Trutz den Meistern

[388] Fliegendes Blat.


Drum ihr Gesellen halt euch gut,

Zu Hamburg das junge Blut,

Thut die Meister scheren;

Rommodedom und Faldrida,

Thut die Meister scheren.


Sagt in vierzehn Tagen auf,

Reiset fort mit schnellem Lauf,

Thut die Welt durchreisen; Romod. usw.


So ihr an Ort und Stelle werd kommen,

Sagt die Meister habn genommen

Geld aus unserer Lade; Romod. usw.


Den Gesellen, die davon sprechen,

Wollen wir den Hals zerbrechen,

Ja sie sollen schweigen; Romod. usw.[388]


Gesellen gingen nach Altona hinaus,

Lebten da in Saus und Schmauß,

Auf des Meisters Gelder: Bomod. usw.


Als sie ein Vierzehn Tage gelegen,

Wollten sie das Geld erlegen,

Wolten sie es wohl ändern: Romod. usw.


Gesellen thäten sich resolviren,

Nach der Herberg zu spaziren,

Thäten da brav saufen: Romod. usw.


Thüren wurden zugemacht,

Trommel geschlagen, daß es kracht,

Bürger schlugen Lärmen: Romod. usw.


Vor die Herberg kamen an

Mehr als dreißig tausend Mann,

Bürger und Soldaten: Romod. usw.


Tischler gaben sich gefangen,

Kamen den Herren entgegen gegangen,

Fragten was sie wollen: Romod. usw.


Wir verlangen nicht mehr als Recht,

Oder es wird Hamburg schlecht,

Dieses Jahr ergehen: Romod. usw.


Schornsteinfeger fuhren fort:

Tischler saget nur ein Wort,

Sollen wir drein werfen: Romod. usw.[389]


Tischler kamen aus Arest,

Liessen sich aufs allerbest

Die Trompeten blasen: Romod. usw.


Andre Handwerker allzumal

Riefen Vivat überall,

Es leben unsre Brüder: Romod. usw.


Nun Adjeu mein Lied ist aus,

Meister müssen gehn nach Haus,

All ihr Gut verkaufen: Romod. usw.


Wer hat uns dies Lied erdacht,

Das haben brave Burschen gemacht,

Die die Welt durchreisen,

Rommodedom und Faldrida,

Die die Welt durchreisen.


Quelle:
Achim von Arnim und Clemens Brentano: Des Knaben Wunderhorn. Band 2, Stuttgart u.a. 1979, S. 388-390.
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