Sechste Szene

[173] Der Tod, mit hohen, dunkelbunt schillernden Flügeln, die Sanduhr in der weißen Beinkralle, ein steinaltes Greisengesicht, gütig und breit, ist auf dem tieferen Gange erschienen. Still stehend und scharf blickend. Beim Äugen nur versunken die Flügel wie zum Fluge breit spreizend, gleichsam probierend.


MANDER hat Astarte, ohne daß eins sich nach dem Tode umblickt, von sich gelassen. Hat sich erhoben. Starrt in die Ferne. Ewig ... ewig ... im Blute schreit's: ewig ...[173]

ASTARTE hat sich ebenfalls erhoben, streichelt Mander über das Haar und geht einige Schritte in die Tiefe. Zärtlich zurückblickend sagt sie. Vertreibe den Tod ...


Dann schreitet sie lachend dem Tode entgegen.

Mander blickt ihr eine Weile nach, wie sie dem Tode nach in die Tiefe verschwindet.


Quelle:
Carl Hauptmann: Die goldnen Straßen. Leipzig 1918, S. 173-174.
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