September.

[151] 1. Gebadet Den König v. Holland im Garten gesprochen. Bey Fr. v. Berg mit Genz und Riemer. Graf Clary Vorlesung Tageb.

2. Gezeichnet. Zu Fr v. Grothus. Graf Waldstein. Nach Duchs. Gemälde. Große Tafel Bibliotheck. Stall. Natural. Cabinet. Rüstkammer. Garten. Pferderennen.

3. Gebadet. Gezeichnet. Mittag bey Frau von Berg. Die lyrischen Stellen aus Pandora gelesen. Thee bey Frau von Mucius im Garten. Abends bey Frau von Eybenberg.

4. Gebadet. Gegen Mittag nach Dux. Nach Tische den Park besehen. Sodann die geschnittenen Steine. Abends im Schauspiel: die deutschen Kleinstädter. Rückfahrt.

5. Gezeichnet. Nicht gebadet. Mit dem König von Holland auf den Mont Ligne. Nachher lange mit ihm spatzieren. Bey demselben zur Tafel mit dem Prinzen von Mecklenburg, Ligne und Solms. Nachher Taschenspieler und Bajadere. Bey Frau von Grotthus.

6. Mittags bey Frau von Berg, mit dem Prinzen von Mecklenburg-Strelitz, Kammerherrn von Schmalensee und Dr. Ambrosi. Sodann zum König von Holland. Hernach bey Fürst Clary.

7. Mittags zu Hause gegessen. Beym König von[151] Holland. Dann ins Theater. Hernach bey Frau von Eybenberg.

8. Nach Eisenberg über Brüx. Vor Tafel angekommen. Große Gesellschaft. Gegen Abend mit der Fürstin spatzieren. Brizzi. Gesang Abends beym Klavier.

9. Nach der Ruine Hassenstein, wo der Graf Firmian ein Dejeuné gab. Alsdann zu demselben nach Brunnersdorf, wo man speiste. NB. Hagensdorf eine anstoßende schöne Besitzung desselben. Schildknecht, Okonomierath, ein vorzüglicher Mann in seinem Fache. Bey Mondschein zurück. Abends groß Concert. Von der Gesellschaft waren: die zwey Fürstinnen Lobkowitz, die Landgräfin von Fürstenberg, Fürst Lobkowitz der Vetter, Landgraf von Fürstenberg, Fräulein von Kerpen und eine junge Prinzessin Lobkowitz.

10. Früh auf meinem Zimmer. Biographische Betrachtungen notirt. Große Tafel. Abends Gesang am Clavier. ab

11. Früh auf dem Zimmer wie gestern. Kleinere Tafel. Kamen Gentz und Herr von Bose. Fahrt mit der Fürstin und der Familie auf den Seeberg. Abends vorgelesen.

12. Früh von Eisenberg ab, über Brüx nach Teplitz. Schöne Ansicht des Mittelgebirges hinter Brüx. Ingleichen auf Dux, wenn man auf die Höhe zum Heiligen-Stock kommt und sich nach Dux[152] umkehrt. Mittags zu Hause. Abends Dr. Seebeck. viel über Berlin, Dresden und sonst.

13. Wegen Brizzi nach Weimar geschrieben. Mit Seebeck, Loder und ...... im Garten spazieren. Bey Fr. v Berg mit dem Fr. v. Mecklenburg Beym König v. Holland Bey Prinzess Solms.

Merckwürdiger Löffel.

14. Ordnung gemacht. In den Garten. Mit Dlle Saling und Mad Froberg Fürstin Solms im See tempel Mittag bey Fr. v. Berg Sodann zum König v. Holland Wallstein. Grothus. Vorgelesen. Auf dem Schloß. Handel des Kammerdieners des Pr. de Ligne Serenade

Serenissimo. Wegen Brizzi.

15. Graf Schomberg der mein Porträt zeichnete. Kriegsrath Herff von Berlin. Nachher bey Fürstin Solms, um 1 Uhr vorgelesen, Sodann zu Mittag gespeist. Sodann zu Hause, beym König von Holland mich zu beurlauben. Zu Frau von Grotthus und Eybenberg. Zur Fürstin Solms, nochmals Abschied zu nehmen. Nachher auf dem Schloß.

16. Um 1/2 5 Uhr von Teplitz weggefahren über Culm nach Arbissau, daselbst 3/4 auf 7 Uhr angekommen. Hinter Arbissau fängt der Berg an und führt bis zu einer kleinen Kirche, von wo man einen schönen Einblick nach Böhmen hat. Zu[153] vier Pferden wurden noch zwei Ochsen vorgespannt. – Hier kamen wir 1/4 nach 9 Uhr an; sodann über Peterswalde um 1 Uhr nach Zehista; daselbst etwas gefrühstückt; um 3/4 auf 5 nach Dresden.

