1. Laß drohn, was will!

[5] Sieh doch den Wettersturm am Himmel!

sieh doch die Wolken um die Höhn!«

Ich aber sag: das geht vorüber

und auf den Abend wird es schön!


Gebt mich nur frei und laßt mich's wagen,

ein bißchen auch mir selbst zu traun!

Was frommt es denn, altjungfer-ängstlich

nach jedem Nebel auszuschaun!?


Nur frei sein muß ich! frei und ... ehe

der Zorn zum Sieg in mir erlahmt

und was ich Großes möchte, elend

in Alltagströdel sich verkramt!
[5]

Noch trägt zu stolzbekränzten Zielen

ein jauchzend Hoffen mich empor ...

und bis zu Ende sei gehalten,

was meiner Jugend ich beschwor!


Und grollten rings auch tausend Wetter

und droht es noch so von den Höhn ...

laß drohn, was will! es geht vorüber

und auf den Abend wird es schön!

Quelle:
Cäsar Flaischlen: Gesammelte Dichtungen. Band 2: Aus den Lehr- und Wanderjahren des Lebens. Stuttgart 1921, S. 5-6.
Lizenz:
Kategorien:
Ausgewählte Ausgaben von
Aus den Lehr- und Wanderjahren des Lebens
Aus Den Lehr- Und Wanderjahren Des Lebens (Paperback)(German) - Common
Aus den Lehr- und Wanderjahren des Lebens