365. Jahrtagsbräuche.

[418] Marchtal. Chronik S. 16.


Ein Pfalzgraf Rudolph (c. 1209-1212) gab dem Stifte Marchtal zwölf Mark Silber und vermachte demselben für den Fall seines Todes noch fünf weitere. Dafür sollte bei seiner Lebenszeit jährlich den 3. November ein Amt für Sünder[418] gesungen, seiner dabei gedacht, nach seinem Tode aber eine Vigil, Commendation sammt Seelenamt gehalten werden. Jedem Mitgliede des Frauen- und Mannsklosters vermachte er auf disen Tag ein Waizenbrod, einen Becher Wein und vier Eier, je Zweien eine Schüssel mit Fischen; je Vieren einen ganzen Käs. Auch sollen am nämlichen Tage von diser Stiftung sieben Arme gespießen werden.

Quelle:
Birlinger, Anton: Sitten und Gebräuche. Freiburg im Breisgau 1862, S. 418-419.
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