnehin so unschönen Hute niemals die Wirkung erzielen, welche ein nur einiger maßen gewandt ausgeführter militärischer Gruß ausübt. Hoffen wir also, daß der Antihutabnehmeverein sich mehr und mehr ausbreite; es kann eigentlich niemand dagegen stimmen, als – der Hutfabrikant.

In anderen Ländern, zumal in England und Amerika, ist das Grüßen mit dem Hut bei weitem nicht in der Ausdehnung gebräuchlich, wie bei uns. Die Herren ziehen zwar den Hut vor den Damen, gegen einander aber berühren sie ihn bloß und rufen sich, oft drei Häuser weit, ihr »how d'ye do?« zu. Eine Engländerin, die sich über dies unaufhörliche Hutabziehen bei uns wunderte, meinte dazu: ihr würde es lieber sein, wenn die Herren im Freien in Gegenwart von Damen den Hut auf dem Kopf behielten, dagegen die Cigarre aus dem Munde nähmen.

Da wir aber einmal von England sprechen, so möchten wir dabei einen Gebrauch erwähnen, der einem Deutschen als sonderbar auffallen wird, den nämlich: daß die Damen dort häufig die Herren zuerst grüßen. Sollte der Herr dies für eine Unterstellung des weiblichen Geschlechts halten, so irrt er: unter Freunden grüßt, wie bei uns, der Herr zuerst, ist die Bekanntschaft aber nur eine oberflächliche, der Herr vielleicht der Dame erst kürzlich in einer Gesellschaft[229] vorgestellt worden, so gibt sie durch ihren Gruß ihm erst das Recht, sie zu grüßen, erkennt dadurch erst die Bekanntschaft an. Nach demselben Princip verhalten sich auch die englischen Dienstboten hinsichtlich des Grußes passiv, d.h. sie erwidern nur den Gruß der Herrschaft.

Bei uns grüßt der Herr zuerst die Dame, der Jüngere den Aelteren zuerst. Junge Leute haben deshalb sehr darauf zu achten, daß sie ihren älteren Bekannten gegenüber diese Höflichkeit nicht versäumen. Passiert ihnen dies einmal, vielleicht aus Kurzsichtigkeit, so haben sie sich deshalb zu entschuldigen.

Wir sollen aber nicht nur grüßen, sondern womöglich anmutig, elegant grüßen, und das ist nicht ganz leicht. Unsere jungen Damen sinken bei einer Vorstellung im Salon jetzt meist in die Knie, als ob sie mindestens den Papst vor sich hätten, und bei dem Gruß auf der Straße neigen sie den Kopf nur leicht, wie man sich das den nächsten Freunden gegenüber erlaubt. Die Mitte ist auch hier das Richtige. – Für den jungen Mann ist die Verbeugung fast noch wichtiger, als für die Dame, denn er führt die Unterhaltung im Salon häufig stehend und beantwortet gar manche Rede nur durch eine stumme Verneigung. Versteht er sich auf diese und weiß sie mit dem obligaten verbindlichen Lächeln zu begleiten, so kommt er damit auf dem Parkett des Gesellschaftssaales schon recht weit.

Die nächste Stufe der Begrüßung ist der Händedruck. Da haben wir schon die persönliche Berührung und damit einen weit höheren Grad von Herzlichkeit.

Ein Händedruck – wieviel kann darin schon liegen! Ein biederer deutscher Händedruck, ein warmer Händedruck, ein zärtlicher Händedruck, ein heimlicher Händedruck ... Still! wir wollen nicht indiskret sein. Jedenfalls aber ist er kein übler Gefühlsmesser, ja, er kann zuweilen sogar[230] ein Charaktermesser sein. Es gibt Menschen, die einem die Hand so lose und lau geben, daß man unabweislich den Eindruck der Energielosigkeit erhält: die Finger liegen in unserer Hand so passiv, daß man sie, wie etwas Totes, rasch wieder losläßt. Andere dagegen schütteln uns die Hand so kräftig, daß man unwillkürlich von ihrer physischen Kraft auf ihre psychische schließt; noch andere bekunden ein bestimmtes abruptes Wesen durch den kurzen Ruck, den sie der dargebotenen Hand geben »als ob sie einen Pumpenschwengel auf und nieder rissen«, sagt Dickens.

