Lob deß H. Ehestandes.

[115] Der Ehestand ist Gottes Ordnung / ohne diesen stand / wäre die Welt längst öde worden; waren auch alle Creaturen umbsonst da / wäre keine Ordnung noch Stand in der Welt / drumb Heva eine Mutter aller lebendigen ist genennet worden / auch der HERR Christus aus dem H. Ehestand gebohrn; dieweiln er nun Gottes Ordnung ist / und der allerbeste und heiligste Stand / so sol man sich auch allzeit darein mit Gebet und Gottesfurcht begeben. Doctor Lutherus in Tischreden. pag. 309.

Zu Gräitz im Voigtlande / unter denen Herren Reusen / heirathet Anno Christi 1583. ein Wittber in der Ernd zeit ein Mägdlein 16. Jahr alt / auß dem Dorff Kummeln der säufft sich vor der Copulation toll und voll / verschlefft hernach die Predigt und Copulation /[115] biß ihm darzu ein Schüller auffmundert. Als das Christliche Werck in der Kirch also verrichtet / und wieder ins Hochzeit Hauß kömpt / legt er sich hinter den Ofen / schläffet den Rausch aus / sähet hernach mit den Gästen an zu zancken / wil die Braut gar nicht wissen / biß letzlich von einem Tag zum andern der Zanck mit dem Schwehr sich so weit einreist / daß bey einer Bier Zech der Schwehr den Eydmann ersticht welcher hernach ohne Gesang und Klang auff dem Scheidweg ist begraben worden; Denn casta DEUS mens est, casta vult mente vocari & castas jussit pondus habere preces. M. Zaderies. pag. 61.


Wer Tantzen wil dem ist nicht gnug /

Das er anhab ein roth bar Schuch /

Es wil noch mehr beym Springen seyn /

Zwey gute Füß / zwey starcke Bein.


Hercules kömpt der Lieb wegen / über ein verzaubertes Kleid / da er es anzeucht / wird er Vnsinnig /und verbrennet sich selbst auff einem Holtzstos: Lucretius wird gleichfals von Lieb Vnsinnig / und ersticht sich. Omnia vincit amor: sed nos cedamus amori. Zaderus.

Philippus / Alexandri Vater / König in Macedonien / freyete ihm eine aus geringen Stamm / daß die Leute meineten / es gienge mit Zauberey zu / aber er sagt zu ihr / deine Zucht / Erbarkeit und Frömmigkeit sind die Stück die mich bezäubert haben: Denn der[116] schönste Schmuck und Zierd deß Weibs / ist Schamhafftigkeit ihres Leibs: Vnd das that auch Alexander sein Sohn /der nam Barsinam / eines Landherrn Tochter / nur von wegen ihrer Tugent. Fato junguntur, fato solvuntur amantes. M. Loenus. Cultus muliebris non corpus exornat, sed detegit mentem. Fabig.

König Tygranes bittet Cyrum / als er von ihm /neben seiner Gemahlin gefangen worden / er wolle nur sie loß lassen / vor seine Person wolt er gern leibeigen bleiben / und das hat König Cyrum bewogen /alle beyde loß zu geben M. Zaderus. pag. 126.

Brias ein Griechischer Häuptmann / fängt einem Bürger seine Braut auff / und weiln er ihr Vnehr ansinuet / sticht sie ihm die Augen aus / rettet also ihre Ehr ohn alle Gefahr.


Sic virtus heroica cadit etiam in fœminas.


Das ist eines Weibs Edle Gab /

Wenn sie so ist gerichtet ab /

Daß nie erzürnt werd der Mann /

Gesund sie ihn lang haben kan.


Titus Flaminius hat Catonem den weisen Manderwegen aus dem Rath gestossen / daß er sich immerzu mit seinem eigenen Weib gehertzet / und einsmals solches gethan in beyseyn seiner Tochter. Zad.


