4. Beschluß

[381] Herders Volkslieder. I.T.S. 118.


Es wollt das Mädchen früh aufstehn

Und in den grünen Wald spazieren gehn.


Und als sie nun in den grünen Wald kam,

da fand sie einen verwundeten Knabn.


Der Knab der war von Blut so roth,

Und als sie sich verwand, war er schon todt.


[382] »Wo krieg ich nun zwey Leidfräulein,

Die mein fein Knaben zu Grabe weinn?


Wo krieg ich nun sechs Reuterknabn,

Die mein fein Knaben zu Grabe tragn?


Wie lang soll ich denn trauren gehn?

Bis alle Wasser zusammen gehn,


Ja alle Wasser gehn nicht zusammn,

So wird mein Trauren kein Ende han.«


Quelle:
Achim von Arnim und Clemens Brentano: Des Knaben Wunderhorn. Band 1, Stuttgart u.a. 1979, S. 381-382.
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Ludwig Achim von Arnim
EAN 9783843000345, 488 Seiten

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