August.

[307] 1. Gebadet. Das Leben ein Traum corrigirt. Zur Kayserinn. Erst im Garten dann im Saale. Wirckung in die Ferne. Pr de Ligne. Fürstinn Klary Bey mir zu Tische. Um fünf Uhr gegen Bilin. Mit Gräfinn O'Donel im Gärtchen. Für mich.

Schöner, heitrer, mäßig bewölckter Tag.

2. Gebadet. Mit Serenissimo im Gärtchen. Zu Fürst Lichnowski Hr. Etatsrath Langermann. Über Berliner Universitäts-, Finanz- und Societätsverhältnisse. Bey Fürst Moriz. Mit Gräfinn O'Donel zu Clary's Leseprobe. Im großen Garten. Zu Hause für mich. An meine Frau nach Carlsbad.

3. Gebadet. Nahmenstag des Herzogs gefeyert. Die Kayserinn und Prinzess Mariane waren im Gärtchen. Fürst Clary wegen der Decoration.[307] Mittag bey Tafel. Graf Chotek. Nach Tafel gelesen. Im Gärtchen. Bey Fürst Lichnowsky

Wallsteins maskirte Serenat. Bey der Abendtafel War Ball wegen des Königs v. Preußen Geburtst. An Fr. v Grothuß nach Dresden.

4. Nicht gebadet. Die Rolle. Briefe. Probe im Schloß. Zur Tafel bey Ihro Majestät

Vorher Lecktüre des Aufsatzes über die Diderotschen Wercke. Für mich. Gegen Bilin War der junge Fürst Lignowski gekommen. Nachrichten von den Fortschritten Napoleons. Bey Fürst Lignowski. und Sohn. Über Berlin.

Prince de Ligne Sammlung von Äusserungen Napoleons.

5. Die Rolle mit dem Souffleur durchgegangen. Im Garten. Bey Ihro Maj. über ihre Bem. zu Did. Repetition. Probe. Bey Tafel. Sonet für Bondi. Gegen Bilin Zu Fürst Lignowski. Gr. Golovkin. Lig. Sohn. An meine Frau nach Karlsbad An Ob. App. Rath Körner, Wien. Noch einen Brief an meine Frau durch Graf Corneillan.

6. Rolle. Packet von Carlsbald. Im Porzellanladen. Repetition. Für mich zu Tische. Mit Dr. Beyer von Wien spazieren gefahren Befand mich nicht ganz wohl.

7. Meist im Bette. Besuche Dr. Ambrosi. Kam der Erbprinz von Weimar. Geburtstag der[308] Gräfinn ODonel. Fürst Lichnowsky Über die Denckweise der Kayserinn. Über seinen Sohn.

8. Brief im Bette dicktirt. An Dr Schlosser Franckfurt am M. Rechnungs Quittung und Deklarationsschein Prinz August von Preussen. Oberhofmeister Gr. Althan. Fürst Lignowsky und Sohn. Prinz von Weimar. Gräfinn O'Donel. Für mich gegessen Der Herzog. Das achte Buch

Vorstellung der franz. Comoedie.

9. Achtes Buch. Varia. Fürst Lichnowsky Sohn. Fürst Lichtenstein. Pr. August v. Pr. Gr. Golovkin. Nachricht von dem Übergang über die Düna. Mittags für mich. Wirckung in die Ferne. Album von Gr. O'Donel.

10. Frühe für mich Der Erbprinz. Nachr. von dem Unf. d. Sachsen Der Herzog und die Gr. ODonel Zur Kayserinn. Grose Gesellschaft, im Innern. Majestät nicht Wohl. 2 1/4 fuhr die Kayserinn ab. Blieb für mich Übersetzung der kleinen engl. Gedichte von Rudolph Das Packet mit dem achten Buch an Fromann durch Geh. S. Vogel.

11. Brief an Durchlaucht den Herzog zurückgelassen. 1/4 auf 6 von Töplitz bey heiterem Wetter abgereist. 3/4 auf 12 in Saaz angekommen. Zu Mittag gespeist. Um 2 Uhr abgefahren und um 8 Uhr in Liebkowitz angelangt. Hier übernachtet.[309]

12. Nach 5 Uhr abgefahren. 7 Uhr 20 Minuten in Buchau und um 10 Uhr in Carlsbad. Ausgepackt. Das Bisherige besprochen. Mittag unter uns. Nach Tisch Herr Kammerherr von Fritsch, dann Rabouche gespielt. Bald zu Bette.