England ist bekanntlich das Land des Händeschüttelns par excellence, und von dort hat sich die Sitte auch mehr und mehr auf dem Kontinent ausgebreitet. Ob zum Vorteil der Gesellschaft, ist uns zweifelhaft. Der Unterschied des Grußes: ob durch Verbeugung, ob durch Händedruck, repräsentiert recht gut den Unterschied zwischen dem Bekannten und dem Freunde, und wir würden vorziehen, denselben beizubehalten, statt daß jetzt, wenigstens in manchen Kreisen, fast jeder jedem die Hand schüttelt. Wirklich lästig und fast lächerlich erscheint es zumal, daß nach einem Diner oder Souper alle Gäste nicht nur dem Wirte, sondern sich untereinander die Hand geben, indem sie sich eine gesegnete Mahlzeit wünschen. Das ist doch des Guten zu viel, ist ein Mißbrauch einer hübschen Form, die eigentlich nur für die Familie und die nächsten Freunde reserviert sein sollte.

Während der Gruß durch Verbeugung, oder die Tageszeit Wünschen bei uns dem gesellschaftlich Höherstehenden von dem Untergebenen dargebracht wird, so daß also der Herr die Dame, der Jüngere den Aelteren, der Diener den Gebieter zuerst grüßt – ist der Händedruck eine Gunst, welche umgekehrt von oben nach unten erwiesen wird. Der Unterthan verbeugt sich vor dem Fürsten; dieser aber, will er ihn ehren, auszeichnen, reicht ihm die Hand; so ist es[231] in der Gesellschaft auch. Die Dame, welche dem sich vor ihr verbeugenden Herrn eine nähere, freundschaftlichere Stellung zu ihr einräumen will, reicht ihm die Hand; die Matrone ehrt dadurch das junge Mädchen, der Minister den untergeordneten Beamten. Es ist deshalb ein Verstoß gegen die Sitte, wenn ein junger Mann einer Dame zuerst die Hand bietet, oder das jüngere Mädchen der älteren Frau.

Das Handküssen ist im Süden unseres Vaterlandes und im Osten Europas zu Hause, in Nord-und Mitteldeutschland aber wenig üblich. Und doch ist diese Form des Grußes die graziöseste, ritterlichste von allen. Die Fürstin reicht dem Vasallen ihre Hand zum Kusse; und wenn einer gewöhnlichen Sterblichen diese Huldigung von ihrem Vasallen, d.h. ihrem Verehrer dargebracht wird, so legt er ihr ebenfalls damit seine Ehrerbietung zu Füßen. In Militärkreisen ist diese Form noch am meisten gebräuchlich; von einer jungen Person einer älteren Dame gegenüber ist sie ein Zeichen besonderer Verehrung. Küßt ein junges Mädchen einer Dame die Hand, so wird diese die demütige Huldigung gewissermaßen zurückweisen und ihre junge Verehrerin auf eine höhere Stufe stellen, indem sie sie auf die Stirn oder den Mund küßt.

Dieser Mundkuß stellt die oberste Sprosse der Stufenleiter unserer Begrüßungsformen dar, den Gipfel der Empfindung.


»Sein Händedruck – und ach, sein Kuß!«


singt Gretchen, und bezeichnet mit diesem »ach!« die ganze Macht und Seligkeit dieses Gefühlsergusses. Und da es eben ein Gefühlserguß, ein lyrisches Moment ist, wagen wir nicht, in prosaischer Form darüber zu reden, sondern geben dem Dichter das Wort:
[232]

Ein Wunder, ein Geheimnis ist der Kuß;

Denn, wie des Morgenlandes Weise sagen,

Die Lippe küßt, wohin das Herz sich neigt:

Ehrfurcht die Hände, Sklavendienst das Kleid,

Die Freundschaft auf die Wangen; auf die Stirn

Küßt tröstend Mitgefühl; doch auf die Lippen

Drückt Liebe ihren Kuß, wildloderndes

Verlangen auf das müd' geschlossene Auge,

Und Sehnsucht haucht ihn seufzend in die Luft.

