[429] Verschiedne Quecksilbermittel.

Verstandes-Schwäche [Swedjaur7, traité des malad. vénér. Tom. II. S. 368.]

Selbsttäuschung; er hält sich für gesund [Jac, Hill8 in Edinb. Essays IV.]

Verrücktheit [Larrey9 in Description de l'Egypte, T. 1. Memoires et obs.]

Klage: sie sei von Verstande und wisse nicht, was sie thue [Degner10 in Acta Nat. Cur. VI, obs. 600.]

5. Grosser Gedächtniss-Mangel; er hatte oft den ersten Theil eines Satzes vergessen, wenn er den letzten Theil desselben vorbringen wollte [Hufeland's11 Journal d. pr. A. X. 1. S. 62.]

Kopfweh in den Schläfen [Degner, a.a.O.]

Anfälle von unbändigem Kopfschmerz, welcher äusseres Zusammendrücken des Kopfs zur Linderung verlangt [Pet. Schenk12, VII, obs. 213.]

Geschwulst des Kopfs, der Halsdrüsen, des Zahnfleisches [Schlegel, in Hufel. Journ. VII, 4.]

Starke Kopf- und Hals-Geschwulst [Degner, a.a.O.]

10. Die Haare fallen aus [Heuermann13, Bemerk. und Untersuch. II. S. 29, 30.]

Veränderte Gesichtszüge [Swedjaur14, a.a.O.]

Das Gesicht wird bleifarbig [Swedjaur, a.a.O.]

Geschwulst des Gesichts, des Halses und aller innern Theile des Mundes [Swedjaur, a.a.O.][429]

Ueberempfindlichkeit des Gehörorgans; er fährt durch das geringste Geräusch zusammen [Fourcroy15, in der Uebersetzung von Ramazzini Maladies des artisans, S. 42.]

15. Nasenbluten [Pet. Schenk, a.a.O.]

Heftiges Nasenbluten [Heuermann, a.a.O.]

Beinfrass am Oberkiefer [Michaelis in Hufel. Journ. XXVIII, 4. S. 57.]

Krampfhafte Bewegung der Lippen [Louvrier16, in Annalen der Heilkunde, 1810, December, S. 1123, 1126.]

Die Sennen der Kinbackenmuskeln werden angegriffen und machen ihrer Wundheit wegen die Oeffnung des Mundes schmerzhaft [Heuermann, a.a.O.]

20. Das Zahnfleisch ist geschwollen und blutet bei der geringsten Berührung [Heuermann, a.a.O.]

Geschwulst des Zahnfleisches und Rachens [Misc. Nat. Cur.17 Dec. III. ann. 5, 6.]

In den Nerven der Zähne, ein heftig brennender Schmerz [Heuermann, a.a.O.]

Die Zähne treten in die Höhe, werden locker und los und fallen aus [Heuermann, a.a.O.]

Wackelnde Zähne [Degner, a.a.O.]

25. Die Zähne werden schwarz, wackeln und fallen endlich aus [Swedjaur, a.a.O.]

Zittern der Zunge und Stammeln hievon, was nicht durch Elektrisität zu heben war [Fourcroy, a.a.O.]

Geschwulst der Zunge [Schlegel, a.a.O.]

Starre, geschwollene Zunge [Degner, a.a.O.]

Geschwulst der Zunge, dass sie kaum im Munde Platz hat [Engel, Specimina med. Berol. 1781, S. 99.]

30. Geschwollene, höchst empfindliche, eine Hand breit aus dem Munde hervorragende und zwischen den Zähnen gleichsam eingeklemmte Zunge [Friese18,[430] in Geschichte und Versuche einer chirurg. Gesellschaft. Kopenh. 1774.]

Zunge weiss belegt, dick, fast unbeweglich, an den Rändern geschwürig angefressen [Heuermann, a.a.O.]

Schwämmchen auf der Zunge [Thom. Acrey19 in Lond. med. Journ. 1788.]

Schwämmchen im Munde [Schlegel, a.a.O.]

Viele fressende Geschwüre im Munde [Fourcroy, a.a.O.]