Cum bibis è vitro vitrum cinere esse putatur,

Sic eris cinis cum te trahet ultima finis.
[117]

Die Jüden haben den gebrauch bey ihrer Ehegab daß Bräutigam und Braut aus einem Glaß trincken müssen / und solches hernach zubrechen.

Ein Hertzog von Schleßwig Gebhart / nam Anno Christi 1432. ein Fürstlich Fräulein von Baden zur Ehe / die gebahr ihm Zwilling / zwey Monat eher dann es Zeit war / dann sie hatte kurtz zuvor einen schweren Fall gethan / und die Aertzte wusten auch ihre Vnschuld / aber ihr Herr setzt von ihr ab; der gemeine man war auch zu viel argwöhnisch / da begab sie sich wieder in ihr Vaterland: Als aber von tag zu tag ihre Vnschuld besser am Tag kam / reuhete es ihren Herrn / wolte sie wieder holen / da starb er unterwegs. M. Zaderus. pag. 214. Mich. Sax. im Mal Schatz.

Dem König Hyero Siracusano ward von vielen vornehmen Leuten vorgeworffen / wie es aus seinem Halß so übel riechen thät; da verwiese er es seinem Gemahl mit ernst / daß sie niemals was gesaget hätte: da sprach sie / sie hät es nie geachtet sondern gedacht / alle Männer thäten also riechen. M. Zaderus.

Bey den alten Römern war solche schamhafftigkeit / daß die Eltern mit ihren Manbarn Kindern / Eydman mit dem Schwehr / Schwieger mit der Schnur nicht gebadet haben: Die Teutschen Weiber sind vor dessen zu keinem unzüchtigen Spiel gangen / solches nur an zu schauen. Magister Zaderus. pag. 106.


[118] Tria nobis maximè fugienda sunt.


1. Medicus indoctus. 2. Cibus his coctus. 3. Peuva mulier.


Die Weiber in der Insel Chio haben ihnen nicht wollen nachsagen lassen / das Hurerey oder Ehebruch unter ihnen solte gemein seyn. Ein Mann Taranto mit Namen / so im Ehestand gelebet / hat sich im 100. Jahr seines Alters wieder verjunget / die Gesalt an Farb und Haar verändert / und hernach noch 50. Jahr gelebet. Si ventri benè, si lateri est, pedibusque suis, nil divitiæ poterunt regales addere majus, im Schauplatz. pag. 380.

Plinius schreibt von dem Catone Censorio / daß er nach dem achzichsten Jahr; und Masinissa der Numidier König / nach 86. Jahrn ein ieder noch einen Sohn gezeuget habe. Schaupl. pag. 225.


Vita sani.


1. Ut vivat sanus semel in anno minuas sangvinem.

2. Semel in mense intres in balneum.

3. Semel in septimana amplectere Veneram.

4. Bis in die comede & bibe.

5. Qvietus & benè de nocte dormi. Bebel.


Ein Herr von Lamberg hatte 40. Jahr im Ehestand gelebet mit seiner Gemahlin / und kein Kind erzeugt /da er 80. Jahr alt war / heirathet er Fräulein Magdalenam / Graff Phæbi von Thurn Tochter /[119] und zeugete hernach mit derselbigen 10. Söhne und 4. Töchter /darüber er 99. Jahr alt worden. Hieron. Megiser. Schauplatz.

Fulgosus schreibt von zweien Zwillingen Brüdern /welche auff einen Tag gebohren / auff einen Tag beyde Bischoffe worden / der eine Medardus zu Moyen / der andere Gildades zu Roan / und auff einen Tag wider verstorben: Von Zwillingen / Leser solt du wissen / das wenn zwey Mägdlein / oder zwey Knäblein sollen gebohren werden; schleust es die natur in Utero zusammen / so aber Zwilling sind / ein Mägdelin oder Büblein / so entscheidet es die Natur / daß ein iedes absonderlich in seinem Häutlein liegt. Schauplatz. 248.


Sols seyn / so seys /

Sols nicht seyn / so bleibs.


