Moschatelle

[107] Moschatelle, Adoxa moschatellina, L. [Flor. dan. tab. 94.] ein mit acht Staubfäden und vier Staubwegen versehnes, etwa fünf Zoll hohes, blos bis in den Mai dauerndes Kraut mit perennirender Wurzel auf lockerm, sandigem Boden in schattigen Hecken und an Bachquellen, welches im März und Aprill grünliche, bei feuchter Witterung nach Biesam riechende Blumen und im Mai saure Beeren trägt.

Die knollige, zolldicke, und zolllange, durchscheinend weiße, mit Schuppen besetzte Wurzel (Rad. Moschatellae, Moschatellinae) ist oft hohl und saftig, aber geruchlos und von geringem etwas süßlichtem Geschmacke. Ihr ehemaliger seltner Gebrauch als eines äußerlichen auflösenden und traumatischen Mittels ist unbedeutend.


Quelle:
Samuel Hahnemann: Apothekerlexikon. 2. Abt., 1. Teil, Leipzig 1798, S. 107.
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