17. Zu Prinz Bernhard u. Rühl. Zu Körners Galerie. – Weimarisch-Jenaische Colonie. Schleyermacher, M. Herz. v. Beulwitz Mittag zu Hause. Zu Kügelchen. Zu Becker Antikensammlung. Mad Schopenhauer. Grose Gesellschaft.

18. Zu Friedrich. Dessen wunderbare Landschaften. Ein Nebelkirchhof, ein offnes Meer. Nach Hause. Gefrühstückt. Körner Seebeck. Galerie. v Bourgoin. besonders äussere Galerie. Hartmann. Bey Prinz Bernhard gespeist. Fr v. Rühl Fürst Esterhazy Zu Körners. Musicalische Unterhaltung.

19. Ins Museum der Antiken. Daselbst verweilt bis Mittag Zu Appell. R. Körner. Musselin Tücher angeschafft Nach Hause. Hr. Hammer. Mit Riemer Vorkost. Auf der Gallerie. Von Bourgoing dessen Bemerckungen über Gedichte. Mit ihm zu Tafel. Graf Canicof. Gen. Thielem. Graf Hazfeld. Zu Dr. Volckmann. Kügelchens Colossale Bilder. Große Gesellschaft.

20. Brief von Passow. Portraits des Gen. Thielemann und Frau von Retsch. Zu der Aucktion. Zu den Gypsen. Verweilt bis Mittag. Kunsthändler.[154] Bey Fr v. Grothus zu Tische. v. Buchholz, Tochter und Guvernante. v Rühls. Verweilt bis gegen Abend. Zu Körners. Zu Bourgoing. Spät nach Hause.

21. Bey Dem. Seidler. Im botanischen Garten. Bey Herrn von Kügelgen, zu Wiederholung meines Porträts. Daselbst zu Tische mit Dr. Volkmann und Frau. Dann zu Graf Canicof, ruß. Gesandten, zu Tafel. Bourgoing, Frau und Tochter, Thielemann, Frau von Knox. Abends bey Frau von Rühl zu Thee.

22. Auf der Gallerie. Mittags mit Seebeck zu Hause. In die Rüstkammer Zu Fr. v Grothus. Zu Ges. v Buchholz.

23. Zu Hauptm. v. Verlohren. Zu Oberküchenmeister von Racknitz. In die katholische Kirche. schwache Musick. Zu Tisch. Mit Seebeck. Zu Oberh. Pr. Reinhard bey v. Pfeffel angefragt. Zu Hrn. v. Dohm. Zu Körners Große Gesellschaft.

24. Kupferstich Gallerie mit L. Seidler, Seebeck und Riemer. Zu Kügelchen. Am Portrait. Zu Prinz Bernhard Mit Rühls und Fr v. Grothus gespeist. Auf die Gallerie. Zu Bechwell. schöne Gemälde. Auf die Brühlische Terrasse. Zu Gen. Thielemann.

25. Alte Zeichnungen des Museums Hofr. Bloch. Edelsteine geschliffen, krystallisirt Mad Kaaz.[155] Zu Tische zu Haus. Gallerie Abschied Hofgärtner Sei del Körners. Music.

26. Von Dresden ab um 6 Uhr In Freyberg angek. gegen 1. Zu Trebra. Das Academische Gebäude besehen. Laboratorium. Spazieren. Abends bey Trebra. Lampadius.

27. Aus die Grube beschert Glück Über Tage alles besehen. Zu Trebra zu Tische v. Gutschmidt. nach Tische aufs Amalgamirwerck. Alles angesehen der Ordnung nach. Abends bey Trebra.

28. Früh von Freyberg über Öderan nach Chemnitz. Daselbst zu Mittag. Nach Tische mit Hofrath Thiersch die Spinnmaschinen besehen. Abends nahm Dr. Seebeck Abschied. Vorher Unterredung mit demselben über verschiedene Ereignisse in der Litteratur, besonders über das Einschleichen der Unredlichkeit gegen die Sache.

29. Früh von Chemnitz über Penig nach Altenburg. Zu Mittag gegessen. Nach Tische auf Löbichau. Vorher Besuch von Kriegsrath Reichard, dann von Dem. Stock. Herzogin von Curland, Gräfin Raud, Geheimrath von Hardenberg, Fräulein von Dieskau, Graf Olenski und Frau, Professor Rösel und Körner, Sohn. Französische Medaillen.

30. Biographische Einzelnheiten. Zum Frühstück im Zelte. Mit Gräfin Raud, Rösel und Körner auf ein wohlgelegenes Lusthaus. Zurück zur Tafel. Sodann nach Altenburg.[156]


Quelle:
Goethes Werke. Weimarer Ausgabe, III. Abteilung, Bd. 4, S. 151-157.
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