Graff Stephan Schlick / war 12. Jahr abwesend von seinem Ehegemahl / da gab sich ein Böhmischer Herr an / sie zu freyen / Nein sprach sie / ich kan in so kurtzer Zeit / meines Herren nicht vergessen. Zad.


Natura interdum producit monstra stupenda.


König Soranes war ein heßlicher grober ungestalter Mensch / wenn er bey seiner Königin beyschlaffen wolt / ließ er ihr schöne Bilder auff Taffeln vorzeigen / daß sie möcht schöne Kinder zeugen. August. dib. 2. Flitn. cap. 26. pag. 294.[120]

Die Finnländer haben den gebrauch / wenn Bräutigam und Braut / einander die Hände geben / so müssen sie mit einem Kieselstein von einem stahl Feuer schlagen / zu bestetigen die Lieb.Olaus lib. 4. cap. 7.

Es waren zwene Könige Danaus und Aegisthus /die hätten einer 50. Söhne / der andere 50. Töchter /die liessen sie zusammen heirathen / wärete die Lieb Treu und Freud nicht lang / so erschlugen die Weiber in einer Nacht alle ihre Männer. M. Sachs.

Plutarchus setzt in vita Solonis dieses / als Solon auff eine Zeit / zum Thalete kam und sahe / daß er kein Weib hätte / und ihn derwegen fragete / schweig Thales der weise Mann gantz stille / er stifftete aber einen Boten an / der solte sagen es wäre zu Athen eines hochweisen frommen Mannes Sohn gestorben /er hätte solchen sehen hinaus tragen / und sein Vater wäre nicht zu Hauß / drumb wäre das Leid desto grösser gewesen; fragte Solon den vermeinten Boten /ob er nicht Solon geheissen; ja sagte der Bot / da weinete und heulete Solon: Das ist die Vrsach / sagt Thales / daß ich nicht heirathen mag. Michael Sax im Güldenen Kleinot.

Lycurgus entgegen der hat ein Gesetz gegeben; welche Persohnen wohl zum Ehestand kommen können / und es nicht thun / die solt man von öffentlicher versamlung abtreiben / und im Winter auff blosen Füssengehen lassen. Thomas Sigfridus in conc. nupt.


[121] Qvi sunt insignes fatui?


1. Fidelis amator puellarum. 2. Probus lusor. 3. misericos miles.


Vor Jahren war zu Ambsterdam eine Wirthin / die hatte 29. Männer nacheinander. Zu Basel war eine /die hätte Eilff Ehemäuner / nach ihrem Tod folgete diß Epitaphium: Diß Weib bracht Eilff Männern gefahr / drumb sie deß Tods wohl würdig war.


Uxor fulget radiis mariti.


Von einem jungen tapffern Lacedemonier / wurd einsten ein schönes Weib begehrt / zu ihm zu kommen und seines Willens zu pflegen; dem ließ sie zur antwort geben: Als sie wäre eine Jungfer gewesen /hätte sie gelernt ihren Eltern gehorsam zu seyn / da sie nun ein Eheweib worden / müste sie ihrem Mann folgen / wäre sein Sach ehrlich / solt er ihren Mann drumb begrüssen / wäre es Vnehrlich / möcht er wol aussen bleiben. M. Zaderus. pag. 234.


Qvatuor opera Tyranni sunt:


1. Bonos destruunt. 2. Pauperes odiunt. 3. Malos extollunt. 4. Virtutes evertunt.


Ein Kriegsman bekam auff eine Zeit ein schönes Römisches Weib gefangen / wolte sie zwingen / seines willens zu leben / da sie nicht wolt / gab er ihr einen Streich mit blosen Degen / doch nicht starck /drüber sie[122] Blutrüstig ward / aber sie wolt lieber das Laben lassen als ihr Ehr hindan setzen; deren beständigkeit verwundert sich der Soldat / ließ sie ledig wendete noch 6. fl. auff sie / damit sie wieder zu ihrem Eheman konte gebracht werden: Ihr unzüchtigen frechen Hertzen / bildet euch diese Historien wol ein / haltet über eurer Zucht und Ehr / besser als es bißweilen geschichet. M. Zaderus. pag. 248.

