36. Der Herrgott als Pathe.

[87] Es war einmal ein armer, armer Mann, dem wurde ein Knabe geboren. Da nun die Zeit kam, daß das Kind sollte getauft werden, ging der Vater aus, einen Pathen zu suchen, der es über die Taufe hielte; weil aber der[87] Mann so ganz arm war und keinen Schmaus geben konnte, so wollte ihm niemand zu Willen sein. Darüber wurde der arme Mann ganz traurig und kam in große Sorge, wie er es anstellen sollte, daß sein Kind die Taufe erhielte. Einst, da er auch in derselben Sache war über Feld gewesen und wieder ohne etwas ausgerichtet zu haben den Heimweg ging, begegnete ihm ein alter Mann, der einen grauen Kittel trug; derselbe, als er den Armen so traurig sah, redete er ihn an und fragte, was ihm denn fehlte, daß er so in Sorgen seines Weges ginge? »Ach Gott«, sprach der Arme, »mir ist ein Sohn geboren und die Zeit ist da, daß er muß getauft werden, aber niemand will des Kindes Pathe sein; da bin ich nun in großer Verlegenheit.« »Sei nur wieder guten Muthes«, sprach der graue Mann, »so es dir recht ist, will ich dein Kind wohl aus der Taufe heben.« Das nahm der arme Mann mit Freuden an. Zur bestimmten Stunde stellte sich auch der Pathe ein, und als die Taufe nun zu Ende war, nahm er von dem Armen Abschied und sprach: »Nun trage Sorge, daß der Knabe gut erzogen wird; wenn er vierzehn Jahre alt ist, so will ich wiederkommen und bringen ihm sein Pathengeschenk.« Damit ging er fort. Es war aber unser Herrgott selber gewesen, der dem armen Vater aus seiner Verlegenheit geholfen hatte.

Der Knabe wuchs nun heran und wurde so klug und lernbegierig, daß sich ein jeder darüber verwunderte.

Er wurde vierzehn Jahre alt, und sein Vater hatte schon gar nicht mehr an den grauen Mann gedacht, denn der, meinte er, würde doch wohl niemals wiederkommen und zu der Zeit schon längst gestorben sein. An dem Tage aber, da gerade die vierzehn Jahre herum waren, kam der Mann, der des Knaben Pathe war, in seinem grauen Kittel auf einem wunderschönen Schimmel vor des armen Mannes Haus geritten, stieg ab und trat in das Haus hinein. »Die vierzehn Jahre sind nun herum«, sprach er zu dem armen Manne, »und ich bin gekommen, mein Wort zu lösen und deinem Sohn das Pathengeschenk zu bringen, das soll mein schöner Schimmel sein; wenn der Junge den wohl achtet und pflegt und ihn um Rath fragt, wenn er etwas vorzunehmen gedenkt und immer thut, was das kluge Thier ihm sagt, so wird er niemals in Verlegenheit geraten.« Damit ging er fort und ließ den Schimmel zurück.

