Auf der Erde ist es schwül

[239] Auf der Erde ist es schwül,

In den Wassern ist es kühl,

Sonne, Mond und alle Sterne

Stürzen sich hinein so gerne,

Denn im Wasser wird's so klar,

Wie's auf Erden traurig war.


Ruhig schlaft ihr bei uns ein

In der Wasser grünem Schein,

Höret keine Kinder schrein,

Fühlet keine Liebespein,

Liebet ohne Eifersucht,

Findet alles, was ihr sucht.
[239]

Was verloren in dem Meer,

Stehet da im Haus umher,

Alter Zeiten Schätz und Kunst

Brauchet ihr durch unsre Gunst,

Jeder Sturm bringt neue Gäst'

Zu dem ew'gen Freudenfest.


Wenn wir tanzen in dem Kreis,

Wirbelt sich die Welle weiß,

Wenn wir unten lustig sind,

Stürmet über uns der Wind,

Stürmt in unsrer Haare Glanz,

Und das kühlet in dem Tanz.


Quelle:
Achim von Arnim: Sämtliche Werke. Band 22: Gedichte, Teil 1, Bern 1970, S. 239-240.
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