35. Sehr schmerzhafte, um sich fressende Geschwüre im Munde [Fourcroy, a.a.O.]

Die Geschwüre des innern Mundes bluten, besonders zur Nachtzeit [Heuermann, a.a.O.]

Gestank des Mundes [Degner, a.a.O.]

Aashafter Gestank des Mundes [Schlegel, a.a.O.]

Grosser Gestank des Mundes [Jac. Hill, a.a.O. – Fourcroy, a.a.O.]

40. Oft gehen die Gaumenknochen, oder die Kieferknochen verloren [Swedjaur, a.a.O.]

Anfangender Speichelfluss [Oettinger20, Diss. Cinnabris exul. redux. Tübing. 1760. S. 22.]

Sogleich heftigster Speichelfluss [Jac. Hill, a.a.O.]

Speichelfluss [Wedel21, Amoenit. Mat. med. S. 153.]

Starker Speichelfluss [Schlegel, a.a.O.]

45. Blutiger Speichelfluss [Degner, a.a.O.]

Verblutungen mit dem Speichelflusse [Heuermann, a.a.O.]

Die Oeffnungen der Speichelgänge der Parotis sind angefressen [Heuermann, a.a.O.]

Der unerträglich stinkende Speichel, frisst die Lippen und Backen an, zerfrisst sie auch wohl [Heuermann, a.a.O.]

Eustach's Röhre im Schlunde oft durch Geschwulst zusammengedrückt und davon Taubheit [Heuermann, a.a.O.][431]

50. Rachen entzündet, dass sie fast nicht schlingen kann [Degner, a.a.O.]

Brennender Schmerz im Rachen, wie von glühenden Kohlen [Degner, a.a.O.]

Zittern des Schlundes und der Speiseröhre; er schluckte bloss krampfhaft, oft mit Gefahr zu ersticken [Fourcroy, a.a.O.]

Mangel an Appetit [Huber22, in Nov. Acta Nat. Cur. III. obs. 100.]

Brecherlichkeit [Misc. Nat. Cur. a.a.O.]

55. Erbrechen mit konvulsivischen Bewegungen [Hoffmann in Baldinger's Magaz. S. 963.]

Aengstlichkeit um die Herzgrube [Misc. Nat. Cur. a.a.O.]

Grosse Aufspannung des Unterleibes [Riverius23, Obs. med. S. 92.]

Ungeheures Bauchkneipen [Jac. Hill, a.a.O.]

Unerträglich stechendes Bauchweh [Misc. Nat. Cur. a.a.O.]

60. Leberkrankheiten [Larrey, a.a.O.]

Vollkommne Gelbsucht. [J. Cheyne, in Dublin hospital reports and communications in med. and Surgery. Dublin, 1816. Vol. I.]

Gefährliche Durchfälle [Heuermann, a.a.O.]

Grüne Stühle [Michaelis, in Hufel. Journ. VI. S. 22, 24.]

Stuhlgänge gehen mit Brennen und Beissen im After ab [Felix Plater, Obs. I.]

65. Oeftere Stuhlgänge vom Geruche des Mund-Gestanks [Degner, a.a.O.]

Beständiger Stuhlzwang mit sehr häufigem Blutabgange durch den Stuhl [Mis. Nat. Cur. a.a.O.]

Der Harn geht bloss tröpfelnd ab, mit Brennen [Fel. Plater24, Obs. 1. Basil. 1614.]

Beim Harnen, brennende Schärfe [Plater, a.a.O.]

Ungeheurer Harnfluss (diabetes), mit höchster Abmagerung [Schlichting, in Act. Nat. Cur. VIII.][432]

70. Entzündung der Harnröhröffnung [Hufel. Journ.25 XXVI, 4.]

Harnröhrtripper [Hufel. Journ. a.a.O.]

Anhaltende Heiserkeit [Fourcroy, a.a.O.]

Husten [Jac. Hill, a.a.O.]

Blutspeien [Swedjaur, a.a.O.]

75. Heftiges Blutspeien [A. Gottl. Richter26, chirurg Bibl. VI. S. 277.]

Heftige Beklemmung in der Brust und um das Herz [Heuermann, a.a.O.]

