55. Hünengräber bei Mollenstorf.

[37] Bei Mollenstorf, an der Landstraße zwischen Waren und Penzlin, liegen drei mächtige Hünengräber, in denen, wie man sagt, große Schätze verborgen sind, die in früheren Zeiten von Räubern dort aufgehäuft wurden. Ein unterirdischer Gang soll diese Räuberhöhlen mit einander verbinden.

In dieser Gegend ist es nicht recht geheuer. Einst fuhr an einem Frühjahrsabende ein Fuhrmann die Straße. Wie das Fuhrwerk an den Hünengräbern vorbeikommt, fällt plötzlich das eine Vorderrad ab. Der Fuhrmann steigt ab, findet aber zu seinem Erstaunen, daß die Mutter fest auf der Achse sitzt. Er bringt den Wagen wieder in Ordnung, aber nach kurzer Zeit geht dasselbe Rad ab und noch ein drittes Mal. Wie der Mann eben den Wagen wieder in Ordnung gebracht hat, sieht er nicht weit von sich ein Licht und im Scheine desselben ein kleines graues Männchen, das mit heiserer Stimme höhnisch über ihn lacht.


A.F.C. Krohn aus Penzlin bei Niederh. 1, 227 ff.

Quelle:
Karl Bartsch: Sagen, Märchen und Gebräuche aus Meklenburg 1–2. Band 1, Wien 1879/80, S. 37-38.
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