Hertzog von Meiland / Franciscus Sfortig bekam auch gefangen ein Weib mit der er gern seine Zeit vertrieben hätte / die bat ihn mit weinenden Augen / ihr zu verschonen / und sie ihrem Mann wieder zustellen zu lassen / das that er / denn was dem Menschen in Sinn umgeht / aus den Worten man bald versteht. Zaderus. 238.


Esse verecundas testantur balnea gentes,

At nunc vix latebras qverit habere pudor.


Ein schön Weib zu Constantinopel / hätte Keyser Paphlagons Diener lieb gewonnen / muthete ihr Vnkeuschheit an / die erzürnete sich so hefftig darüber daß sie auch ihres Mannes Schwerd ergriffen /und ihn erstach. Als er der Keyser erfuhr / hat er ihr noch alle Gütter deß entleibten einraumen / und das Weib krönen lassen. Zaderus pag. 249

Als Marius der Römische Held in Teutschlad gesieger / und viel schöner Weiber bekommen / nach seinen Willen zu gebaren haben sie sich alle / als sie seine unkeuschheit vermerckt / in einer Nacht erhenckt.[123]

Zur Zeit deß Diocletiani solten 3. gefangene Christen Weiber ins Hurhauß zu Antiochia geführet werden / als sie es erfahren / bitten sie man wolle sie vom Wagen absteigen lassen / sich umb zu sehen / und da es geschicht / ersäuffen sie sich im Meer. Zaderus pag. 252.

Ein Soldat bekam im Scharmützel eine Jungfer Dula mit Namen / die wolt er zwingen / als sie aber beständig blieb / erstach er sie. Castitas vita potior sit! Diese kan sich beschützen / mit dem Exempel Susanne. M. Zaderus. pag. 252.


Qvatuor pervertunt animi judicium.


1. Amor. 2. Avaritia. 3. Odium. 4. Ebrietas.


Hieronymus schreibt von einer versoffenen Seugammen / so von einem Schüller Knaben / der nur 16. Jahr alt gewesen / sey geschwängert worden / und eines Kinds genesen. Brusonius.

Es setzt Filtner cap. 17. pag. 365. in libr. de infl. matr. daß ein Mägdlein von 9. Jahren / ein Kind zur Welt gebohren hab.

Erasmus bezeugt / daß ein Mägdlein von zehen Jahren in Franckreich gar wohl ein Weib / und in Eilfften Jahr eine Mutter mög genennet werden.

Hippo eine Griechische Adels Person / so vom Troianischen Schiffleuten gefangen / und ihr Vnehr ansinnen thäten / hebt ihre Händ empor / klagt dem höchsten ihre Noth / springet drüber ins Meer / und[124] ersäufft sich / den Corper hats Meer ausgeworffen /und ist ehrlich begraben worden. Zaderus.

Aprates eine Jungfer in der Insel Leßbo / wolte von dem Trambeto deß Landherrn Sohn genothzwengt werden / und als sie es nicht thun wil / wirfft er sie ins Meer / und ersäufft sie. Zaderus.


Spectatum veniant, veniunt spectentur ut ipsæ.


Die Thessalonischen Weiber haben die überaus schöne Lais mit Fußschämeln in der Veneris Tempel erschlagen / damit sie ja nicht ihre Männer zur Vnzucht verhetzen möcht.

Deß Königs Theoberti Gemahlin / hat ihre leibliche Tochter zu Verdun erträncken lassen / damit nur ihr anderer Gemahl und Herr / sie nicht möchte zu schanden bringen.

Phuna der König in Indien / hat allen seinen Kämmerlingen die Geburts Glieder / wie auch Nasen und Ohren abschneiden lassen / damit sie ihm keinen schaden in Frauen Zimmer thun möchten: Im ersten theil der Traurigen geschichten. pagina 107. Bodinus.

