Erster Zeitraum

[123] (Eine Gegend vor Mekka.)


Mahomed und die beiden Chöre.


Mahomed.


Schon Morgen! Wahrlich, ja! jener Purpurstreif im Osten verkündet das Licht des Tages, das schon der Sonne Feuerschoos entquillt. Das Gestirn der Zwillinge, das auf dieser ganzen Reise mich stets begleitet, auf das ich hoffend stets geblickt, erlischt im Morgenstrahl. Zweifaches Leben floß aus diesem Gestirn auf mich herab, und ein Sinnbild war es mir, meines doppelten Lebens, das mich theilweise an die Erde und die Geschäfte der Welt knüpft, und mich theilweise zu dem Ueberirrdischen und zu seltsamen Offenbarungen führt. Wenn die Gestirne um Mitternacht hoch über meinem Scheitel steh'n, so fallen mit ihren senkrechten Strahlen allerlei wunderliche Lichter in meine Seele, die dann verschwinden, wenn die Sterne vom Sonnenlicht verschlungen werden.


(Mahomed wirft sich gedankenvoll auf die Steine nieder.)


Das Chor tritt herzu.


[123] Erstes Halbchor.


Wenn sich der Sonnen Strahlen neigen,

So thut das Thor der Nacht sich auf;

Und aus dem dunkeln Abgrund steigen

Gespenster dann und Traum herauf:

Es herrschen nächtliche Gewalten,

Bethören gern der Menschen Sinn,

Sie hüllen sich in Truggestalten,

Und zerren ihn zum Abgrund hin.


Zweites Chor.


Doch winken auch bei Nacht die treuen Sterne,

Nicht jeder Glanz ist falscher Irrwischschein.

Das dunkle Schicksal spricht aus weiter Ferne,

Drum kann es allen nicht vernehmlich seyn;

Dem tauben Ohre bleibt es ungesprochen,

Dem blöden Aug' verenget sich die Welt;

Den Dingen wird die Hülle weggezogen,

Wenn sich das Licht dem Seheraug' vermählt.


Erstes Chor.


Selig, selig! wer ergründet

Was hier Wahrheit sey und Trug;

Wer des Räthsels Lösung findet,

Denn es bringt der Irrthum Fluch.

Unter allen, die da leben,

Spricht die Zukunft Wen'gen nur;

Viele Worte sind gegeben,

Eines ruft die Geister nur.


(Nahlid tritt auf, das Chor tritt zurück.)


[124] Nahlid, die Vorigen.


Nahild.


Willkommen theurer Gebieter! und Heil und Segen deiner Heimkehr; das müssen gute Götter seyn, die dich so gesund zurückgeleitet haben.


Mahomed.


Sey auch mir willkommen, junger Freund! es ist mir ein Zeichen guter Vorbedeutung, daß Mekka mir zum Morgengruß den liebsten Freund entgegensendet.


Nahild.


O theurer Herr!


Mahomed.


Aber was bringt dich mir so früh entgegen? Was raubt dir den Morgenschlummer?


Nahild.


Cadischa sendet mich zu dir, Abu-Taleb hat die Häupter der Koreschiten noch einmal zusammen berufen, und von ihnen die Bestrafung deiner Beleidiger und deiner Güter Ersatz gefodert; aber sie verweigerten es nach langer Berathung.


Mahomed.


Sie weigerten es? O, es ist ein ungerechtes, tiefgesunkenes Volk, dem sie Sonne unwillig leuchtet und das der Thau des Himmels ungern erquickt.


Nahild.


Dein Oheim bestand auf seiner Foderung, aber sie warfen ihm vor, du habest mit dem Fürsten der Sahamiten geheime Unterhandlung gepflogen, um das zu erlangen, was die Häupter deines Volks dir versagten.


Mahomed.


Und was sagte mein Oheim?


Nahild.


Er schwieg und stand ab von seiner Forderung, denn ihm war wohl bekannt, du habest dich um die Freundschaft der Sahamiten beworben.
[125]

Mahomed.


Nun gut, ich weiß genug von dieser Sache. Was ich thun werde, kann ich dir noch nicht sagen, vielweniger es jetzt berathen. Doch laß uns jetzt von wichtigern Dingen reden.


Nahild.


Wichtigern Dingen für dich?


Mahomed.


Du staunest? Wohl gab es eine Zeit, wo nichts meinen Geist so beschäftigte, als der Wunsch nach rächender Gerechtigkeit für meine gute Sache, wo nichts mir so am Herzen lag, als die Hoffnung, meine stolzen Feinde zu demüthigen. Doch das alles ist nun anders, ein Höheres liegt mir ob und andere Sorgen. Ob die Koreschiten mir Gerechtigkeit widerfahren lassen oder nicht, mir gleichviel, ich bedenke dies, und alle die kleinen Händel, das tägliche Getreibe menschlicher Geschäftigkeit nicht ferner.


Nahild.