Grosse, in Anfällen wiederkehrende Engbrüstigkeit; er konnte vor Erstickungs-Furcht weder gehen, noch sich bücken [Fourcroy, a.a.O.]

Erstickung [Riverius, a.a.O.]

Zittern [Swedjaur, a.a.O.]

80. Heftigstes Zittern zuerst- der Hände, dann des ganzen Körpers [Fourcroy, a.a.O.]

Anfälle von krampfhafter Zusammenziehung der Arme und Schenkel [Riverius, a.a.O.]

Oertlicher oder allgemeiner Starrkrampf [ Swedjaur, a.a.O.]

Erst flüchtige, nachgehends fixe, höchst durchdringende Schmerzen in den Lenden und Knieen, dann auch in den übrigen Gliedmassen [Huber, a.a.O.]

Die gewaltigsten Schmerzen in den Muskeln, den Flechsen oder Gelenken, den rheumatischen oder arthritischen Schmerzen gleich [Swedjaur, a.a.O.]

85. Leichtzerbrechlichkeit der Knochen, nach vorgängigen rheumatischen Schmerzen [Fourcroy, a.a.O.]

Fressende Geschwüre [Swedjaur, a.a.O.]

Schwammige, blaulichte Geschwüre, welche leicht bluten [Swedjaur, a.a.O.]

Geschwüre, bei der geringsten Berührung äusserst schmerzhaft, welche eine scharfe, fressende Jauche von sich geben, schnell um sich greifen und ungleiche Erhabenheiten und Höhlungen bilden, wie von Insekten angefressen, mit ungleichem, schnellem Pulse; der Kranke verliert den Schlaf, hat[433] keine Ruhe, zerfliesst Nachts in Schweiss; das Geringste reitzt ihn und macht ihn ungeduldig [Swedjaur, a.a.O.]

Ausschlag auf der Haut wie Friesel, der den Masern etwas ähnelt, mit Brennen und Jücken begleitet [Bell27, über bösart. Tripper und vener. Krankh. Leipzig 1794, II. S. 236.]

90. Die Haut überall, besonders auf der Brust, den Oberschenkeln und dem untern Theile des Rückens mit Ausschlag wie Friesel überzogen [Engel, a.a.O.]

Flecke über den ganzen Körper vom Ansehen der skorbutischen, und zwischen ihnen krätzartiger Ausschlag, Flechten und Blutschwären [Huber, a.a.O.]

Die Oberhaut schält sich, besonders an den Händen und Füssen, ab [Heuermann, a.a.O.]

Rothlauf [Clare28]

Verdickung der Beinhaut [J. Hunter, Abh. über d. vener. Krankh. S. 632.]

95. Knochen-Geschwülste [Louvrier, a.a.O.]

Beinfrass und Abscesse in den Gelenken [Bethke, Schlagfluss, S. 406.]

Höchste Abmagerung [Fourcroy, a.a.O.]

Austrocknung des ganzen Körpers [Richter, a.a.O. – und Louis bei Pibrac in Memoires de l'acad. royale de Chirurgie T. IV.]

Allgemeine Magerkeit und Erschöpfung der Kräfte [Swedjaur, a.a.O.]

100. Höchste Empfindlichkeit gegen Elektrisisät [Hunter, a.a.O.]

Allgemeine Unbeweglichkeit; eine Art kataleptischer Zustand [Swedjaur, a.a.O.]

Lähmungen verschiedner Glieder [Swedjaur, a.a.O.]

Schlagfluss [Swedjaur, a.a.O.]

Ohnmachten [Swedjaur29, a.a.O.]

105. Innere wiederholte Ohnmachten [Miscell. Nat. Cur. a.a.O.][434]

Mangel an Kräften [Huber, a.a.O.]

Fortwährende Schlaflosigkeit [Degner, a.a.O.]

Erst schneller, aussetzender, starker Puls, dann zitternder schwacher Puls [Jac. Hill, a.a.O.]

Fieber; allgemeine Reitzbarkeit des Nervensystems [Swedjaur, a.a.O.]

110. Fieber, mit sehr schmerzhaften Lokal-Entzündungen, die sich in Brand endigen [Swedjaur, a.a.O.]

Schleichende Fieber [Swedjaur, a.a.O.]