Guido Vbald / klagte allererst nach zweyen Jahren seiner Gemahlin (da die Vnterthanen zern einen Erben von ihnen beyden gesehen hätten) seine unvermöglichkeit / Kinder zu zeugen; da tröstete sie ihn / mit solchen Worten / er solte es gedultig leiden / es wäre besser keine Kinder / als ungerathene Kinder haben /sie wolt ihre Lieb gegen ihm deßwegen nicht[125] gemindert wissen / hat es auch alles gantzer 14. Jahr biß in ihr Grab verschwiegen gehalten / biß hernach der Hertzog selbst solches dem König im Franckreich geoffenbahret hat. Traur geschicht. pag. 125. Petrus Bembus, pag. 170.


Sit venerada fides uxoris, sitque mariti

Mutua sint semper gaudia paxque freqvens.


Ob schon die Spanier in Indien / bey einnehmung der Insel zum M. Creutz / von König einen grossen Schatz und viel güldene Gefäs / als Kaunen Züber /Vaß / Gelden und anders überkommen / kunten sie doch das Weibsvolk zu keiner Vnzucht bewegen; denn sie litten keinen Ehebrecher / assen noch truncken mit keiner / und wo einer erfahren wurd / so wurd er mit Weib und Kindern verbrennet. Benzo. Chytræus.

Anno Christi 230. hatte der König in Dennemarck eine Tochter / hieß Syritha / die wolte aus Schamhafftigkeit keinen Jungen Gesellen nur ansehen / wurd auff eine Zeit von einem grossen Herrn gefangen / und von einem andern wieder loß gemacht / drauff entfleucht sie in eine Wüsten / hütet aldort der Schaff; aber sie wurd von dem Herrn / so sie vorher gelediget / wieder erforschet und zur Ehe genommen; Crantzius. Zeitb. im 12. pag. 291

Lucretia erstach sich zur rettung ihrer Keuschheit.

Macrina / deß H. Nysseni und Basilii Schwester /[126] wolt ferner nicht heirathen / als ihr Bräutigam ihr vor der Hochzeit starb.

Martia die Edle Römerin / hat die gantze Zeit über ihres Leben / ihres Mannes Tode beklaget.

Eine andere Römische Wittbe / hat sich nach ihres Mannes absterben. 36. Jahr eingesperret gehalten /und mit keinem Mann reden wollen.

Dona Isabella Uragera, wolte lieber sterben / als sich wider verheirathen; in Trauergeschichten ersten theils. pag. 348.

Ein prächtig Kleide nicht zierd ein Weib / sondern verreth ihren frechen Leib.

Vdalricus ein Böhmischer Fürst / als er von der Jagt kam / und sihet ein schönes Bauer Mägdlein Gereth waschen / und gibt ihm auff sein ansprechen freundliche und holselige Wort / hat er wieder seiner Räthe willen / sie zur Gemahlin genommen. Ad res sapè facit magnas occasio parva. Strig.

Keyser Constantinus nam seinen Sohn Romano Schencken Tochter zur Gemahlin ihrer wunder schöne wegen. Strig.


Vive pie semper: frusim peccatu teguntur,

Nullus in his terris est sine teste locus.


Als deß Pandorei Weib / in der Persischen Schlacht gefangen / und ihr Mann geblieben / wolt sie der Persianer ehelichen / sie aber schlug alle Königliche Ehr aus / und erstach sich mit einem Messer[127] nur daß sie ihrem Mann treu verbleib. Es wurd vor Jahren wegen seines Verbrechens / einer vom Adel / Namens Sonas gehenget / als das Weib bald drauff dahin kompt; bittet sie man woll ihr nur vergönnen / daß sie seinen Kopff küssen möchte / als ihr aber solches nicht verwilligt worden / ist sie derwegen / mit sambt ihrer Leibsfrucht verschmachtet / gantz nichts essen noch trincken wollen. Traurer geschicht.