Wie versteh' ich das, mein theurer Herr?


Mahomed.


Ich sage dir, ich habe die Reiche und Länder dieser Erde wie Nebel vor meinen Augen vorüber ziehen sehen, und da schien mir Mekka ein so unbedeutender kleiner Fleck, daß es mir unbegreiflich dünkte, wie etwas noch Kleineres als dieses Mekka die Muse meines Geistes stören konnte.


Nahild.


Ich begreife dich nicht.


Mahomed.


Ich habe, seit ich von dir entfernt war, mehr denn hundert Jahre verlebt, denn ich war nicht in der Zeit, nein! über ihr, und sah, wie sie in ihren Strudeln das sterbliche Geschlecht dahin[126] reißt. Doch vernimm, denn dir vertrau' ich, du bist vom Licht erzeugt und hast von der mit ihm vermählten Erde, aus deren Schoos du geboren bist, kein so großes Erbtheil von Sünde und Gebrechlichkeit erhalten, als andere Menschen; dies weiß ich und vertraue dir.


Nahild.


Wie glücklich machst du mich; eines solchen Vertrauens sollt ich werth seyn, und bin doch noch so jung und unerfahren?


Mahomed.


Deine Jugend bürgt mir dafür, daß du des Aethers noch nicht so entwöhnt, mit dem Staube nicht so vertraut bist, als das Alter. Auch deine Unerfahrenheit ist mir lieb. Was würde es mir nutzen, wenn du den nächsten Augenblick klug zu berechnen wüßtest, für jede nächste Verlegenheit ein kleines Mittel hättest; ich muß eine Höhe erklimmen, von der ich Jahrhunderte und Völker überschauen kann, jene zu erforschen, diese zu leiten, diese Weisheit geziemt mir und keine andere.


Nahild.


Was du mir auch vertrauen, was du von mir begehren magst, ich bin ganz dein und deinen Absichten; immer habe ich dich geehrt und mehr geliebt, als alle andere Menschen, heute aber stehest du herrlich und glänzend, wie ein Bote des Himmels, vor mir, und wirkest wie ein Gott in meiner Seele Tiefen.


Mahomed.


Nun wohlan! du bist, wie ich dich wünsche. Vernimm, was lange, lange meine Seele schon gebrütet hat. Ich war ein Knabe noch, als[127] die Häupter unserer Vaterstadt mich erwählten, den geweihten Stein in der heiligen Kaaba an die bestimmte Stelle zu tragen. Der Tag, an dem dieses geschah, war ein großer Tag in meinem Leben. Eh' ich aber zu dem heiligen Geschäft zugelassen wurde, badeten die Priester mich dreimal in reinem Quellwasser und salbten meine Haare mit geweihtem Oehl. Tief und wunderbar wirkten diese Gebräuche auf meinen Geist, ich wähnte mich von den Göttern meines Landes vorzüglich begünstiget, glaubte, sie würden ihrem Lieblinge alle Dinge, die andere Sterbliche nur mit Mühe erlangen, ohne Beschwerde gewähren. Mit diesen Gedanken wuchs ich auf und sah mit mehr als Hoffnung einer glänzenden Zukunft entgegen.


Nahild.


So haben sich die Götter in deinem Schicksal schlecht bewährt.


Mahomed.


Ich ward ein Jüngling, und noch jeden Morgen wandte ich mit brünstigen Gebeten mein hoffendes Auge gen Osten, ob nicht die neue Sonne ein neues Glück mir bringen wollte. Vergeblich! taub blieben jene falschen Götter. Wo keine That ist, da ist keine Kraft, wo keine Wirkung ist, da fehlt das Wirkende. Wenn je ein Vertrauen groß war, so war es das meinige, und doch ward ich betrogen; und ob meine Seele gleich rein war, wie ein Tempel Gottes, und mein Vertrauen fromm, wie die Gebete der Engel, so ward ich doch verworfen. Ich fand meine Freunde treulos, habsüchtige[128] Bösewichter theilten sich in mein Vermögen, und ich mußte, wie ein verlaßner Knecht, Kameele durch den heißen Sand der Wüste treiben und mit schwerer Arbeit und niedrigen Künsten dem kargen Glücke einige sparsame Brosamen abgewinnen; mußte den stolzen Nacken in ungewohnte Knechtschaft beugen und seufzen, wenn ich an die goldnen Träume meiner schönen und freien Jugend dachte, oder mich selbst und die vergangene Thorheit hohnlachend verachten.


Nahild.


Ich schaudre, es zu hören. Dies ist gräßlich!


Mahomed.


