[201] 1. Brief an Hrn. von Beroldingen. Erdbeben von Lissabon. Klopstocks Briefe. Ritter Degrieux. Mittags unter uns. Nach Tische Fortsetzung des Vormittägigen. Abends bey der regierenden Herzogin. Vorlesung der biographischen Papiere. Erste Hälfte des Leipziger Aufenthalts.
2. Briefe. Theatersession. Herr Doctor Cotta von Stuttgart. Mittags bey Hofe. Nachher im Garten. Abends Dr. Cotta.
3. Nebenstehende Briefe geschlossen und gesiegelt.[202] An Hrn. Baron von Beroldingen nach Hildesheim. An Hrn. von Leonhardi nach Frankfurt. An Hrn. Brizzi nach München. An Hrn. Prof. Zelter nach Berlin. An Hrn. Dr. Windischmann nach Aschaffenburg. Spatzieren um den blühenden Park zu sehen. Herr von Boisserée von Köln. Herr von Oliva von Wien. Capellmeister Müller wegen Jephtha. Federzeichnungen zum Faust von Cornelius, welche Boisserée mitgebracht. Zu Tische unter uns. Nach Tische Frau von Niebecker. Abends verschiedene Überlegungen und Besorgungen wegen der bevorstehenden Reise.
4. Cicero's Briefe von Wieland 4. Theil. Nebenstehende Briefe. An Hrn. Kammerrath Frege nach Leipzig wegen einer Assignation von 800 rthlr Sächs. an Hrn. Hofschauspieler Haide gestellt. Ingl. an Hrn. Doctor Cotta gegenwärtig ebendaselbst. Letzter Bogen von Hackert zur Correctur. Mittags Herr von Boisserée und Herr von Oliva, Hofrath Meyer und Haide. Nach Tische etwas Musik. Abends im Theater: Je toller je besser.
5. Cicero's Briefe. Nach Capellendorf gefahren. In die Gärten und auf den Sperlingsberg. Daselbst die Gegend, wo die Schlacht am 14. October vorgefallen, übersehen. Abends zurück. Großer Sturmregen. Cicero's Briefe.
[203] 6. Briefe. Verschiedenes zur Abreise vorbereitet. Um 11 Uhr Herr von Oliva aus Wien. Herr von Boisserée aus Köln. Musik. Baumeister Steiner zeigte seine Paulinzelle vor. Boisserée seine architectonischen Risse. Zu Mittag obgenannte, nebst Raabe, Deny, Strobe und Eberwein, Hofrath Meyer. Nach Tische die architectonische Unterhaltung fortgesetzt. Abends bey Durchlaucht der Herzogin die Vorlesung fortgesetzt bis zur Abreise nach Straßburg.
7. Briefe. Um 11 Uhr Boisserée, mit ihm seine architectonischen Zeichnungen durchgesehen. Mittag bey Hofe. Griesbach. Nachher zu Hause Whist gespielt mit den Frauenzimmern und John. Abends bey Frau von Heygendorf.
8. Briefe. Zu dem neuen Theaterbau. Zu Chevalier O'Hara und Hofrath Wieland. Mittags Herr Boisserée. Von Köln und der Gegend, älteren und neuen Verhältnissen, seinen Studien, Lebensgange. Abends im Theater: Tancred.
9. Briefe und Expeditionen. An Hrn. Baron von Reinhard nach Cassel. An die Directoren der Badeanstalt zu Halle. An Hrn. Carl Erbstein nach Dresden mit einer Anweisung an Hrn. v. Verlohren von 33 rthlr. 6 gr. An Hrn. Kammerassessor Werlich nach Rudolstadt mit seiner Abhandlung über die mikroskopische Wurmförmigkeit der Oberfläche.[204] An Hrn. Kammersecretär Nauwerk nach Ratzeburg. An General Inspector Leonhard nach Hanau. An Herrn von Kügelgen nach Dresden nebst dem Dädalus von Nauwerk. An Hrn. Maler Cornelius nach Frankfurt a. M. An Hrn. Secretär Schlichtegroll nach München. An Hrn. General-Major und Ritter von Klinger nach Petersburg mit einem Exemplar von Hackert. An Frau Ober Berghauptmann von Trebra nach Freyberg. Theatersession. Boisserée zu Tische. Über Friedrich Schlegel und sonstige neue litterarische Gesinnungen. Nach Tische Frau von Schardt und Fräulein Staff. Geheimer Regierungsrath Müller. Erzählung der letzten jenaischen Bau- und Entschädigungsgeschichten. Abends für mich, die nächsten Anstalten zu bedenken.
