März.

[38] 1. Links Philosophia botanica. Der Buchbinder brachte zwey Exemplare meiner Werke gebunden und der römisch-antiquarischen Bemühungen. Friedrich und König reichten die Monatsrechnungen ein. Hofrath Soret, zu Durchsicht des botanischen Manuscripts. Mittag mit Wölfchen. Abends die Umwälzungen von der Erdrinde von Cuvier, übersetzt von Nöggerath.

2. Concepte an Friedrich dictirt. John mundirte und expedirte. Ich sah die Blätter des zweyten Nachtrags nochmals durch. Um 12 Uhr der Prinz von Barchfeld. Mittag Dr. Eckermann, Unterhaltung über den 4. Band meiner Biographie, [39] den er gelesen und studirt hatte. Überlegung was noch gefordert werde. Revision der historisch-botanischen Blätter, Original und Übersetzung. Abends Professor Riemer. Über Vaucher, über Jungius; ich legte ihm die bißherigen Papiere vor, die er zu redigiren unternahm. Allgemeinere Sprach- und grammatische Gespräche angeregt durch das Vorhergehende. Ich bewunderte seine Umsicht und tief eindringende Sprachkenntniß. Lustige Unterhaltung zugleich über des guten Kunze physikalische Vorlesungen in der Bürgerschule. Auch er hatte aus allen Farben Weiß d.h. grau d.h. weiß gemacht. Alt und Junge freuten sich über dieses unerwartete Wunder. O du armseliges Menschengeschlecht! – Bericht an Serenissimum wegen Facius. Herrn Frommann d. J. nach Jena, Schlußmanuscript. Herrn Professor Riemer, hier, botanisches Manuscript. Herrn Geh. Rath von Willemer in Frankfurt a. M.

3. Nebenstehendes expedirt: Herrn Professor Riemer, Manuscript von Jungius. Herrn Hofrath Soret, Reichenbachs Botanik für Damen. – Die Manuscripthefte von Jungius an Herrn Professor Riemer. Soret sendete Hausmanns Formen der leblosen Natur. Ich ließ einige Posten aus der Hauptkasse zahlen. Hofrath Vogel. Interessantes Gespräch über die Unfähigkeit [40] der Menschen sich mit der einfachen Wahrheit zu befreunden und ihre Neigung zu dem complicirten Irrthum. Mittag Dr. Eckermann. Vorher Ihro Hoheit Frau Großherzogin und Demoiselle Mazelet. Mit jenem fortgesetzte Unterhaltung über den 4. Band der Biographie. Es ist freylich nochmals ein ernster Angriff an diese Arbeit zu wenden. Herr Oberbaudirector Coudray. Ein für die Schützengesellschaft von Ihro Kaiserlichen Hoheit Frau Großherzogin bestimmter [Becher], die Zeichnung davon vorgewiesen. Mit dem Frankfurter meinigen conferirt. Auch zeigt' ich ihm die von Berlin angekommenen Vorlegeblätter für Maurer. Wurden sonstige Bedürfnisse der Gewerkschule durchgesprochen. Später Serenissimus. Sodann besucht' ich Ottilien, welche mir aus Byrons Leben und Briefen, herausgegeben von Moore, manches erzählte, auch ein chinesisches Schachspiel vorwies.

4. Fortsetzung die sämmtlichen Expedienda zu beseitigen. Zugleich auf Berichte von Göttling und Schrön das Nothwendige verfügt und eingeleitet. Briefe gesondert und verbrannt. Die aufzubewahrenden eingesiegelt. Ich verfügte mich in die vordern Zimmer. Herr Hofrath Meyer kam um 1 Uhr. Betrachtete den Kupferstich des Garavaglia nach Appiani: Jacob, der den Töchtern Labans begegnet, und einiges andere. Ein Fries [41] des Bilds von Dietrich gab uns zu freudigen Betrachtungen Anlaß. Auch ließ ich ihn das neue Basrelief sehen. Wir verhandelten über die Bemühungen der römischen Kunstfreunde. Über einige Recensionen der östreichischen Jahrbücher. Später Oberbaudirector Coudray, dem ich die Berliner Musterbilder für Maurer vorzeigte. Um 6 Uhr Professor Riemer, mit welchem ich Leben und Verdienste des Joachim Jungius durchging und bey diesem Anlaß manche höhere Puncte der Wissenschaft und Methode berührte. – Herrn Geh. Oberfinanzrath Beuth nach Berlin.