Gestorben war jetzt mein Vertrauen, mein Herz wich von den falschen Göttern, ich sank in dumpfe Thierheit zurück und lebte nur in der Armseligkeit meines Berufs; so vergingen Jahre. Einst begab es sich, daß ich mit einer Karawane meines Oheims nach Sirien zog; wir ruhten in dem Vorhofe des Klosters, das in der Wüste von Bosra liegt, die Mönche unterredeten sich mit meinem Oheim; ich, als ein unbemerkter Knecht, wagte es nicht, mich in ihre Gespräche zu mischen; aber der Abt des Klosters, der ehrwürdige Boheira, nahte sich mir, warf sich vor mir nieder und weissagte mir die Herrschaft über Arabien. Mein Oheim behandelte mich seitdem mit vieler Auszeichnung. Das Glück war mir überall günstiger, ich erwarb mir Kadischas Hand, mit ihr Reichthum und Ansehen, und meine Seele war seit jenem Tage ermuntert und belebt.[129] Ich war thätig, machte große Reisen und suchte mir Kenntnisse aller Art zu erwerben, bis eine neue Begebenheit meinem Gemüthe eine andere Richtung gab. Einer meiner Freunde fiel krank darnieder, er sandte mir einen Boten, mir Kunde davon zu geben; als aber der Bote seinen Mund aufthat, wußte ich alles voraus, ja ich hätte ihm jedes seiner Worte in den Mund legen können, und als er ausgesprochen hatte, war es mir, als habe ich diese Begebenheit gerade so schon einmal erlebt. Ich verfiel darüber in ein tiefsinniges Nachdenken, meine Geschäfte, die Gesellschaft, ja selbst Kadischas Zärtlichkeit störten mich, ich suchte die Einsamkeit und brachte ganze Nächte in den Gebirgen dieses Landes zu. Wenn es dunkel wurde und Schatten alle Augen verhüllten, dann wurden die meinigen erst hell, vielerlei Bilder gingen an mir vorüber, sie kamen, ich wußte nicht woher, sie gingen, ich wußte nicht wohin; aber oft fand ich zwischen ihnen und den Begebenheiten der folgenden Tage einen dunklen Zusammenhang, oft aber schienen sie für die Wirklichkeit ganz verlohren; ich dachte viel darüber und oft, aber ich wußte sie damals noch nicht zu ordnen und mir zu eigen zu machen, sie beherrschten mich vielmehr und quälten mich.


Nahild.


Wir glaubten dich damals tiefsinnig.


Mahomed.


Das war ich auch, und wußte nicht, ob ich mich diesen innern Offenbarungen überlassen oder sie wie Nachtgespenster fliehen sollte.


[130] Nahild.


Wie aber erkanntest du ihren Werth oder Unwerth?


Mahomed.


An einem schwülen Tage, da der Samum mit heißem Hauche die Erde versengte, verirrte ich mich in der Wüste, es war hoch am Mittag, als ich das Gebirge zur Hälfte erklimmte und in einem Thale anlangte, das den Horeb und Sinai von einander scheidet; ich fiel in einen tiefen Schlummer, der sich bleiern und drückend über mich ausgoß, vergebens suchte ich mich ihm zu entreißen, seine Umarmung wurde immer schwerer, betäubender. Plötzlich ward ich von fürchterlichen Stimmen erweckt, tiefes Dunkel war um mich her, die Sterne glänzten bleich und die Gipfel Horeb und Sinai unterredeten sich wie Riesenstimmen mit der Nacht und dem blauen Bogen des Himmels, mein innerstes Mark gerann vor Entsetzen, und versunken wär' ich in gräßlichem Wahnsinn, wäre mir von Ost her nicht ein tröstender Engel erschienen. Sein Angesicht strahlte freundlich, wie der Mond auf dem Schilfmeer, und sein Gewand wie das Morgenroth; er berührte meine Stirne und das eisige Schrecken meiner Gebeine entwich, und nun führte er mich auf einen hohen Fels, den eine unermeßliche Ebne umgab. Der Engel gebot mir, und ich warf meinen Stab hinab in das Thal, da verwandelte er sich plötzlich in einen Baum, der hinaufreichte bis an den Mond, er überschattete die ganze Ebne und Völker und unermeßliche Reiche bargen sich unter[131] seinen Zweigen. Der Engel aber sprach zu mir: siehe! glaube! thue! Aber ich antwortete: ich bin ein Sterblicher nur, und dies ist ein unsterbliches Werk. Da nahm der Engel das Herz aus meiner Brust und drückte es gewaltig, bis ihm ein dunkler Tropfen entquoll, es war die irrdische Angst und der Zweifel; und als er das Herz wieder in meine Brust gefügt hatte, war es mir sehr wohl und leicht, denn die enge Schranke der Sterblichkeit war von mir abgefallen. Der Engel ergriff hierauf meine Hand und führte mich in Räume, die noch kein Auge gesehen, ich vernahm Dinge, die noch kein Ohr gehöret hat.


(Lange Pause.)


Ich habe vollendet, Nahlid! was mir zu sagen noch übrig bleibt, wirst du und ganz Mekka von mir hören, wann die Stunde gekommen ist, bis dahin schweige und gehorche.


Nahild.


Wie du gebietest, mein theurer Herr, so will ich thun.


