279. Der Hahnentanz in Ennabeuren.

[286] War zu Ennabeuren das Eierlesen zu Ende und die Tüchlein vertheilt, so fing der Hahnentanz an. Ein Wiesenplatz wurde durch ein Seil abgegrenzt und Pfähle eingetriben. Ein Fähnlein bekamen die Paare, die herumliefen oder tanzten. Jeder bekam es der Reihe nach. In einiger Ferne in einem teichartigen Orte, von wo aus man den Tanz nicht sehen konnte, stand Einer und schoß eine Pistol ab. Wer gerade mit dem Fähnlein an einem bezeichneten besondern Pfahle vorbeiging, der hatte gewonnen. Der Preis waren Halstücher und Westenzeuge. So viele Tücher da waren, so viel waren es auch Preise. Nachher Festtag im Wirtshaus.

Quelle:
Birlinger, Anton: Sitten und Gebräuche. Freiburg im Breisgau 1862, S. 286-287.
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