13. Briefe. An Hrn. Brizzi nach München. Briefe nach Weimar durch meine Frau gesendet. 1. an August eingeschlossen: an Hofrath Meyer mit Moses Silhouette, an Geheimen Rath von Voigt, an Baron Reinhard nach Cassel, an Hofrath Jacobs nach Gotha. 2. meiner Frau ins Portefeuille: an Major von Knebel nach Jena, an Frau von Wolzogen nach Weimar, an Frau von Stein nach Weimar. Hier auf die Post: an Dr. Cotta nach Stuttgart. Unterhaltung mit den Frauenzimmern. Mittag für uns. Zehntes Buch der Biographie. Oberforstmeister von Fritsch: Abends mit demselben auf dem Chotekschen Weg.

14. Briefe. Anstalten zur Abreise meiner Frau. Frau von Recke und Tiedge. Herr von Holst. Durchlaucht der Erbprinz von Weimar. Mittag unter uns. Die Frauenzimmer fuhren mit Herrn von Fritsch nach Elbogen.

15. Brief. Die Frauenzimmer packten ein und fuhren um acht Uhr ab. Am 10. Buche dictirt. Dank und Undank. Der Erbprinz von Weimar. Herr Geheimer Kammerrath von Flanz von Gera[310] und von Blutowsky aus Schlesien. Geschichte des letztern, wie er bey einem Bauernaufstand mishandelt worden. Mittag zu zwey. Über die Copie des Moses in Bronze. Jordanus Brunus. Nähere Einsicht der völligen Unbrauchbarkeit, ja Schädlichkeit für unsere Tage. Zu Frau von Recke; von Busse daselbst angetroffen. Noch einige Visiten. Nach der Carlsbrücke. Frau von Recke und Dem. Herff. Auf dem Rückweg Herr Staatsrath Langermann. Nachts Epistel an die Hebräer.

Etwas bedeckt, dann heiter.

16. Am neunten und zehnten Buche dictirt. Revision des Schema für beyde Bücher. Die Erfordernisse durchgedacht. Auf der Wiese von Rönne, Fürst Baratynski, die Alopäus, Fürstin Colloredo. Staatsrath Langermann. Mich besuchte Herr von Eskeles. Mittags für uns. Nachher weitere Betrachtung des Briefs an die Hebräer und der kleinen Paulinischen Briefe. Allein auf dem Chotekschen Weg spatzieren. Die Frauen von Berg und Mengden begegneten mir mit Herrn von Holst. Betrachtung der vorstehenden biographischen Arbeiten. Abends der Band des Fürsten Baratynski mit Zeichnungen von Künstlern und Liebhabern. Zeitig zu Bett.

Heiterer Tag.

17. Am Brunnen. Gespräch mit Langermann über Staatsrath Schulz pp. Briefe. Drey Körnersche[311] Lustspiele an Hrn. Hofkammerrath Kirms durch Hrn. Kammerherrn von Fritsch. Rechnungen zum Abschluß des Vergangenen. Überlegung des Biographischen und kleinere Correcturen. Vorher auf der Wiese, bey den Prager Kunsthändlern, Pupp pp. Fürstin Colloredo pp. Mittag für uns. Nach Tisch Biographisches durchgesehn, Sesenheim. Abends Chotekscher Weg. Agathokles.

Heiteres Wetter.

18. Am Brunnen. Zum Besuch am Sprudel. Langermann, von Tümpling, Gesandte von Einsiedel, von Mannteufel aus Schlesien. Eskeles, bey Müllern. Oberforstmeister Fritsch packte ein. Biographisches. Geologische Sammlung eingepackt. Mittag für uns. Agathokles. Abends auf dem Chotekschen Weg einige Pflanzen gezeichnet. Abends Kammerherr von Fritsch. Karte vom Elsaß.

Sehr schöner Tag.

19. Am Brunnen. Zum Besuch am Sprudel. Mit Langermann und von Einsiedel. Bey Müller. Auf der Wiese. Fürstin Colloredo, nachher Graf Keller. Schema der Lothringer Reise. Mittags für uns. Müller brachte Mineralien. Agathokles. Bey Frau von Recke. Abschied. Auf dem Chotekschen Weg. Etwas gezeichnet. An Hrn. Leopold von Lämel nach Prag. Nachricht der[312] eingegangenen letzten Sendung. Ingl. Assignation auf 200 rthlr. Sächs. mit Avisbrief an Kammerrath Frege nach Leipzig.

