159. Teufelsmühle.

[146] Einst erhielt der Teufel von Gott die Erlaubniß, auf dem wasserlosen Gipfel des Steinbergs eine Sägmühle zu bauen und so lange darin jeden Tag einen Menschen zu zersägen, als er täglich aus dem Thale drei Säcke Wasser, zum Treiben des Mühlrads, glücklich hinaufbrächte. Nachdem der Bau fertig, füllte der Böse am Krummwiesenbrunnen einen ledernen Sack mit Wasser und trug ihn zur Mühle. Ebenso machte er es nochmals; aber beim dritten Hinaufgehen sprang ihm ein Hase über den Weg und erschreckte ihn so, daß er stolperte und hinfiel. Da zerplatzte der Sack, das Wasser lief aus, und der Teufel mußte das Menschenzerschneiden aufgeben. Dafür zersägte er nun im Zorne Felsenstücke, deren manche noch auf dem Gipfel liegen, und eines mit einem tiefen Einschnitt Teufelsblock genannt wird. Von der Mühle, die dem Berg auch den Namen Teufelsmühle verschafft hat, ist jetzt nichts mehr zu sehen, wohl aber der hufeisenförmige Platz, worauf sie gestanden, welcher Teufels-Roßeisen heißt. Ferner sieht man an den Abhängen die Teufelskammern (sieben Höhlen), den Teufelskeller (ein Loch, worin der Böse seine Nahrungsmittel aufbewahrte) und das Teufels bett (ein Felsen, von einem andern überdacht, auf welchem der Teufel zu liegen pflegte und dadurch seine Gestalt darin abdrückte).

Quelle:
Bernhard Baader: Volkssagen aus dem Lande Baden und den angrenzenden Gegenden. Band 1, Karlsruhe 1851, S. 146.
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