(ab.)


Tarrik, die Vorigen.


Mahomed.


Sey gegrüßt, edler Tarrik, Würdigster deines Volks!


Tarrik.


Ich komme nicht allein dir meine Freundschaft anzubieten, auch Mostasem und Nekared, die andern Fürsten der Sahamiten, vereinigen sich mit mir und bieten dir die Hand zu einem engen Bündnisse.


Mahomed.


Was begehrt ihr Fürsten von mir, und welches Bündniß wollt ihr mit mir schließen?


[132] Tarrik.


Das Volk von Mekka hat uns beleidigt, dir sind die Koreschiten eine billige Genugthuung schuldig geblieben, was können wir, was kannst du nach solchen Ungerechtigkeiten wünschen, als Rache? Was wir gemeinsam erlitten, macht uns zu Brüdern, wir haben einen Feind und eine gute Sache. Doch was brauch ich dir dies zu beweisen, du hast ja ehemals selber unsern Bund gesucht.


Mahomed.


Ehemals freilich, jetzt aber ist vieles anders; doch sprich, wie soll ich euch nützen?


Tarrik.


Wir bringen unsere vereinigten Heere in die Nähe dieser Stadt, du kehrst dahin zurück, und wenn Zeit und Umstände günstig sind, öffnest du uns die Thore.


Mahomed.


So wollt ihr Mekka zu eurem Eigenthume machen und von den Zinnen dieser Stadt Arabien beherrschen?


Tarrik.


Du irrst, ein solcher Plan überschreitet unsere Kräfte, wir wollen Mekka überfallen, unsere Feinde bestrafen, plündern und uns dann zurücke ziehen in die Wüste, ehe unsre Feinde sich ermannet haben.


Mahomed.


Ehe ich mich für oder gegen euren Plan entschließe, erlaube mir noch einige Fragen. Sage, was treibt dich doch zu dem Bündniß mit Mostasem und Nekared, deinen alten Feinden?


Tarrik.


Der Vortheil des Augenblicks.


Mahomed.


Und wozu glaubst du, daß ihr Bund dir nützen wird?


[133] Tarrik.


Wenigstens dazu, den nächsten Zweck zu erreichen.


Mahomed.


Sag' mir, wie entspann sich doch eure Feindschaft?


Tarrik.


Wir hatten gemeinsame Güter in Yemen zu theilen, sie lockten mich dahin, vereinigten sich gegen mich und brachten mich um meinen Antheil.


Mahomed.


Ich sorge, Tarrik! Mekka möchte für uns ein zweites Yemen werden, ich traue ihnen nicht, haben sie doch dich, den Genossen ihres Ranges, ihren Mitbürger betrogen. Fluch bringt das Bündniß mit Verräthern, sie würden uns schmeicheln, so lange sie unsrer bedürfen, und uns dann verderben; nie würden sie eines Sinnes mit uns seyn, wir nie eines Sinnes mit Bundbrüchigen. Ich sage dir, ich kann nicht der vierte seyn in eurer Verbindung, versucht euer Heil, erobert Mekka ohne mich.


Tarrik.


Rasest du? Nur ein innerer Feind kann einen äußern dieser Stadt gefährlich machen.


Mahomed.


Es kann nicht seyn, dies Bündniß des geraden Sinnes mit dem Betrug ist unnatürlich. Mit dir allein wollt' ich die Welt erobern, jene würden nur unsere Thatkraft hemmen. Was hilft mir ein großer Körper, wenn ich nicht alle seine Glieder beherrschen und, wie ich will, bewegen kann? Ein solcher Körper wäre unser Verein, lauter eigenwillige Glieder ohne Mittelpunkt, ohne lebendigen Zusammenhang, Stockung und innere Gährung würden ihn bald aufreiben.
[134]

Tarrik.


Wahrlich, ich fürchte, du hast Recht. – Aber höre, ich stehe von meinem Plane nicht ab, ich suche mir einen andern Gehülfen, mein Bündniß mit Mostasem und Nekared ist nicht so fest; was der Vortheil verband, darf der Vortheil auch wieder zerreißen. Ich gehe zu ihnen, überzeuge sie von der Unmöglichkeit unsers Vornehmens, und wenn sie in Frieden heimgezogen sind, machen wir gemeinschaftliche Sache.


Mahomed.


Gut. Auf diese Bedingung bin ich dein Bundesgenosse.


Tarrik.


Aber wie? Wann wollen wir Mekka überfallen?


Mahomed.


Das steht noch nicht zu bestimmen, wir müssen einen andern, ganz neuen Plan entwerfen; ich muß erst gesehen haben, wie es in Mekka steht, dann und nicht eher, können wir uns verabreden.


Tarrik.


Gut. Und welche Sicherheit habe ich von dir?


Mahomed.


Ich werde dir noch diesen Abend Geißeln senden, die dich befriedigen sollen.


Tarrik.


