Der Buchstabe Tha.

[281] Weh, dass ohne Rettung

Mich der Schmerz verzehrt!


Weh, dass ohne Ende

Meine Trennung währt!


Glaube, Herz und Seele

Nahm sie hin als Zoll,


Weh, die Schaar der Schönen,

Grauser Unbill voll!


Seelen will sie haben,

Reicht sie Küsse dar;


Weh, der Herzensräuber

Mitleidlose Schaar!


Diese Ketzerseelen

Tranken all' mein Blut;


Weh, o Glaubensbrüder!

Dämpft denn nichts die Wuth?


Tag des Wiedersehens,

Sei der Armen Hort!


Weh, die Nacht der Trennung

Dehnt sich endlos fort!


Immerdar ersinnet

Einen ander'n Schmerz


Weh, der Zechgeselle

Ohne Seel' und Herz!


Wie Hafis entselbstet,

Hab' ich Tag und Nacht,


Weh, in Brand und Thränen

Leidend zugebracht!

Quelle:
Diwan des großen lyrischen Dichters Hafis. 3 Bände, Wien 1858, Band 1, S. 279-281.
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