Noch mehr! Ein Kuß ist das, was ihr ihn schätzt:

Nichts wenn ihr scherzt, und wenn ihr's ernst meint alles;

Er kühlt und glüht, er fragt und er gibt Antwort,

Er heilt und er vergiftet, trennt und bindet;

Er kann versöhnen, wie entzweien, kann

Vor Wonne töten und kann Tote wecken.


So bezeichnet Halm in seinem Drama »Wildfeuer« den Kuß in ebenso wahrer als poetischer Weise. Und Hunderte und Tausende von Dichtern haben ihn besungen, ohne jemals dies »Wunder«, dies »Geheimnis« zu erschöpfen, das ohne Worte die heißesten und heiligsten Gefühle auszudrücken versteht.

Aber eben, weil der Kuß der Ausdruck der heißesten und heiligsten Gefühle ist, sollten wir sparsam damit sein. Die Sitte, welche in manchen Familien herrscht, daß alle Mitglieder beim Kommen und Gehen einander küssen, können wir nicht schön finden. Es bleibt ihnen ja kein anderes Zeichen für ihre herzlichen Empfindungen bei besonderen Gelegenheiten, Geburtstagen u. dgl. Daß sowohl Ehegatten wie Brautleute sich diese Liebkosung nie in Gegenwart dritter Personen erlauben sollten, haben wir schon früher erwähnt. –

Neben dem Gruß durch Verbeugung oder Berührung haben wir dann noch den mündlichen: das »guten Morgen«, »guten Tag«, »guten Abend«. Diese Formen, im allgemeinen[233] nur beim Kommen gebräuchlich, werden doch von Höherstehenden den Untergebenen gegenüber, oder beim Verlassen eines Kaufladens der sonst üblichen Abschiedsformel »adieu« vorgezogen. Und Zeit wäre es wohl, dieses letztere Wort, ein Ueberbleibsel unserer französischen Nachäffungssucht, ganz zu verbannen. Die einfache Uebersetzung: »mit Gott« wäre schon besser, als der meist in »atchö« verunstaltete französische Ausdruck; hübscher und herzlicher aber klingt das, »B'hüt Gott«, welches uns im Süden unseres Vaterlandes so angenehm berührt, und das sich deshalb wohl unschwer auch im übrigen Deutschland einbürgern würde. Damit wäre noch der Vorteil verbunden, daß auch in dem Gruß der Deutschen untereinander die Einheit eingeführt würde, welche wir ja nach allen Richtungen hin erstreben. Als ceremoniellere Form bleibt uns immer das, »Lebewohl«, oder »leben Sie wohl«, welches auch dem steifen »ich empfehle mich Ihnen« vorzuziehen wäre. Die Verunstaltung des letzteren in, »fehl' mich Ihnen« ist außerordentlich häßlich, wie diese halb gesprochenen Redensarten überhaupt stets den Eindruck mangelhafter Bildung machen.

Ist man aber einmal beim Aufräumen, so thäte man ein entschieden gutes Werk, wenn man die dem Gruße meist beigefügte Titulatur, wenigstens für die Frauen, beseitigte. Der alte Kotzebue mit seinem »Bau-, Berg- und Weginspektorssubstitut«, seiner »Oberfloß- und Fischmeisterin«, seiner, »Stadtaccisekassaschreiberin« ist immer noch nicht ganz über Bord geworfen. Es ist wahrhaft lächerlich, daß man, nach einer mehrjährigen Abwesenheit nach einem Ort zurückkehrend, vor allen Dingen die neuen Titel lernen muß, damit man ja die neue Regierungsrätin nicht mit »Frau Assessor«, und die zur Hauptmännin avancierte nicht mehr mit »Frau Lieutenant« anredet! Es ist dies eine[234] Erschwerung der gesellschaftlichen Formen, die uns, besonders wenn wir von Frankreich oder England kommen, wo auch der Mann sich mit dem einfachen »Monsieur« oder »Mister« begnügt, höchst peinlich auffällt.

