Der Gast

[20] Das Kind ist krank zum Sterben,

Die Lampe gibt trägen Schein,

Die Mutter spricht: »Mir ist es,

Als wären wir nicht allein.«


Der Vater sucht zu lächeln,

Doch im Herzen pocht's ihm bang,

Stiller wird's und stiller –

Die Nacht ist gar zu lang.


Nun scheint der Tag ins Fenster,

Die Vögel singen so klar;

Die beiden wußten lange,

Wer der Gast gewesen war.


Quelle:
Theodor Fontane: Sämtliche Werke. Bd. 1–25, Band 20, München 1959–1975, S. 20.
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