Ich bins zufrieden; auf Wiedersehen. Sieg und Mekka!


Mahomed.


Leb wohl, mein edler Tarrik!


(Tarrik ab.)


Wohl mir, das verderbliche Band ist zerrissen; Sieg und Mekka! doch in einem ganz andern Sinne. Immer deutlicher weiß ich nun, was ich soll, drum auf nach Mekka!


(ab.)


[135] Erstes Chor.


Was hab ich schaudernd hören müssen,

Trägt er im Busen solche That?

Verjährter Rache Durst zu büßen

Verkauft er seine Vaterstadt,

Der Mutter Brust kann er verrathen!

Beflecken ihren heilgen Schoos!

In ihrer Kinder Blut ihn baden

Und werden ihrer Schmach Genoß?


Zweites Chor.


Ich sah ihn durch die Wüste irren,

Gedankenvoll und ganz allein

Mit seinem Geist Gespräche führen;

Und bei des Mondes Dämmerschein

Hinab in Pyramiden steigen,

Beschwören dort der Erde Geist:

Ihm das Verborgene zu zeigen

Und wie der Strom der Zeiten fleußt.

Was dort er in der Nacht geschauet,

Das hat mein Auge nicht gesehen;

Ob er den Wesen sich vertrauet,

Die nie den reinen Tag gesehen?

Ob Götter zu ihm niederstiegen?

Ich weiß es selbst zu sagen nicht;

Doch Unschuld ist in seinen Zügen,

Verklärungsglanz im Angesicht.


Erstes Chor.


Erstaunend hab ich ihn gefunden

Dereinst in der Begeistrung Gluth;

Und aufgelößt in einer bunten,

Hochschäumenden, gewalt'gen Fluth

Schien mir sein ganzes Seyn und Leben;[136]

Er, willenlos und unbewußt,

Schien höhern Mächten hingegeben,

Die so erfüllten seine Brust.

Mir schien die Seele des Propheten

Mit Geistern im Gespräch zu stehn,

Die Augen sah ich wie Kometen

Ihn wild in ihren Kreisen drehn;

Er raßte, wie des Meeres Welle

Gepeitschet von des Nordwinds Macht,

Doch Göttersprüch' wie Blitzeshelle

Durchzuckten seines Wahnsinns Nacht.


Zweites Chor.


Wenn aber die mächtigen

Geister ihn lassen,

Die ihn besessen,

Rafft er erstaunet

Auf sich vom Boden,

Scheinet ermattet,

Als hab' er geboren

Alle die Geister,

Die ihn besessen.

Sey nun verlassen,

Müde und leer,

Sinket in Tiefsinn;

Verworr'ne Gedanken

Trüben das Aug' ihm,

Trüben den Geist.


Erstes Chor.


Aber er faßt sich,

Führet ins Leben

Was ihm geträumet;

Wandelt die Ordnung[137]

In Traumes Verwirrung;

Der Dinge Bestehen

In Wandel und Flucht.


Zweites Chor.


Auch solche Kräfte muß das Weltall haben,

Das ruhige Bestehen frommt ihm nicht;

Wenn statt der Erde Kinder zu erlaben,

Zerstörung aus dem Schoos der Wolken bricht;

Wenn sich am Strand erzürnte Wogen brechen,

Des Feuers Gluth der Erde Schoos zerwühlt,

Wenn laute Donner durch die Lüfte sprechen,

Und Schmerz, Entsetzen jede Brust erfüllt;

Dann stürzen ein die engen Schranken,

Verschlungen wird die alte Welt,

Doch von dem schöpfrischen Gedanken

Wird eine schön're hergestellt.


Erstes Chor.


Nach Mekka denn, mit ihm zu fechten,

Mit ihm zu sterben, wenn er will;

Mag er mit seinen Göttern rechten,

Ich folge ihm zum kühnsten Spiel.


Beide Chöre.


Mag er mit seinen Göttern rechten,

Wir folgen ihm zum kühnsten Spiel.


(Ein freier Platz in Mekka.)


(Zwei Bürger von Mekka begegnen sich.)


Erster Bürger.


Wo kommt ihr her, Nachbar?


Zweiter Bürger.


Von dem großen Thor, es ist eine Karawane mit persischen Waaren gekommen.


[138] Erster Bürger.


Woher kommt sie, und ist sie reich beladen?


Zweiter Bürger.


Es sind dreißig Kameele, schwer beladen, und noch einige Maulthiere.


Erster Bürger.


Wer führt sie denn?


Zweiter Bürger.


Ein Koreschite, der Mahomed, ihr habt gewiß schon von ihm gehört.


Erster Bürger.


Freilich, wenn es der ist, der vor einigen Jahren unsere reichste Karawane durch Umwege nach Mekka führte, und sie dadurch vor den Plünderungen der Kenaniten und Hamzaniten rettete?


Zweiter Bürger.