5. Nebenstehendes abgesendet: Communicat an die Cammer. Verordnung an Schrön. Deßgleichen an Göttling in Jena. Herrn Frommann, Manuscript zum zweyten Nachtrag. – Durchzeichnung eines Cellinischen Apolls und dazu gehörigen eigenhändigen Aufsatz von Graf Stackelberg aus München gesendet. Canzlist Rudolph, wegen der von Luckischen Correspondenz. Oberbaudirector Coudray sendet einen Aufsatz über die Ausstellung und Einrichtung der Gewerkenschule. Herr Hofrath Vogel zu Tische. Blieb allein. Ottilie brachte die Byronsche Angelegenheit zur Sprache. Ich las in Byrons Briefen und Journalen, 3 Bände. Nahm die botanischen Geschäfte wieder vor. Legte sonst manches zurechte. Die Knaben kamen Abends aus der Aschenbrödel [42] und erzählten von dem Gesehnen und Vorgefallenen.

6. Aufmerksamkeit auf die Fortsetzung des Manuscripts. Ingleichen die Byronsche Angelegenheit. Generalsuperintendent Röhr meldete sich an. Ich mußte den Besuch ablehnen. Schreiben des Gehülfen bey der Jenaischen Sternwarte. Alma beschäftigte sich den ganzen Morgen sehr artig um mich her. Mittag Dr. Eckermann. Wir besprachen die geniale Fratze von Hanswursts Hochzeit. Über den 4. Theil der Biographie wurde gleichfalls einiges verhandelt. Herr Geh. Rath von Müller. Serenissimus. Ernst Meyer, Flora. – Herrn Oberbaudirector Coudray, Aufsatz wegen der Gewerkschule zurück.

7. Den historischen Nachtrag 2. Hälfte weiter redigirt und genauer durchgesehen. Schuchardt wegen der Schweizer Zeichnungen. Fernere Botanica. Einige Concepte dictirt. Kam ein Brief von Zelter. Canzlist Rudolph um 11 Uhr wegen des von Luckischen Briefes. Mittags Dr. Eckermann, wurden die Desiderata des 4. Bandes verhandelt. Abends Ottilie. – Herrn Hofrath Meyer, Billet. Herrn Hofrath Soret, den Artikel Vaucher.

8. Einiges umdictirt zur Metamorphose gehörig. Anderes vorbereitet. Mittags Dr. Eckermann. Abends Professor Riemer. Ich hatte den 1. Band von Ivanhoe gelesen.

[43] 9. An Ivanhoe fortgefahren. Die Einzelnheiten der Metamorphose 2. Nachtrags näher ajustirt. Ivanhoe 2. Theil angefangen. Mittags Dr. Eckermann. Ivanhoe durchgelesen. Nachts Ottilie. – Herrn Professor Dr. Zelter in Berlin.

10. Einiges an der Metamorphose umdictirt. Um 11 Uhr Herr Hofrath Soret. Botanica verhandelt. Um 1 Uhr derselbe noch einmal in Auftrag Ihro Kaiserlichen Hoheit. Zu Tische Fräulein Ulrike. Rob Roy von Walter Scott angefangen. Geh. Rath von Müller. Oberbaudirector Coudray. Rob Roy fortgelesen. Später Ottilie. Fing an in Raumers Pariser Briefen zu lesen, welche mir nicht gefallen wollten.

11. Botanica. Link, Philosophia plantarum abermals fleißig durchgesehen. Das unseligste und unmethodischste Werk von der Welt. Ich bejammere diejenigen, die danach in diese schönen Studien eingeführt werden. Hofrath Vogel referirte von seinem gestrigen Besuch in Jena. Vollkommen einsichtig besonders über die Veterinärschule und deren Mängel, beyfällig über den botanischen Garten und die Bibliothek. Mittag Dr. Eckermann. Ich stockte in Rob Roy wegen der schottischen Sprache. Abends Professor Riemer. Allgemeinere Unterhaltung über verschiedene Gegenstände. Nachher Ottilie. Nachts war großer Ball, zu dem der Verein sich versammelte und eingeladen hatte.

