[30] 31. Das eigensinnige Kind.

(Hessisch.) Einfach kindliche Lehre, wie im Märchen vom alten Großvater I. 78. und vom gestohlenen Heller I. 7. Das Herauswachsen der Hand aus dem Grabe ist ein weitverbreiteter Aberglaube und gilt nicht blos von Dieben, sondern von Frevlern an gebannten Bäumen, (Schillers Tell Act. 3. Sc. 3.) von Vatermördern (Wunderhorn I. 226.) In Schimpf und Ernst ist noch eine andere Erzählung von einem Arm, der aus dem Grab hervorreckt (dän. Ausg, p. 218. Es ist auch nur eine blose Veränderung der nämlichen Idee, wenn aus dem Hügel und Mund Begrabener Blumen oder beschriebene Zettel, ihre Schuld oder Unschuld anzuzeigen, wachsen.

Es ist auch die Sage und der Glauben, daß dem, welcher seine Eltern schlägt, die Hand aus der Erde wächst; so ist der Fuchsthurm auf dem Hausberg bei Jena der kleine Finger eines versunkenen Riesen, der Hand an seine Mutter gelegt hatte.

Quelle:
Jacob und Wilhelm Grimm: Kinder- und Hausmärchen. 2 Bände, Band 2, Berlin 1812/15, S. XXX30.
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