[10] Da eine dritte Auflage unseres kleinen Werkchens nothwendig geworden, hat es die Verfasserin für gut gehalten, noch einige Sätze hinzuzufügen, welche, wie sie hofft, zur Vervollständigung des Ganzen beitragen, ohne dessen Zusammenhang zu beeinträchtigen. Mit größerem Nachdruck und ausführlicher als früher, haben wir besonders auf die Mängel des weiblichen Unterrichtswesens hingedeutet, weil dies eine Frage ist, welche jeder gebildeten Frau, je weiter sie in ihrer eignen Entwickelung fortschreitet, um so mehr zur Herzenssache wird. Wohl fühlen wir vollkommen, daß wir diesen wichtigen Gegenstand nicht erschöpfend genug behandelt haben, was weder der Raum dieser Blätter, noch unsere eigene schwache Kraft gestattet haben würde. Es gilt uns auch hierin hauptsächlich nur darum, eine Anregung zum Besseren zu geben. Wie früher müssen wir auf die Nachsicht unserer Leser [11] und Leserinnen bauen und sie abermals ersuchen, mehr die Gesinnung der Schreiberin und das tiefgefühlte Bedürfniß eines besseren, weiblichen Unterrichts, welches sie vermochte, sich darüber auszusprechen, zu berücksichtigen, als mit ihrer pädagogischen Fähigkeit rechten zu wollen.
Auch der Abschnitt über »die Erziehung der weiblichen Dienstboten« ist aus der Erkenntniß von einem gleich wichtigen und ernsten Bedürfnisse entsprungen, auf dessen allgemeine Anerkennung gewiß auch bald die That folgen wird.
So möge das Neue mit gleicher Freundlichkeit, wie das schon Bekannte, aufgenommen werden, Manche erfreuen, manches Gute anregen und Niemand verletzen.
Darmstadt, März 1860.
L. B.