[44] 12. Inspector Schrön schickte den verlangten Aufsatz über den Cometen von 1832. Ein sehr schöner verständiger Aufsatz. Jenes Wandelgestirn wird in der 2. Hälfte des Novembers 1832 erwartet. Einiges Botanische. Links Philosophia botanica. Hoffmann, Revisor; ward mit ihm einiges besprochen und abgemacht. Secretär Kräuter Turpins Arbeiten, Sonstiges. Er brachte die große Woche der Polen, eine Broschüre. Mittag Hofrath Vogel. Wurden die Jenaischen Zustände durchgesprochen. Auch andere ärztliche Verhältnisse. Las Otto von Kotzebue, Neue Reise um die Welt. Ward die Stumme von Portici gegeben. Später Ottilie. Auch Walther, der aus musikalischem Purismus nicht in die Stumme gegangen war. Auf so närrische Weise kann man auch Kinder in eine Opposition ziehen.

13. Botanisches. Sonstiges. An Canzlist Rudolph das Schreiben an Major von Luck. Die Angelegenheit wegen Link und Turpin weiter durchgeführt. Niederkunft der Frau von Münchhausen mit einer Tochter gemeldet. Wichtige Betrachtungen in's Allgemeine und Besondere. Frage ob man sie nicht aus dem Stegreife dictiren und alsdann secretiren sollte; was jetzt ganz unnütz zu sagen wäre, könnte denn doch einem genialen Nachfolger wie ein altes Glas Wein zu glücklicher Aufregung dienen. Kamen die drey Kinder [45] und waren nach ihrer Art dienstfertig und egoistisch, auch spaßhaft. Ich suchte Ordnung zu halten, so weit es meine Zustände erlaubten. Ich schärfte ein die Unterlage bey'm Siegeln eines Briefes, denn es begegnet mir oft, daß schöne Bände eines Buches durch unvorsichtige heiße Siegelung gänzlich verdorben oder ein Dedicationsexemplar verschändet wird. Ebenso geht es mit Hauptstellen eines Briefes, wo gerade das bezeichnende Wort schon zum Voraus zerstört ist. Die leichtsinnige Übereilung der Menschen ist gar zu groß. Wölfchen speiste mit mir. Ich fuhr in den botanischen Studien fort. Abends Ottilie. Kotzebue's Reise. – Professor Riemer, einiges Botanische mitgetheilt.

14. Botanica. Kaiser schickte ein Porträt und eine Landschaft. Jenes unerfreulich. Diese im Mittelgrunde vorzüglich gut. Die Ferne könnte mannichfaltiger seyn. Studieren muß er das Fernste und Nächste, Wolken und Vordergrund. Börner sendete von Leipzig den willkommenen St. Diego von Podesta nach Annibale Carracci. Auch gute Blätter zum Verkauf. Hofrath Vogel brachte die Berliner Redensarten, gezeichnet von Dörbeck. Der Künstler ist lobenswürdig, daß er sich nicht in eine Karrikatur verliert, die keinen Charakter mehr hat. Ich fuhr fort, mich mit Turpins Verdiensten bekannt zu machen. [46] Mittag Dr. Eckermann. Weitere Betrachtung des Kupferstichs von Podesta, welcher offenbar eine Nachbildung meiner Zeichnung ist. Fortsetzung der morgenden Studien. Abends Ottilie. Kotzebue's Reise fortgesetzt.

15. Die Botanica weiter geführt. Rudolph, das Schreiben an Major von Luck zurückbringend. Ihro Kaiserliche Hoheit hatten meinen Vorschlag angenommen, daß ich es in meinem Namen erlassen wollte. Hofrath Soret, wegen einiger theatralischen Angelegenheiten. Hofrath Vogel brachte das Protokoll von Jena. Ich ließ es mundiren. John mundirte einiges Botanische. Mittag Hofrath Meyer. Wir besahen nach Tische das Börnerische Portefeuille und erfreuten uns über manche gute Sachen. Herr Professor Riemer. Verschiedene Botanica durchgegangen. Auch die Absicht besprochen, diesen Aufsatz bald zu beendigen.