Zenobia der Palmyrener Königin / hat niemals ihrem Herrn den Beyschlaff bewilligt / es sey dann geschehen / zur erzeugung der Kinder; nach iedem Beyschlaff auch gewartet / biß sie sehe / ob sie schwanger worden / und wenn sie schwanger worden / weiter nicht bey ihm geschlaffen / biß sie aus dem Kindelbeit gangen. Trauer geschicht. 2. part. pag. 528

Es wurd zur Zeit eine Jungfer in ihres Vatern Hauß genothzüchtiget / von einem Capitän; als es geschehen / setzt er sich mit ihr an ihres Vatern Tisch redet ihn an / er wolle sie ehelichen / aber sie empfand die bewiesene Schmach so hoch / daß sie ihn am Tisch erstach: Wurde aber von denen Soldaten an einen Baum gebunden / und erschossen. pag. 530.


Vina sitim sedent, Natis Venus alma creandis

Serviat: hos fines transiliisse nocet.


Ein Weib hat zu unterschiedenen mahlen allzeit 5. Kinder: Vnd solches zu zwölff mahlen / als 60. getragen. Albert. Mag. pag. 630.[128]

Etliche Indianische Weiber sollen zu hundert malen gebohren haben. Simon Majolus.

Dem Cn. Pompeio wurd in Asia ein Weib vorgestellet / so 30. mal gebohren. Ægidius Maserius. Trauer geschicht.

Ein Schneider wiese auff eine Zeit / dem Keyser Solymanno zu Constantinopel 30. Söhne zu Diensten an. Bocalinus relat. 68.

Eine Gräfin von Stolberg so Anno Christi 1578. im 75. Jahr ihres alters verstorben / hat 123. Kinder und Kinds Kinder erlebet. Trauer geschicht.

Anno Christi 1612. ist ein vornehmer Mann zu Straßburg gestorben / so 91. Jahr alt worden: Welcher 17. Kinder im Ehestande gezeuget / von denen bey seinen Lebenszeiten 108. Einigklein und 111. Kinds Kinder herfür kommen. Sat dotata venit qvæ benè casta venit. Trauer geschicht. pag. 632.

Anno Christi 1514. ist ein Weib zu Pariß gestorben / so 295. Kinder und Kinds Kinder erlebet gehabt / wie Heintznerus in seinem Itinerario gedenckt.

Im Schloß Endingen in Würtenberger Land / sind ihrer fünff vom Adel häußlich in allen Fried bey einander gewesen / und haben mit ein ander 100 Kinder ehelichen erzeuget. Trauer geschicht. pag. 632.


Non te â justitia retrabant mala munera amoris.


60. Spartanische Jungfern brachten sich selbst ümb / zur rettung ihrer Ehren.[129]

Apollonia sprang selber ins Feuer / damit sie nur nicht den Götzen opffern müste.

Brasillia wolt ihren Nothzüchtiger vor hauch und stechen eine Kunst lernen / und das solt er an ihrem probiren zu rettung ihrer Ehr. M. Julius.

Bey den Egyptiern must alles Weibsbild zu Hauß barfuß gehen.

Bey den Griechen wurden sie zu keinem Schauspiel zugelassen.

Wenn bey den Römern eine Braut zugeführet ward / muste sie den Rocken mit Spinneln in Händen haben.

Die alten Teutschen haben der Braut lassen einen Schuch ausziehen / und solchen an die Wand gehefftet.

Wenn heutiges Tages die Weiber in Türckey ausgehen / müssen sie im Gesicht verhüllet seyn. M. Julius in Reg. de mar. pag. 87.


Sunt qvibus est rixosa domi morosaque conjunx,

Qvalis Xantippe Socratis illa fuit.


Terentiana das fromme Weib hat ihrem Herren in 25. Jahren nicht einmal ein böses Wort gegeben: Xantippe wo bleibstu heutiges Tages / mit deinem bösen muthwillen / Zancksüchtigen / Frechen hinterlassen Samen? Julius.

