64. Unterirdische wollen ein Kind stehlen.

[45] In Lanken bei Parchim lag mal eine Bäuerin Nachts mit ihrem kleinen Kinde, das noch nicht getauft war, im Bett. Da der Mond schien, löschte sie das Licht aus. Da sah sie mit einemmal, wie neben dem Glockengehäuse an der Thür eine ganz kleine Frau stand. Sie kam ans Bett und faßte den Jungen und wollte ihn ihr wegnehmen. Die Bäuerin hielt so fest sie konnte, aber die kleine Person zog beinahe stärker als sie. Da rief die Bäuerin ihren Mann, und als der Licht gemacht hatte, war die kleine Frau verschwunden.


Gymnasiast Behm, mündlich aus Parchim.

Quelle:
Karl Bartsch: Sagen, Märchen und Gebräuche aus Meklenburg 1–2. Band 1, Wien 1879/80, S. 45-46.
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