16. Fortgefahren in den gestrigen Geschäften. Um 11 Uhr Inspector Schrön, das Geschäft der Sternwarte, auch sonstige Astronomica mit ihm durchgesprochen. Mittag Dr. Eckermann. Er hatte das Manuscript vom 4. Bande zurückgebracht. Wir unterhielten uns über die nothwendigsten Forderungen. Abends Professor Riemer. Botanisches revidirt. Auch den 1. Band der Zelterischen Correspondenz wegen einiger [47] zweifelhaften Stellen durchgegangen. Ottilie las im Ethnographischen Archiv eine Reise in's nördliche Afrika. – Herrn Professor Riemer, Turpin betreffend. Herrn Hofrath Soret, Link betreffend.

17. Das Botanische revidirt. Sodann oberaufsichtliche Expeditionen. Kam die letzte Sendung der Octavausgabe meiner Werke. Mittag Hofrath Meyer. Wurden ältere und neure Verhältnisse durchgesprochen. Auch die frisch angebotenen Hefte. Ferner das Mitgebrachte von Herrn von Conta von München her. Schorns Beschreibung der Glyptothek u.s.w. Ihro Königliche Hoheit der Großherzog. Vorher Oberbaudirector Coudray. Später Ottilie und die Kinder. Reise im nördlichen Afrika gelesen. Auf Wölfchens Veranlassung wurde der Globus geholt und die letzte Reise der Russen um die Welt dadurch versinnlicht.

18. Botanica. Die Blätter revidirt vom 17. Artikel an. Die Expedienda bemerkt. Expeditionen in oberaufsichtlichen Angelegenheiten abgelassen. Hofrath Vogel, der die Schrönschen Berichte gelesen hatte. Die Kinder zum Frühstück. Hofrath Soret, einiges in den botanischen Blättern berichtigend. Mittags Dr. Eckermann. Über die Aufführung des Tartüffe. Ich legte mich wegen des Fußes zu Bette. Abends Professor Riemer. [48] Wir corrigirten an den Zelterischen Briefen. Er ging halb acht Uhr an Hof. Ottilie las in der Reise von Afrika weiter, nachdem sie einiges von den Tagesereignissen erzählt hatte. – An die Landesdirection Communicat. Verordnung an Hoffmann. Herrn Geh. Rath von Müller, Briefe und Manuscript zurück. Herrn Major von Luck nach Münster.

19. Nebenstehende Expeditionen: Herrn Reichel nach Augsburg, Anzeige von der Ankunft Schlusses der Octavausgabe. Herrn Frommann, einiges Manuscript mit Anzeigen und Anfragen. Inspector Schrön, Quittungen autorisirt. – Einiges Botanische. Wölfchen mundirte fleißig seine Comödien. Die Gazette Médicale T. I. N. 43, wo von meinem Einschreiten zwischen die Streitigkeiten von Cuvier und Geoffroy die Rede ist, erhielt ich durch Weyland. John mundirte. Ich dictirte ihm einiges. Mittags Hofrath Vogel. Einiges Oberaufsichtliche. Über Administration der verschiedenen Staatstheile in Bezug auf einander. Mängel in unsern innerlichen Bezügen. Der Staatskalender besprochen. Nachher für mich. Botanica durchgedacht und gefördert. Daphnis und Chloe übersetzt von Courier. Es ist eine bewundernswürdige Tagesklarheit in dieser Darstellung. Sie ist von der höchsten Milde, aller Schatten wird Reflex. Welcher Künstler [49] überhaupt das doch verstünde! Herr Oberbaudirector Coudray, die Prämien vorzeigend für verdiente Schüler seiner Anstalt. Geh. Rath von Müller. Ich ward mit den Weltbegebenheiten bekannt, mehr als mir lieb war, da ich bißher das Zeitungslesen streng unterlassen habe.

20. Botanisches Manuscript und Übersetzung durchgesehen und ajustirt. Schmeller brachte das Porträt des Prinzen von Barchfeld. Ich dictirte verschiedene Briefe. Überdachte den litterarischen Abschluß zur Metamorphose. Mittag Dr. Eckermann. Courier, Daphnis und Chloe; auch seinen Aufsatz über die deßhalb entstandene Verdrießlichkeiten gelesen. Abends Hofrath Meyer. Ihro Königliche Hoheit der Großherzog. Ich beschäftigte mich nachher mit Durchdenken und Arrangiren des Nächsten. – Herrn Professor Riemer. Herrn Hofrath Soret. Beyden auf Botanik bezüglich. Herrn Dr. Sulpiz Boisserée nach München.