10. Briefe. Mad. Lortzing und Dem. Weber einige Scenen zu probiren. Herr Boisserée, nochmals die Zeichnungen durchgesehen. Auch die Durchzeichnungen der Risse vom alten Straßburger Münster. Mittags Boisserée, Mad. Lortzing und Raabe zu Tisch. Nachher zu Herrn Geheimen Rath von Voigt. Abends unter uns. Mit August über seine gegenwärtigen Studien und Thätigkeiten.
11. Briefe und Expeditionen Ins Schloss Boiserai's[205] Zeichnungen Frühstück Bois. zu Tische
Nach Tische mehrere Personen vom Theater. Cheval. Ohara. War Camilla.
12. Gegen 9 Uhr von Weimar weggefahren. Nach 11 Uhr in Jena. Zu Herrn Obrist von Hendrich. Zu Hause einige Briefe geschrieben. An Hrn. Geh. Rath Willemer nach Frankfurt, Raaben recommandirt. Kam Herr Boisserée. Speisten wir beym Herrn Obrist. Nach Tische auf das Museum zu Bergrath Lenz. Zu Major von Knebel, wohin Boisserée auch kam. Abends für mich und bald zu Bette.
13. Um 5 Uhr von Jena ausgefahren. Sehr schöner Tag. Um 11 Uhr in Podelwitz. Um 2 Uhr von da ab, und um 6 Uhr in Schleiz. Daselbst zu Nacht geblieben.
14. Um 6 Uhr von Schleiz ab, um 1 Uhr in Hof. Zu Mittag gegessen. Dann bey Heinrich Büttner. Wenn etwas von Karlsbad durch Fracht zu spediren wäre, würde Joseph Becher daselbst, es an Herrn Heinrich Büttner in Hof gelangen lassen. NB. »Königl. Bayerischer Mautpaß mit Anspruch auf Rückvergütung». Besuchte uns der Kreis- und Polizey-Director von Rüdiger. Nach 7 Uhr in Asch, gegen 8 Uhr abgefahren. Gewitter und Regen. Brach die Achse. Nachts um 2 Uhr in Franzensbrunn. (Das Übel macht eine Geschichte und das Gute keine.)
[206] 15. Biographisches. Vorwurf wegen des Großvaters. Bleichen der Kupferstiche. Spatzieren. Regenwetter. Zu Hause. Bernoulli's Handbuch, geognostische Übersicht der Schweiz. Am Brunnen. Zu Hause über Bernoulli, Geschichte der Geognosie und sonst.
16. Geschichte des Ritters Degrieux und Manon Lescot epitomisirt. Verschiedenes andere zur biographischen Arbeit. Kirchweihfest von Franzensbrunn. Vormittag Regen. Nachmittag schönes Wetter. Auf den Kammerberg. Abends Bernoulli's geognostische Übersicht der Schweiz.
17. Früh halb 6 von Franzensbrunn ausgefahren. Um 9 Uhr in Zwota, um 1 Uhr in Carlsbad. Gegen Abend auf die Prager Chaussee, die zwar noch nicht ganz fertig, doch zu befahren.
18. Früh um 5 Uhr an den Brunnen. Wenig fremde Curgäste, meist Carlsbader, besonders Frauen und Mädchen. Frau Amtmännin und einige andere, die kein ander Gespräch hatten als das neue Edict, das alle Menschen confus macht, anstatt sie aufzuklären. Spatzieren bis zum Platz der Kaiserin. Das nächste Biographische durchgedacht. Plutarchs moralische Schriften. Bey Müller. Abends den Chotekschen Weg bis zum Platz der Kaiserin. Fortgesetzte Lectüre des Morgens und Gespräch darüber.
[207] 19. Biographisches. Wahl und Krönung. Plutarch. Unterredung über denselben bey und nach Tische. Abends gegen die Carlsbrücke. Sehr schöner Tag und Abend.
20. Biographisches. Krönungstag. Plutarchs kleine Schriften. Mittags Unterhaltung darüber. Nachdenken über die bevorstehenden Arbeiten. Eintheilung in Bücher. Überlegung der noch beyzubringenden Hauptmotive. Abends nach dem Posthofe. Sehr schönes Wetter.