Da sprach der Junge zu seinem Vater: »Nun ich den schönen Schimmel habe, will ich auch nicht mehr hier zu Hause bleiben, sondern will wegreiten in die weite Welt hinein und will sehen, daß ich mein Glück mache.« Er nahm Abschied von Vater und Mutter, setzte sich zu Pferde und ritt fort. Nicht lange war er geritten, so sah er dicht am Wege eine Feder liegen, die glänzte wie lauter Gold und Silber. »Ei, ei! die schöne Feder will ich mir nehmen! Was meinst du Schimmel?« sprach der Junge und stieg ab sie aufzuheben. »Laß doch die Feder,« sagte der Schimmel, »das sind ja deine Sachen nicht!« Sprach der Junge: »Lieber Schimmel, die Feder hätt' ich doch[88] gar zu gern; da kann ich schön mit schreiben und dann ist sie gewiß auch viel an Gelde werth; nicht wahr, ich nehm sie nur mit?« »Wenn du meinst, so thu's!« sagte der Schimmel, »aber das sage ich dir vorher, du thätest besser, wenn du sie liegen ließest.« Aber der Junge kehrte sich nicht an die Warnung seines Schimmels, nahm die Feder mit und ritt weiter. – Zu Nacht kam er an den Hof des Königs, da gab er sich für einen Schreiber aus, und der König, der gerade darum benöthigt war, nahm ihn in seinen Dienst. Nun schnitt er sich die schöne Feder und schrieb damit. Sie war aber so glänzend und gab so hellen Schein, daß er gar kein Licht anzuzünden brauchte, wenn er des Abends beim Schreiben saß. Das sah einer von der Dienerschaft, ging stracks zum Könige und erzählte es ihm, und der König, den es Wunder nahm, ließ den Schreiber sogleich vor sich kommen, und der mußte ihm nun die Feder zeigen. Nicht sobald aber hatte der König die wunderbare Feder gesehen, als ihn auch ein heftiges Verlangen erfaßte nach dem Vogel, der die Feder getragen hatte. »Die Feder ist erstaunlich schön und Goldes werth«, sprach der König, »aber schöner noch und unbezahlbar muß der Vogel sein, der die Feder getragen hat.« »Ja!« sagte der Junge; »wenn man nur wüßte, wo er zu finden ist.« »Du mühest dich vergeblich mich zu täuschen«, entgegnete der König; »wo die Feder gewesen, wird auch der Vogel sein; darum so gebiete ich dir bei Leib und Leben, daß du mir den Vogel zur Stelle schaffst.« Der Junge erschrack und machte Einwendungen, das half ihm aber alles nichts, denn der König verharrte fest auf seinem Sinn. Da ging er unmuthvoll zu seinem Schimmel in den Stall und klagte ihm sein Leid und sprach: »Ach lieber Schimmel, wie will das mit mir noch werden! Nun der König die schöne Feder gesehen hat, nun will er auch den Vogel haben, der sie trug; den soll ich ihm schaffen bei Todesstrafe und weiß doch nicht, wo er zu finden ist. Was soll ich nun beginnen, das sage mir.« »Da haben wirs!« entgegnete der Schimmel; »hättest du damals, wie ich dir rieth, die Feder liegen lassen, so wärest du jetzt nicht in Verlegenheit. Es läßt sich aber wohl noch Rath schaffen. Eine gute Strecke von hier weiß ich ein verwünschtes Schloß, darin hängt in einem goldenen Käfige der Vogel an der Wand; darum so wollen wir uns aufmachen und sehen, ob wir ihn nicht erlangen können.« Da der Junge das vernahm, schwang er sich alsbald in den Sattel und jagte davon, den Vogel aufzusuchen. Ehe er aber zu dem verwünschten Schlosse gelangen konnte, mußte er erst einen großen Strom passiren, darüber eine Brücke geschlagen war. Da er eben hinüber reiten wollte, sah er unten einen Fisch, der war mit einer Kette an das Ufer festgeschlossen und zappelte und mühte sich vergebens, loszukommen. »Wo! Schimmel!« sprach der Junge, als er den armen Fisch so zappeln sah, stieg ab und setzte ihn in Freiheit. »Das will ich dir gedenken,« rief der Fisch; »wenn du meiner einmal bedürfen solltest, so rufe nur: König der Fische![89] dann will ich dir, soviel in meinen Kräften steht, behülflich sein.« Als der Fisch das gesprochen hatte, senkte er sich munter in die Tiefe des Wassers hinab. Der Junge aber ritt über die Brücke hinüber nach dem Schlosse hinzu, band seinen Schimmel vor die Thür und ging hinein. Er fand auch richtig das Zimmer, wo der Vogel in dem goldenen Käfig an der Wand hing, nahm ihn herab und wollte eben wieder umkehren, als er da auch eine Junfer sitzen sah, die hielt in der Hand ein Bund Schlüssel und lag in festem Schlafe, wie wenn sie todt gewesen wäre. Sie war aber so wunderschön, daß der Junge in seinem Leben nichts schöneres gesehen hatte. Eilig lief er nun zu seinem Schimmel zurück und sprach: »Ach liebster Schimmel, den Vogel habe ich nun, aber da im Schlosse sitzt auch eine Junfer, die ist so wunderschön, daß ich sie für mein Leben gerne mitnehmen möchte; was meinst du? Thu ichs wohl?« »Ich sage dir,« entgegnete der Schimmel, »laß du die Junfer, wo sie ist; du hast immer Dinge im Kopfe, die dich nichts angehen.« »Ach lieber, bester Herzensschimmel,« sprach der Junge, »du glaubst gar nicht, wie schön sie ist; ich muß und muß sie haben, es mag nun kommen, wie es will« »No ja!« entgegnete der Schimmel; »wenn du es denn durchaus willst, so thu, was du nicht lassen kannst; aber das sage ich dir vorher, du wirst dadurch in große Ungelegenheiten kommen.« Aber der Junge kehrte sich nicht an die Warnung seines Schimmels, trug die Junfer, die noch immer in festem Schlafe lag, auf seinen Armen aus dem Schlosse, nahm sie vor sich aufs Pferd, band den Käfig, worin der wunderbare Vogel saß, an den Sattel und ritt in Eile dem Strome zu. Kaum war er aber in der Mitte der Brücke angekommen, so entstand hinter ihm in der Gegend des Schlosses ein schrecklich Gekrach und Gepolter, wie wenn die Erde bärste, denn das Schloß war nun erlöst, die Junfer schrack zusammen und erwachte aus ihrem Zauberschlafe, ließ aber in demselben Augenblicke das Bund Schlüssel, das sie bis dahin in der Hand hielt, unversehens über den Brückenrand in den Strom fallen. Der Junge ritt nun, ohne sich an etwas zu kehren, an des Königs Hof zurück und brachte ihm den schönen Vogel in dem goldenen Käfig. Da aber der König die wunderschöne Junfer sah, entbrannte er in so heftiger Liebe zu ihr, daß er von Stund an darauf bedacht war, wie er den Jungen möchte aus dem Wege schaffen. Weil er ihm nun sonst nichts anhaben konnte, so machte er allerlei falsche Vorwände und befahl ihm zuletzt bei Todesstrafe den Hof zu meiden, den Schimmel, den Vogel und die Junfer aber zurückzulassen. Der Junge erschrak und machte Einwendungen, das half ihm aber alles nichts, denn der König verharrte fest bei seinem Worte. Da ging er unmuthvoll zu seinem Schimmel in den Stall und klagte ihm sein Leid und sprach: »Ach lieber Schimmel, wie will das mit mir noch werden! Nun der König die schöne Junfer gesehen hat, nun will er mich hier nicht länger leiden; ich soll den Hof verlassen und nichts[90] mit mir nehmen, das hat er mir geboten bei Todesstrafe. Was fange ich nun an? Das sage mir!« »Da haben wirs!« entgegnete der Schimmel; »hättest du damals, wie ich dir rieth, die Junfer gelassen, wo sie war, so wärest du jetzt nicht in Verlegenheit. Nun heißt es, Schimmel, schaff Rath!« »Ach, lieber Schimmel!« sprach der Junge, »ich will auch von jetzt an immer folgsam sein, wenn du mir nur diesmal noch aus der Noth hilfst.« Sprach der Schimmel: »So gehe nur, wie der König befohlen, von hier fort, dann will ich mich krank stellen, und der Vogel und die Junfer werden auch wohl traurig werden; du aber verkleide dich als alter Arzt und komm zurück und biete dem König deine Dienste an. Da unter der Schwelle liegt eine Ruthe vergraben, damit streiche mir, wenn du wiederkommst, über den Rücken, dem Vogel über die Federn und der Junfer hebe damit den Schleier auf, so wird wohl alles wieder gut werden. Dann reite mich auf dem Hofe spazieren, den Vogel laß vor die Thür in die frische Luft hängen, und wenn dann die Junfer vor die Thüre kommt, so sieh zu, daß du den rechten Augenblick wahrnimmst, zieh die Junfer zu dir aufs Pferd, nimm schnell den Vogel von der Wand und jage fort, so schnell du kannst«.