21. Kam der 10. Aushängebogen, die Correctur des 11. und mehrere Exemplare des Volksfreundes in Bezug auf die Gewerkschule. Das Original der englischen Übersetzung, auch eine schwedische Übersetzung gefällig mitgetheilt von Herrn Spiker. Mittag Dr. Eckermann. Wurden bedeutende Resultate durchgesprochen. Ich hielt mich nachher an Botanisches und sonstiges Nächste. [50] Las auch einiges in Couriers Philippiken gegen Furia, die Academie und sonst. Abends Ottilie. Las in den ethnographischen Heften. – Herrn Soret, Aushängebogen Nr. 10, Correctur von Nr. 11, NB. französisch. Herrn Professor Riemer, die deutsche. Herrn Oberbaudirector Coudray Exemplare von dem Volksfreunde in Bezug auf die Gewerkschule.

22. Nebenstehendes: Herrn Dr. Sulpiz Boisserée nach München. Herrn Hofrath von Quandt nach Dresden. – Herr Soret, den 11. Bogen revidirt zurück. Erfreulicher Brief von Felix Mendelssohn, datirt Rom den 5. März. Sonstiges. Um 12 Uhr Professor Stickel von Jena. Unterhaltung über Orientalisches. Pariser Persönlichkeiten. Anderes in Bezug auf meinen Divan. Mittag Dr. Eckermann. Einwirkung der transalpinischen Zustände auf den Reisenden, also auch auf ihn, der doch die ganze Lombardey bis Venedig gesehen und bis Genua gelangt war. Dieses Gespräch wurde veranlaßt durch Felix Mendelssohns Schreiben. Ich dachte den Abschluß des botanischen Heftes durch, zufrieden dießmal es zu endigen. Doch schließt sich so viel Neues an, daß man immer wieder neue Bemühungen voraussieht. Abends Professor Riemer. Wir berichtigten die Revision des eilften Bogens. Später Ottilie. Unbilden des [51] Tags und was sich dabey Erfreuliches hervorthut.

23. Nebenstehendes: Herrn Dr. Weller nach Jena. Herrn Obermedicinalrath Dr. Meyer in Minden. Eine Sendung von Herrn Soret an Professor Riemer mitgetheilt. – Berichtigte einige Gelbangelegenheiten. Stellte sonstige Vorkommnisse zurechte. Arrangirte das Nächstzubesorgende und suchte anderes aufzuklären. Mittag Herr Rothe; über die Fähigkeiten und Fleiß der Kinder gesprochen. Blieb für mich. Das an Murray concipirte Schreiben wieder durchgesehen. Herr Geh. Rath von Müller. Später Ottilie, Reise nach Montenegro.

24. Brief und Geschäftsconcepte. Um 11 Uhr Herr Soret. Wir gingen einige Artikel der Übersetzung durch. Um 12 Uhr Ihro Kaiserliche Hoheit. Sehr vergnügt über den glücklichen Fortgang der verschiedenen Anstalten, welche von Höchstdenenselben eingeleitet worden und auf welche freylich bedeutende Summen verwendet werden. Man hat diese Dame immer mehr zu bewundern, das Bestreben allgemein Nutzbares zu verbreiten, die Klarheit über das Einzelne, wodurch alles eigentlich von Ihr abhängig bleibt. Mittag Herr Rothe und die Kinder. Herr Geh. Rath von Müller, das neuste Französische wie auch das vom Bundestag mittheilend. Merkwürdig [52] in dem letzten die braunschweigische Regierungsveränderung, die Vorschläge zu Gesetzen in Absicht auf die Academie. Die Krankheit liegt klar, von der Cur ist nicht viel zu hoffen. Oberbaudirector Coudray. Hierauf Serenissimus, munter und theilnehmend, geneigt sich von sittlichen Problemen zu unterhalten. Ottilie, Reise noch Montenegro geendigt.

25. Einiges Geschäftliche beseitigt. Cuviers Geschichte der Tische angesehen. Dem Abschluß der Metamorphose und deren Übersetzung näher gerückt. Mittag Dr. Eckermann. Thätigkeiten angeregt und neu Hervortretendes beherzigt. Album lithographique von Devéria. Hofrath Meyer. Betrachtung über die merkwürdige Behandlung der Lithographie in diesen Blättern. Professor Riemer. Revision des eilften Bogens. Beschäftigung mit dem folgenden Manuscript. Ottilie, allgemeine und besondere Notizen des Tages.