Die Aeltesten unserer Stadt waren damals in großer Bedrängniß, denn wären die Karawanen in die Hände der Feinde gefallen, so hätten wir die Hungersnoth in der Stadt gehabt.


Erster Bürger.


Er muß ein hochbegabter Mann seyn, der Mahomed. Wißt ihr noch, wie er im Kriege mit den Kenaniten seinem Oheim den Anschlag gab, die Feinde in den Engwegen des Arafat zu überfallen; der weise Abu-Taleb gehorchte seinem Neffen und schlug die Feinde; ich focht selber mit, diesen Sieg hatten wir ihm allein zu danken.


Zweiter Bürger.


Er ward auch dafür geehrt, sein Name wurde mit einer Lobschrift in der Kaaba aufgehängt, doch das hat ihm viel Feinde und Neider zugezogen. Lebt wohl, Nachbar, ich habe Geschäfte.


(Beide ab.)


[139] Mahomed und Abu-Taleb.


Abu-Taleb.


So ist es denn unwiederruflich, du wirst dem Volke verkündigen, was du mir verkündet hast?


Mahomed.


Es wird gewiß geschehen, wann aber, das ist mir selbst noch nicht klar.


Abu-Taleb.


Eile nicht so sehr, o Mahomed! Gieb dir noch einige Tage reifer Ueberlegung.


Mahomed.


Kann ich auch überlegen, ob der Frühling kommen und die Sonne sich heute in Westen senken soll?


Abu-Taleb.


Ist dies auch eine Antwort? Glaube mir, nicht allein die Stunden wechseln, auch mit ihnen die Gesinnungen der Menschen; und wahrlich, du hast diese That nicht genug bedacht.


Mahomed.


Bedacht? – Ich habe sie gar nicht bedacht, sie ist über mich gekommen; über den Zeiten hat sie geschwebt wie eine Wolke über der Erde, nun aber ist sie reif geworden und träufelt wie Himmelsthau auf mich herab.


Abu-Taleb.


Du kennst dies Volk nicht, wirst es nicht zu gewinnen wissen.


Mahomed.


Was ich bedarf, das werde ich alles finden, wenn es Noth thut.


Abu-Taleb.


Man wird dich verläumden, hassen, verfolgen; und nicht allein dich, auch dein Weib, deine Freunde und alle die dir anhängen.


Mahomed.


Es kann leicht geschehen.


Abu-Taleb.


Es sollte nicht geschehen, sag ich[140] dir; du achtest der Deinen Wohl so gering, daß dich der Gedanke an ihr Verderben nicht zittern macht.


Mahomed.


Ich achte es nicht gering, doch nicht so hoch, als die Stimme, die zu mir spricht.


Abu-Taleb.


So willst du denn die Fackel der Zwietracht in den friedlichen Busen dieser Stadt werfen? Dem Blutvergießen, dem Aufruhr deinen Namen leihen? willst –


Mahomed.


Haltet ein, Oheim! werdet ihr denn nie begreifen, daß von meinem Wollen gar nicht die Rede ist?


Abu-Taleb.


Ich reize deine Ungeduld, vergieb und höre mich nur noch einen Augenblick. Siehe, ich habe dich stets geliebt, ich war der Pfleger deiner Kindheit, der Beschützer deiner Jugend; in dir hoffte ich den Freund, den Trost meines Alters zu finden, aber wehe mir, du zerreißest alle Bande der Menschheit, trittst aus ihrem Verein, um dich auf eine Höhe zu stellen, wo keine Freundschaft, keine Liebe dich erreichen kann, wirst ein Fremdling unter den Deinen, verlassen bin ich nun, abgerissen von dir, das ist der Lohn meiner Liebe.


Mahomed.


Laßt mir eure Liebe werth bleiben, denn wahrlich ich sage euch, fluchen würde ich ihr, verwünschen ich eure Treue, wenn sie lauter zu mir sprechen könnte, als die Stimme Gottes in meiner Brust; nur meine Füße wandeln auf Erden, mein Haupt berührt die Himmel, seht in diesem Sinne ist alles Irrdische mir sehr gering.


[141] (Man sieht vieles Volk in einem langen Zug über den Hintergrund der Scene gehen. Das Chor schließt sich an das Volk.)


Mahomed.


Seht, Oheim! was bedeutet das Gedränge dort? Wohin zieht das Volk?


Abu-Taleb.


Nach dem großen Tempel, ein heil'ges Fest zu feiern.


Mahomed.


Wunderbares Schicksal! warum dies gerade jetzt? – Das Volk versammelt nicht um irrdischer Geschäfte willen, nicht zerstreut von den Sorgen des Lebens; ihre Seelen suchen das Heilige, einen Tempel, eine Gemeinschaft im Göttlichen. Ja, ich soll, ich will ihnen des ewigen Tempels Thore öffnen; jetzt ist der Augenblick gekommen, wo die Erde geschickt ist, den Kuß des Himmels zu empfangen; wohlan denn! ich bin der Priester, der das Menschliche dem Göttlichen vermählt.