Schleichendes Fieber mit merklicher Abzehrung des Körpers30 [Richter, a.a.O.]

Hektisches Fieber [Richter, a.a.O. I, 1. S. 40.]

Hitzige, faulige Fieber [Heuermann, a.a.O.]

115. Abmattende Schweisse [Wedel, a.a.O.]

Sehr beklemmtes Athemholen, grosser Abscheu vor flüssigen Dingen, dann eine Art Wuth, in welcher er alles zerrissen hatte, dessen er sich bemächtigen konnte31 [Anmerk. des französischen Uebersetzers von Cullen's first lines.]

Fußnoten

1 John Bell beklagt sich, dass es ihm nie gelungen sei, die venerische Schankerkrankheit bloss durch Einreiben der Quecksilbersalbe zu heilen, ohne genöthigt zu seyn, den Schanker durch Hülfe äusserer Mittel zu zerstören, (da man doch beim innern Gebrauche eines von aller Verbindung mit einer Säure freien Quecksilber-Präparats, wie schon meist der mercurius solubilis (Hydrargyrum oxydulatum nigrum) war, die ganze Krankheit samt dem Schanker heilt, ohne das mindeste äussere Mittel für letztern nöthig zu haben).

2 Nach der Reibung des Granes Quecksilber mit den ersten 100 Granen Milchzucker bleibt auf dem auch noch so fein matt geriebenen Boden der porcelänenen Reibeschale, trotz allem, sorgfältigem Aufscharren, doch noch eine ziemliche Schwärze zurück, welche aber von den zweiten 100 Granen Milchzucker beim Reiben mit einem Grane der ersten Verreibung binnen der zweiten Stunde fast gänzlich aufgenommen und von der dritten Reibung vollends vernichtet wird.

3 Dieser Zustand dauerte drei Tage und ward durch Bilsen fast gänzlich gehoben, so dass sie den vierten Tag alles sprechen konnte, auch mit gehöriger Stimme, nur noch etwas schwerfällig.

4 Vielleicht Heil-Erfolg nach vorgängigem, entgegengesetzten Zustande.

5 C. Fr. Schwarze. Beob. und Erfahr. i. d. Med. Dresden, 1827. S. 322.

6 Die Wirkung dauerte neun Tage.

7 Von Quecksilberrauch.

8 Vom Rauche eines Quentchens Zinnober.

9 Vom innern Gebrauche verschiedner Quecksilbermittel in Egypten.

10 Von äusserer Auflegung des Sublimats in Pflaster.

11 Vom Gebrauche des Quecksilberoxyds, – dabei Gurgelwasser von Nussschalen.

12 Von Zinnoberrauch.

13 Von verschiednen Quecksilbermitteln, besonders Calomel.

14 Vom innern Gebrauche der Quecksilber-Oxyde und Salze.

15 Vom Rauche des Quecksilbers.

16 Vom Einreiben der Quecksilbersalbe.

17 Von Einreibung der Quecksilbersalbe.

18 Vom Einreiben vieler Quecksilbersalbe.

19 Innerlich Calomel, äusserlich Einreibung der Quecksilbersalbe.

20 Vom künstlichen Zinnober innerlich gebraucht.

21 Vom innern Gebrauche des Bergzinnobers.

22 Bei mehrwöchentlichem, innern Gebrauche der Sublimatauflösung.

23 Vom Einreiben der Quecksilbersalbe.

24 Von rohem Quecksilber mit Süssholzpulver gerieben.

25 Vom innern Gebrauche des Sublimats.

26 Von Sublimat innerlich.

27 Von Einreibung der Quecksilbersalbe.

28 Bei äusserer Anwendung der Quecksilbersalbe.

29 Vom Quecksilberdunste.

30 Durch Selterwasser und Milch gehoben.

31 Neun Tage nach Einreibung der Quecksilbersalbe gegen vermeintliche Lustseuche bei einem Jünglinge.


Quelle:
Samuel Hahnemann: Reine Arzneimittellehre. Bd. 1, Dresden, Leipzig 31830, S. 429-435.
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