21. Biographisches. Schluß der Krönungsgeschichte. Plutarchs moralische Schriften. Mittags Unterhaltung darüber, so wie über einige Lebenszustände der früheren Zeit. Gegen Abend nach der neuen Brücke, die Pragerstraße hinauf. Betrachtung des verschiedenen theils anstehenden, theils angefahrenen Gesteins. Die Terrassengärten hinter der Kirche herunter. Sehr schöner Tag. Vor Tische ein starkes Gewitter aus Süden, das aber durch den Nordwind vertrieben und so der Himmel völlig gereinigt wurde.
22. Biographisches. Einzelnes. Plutarchs moralische Schriften. Bey Müller. Nach Tische das erste Buch revidirt und durchgedacht. Abends die Pragerstraße hinauf. Verschiedene Steinarten mit nach Hause gebracht, besonders das Quarzgestein in seinen Abänderungen.
23. Am Brunnen mit dem Postmeister über das [208] Patent. Ereignisse bei Publication desselben, Geldcurs. Erwartung der Auslösungsscheine. Hoffnung wegen derselben und Sorge. Biographisches. Verschiedene Einschaltungen. Briefe. An Ritter von Gentz nach Wien. Gegen Abend nach Weheditz zu einem Bauern, der sich zum Weinhändler erhoben hatte. Abends über die Höhe des Galgenbergs zurück. Gingen drey bejahrte Männer nach Weheditz zu Weine:
Obrist Otto alt87 Jahr,
Steinschneider Müller84
ein Erfurter82
– – – – –
253 Jahr
sie zechten wacker und nur der letzte zeigte beym Nachhausegehen einige Spuren von Bespitzung.
24. Biographisches. Revision des ersten Buchs. Aufmerksamkeit auf Motive, welche vergessen worden, so wie Translocation derselben. Plutarchs moralische Schriften. Gegen Abend einen kleinen Spatziergang gemacht. Wegen des Regens nach Hause Die Juden boten 970 für 100.
25. Den Brunnen ausgesetzt. Revision des ersten Buches. Plutarch Peters Büchsenmacher Bruder des römischen. Nach Tische Hr. v. Burgsdorf. Gegen Abend ihm und seiner Dame die Visite gemacht. Mit R. zur Carlsbrücke.
26. Fortgesetzte Revision des ersten Buchs. Vorher Promenade nach der Pragerstraße. Höchst schöner[209] Morgen. Mittags Steinschneider Müller zu Tische. Übersicht und Überlegung der drey ersten biographischen Bücher. Abends Promenade nach der Carlsbrücke. Nachher Unterhaltung über Plutarch und Psychologisches.
27. O'Kelly angetroffen. Überlegung verschiedner einzufügender Stellen in die Biographie. Revision des 2. Buchs. Erneuertes Schema der 3 ersten Bücher. Gegen Abend zu O'Kelly. Französisches Werk Dumesnil sur Nach der Carlsbrücke. Psychische Cur des Schlucksens an einem Jungen. Zeitig nach Hause. Plutarch. Gemeinschaftliche Betrachtungen darüber.
28. Nach der Prager Straße. Okelly. Baron Etling K. Sächs. Kammerherr. Am zweyten Buch revidirt. Mittags französche Dialogen. Zum Postmstr. Choteckischer Weg. Zur Carlsbrücke. Abends Germanismen in Vergleich mit den Gallicismen.
29. Revision des zweyten Buchs der Biographie. Plutarch. Nach 11 Uhr kamen die Frauenzimmer an. Ging der Tag hin mit Aus- und Einräumen. Abends Spatziergang nach dem Posthofe und zuletzt am Sprudel.
30. Zusammen am Sprudel, und die gewöhnlichen Frühpromenaden durchgegangen. Mittags zusammen. Gegen Abend den Schloßberg hinauf zum Findlaterschen Obelisk, sodann zu dessen [210] Tempel. Trafen wir den Generalsuperintendent Demme von Altenburg mit Familie. Gingen über den 4 Uhr- Weg nach Hause.
31. Zu Hause geblieben. Mit den Frauen spazieren. Mittag unter uns. Abends auf den Hammer
Forellen angeschafft. Die neue Chaussee die nach Eich führen soll befahren. Chev. Ohara kam an. Abends auf der Wiese spazieren.