(Er geht nach dem Hintergrund.)


Beide Chöre.


Der Zukunft Woge wälzt sich näher,

Geheimnißvoll und fürchterlich,

Doch Götterkraft belebt den Seher,

Den Arm des Schicksals fühlt er sich.


(Mahomed tritt hervor, eine Menge Volks, von Sofian geführt, folgt ihm.)


Mahomed.


Freunde! Mitbürger! ich habe euch berufen mit euch zu reden, nicht wie ein Mensch zu den Menschen, nein, ein höh'rer Geist spricht durch mich zu euch, und er will euch durch mich zum Leben führen; nicht versteh ich der Rede Künste noch Schmeichelei, die die Herzen gewinnt, wie der[142] Geist mir gebietet, so thue ich; jener Geist, den ihr nicht kennt, der dem Abraham verhieß: Ich werde deinen Sohn Ismael zum großen Volke machen, wenn deiner Enkel Herz an mir hanget, der der traurigen Hagar im Sand der Wüste eine Lebensquelle sprudeln hieß, von dem Gott ist euer Herz gewichen, darum sind eure Feinde siegreich, euer Name unberühmt, eure Reichthümer die Beute kühner Räuber. Der Gott, der mich zu euch sendet, ist ein Gott des Sieges, Sclaven dienen ihm nicht, nicht Schwache, Unterdrückte; er macht die Herzen groß, die ihm anhangen, und giebt zweifache Kraft dem Arm, der ihm dienet; er ist mit denen, die ihn lieben, er ist ihnen Trost, Muth, Sieg und Hoffnung, er ist der Schild in ihren Schlachten, das Mark ihrer Gebeine, das Frohlocken ihres Herzens; wie die Wolken schweben über der Erde, so schwebt er über denen, die ihn anbetend erkennen; reiche Ströme des Segens und Wohlthuns gießt er allenthalben auf sie herab, die andere Menschen nicht sehen und schmecken. Er ist ein Gott des Lebens, sein ewiges Seyn strömt in frischen Quellen durch den ganzen Weltkreis, durch alle Räume und alle Himmel. Und diesen Gott habt ihr verlassen? habt ihn zersplittert in eure Götzen, Feuer, Sonne, Mond und Thiere? O der Blindheit! Da ihr seine Glieder anbetet, da entwich sein Geist von euch, darum ist seine Kraft in euch erloschen, darum seyd ihr versunken in dumpfe Thierheit, gefangen in der Zeit,[143] und habt kein ewiges Leben, keinen Himmel und keine Seligkeit; darum habt ihr keine Thatkraft, weil nur Leben ausgeht vom Leben, eure Götzen aber sind todt, ohne Wirkung, ohne Heil für euch.


Erstes Chor.


Ein Gott ists, der aus seinem Munde

Uns hohe Offenbarung spricht.


Zweites Chor.


Vom Himmel kommt die Lebenskunde,

Vom ew'gen Lichte fließt das Licht.


Mahomed.


Tief und immer tiefer würdet ihr versinken in die Schlaffheit der Knechtschaft, in die dumpfe, träge Nacht der Thierheit, wenn nicht der Gott eurer Väter voll Erbarmen auf euch niedersähe. Er will nicht euer Verderben, nein, er will euch erlösen von der Endlichkeit. Darum hat er mich zu euch gesandt, daß ich euch berufen soll in seinem Namen, und euch, die ihr verschmachtet in der dürren Wüste der Zeitlichkeit, tränke mit dem frischen Brunnquell des ewigen Lebens. Höret meine Stimme, daß eure Seelen errettet werden, daß der Gott des Lichtes euch seine Engel sende, denn er will, daß ihr schon jetzt in Andacht, Gebet und Reinigkeit seiner theilhaftig werdet; er will seine Gläubigen nach der Zeit einführen in die Herrlichkeit seiner Himmel, dort wird keine Sorge, kein Gram ihren Geist trüben; Liebe, süßer als alle[144] irrdische, wird ihr Herz erfüllen und immer blühende Schönheit wird sie ewig umfangen. Aber Wehe, zehnfaches Wehe! denen, die die Stimme des Geistes hören und ihr nicht folgen, die in Bosheit und Unglauben verstrickt, ihre Augen und Herzen nicht erheben mögen zum Himmel. Nimmer wird der Friede Gottes ihre Seele erquicken; ihr Geist wohnt in ewiger Nacht, nimmer werden sie die Freundlichkeit Gottes, nimmer die Herrlichkeit der Himmel schauen, und die Süßigkeit der himmlischen Liebe wird nie ihr Herz tränken.


Beide Chöre.


Sie lodern auf, die Himmelsfunken

Vom Hauch des Sehers angefacht,

Der Schleier ist von ihm gesunken;

Und glanzvoll aus der Träume Nacht

Sehn wir zum Heiligthum ihn treten,

Kühn, wie ein priesterlicher Held,

Von jeder Schmach uns zu erretten,

Zu gründen eine neue Welt.


