12. Herrn Fürstl. Holsteinischen Rate und Gesandten u.s.w. (Philipp Kruse), von Groß-Neugart nach der Narva übersendet, 1634 Mai 1.

[467] Mehr auf ein ander Mal! Itzt schreibe nur ein Lied,

Thalia, meine Zier, von zweimal sieben Zeilen;

laß lange Sachen sein, dieweil wir müssen eilen.

Der große Musenfreund, um den du bist bemüht,


ist ganz ein solcher nicht, der auf viel Worte sieht.

Wündsch' ihm viel tausent Guts, sprich, daß sich sein Verweilen

doch durch des Himmels Gunst noch heute mag zerteilen,

noch heute, weil die Lust in voller Rose blüht.


Vergiß auch dieses nicht, daß wenn nach kurzen Tagen

ihn wird ein kühnes Schiff hier haben her getragen

auf unsrer Bolgoven, der strengen Flüsse Preis,


er soll empfangen sein von dir und deinen Schwestern,

davon ich auch gesagt itzt schon vor dreien Gestern.

Du bists, der ich vertrau' auch, was ich selbst kaum weiß.

Quelle:
Paul Fleming: Deutsche Gedichte, Band 1 und 2, Stuttgart 1865, S. 467.
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