Solon der hochweise Philosophus hat den Eheleuten zu seiner zeit geboten ihnen eine Qvitten zugeben / weiln solche den Mund und Magen anmutig[130] machet / auch ein lieblichen Geruch von sich gibt: Zur Lehre /dz bey Eheleuten Mund und Hertz sol sein zusammen stimmen / und ein freundlicher lieblicher Geruch unter ihnen seyn. Flitn pag. 339.


Mitius est longè cum demone vivere nigro,

Qvam semper talem pertolerare feram.


Plinius begreifft in seinem Buch lib. 6. unter den Namen Siemann: Die Völcker so von den Amazonen überwunden waren; heutiges Tages bringen eins theils Weiber solch Wort gar in die Practica / schreibens mit FRACTUR über ihre Hertzensthür / wollen Androgynas Weiber Männer geheissen und gehalten werden / wie die tägliche erfahrung sattsam bezeuget.


Humilitas sobrietas & Castitas opera sunt,

qvæ faciunt uxorem placere marito.


Daß die Weiber Hauben und Schleyr tragen müssen / ist ein Zeichen deß Gehorsams und Vnterthänigkeit gegen ihre Ehegenossen: Paulus sagt / 1. Cor. 11. Das Weib sol eine Macht auff dem Häupt haben: Die Griechischen Weiber haben Fußsohlen auff ihren Häuptern getragen über den Schleyern; die Reichen von Sammet und Seiten / die Armen von Baumwoll und andern Zeug / zum beweiß ihrer Demuth und Vnterthänigkeit / die sie ihren Männern nach Gottes Gebot zu thun schuldig sind. Bevignitas[131] & fidelitas faciunt maritum placere Uxori Julius.

Königs in Dennemarck Tochter Signes verliebte sich und sagte einer hohen Stands Person die Ehe zu /als es der Vater erfehret / wil ers nicht gestatten / läst ihn einfangen / und wil ihn hencken lassen; da es die Liebste erfehrt / läst sie ihm sagen / wenn das geschicht / soll er seinen Rothen Mantel aushängen lassen / wolt sie auch weiter keine Stund leben; Er wird gehängt und der Mantel vor das Fenster gethan /drauff verbrennet sie sich auch mit ihme. Mors tamen invasie solemque reliqvere fecit. M. Hammer. in spec. connub.


Omnis domus est sine ordine,

Qvæ caret mulieris regimine.


In Spanien war ein Bauer / dessen Kinder noch bey seinem Leben ein gantz Dorff von 100. mehr als wenigern Häusern besetzt hielten; diese Mutter ist gewesen eine gute Haußzier und keine Auszeer. Porta patens esto nulli claudaris honesto. Ludovicus Vives. Flitn. pag. 367.

Ein Griechischer Jüngling verliebte sich in eine Amasinische Frau Antiopa genand; da er sie nicht bekommen kunt / sprang er ins Meer / und ersäufft sich. M. Hammer.

Carolus Magnus soll sich 5. mal verehlicht haben: Keyser Fridricus sechs mal. M. Hammer in spec. connub..[132]

In der Puriferanischen Provintz wechst ein Baum seiner Tugend wegen hoch berühmt / wegen Zucht und Ehr; wenn man auff ihn zugeht / zeucht er seine äste an sich / geht der Mensch vom Baum weg läst er sie wieder von sich. Scaliger. exerc. 181.

Eine ehrliche Matron derer Maxentius zu seiner Lust begehrt hätte / sagte / sie wolte sich in der Kammer ein wenig anziehen / aber sie erwürgte sich. Also auch that Mallonia. D. Conr. Diet. 4. Psal.


Welche da hat Scham zum Rock /

Die ist die allerschönste Dock /

Sammet und Seiden ziert nicht so sehr /

Als Gottesfurcht / Zucht / Scham und Ehr.


Quelle:
Hammer, Matthäus: Rosetum Historiarum. Das ist: Historischer Rosengarten [...]. Zwickau 1654, S. 115-133.
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