Mahomed.


Die große Stunde ist gekommen, ein neues Gestirn ist über euch aufgegangen, bereitet euch denn würdig vor, es zu schauen. Der Gott eurer Väter verlangt keine Opfer, die die Flamme verzehrt, das Blut eurer Opferthiere erfreuet ihn nicht; aber er verlangt ein reines Herz, daß sein Licht darin wohnen, und glaubige Zuversicht, daß euer Geist sich zu ihm erheben möge. Der Gott, den ich euch verkünde, kann keine Götzen[145] neben sich dulden, er wohnt nicht in einem Tempel oder einem Herzen, das die Abgötterei befleckt hat; darum stoßt die schnöden Altäre um, auf denen ihr euren Götzen sündige Opfer gebracht habt. Reinigt euern Tempel, daß ich euch dort den Geist der Wahrheit und seine Gebote noch ferner bekannt mache. Wer seine Stimme hören, seines Heils theilhaftig werden will, der folge mir dahin, den Gott zu entsühnen, der unwillig auf eure vorige Greuel herabsieht.


Viele Stimmen.


Wir folgen! Wir folgen!


Sofian.


Halt, Mahomed! Volk von Mekka! vergönne mir zu reden.


Mahomed.


Jetzt ist nicht Zeit zu bleiben, und du, Sofian, wirst jetzt nicht reden.


Viele Stimmen.


Nein, er soll nicht reden, er soll nicht reden.


Mahomed.


Folgt mir, meine Freunde.


(Er geht ab, alles Volk folgt ihm, das Chor bleibt zurück.)


Erstes Chor.


Das große Wort es ist gesprochen,

Die That reißt ihn ins Weltgewühl;

Der schnelle Pfeil verläßt den Bogen,

Doch er verfehlet oft sein Ziel,

Das neid'sche Schicksal kann ihn wenden,

Ihn führen in des Schützen Brust,

Sich selber will das Schicksal spenden

Und straft des Menschen Thatenlust.


[146] Zweites Chor.


Jetzt wird sich das Antlitz

Der Erde verwandlen,

Das alte, gewohnte,

Bejahret und häßlich,

Voll trüglicher Mienen;

Nun wird sichs entfalten

In lächelnde Jugend;

Die Schwäche des Alters

Der kränkelnden Zeiten,

Wird muthige Jugend

Vom Hauch der Begeistrung

Zum Leben erweckt.


Erstes Chor.


Ein bunt Gewühl wird nun die Erde werden,

Das Mahoms Traumgesichten gleicht,


Zweites Chor.


Nie sah ich einen Mann wie ihn auf Erden,

Kein Sterblicher hat ihn erreicht.

Drum folg ich ihm, um nimmer ihn zu lassen,

Sollt' ich für ihn das Liebste auch verlassen.

Quelle:
Karoline von Günderrode: Gesammelte Werke. Band 1–3, Band 1, Berlin-Wilmersdorf 1920–1922, S. 123-147.
Lizenz:
Kategorien:

Buchempfehlung

Christen, Ada

Gedichte. Lieder einer Verlorenen / Aus der Asche / Schatten / Aus der Tiefe

Gedichte. Lieder einer Verlorenen / Aus der Asche / Schatten / Aus der Tiefe

Diese Ausgabe gibt das lyrische Werk der Autorin wieder, die 1868 auf Vermittlung ihres guten Freundes Ferdinand v. Saar ihren ersten Gedichtband »Lieder einer Verlorenen« bei Hoffmann & Campe unterbringen konnte. Über den letzten der vier Bände, »Aus der Tiefe« schrieb Theodor Storm: »Es ist ein sehr ernstes, auch oft bittres Buch; aber es ist kein faselicher Weltschmerz, man fühlt, es steht ein Lebendiges dahinter.«

142 Seiten, 8.80 Euro

Im Buch blättern
Ansehen bei Amazon

Buchempfehlung

Romantische Geschichten. Elf Erzählungen

Romantische Geschichten. Elf Erzählungen

Romantik! Das ist auch – aber eben nicht nur – eine Epoche. Wenn wir heute etwas romantisch finden oder nennen, schwingt darin die Sehnsucht und die Leidenschaft der jungen Autoren, die seit dem Ausklang des 18. Jahrhundert ihre Gefühlswelt gegen die von der Aufklärung geforderte Vernunft verteidigt haben. So sind vor 200 Jahren wundervolle Erzählungen entstanden. Sie handeln von der Suche nach einer verlorengegangenen Welt des Wunderbaren, sind melancholisch oder mythisch oder märchenhaft, jedenfalls aber romantisch - damals wie heute. Michael Holzinger hat für diese preiswerte Leseausgabe elf der schönsten romantischen Erzählungen ausgewählt.

442 Seiten, 16.80 Euro

Ansehen bei Amazon