26. Nebenstehendes expedirt: Herrn Professor Renner, wegen des Gehülfen. An Herrn Professor Huschke, autorisirte Quittung der Wachsmodelle von Braunschweig. Herrn Frommann, 11. Bogen Revision. An Färber, autorisirte Zettel. – John mundirte. Ich ordnete einiges und sah mich in dem zuletzt Geschehnen um. Secretär Kräuter, Text und Tafeln des großen Cuvierschen Fischwerkes überliefernd. Um 1 Uhr [53] Dr. Weller. Mittags Hofrath Vogel. Dr. Weller speiste mit Ottilien. Nach Tische derselbe, von Jena's öffentlichen und Geschäfstangelegenheiten. Nachts Ottilie, Reisebeschreibung vorlesend.

27. Botanisches dictirt, die Spiraltendenz betreffend. Hielt mich bey gutem Wetter im Garten auf. Speiste daselbst mit Dr. Eckermann. Abends Hofrath Meyer. Sodann Serenissimus. Später Ottilie, Unterhaltung über verschiedene Neuigkeiten und sonstige Verhältnisse des Tages.

28. An der Spiraltendenz fortgearbeitet. Sprach am Gartenfenster den ungarischen Studiosus der Theologie Carl Szüts von Debreczin. Mittag Dr. Eckermann. Botanisches nachgeholt und überdacht. Abends Ottilie. Mannichfaltige Nachricht und Unterhaltung.

29. Spiraltendenz abgeschlossen. Den 4. Band der Biographie vorgenommen und eine neue Eintheilung der Bücher überdacht. Mittag Dr. Eckermann. Vorgedachte Arbeit durchgesprochen. Nach Tische einiges hierauf Bezügliche zurechtgelegt. Wölfchen führte seine türkische Armee vor. Geh. Rath von Müller, hatte die Gefälligkeit mir die neusten Ereignisse und Lecture-Interessen zu erzählen. Professor Riemer. Einiges Botanische durchgegangen. Später Ottilie, einiges Geographische vorgelesen in Bezug auf den indischen [54] Archipelagus. – To Mr. John Murray Jun., Esquire, Albemarle Street, London.

30. Nebenstehendes: Herrn Frommann nach Jena, Manuscript. Herrn Professor Huschke, autorisirte Quittung. – Den Aufsatz über die Spiraltendenz revidirt. Wölfchen fuhr fort ziemlich sauber zu illuminiren. Hofrath Vogel, der sich wieder erholt hatte. Ich las Kotzebue's Indianer in England und bedachte das Talent dieses merkwürdigen Mannes. Mittag Dr. Eckermann und Wölfchen. Wir besprachen den 3. Band zur Biographie. Einiges zum 4. Bande. Nachher fuhr ich fort diese Umstände weiter zu bedenken. Sodann Hofrath Meyer, welcher von currenten Romanen erzählte, deren Lesung ihm höchsten Orts aufgetragen worden war, weil man sie empfohlen hatte. Es war verfluchtes hohles Zeug, und wir erinnerten uns an den guten Einfall der Franzosen, wenn sie dafür hielten: Die Deutschen hätten eine Litérature fugitive, wo eben alles vorüber gehe, das Gute wie das schlechte, und eines mit dem andern einer augenblicklichen Aufmerksamkeit gewidmet werde. Später Oberbaudirector Coudray. Nachstich und Übersetzung der Elemente der Baukunst von Durand. Später Ottilie. Darstellung des indischen Archipelagus fortgesetzt.

31. Überlegtes Capitel zum 4. Bande. Aufsatz über[55] Spiralgefäße an Ziemer. Nebenstehendes: Herrn Professor Riemer, Aufsatz über Spiralgefäße. Herrn Professor Zelter, Berlin. – Um 12 Uhr Ihro Kaiserliche Hoheit. Mittags Ottilie, Eckermann und Wölfchen. Gegen Abend Herr von Conta. Kanzler von Müller. Serenissimus. Herr von Spontini von Paris kommend, von seiner neuen Oper, die er mit Jouy vornimmt, unterrichtend. Die Einsendung des Textes versprechend. Später Ottilie. Einige Verhältnisse des Tages besprochen.


Quelle:
Goethes Werke. Weimarer Ausgabe, III. Abteilung, Bd. 13, S. 38-55.
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