523. Die Wahrzeichen der Stadt Elbing.

[537] (S. Fuchs Bd. I. S. 161. 176. 178.)


Als Wahrzeichen der Stadt Elbing bezeichnete man sonst ein altes Gemälde auf der Rathsstube, welches Christum als Weltrichter vorstellte und folgende Unterschrift trug:[537]


Wer in den roth (Rath) wird gekorn

Der hüte sich, das her dort nicht werde verlorn,

Und thu gleiche

Dem armen als dem reichen,

Dem vremden als dem vriente (Freunde)

So richtet her wol ane (ohne) sünde.


Es gefiel aber der Gemahlin Peters des Großen, die es bei ihrer Anwesenheit allhier, im Jahre 1712 sah, so gut, daß es ihr der Rath zum Geschenk machte, worauf sie es mit nach Petersburg nahm.

Ein zweites Wahrzeichen war die Schlaguhr auf dem Rathhausthurme, die ihres schlechten Tones halber der Kohlhaken genannt ward.

Ein drittes war eine hölzerne Puppe, die in Gestalt eines Mönches an der Orgel der St. Jacobskirche sitzend angebracht war. Dieselbe konnte sich herumdrehen, umsehen und scheinbar auf den Tasten spielen.

Quelle:
Johann Georg Theodor Grässe: Sagenbuch des Preußischen Staates 1–2, Band 2, Glogau 1868/71, S. 537-538.
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