Warmer heiterer Tag.

20. Am Brunnen. Verschiedene neue Bekanntschaften. Bey Müller. Auf der Wiese. Mittag für uns. Nachmittag gezeichnet. Zweyter Theil des Agathokles.

Schön Wetter.

21. Am Brunnen. Mit Langermann über verschiedene preußische und berlinische Verhältnisse. Mit Schönberg Rothschönberg. Mit dem Dänischen [Graf von Schulin] über Oehlenschläger pp. Nachher noch mit Langermann auf der Wiese, bey Zöldner, Gräfin Keller. Mittag für uns. Kleine Zeichnungen aufgezogen. Halb sechs zur Andreascapelle, Prager Straße den alten Prager Weg herein. Sehr schöner Abend. Bald zu Bette.

Sehr schöner, vollkommen heitrer Tag.

22. An den Brunnen. Einfallender Regen. Mit Busse über Zinnwerke. Die Sachsen können Zinn herüber verkaufen mit Vortheil, wenn der Gulden 8 Groschen steht. Sie haben viel Zinn liegen. In Böhmen machen sie große Anstalten mit Pochwerken umsonst, um dieses Metalles mehr auszubringen. Mit Langermann über die Möglichkeit practische Schulen einzurichten wo die allzuweit sich ausgedehnte Theorie und das[313] zu sehr ins Detail gehende Wissen abgelehnt und in jedem Fache Künstler gebildet würden. Besuch von Herrn Leopold von Lämel. Mittags unter uns. In Erwartung des Etatsrath Langermann. Verschiedene Betrachtungen. Herr von Lämel mit einem Reisegefährten. An Frl Silvie nach Dresden An meine Frau Eingeschl. an Hrn. v. St. Aignan, durch Hrn. v. Horst.

Einfallendes Regenwetter.

23. Elsäßer und Lothringer Reise. Vor Tisch auf der Wiese. Mittag für uns. Besuch von Graf Wallis. Apostelgeschichte. Groß ist die Diana der Epheser.

Früh trübe, dann aufgeheitert.

24. Abschrift der Reise. Den Anfang des 10. Buchs durchdacht. Bey Etatsrath Langermann. Zelterische Lieder, Gregorianischer Gesang, Intonationen. Mittags für uns. Gegen die Andreascapelle. Gezeichnet. Die Prager Straße hinaufwärts. Lange am Zollhause gesessen, mit dem Bauherrn über seine Anlage gesprochen. Abends Rechnungen pp.

Sehr schöner Tag.

25. Klopstocks und Gleims Persönlichkeit. Vor Tisch auf der Wiese. von Rönne. Mittag für uns. Nach Tische zehntes Buch durchgesehn. Um 5 Uhr zu Langermann, welcher mir Zelterische Sachen vortrug und über Musik sprach. Zu Hause.[314] Abends Apostelgeschichte. Betrachtungen über die erste Verbreitung des Christenthums.

26. Am Brunnen. Mit Langermann Fortsetzung der gestrigen Gespräche. Spatzieren auf dem Chotekschen Weg gegen die Carlsbrücke zu. Überlegung des neunten Buchs. Brief von Frommann wegen der 3 vorhergehenden. Mittag vor uns. Nach Tisch gezeichnet. Vorlesung der Pucelle d'Orléans. Mit Langermann auf die Prager Straße spatzieren. Gespräch über Gegenstände der medicinischen Polizey, Tollhäuser, Bordelle, Berliner Vergiftungsgeschichten. Mischmasch der verschiedenen Stände, Religionen und Sitten in Berlin. Verhältniß der Juden. Abends bald zu Bette.

27. Am Brunnen. Mit Langermann über die Materialien zur Carlsbader Quelle, in wie fern sie sich in der Nähe befinden oder ob man sie auf Wernerische Weise in der Ferne zu suchen ? Graf Chotek und andere auf der Wiese. Mittag für uns. Gezeichnet und in der Pucelle vorgelesen. Da es regnete blieb ich zu Hause und setzte beydes fort. Abends Herr von Schönberg Rothschönberg. An Frau Geheim Räthin von Goethe nach Weimar.