Der Junge that, wie ihn der Schimmel geheißen hatte, nahm die Ruthe unter der Schwelle hervor und ging fort. Nicht lange war er weg, so lag der Schimmel im Stalle und war krank, der Vogel blusterte die Federn und ließ den Kopf hängen, die Junfer aber saß und weinte. Da kam der Junge, nachdem er sich in einen alten Arzt verkleidet hatte, unerkannt wieder an des Königs Hof und bot seine Dienste an. »Ich habe da«, sprach der König, »einen Schimmel, einen Vogel und eine Junfer, die sind alle drei nicht recht munter, wenn du mir die kuriren könntest, so wollte ich dir viel Geld geben.« Der Junge sagte, er wollte einmal seine Kunst versuchen, ließ sich zu der Junfer bringen, die den Schleier über das Gesicht gezogen hatte und weinte, hob ihr mit seiner Ruthe den Schleier auf, und da erkannte sie ihn und ließ ihr Weinen sein. »Damit es aber gänzlich besser mit ihr wird,« sprach der Junge, »muß sie jeden Tag auf dem Hofe die frische Luft genießen; sonst möchte sie einen Rückfall bekommen.« Jetzt ging es zu dem Vogel. Sobald ihm der Junge mit seiner Ruthe über die Federn strich, hob er den Kopf, putzte sich und sprang munter in seinem Käfig umher. »Er muß aber vor die Thür in die frische Luft gehängt werden,« sprach der Junge, »sonst möchte er einen Rückfall bekommen.« Nachdem der Vogel kurirt war, gings an den Schimmel. Sobald ihm der Junge nur mit der Ruthe über den Rücken strich, war er so munter wie vorher. »Er muß aber täglich Bewegung in frischer Luft haben,« sprach der Junge, »sonst möchte er einen Rückfall bekommen.« Nun ritt der Junge täglich mit dem Schimmel auf dem Hofe herum, der Vogel ward vor die Thür gehängt und die Junfer spazierte zu ihrer Erholung in der frischen Luft herum.[91]

