[275] BENJAMIN allein. So hängt denn all mein Heil jetzt an einem Strick. Er nimmt den Strick. Da ist er. Er macht einen Knoten. So wie dieser Knoten zugezogen ist, sind alle andern gelöst. Tu ichs? Ich sah einmal, daß einem Toten der Bauch aufgeschnitten ward, und dachte, so tot könne der Mensch gar nicht sein, daß er das nicht fühlte. Also! Dort sitzt der Haken! Vielleicht kann ich ihn nicht abreichen. Er versuchts. O – ja! Neu ist er auch, als wäre er nur meinetwegen eingeschlagen! Der Balken freilich ist wurmstichig, doch was tuts? Wenn er bricht, so zerschmettert er mich, und der Tod ist mir in diesem Fall so gewiß, wie in dem andern, daß er hält! Aber – sollte der Doktor wirklich den Mut haben, einen Menschen bei lebendigem Leibe zu schlachten? Ich kanns mir nicht vorstellen! Und wenn – – Soll ich, um ihm die Gewissensbisse zu ersparen, mich selbst mit dem Mord beladen? Daß ich ein Narr wäre!
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Friedrich Hebbel
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