28. Am Brunnen. Mit Langermann über das Berliner Theater. Über chirurgische Schulen auf Technik und Praktik eingerichtet. Schwierigkeit, in allen Fächern concentrirte Lehrbücher zu erhalten.[315] Mit dem Gesandten von Einsiedel über die Carlsbader Geologica. Auf der Wiese mit mehreren Handelsleuten über die gegenwärtigen Zeit- und Geldläufte. Mit Fürst Adam Czartorisky dem Sohn. Auf dem Rathhause, den Erbsenstein gesehen. An Frau Gräfin O'Donell nach Wien. An Frau von Flies nach Wien.

29. Nicht am Brunnen. Context des achten Buchs. Arrians Histoire des expéditions d'Alexandre traduite par Chaussard Paris 1808. Vor Tische kleine Promenade. Begegnete Graf Corneillan, der wieder zum erstenmale ausgegangen war. Mittags für uns. Nach Tische Arrian. Abends Etatsrath Langermann. Mit Langermann über die Anstalten gegen die Viehseuche, wegen welcher er nach Glatz geht. Contagium, welches die von Osten kommenden Rindvieh-Herden mit sich bringen und welches, wenn es unter ihnen selbst ausbricht, keinen großen Schaden verursacht, indem von 14 Stück nur 1 fällt; theilen sie es aber dem Landvieh mit, so entsteht eine ungeheure Verwüstung, indem nur 1 Stück von 14 übrig bleibt. Jene läßt man in einem solchen Fall beysammen an irgend einem schicklichen Orte, diese vereinzelt man aber.

30. Briefe. Arrians Leben Alexanders. Mittag für uns. Nach Tische große Promenade. Bey der[316] Harfe hinauf, den Chotekschen Weg. Über den Schloßberg nach Kl. Versailles, den Hügel dahinter hinauf, sodann gegen die Eger herunter, über die Egerbrücke, die Pragerstraße hinauf, die alte Straße hinter der Kirche herunter.

31. Am Brunnen. Mit Langermann und der gewöhnlichen Gesellschaft. Gegen die Carlsbrücke spatzieren. Briefe. An Hrn. von Humboldt nach Wien. Mittag unter uns. Mit Langermann nach der Carlsbrücke, dem Säuerling, welcher etwas über 11° Wärme gefunden wurde. Nach dem Posthofe. Über bildende Kunst; Erwähnung der Münzsammlung, über Hamann und anderes. Abends Pucelle, früh zu Bette.

NB. Die Granite No. 5. 13 und 15 des Verzeichnisses finden sich massenweis mit einander abwechselnd hinter dem letzten neuen Haus gegen die Carlsbrücke zu. Die ersten sind sehr fest und in größerer Masse, daß Sie gesprengt werden müssen; die andern sehr zerklüftet und leicht zu gewinnen, und doch muß man sie, ihrem Vorkommen nach, einer gleichzeitigen Formation zuschreiben.


Quelle:
Goethes Werke. Weimarer Ausgabe, III. Abteilung, Bd. 4, S. 307-317.
Lizenz:
Kategorien:

Buchempfehlung

Goldoni, Carlo

Der Diener zweier Herren. (Il servitore di due padroni)

Der Diener zweier Herren. (Il servitore di due padroni)

Die Prosakomödie um das Doppelspiel des Dieners Truffaldino, der »dumm und schlau zugleich« ist, ist Goldonis erfolgreichstes Bühnenwerk und darf als Höhepunkt der Commedia dell’arte gelten.

44 Seiten, 3.80 Euro

Im Buch blättern
Ansehen bei Amazon

Buchempfehlung

Geschichten aus dem Biedermeier II. Sieben Erzählungen

Geschichten aus dem Biedermeier II. Sieben Erzählungen

Biedermeier - das klingt in heutigen Ohren nach langweiligem Spießertum, nach geschmacklosen rosa Teetässchen in Wohnzimmern, die aussehen wie Puppenstuben und in denen es irgendwie nach »Omma« riecht. Zu Recht. Aber nicht nur. Biedermeier ist auch die Zeit einer zarten Literatur der Flucht ins Idyll, des Rückzuges ins private Glück und der Tugenden. Die Menschen im Europa nach Napoleon hatten die Nase voll von großen neuen Ideen, das aufstrebende Bürgertum forderte und entwickelte eine eigene Kunst und Kultur für sich, die unabhängig von feudaler Großmannssucht bestehen sollte. Michael Holzinger hat für den zweiten Band sieben weitere Meistererzählungen ausgewählt.

432 Seiten, 19.80 Euro

Ansehen bei Amazon