342. Hochzeitsitte in Lonthal.

[397] Der Anzug der Braut, ihr Kopfputz von hänfenen und rotseidenen Zopfgeflechten mit goldenen Borten und Krone, der Brautführer mit bloßem, mit blauen und roten seidenen fliegenden Bändern gezierten Säbel, die Versammlung der »gröbsten Freunde« (die nahesten, vertrautesten) im Brauthause, das Abholen des Pfarrers, die Reden, die Tänze im Freien, in der Scheune, im Gasthause, der Ehrentanz des Brautpaares unter Gesang, das Darbringen von Wasser, der Gegenempfang eines Schlucks Bier, das reiche Mal,[397] der trockene Tisch 4 fl., unterbrochen von Tanz nach jeder Richte, das Abnehmen des Brautkranzes, und das Gebiet des Schulmeisters im Gasthause etc. All dieses kennzeichnet die Lonthaler Hochzeiten168.

168

Ulmer O.A. Beschr. S. 34.

Quelle:
Birlinger, Anton: Sitten und Gebräuche. Freiburg im Breisgau 1862, S. 397-398.
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