5.

[44] Unter Blumen spielen

Gern die kleinen Kinder,

Blumen sind süß und schön.

Wie den Sonnenkindlein,

Wie den bunten Blumen,

Soll den Kindern das Herzchen stehn.


Denn die Blumen heben

Gern die Liebesäuglein[44]

Liebend zum Lichte auf;

Wann die Sonne sinket,

Sinken sie in Schlummer,

Stehn zugleich mit der Sonne auf.


Wißt ihr, kleine Kinder,

Droben hoch auf Sternen

Blühen viel tausendmal

Tausend bunte Blumen,

Und die Englein winden

Kränze daraus im Himmelssaal.


Wann die Kinder schlafen,

Hängen sie die Kränze

Ihnen am Bettchen auf,

Und in goldnen Träumen

Tut der ganze Himmel

Sich mit Sternen und Blumen auf.

Quelle:
Ernst Moritz Arndt: Werke. Teil 1: Gedichte, Berlin u.a. 1912, S. 44-45.
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