Freilich ist unsere liebe Sprache in dieser Beziehung sehr ungefügig. Das französische »Madame« haben wir abgesetzt, »meine Frau« können wir als Anrede für eine Fremde nicht gebrauchen; so sind wir auf den Ausweg gekommen, statt des »mein« ein »gnädig« zu setzen, und reden jede Dame mit »gnädige Frau«, »gnädiges Fräulein« an. Das ist zwar immer noch etwas schwerfällig, aber doch ein entschiedener Fortschritt gegen die Titulaturen. Wir gönnen der Frau gewiß jeden Anteil an den Lebensgütern ihres Mannes, aber den Titel, der seinen Beruf bezeichnet, sollte sie ihm allein überlassen. Die Frau Geheimrätin sollte ihren Mann allein raten, die Frau Rittmeister den ihren allein reiten lassen, und auch die Frau Oberbürgermeisterin und Reichsgerichtspräsidentin sollten sich von der Leitung der betreffenden Geschäfte zurückziehen und zugeben, daß man diese Titel dahin verbannt, wohin sie gehören: in die Rumpelkammer veralteter Formen.

Aus dem Französischen haben wir den Gebrauch angenommen, das »Herr, Frau, Fräulein« auch der Bezeichnung der verwandtschaftlichen Verhältnisse beizufügen. Während man in England einfach frägt: »Wie befindet sich Ihre Gemahlin? Ihre Tochter?« sagt man bei uns: »Ihre Frau Gemahlin, Fräulein Tochter, Ihr Herr Gemahl, Herr Sohn.« Bei Freunden bedient man sich wohl der einfacheren Formen »Mann« und »Frau«, denen man meist das Prädikat »liebe« vorsetzt: »Grüßen Sie Ihren lieben Mann, Ihre liebe Frau.« Wir gestehen, daß wir dieses »liebe« nicht lieben: es erscheint uns als ein Mißbrauch des Wortes, das hier eben nur als Form dient.[235]

Haben wir gegen die Uebertragung der Berufstitel des Mannes auf die Gattin protestiert, so bleiben doch noch die den Rang bezeichnenden Titel, welche für die Frau wie für den Mann gelten. Man wird also die Gattin eines Barons mit »Frau Baronin«, die eines Grafen mit »Frau Gräfin« anreden; stehen sie uns sehr nahe, so sagt man »liebe Baronin« »liebe Gräfin«. Die unverheiratete Tochter eines Barons führt den Titel »Baronesse«, die eines Grafen »Komtesse«, zwei französische Bezeichnungen, für die wir noch keinen Ersatz geschaffen haben. Kaiser und Könige haben das Prädikat: »kaiserliche oder königliche Majestät«; die nächsten Mitglieder des Hauses: »kaiserliche oder königliche Hoheit«. Das letztere Prädikat gehört auch dem Großherzog, während der Herzog nur »Hoheit« ist. Fürsten und Prinzen werden mit »Durchlaucht«, regierende Grafen mit »Erlaucht« angeredet.

Allen fürstlichen Personen gegenüber bedient man sich bei der Anrede der dritten Person der Mehrzahl, also: »Königliche Hoheit wollen geruhen« »Durchlaucht haben befohlen.« Diese Mehrzahl wird auch bei anderen Titeln beibehalten, wie bei »Excellenz«, einem Prädikate, das mit hohen Aemtern verbunden ist, »Eminenz«, dem Titel der Kardinäle »Bischöfliche Gnaden«, dem eines Bischofs und, »Ew. Heiligkeit«, dem des Papstes. Der Rektor einer Universität führt den Titel »Magnificenz«.

Wir sehen, wir sind noch weit von der praktischen Einfachheit der Franzosen entfernt, bei denen das Monsieur und Madame bis in die höchsten Kreise, ja bis zur königlichen Familie hinauf genügt. Möchten wir darin ihnen nacheifern!


Quelle:
Calm, Marie: Die Sitten der guten Gesellschaft. Stuttgart 1886, S. 227-236.
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