Einstmals, da der Junge wieder den Schimmel ritt und die Junfer auf dem Hofe spazierte, nahm er den günstigen Augenblick wahr, wo ihn keiner beachtete, hob die Junfer vor sich aufs Pferd, riß den Käfig mit dem Vogel von der Wand und jagte davon, so schnell er nur immer konnte. Der König, dem das gemeldet ward, hieß sogleich seine Diener zu Pferde steigen, daß sie den Jungen verfolgen sollten; aber der Schimmel lief wie der Wind über Hagen und Zäune, so daß die, welche ihn verfolgten, bald wieder umkehrten, weil sie wohl einsahen, wie vergeblich es war, den Flüchtigen noch weiter nachzusetzen.

Der Schimmel rannte nun in vollem Galopp immer weiter und weiter über den Strom und die Brücke bis vor das Schloß, welches war verwünscht gewesen; da stand er still, als wenn er nun zu Hause wäre; als sie aber hineingingen, waren alle Zimmer fest verschlossen und war zu keinem der Schlüssel zu finden. Nun wohnten da um das Schloß herum Leute, die fragte der Junge, ob sie nicht die Schlüssel zu dem schönen Schlosse wüßten. »Nein!« sagten die Leute, »die sind verloren gegangen; wer sie aber findet, der ist Herr des Schlosses und König über das ganze Land.« Da ging der Junge betrübt zu seinem Schimmel und sprach: »Lieber Schimmel, wir müssen wohl weiter reisen, denn was hilft uns nun das schöne Schloß, da wir doch nicht wissen, wo dazu die Schlüssel sind.« »Nur nicht verzagt«, entgegnete der Schimmel; »es läßt sich wohl noch Rath schaffen; als du damals mit der Junfer über die Brücke rittst, ließ sie die Schlüssel in den Strom fallen; vielleicht kann dir der König der Fische sie wieder suchen.« Da erinnerte sich der Junge daran, was der Fisch ihm versprochen hatte, als er ihm die Freiheit wiedergab, lief schnell an den Strom und rief: »König der Fische, König der Fische!« Kaum hatte er das gesagt, so kam der Fisch ans Ufer geschwommen und fragte: »Was steht zu Diensten?« Sprach der Junge: »Es ist schon eine gute Zeit her, da hat eine Junfer ein Bund Schlüssel hier von der Brücke ins Wasser fallen lassen; wenn du mir das wieder schaffen könntest, so geschähe mir ein großer Gefallen.« »Was in meinen Kräften steht, will ich thun!« entgegnete der König der Fische; und alsbald rief er sein Volk zusammen und machte bekannt, so und so, zu der und der Zeit, an der und der Stelle wäre ein Bund Schlüssel von der Brücke ins Wasser gefallen und verloren gegangen, und wer das wieder fände, der sollte eine gute Belohnung haben. Sieh da! da entstand ein Gewühl und Gewimmel unter den Fischen; der eine schwamm hierhin, der andere schwamm dahin, denn jeder wollte gern die Belohnung empfangen; es dauerte auch nicht lange, so kam einer von den Fischen eilig wieder angeschwommen und meldete dem Könige: »Das Bund Schlüssel wäre da, aber es läge ein großer, allmächtiger Wallfisch darauf, der wolle nicht von der Stelle rücken.« »Da wollen wir bald zukommen!« sprach der König; »dazu haben wir den Sägefisch mit seiner[92] langen Säge. Rufe mir doch mal gleich Einer den Sägefisch her!« Der Sägefisch wurde gerufen und kam und sprach: »Was giebt's?« Sprach der König zu ihm: »Hör mal! So und so! Es liegt ein Wallfisch auf einem Bunde Schlüssel und will nicht von der Stelle; du kannst ihm wohl mit deiner langen Säge ein wenig in den Bauch schneiden, dann wollen wir doch mal sehen, ob der Flegel nicht rücken kann.« Der Sägefisch schwamm fort und hin und sägte dem Wallfisch in den dicken Bauch. »Au!« schrie der Wallfisch; »ich sage dir, du läßt das?« Aber das half ihm nichts, er mußte doch zuletzt ein wenig auflichten; da zogen die Fische das Bund Schlüssel hervor und brachten es ihrem Könige; der König gab es dem Jungen, der Junge bedankte sich und lief damit nach dem Schlosse und öffnete all die prächtigen Zimmer, und war nun Herr des Schlosses und König über das ganze Land und heirathete die schöne Junfer; und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie noch bis heute und auf diesen Tag.

Quelle:
Wilhelm Busch: Ut ôler Welt. München 1910, S. 87-93.
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