11.

[5] Am St. Nikolaustag geben in der Fleischwanger Gegend die Taufpathen den Kindern allerlei Geschenke: den kleinern Eßwaaren, Spielzeug, Zuckerwerk. Die größern bekommen Tuch zu Kleidern, Nastücher etc. Dafür vergelten am Neujahr die Eltern den Taufpathen wieder Alles reichlich, oft mit zehn Pfund Zucker, je nach Vermögen.

In der Gegend von Gmünd geben die Taufpathen den Kindern als Nikolausgeschenk allerlei Eßwaaren: Aepfel, Nüsse, Zwetschgen, weißes Brod etc. Dafür bekommen dann die Taufpathen von den Eltern je nach der Nikolausgabe einen größern oder kleinern Ring. Das Schenken dauert, so lange die Kinder in die Werktagsschule gehen.

In der Gegend von Leutkirch und Ravensburg geben die Taufpathen zum lezten Nikolausgeschenk jedem Kind einen silbernen Löffel; in der leztern Gegend erhalten die Mädchen[5] jedesmal etwas an ihrer Aussteuer, so daß sie bis zum vierzehnten Jahre oftmals schon über die Hälfte ihrer Aussteuer haben.

Quelle:
Birlinger, Anton: Sitten und Gebräuche. Freiburg im Breisgau 1862, S. 5-6.
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