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[340] Es ist ein König in Thule, der trinkt

Champagner, es geht ihm nichts drüber;

Und wenn er seinen Champagner trinkt,

Dann gehen die Augen ihm über.


Die Ritter sitzen um ihn her,

Die ganze Historische Schule;

Ihm aber wird die Zunge schwer,

Es lallt der König von Thule:


»Als Alexander, der Griechenheld,

Mit seinem kleinen Haufen

[341] Erobert hatte die ganze Welt,

Da gab er sich ans Saufen.


Ihn hatten so durstig gemacht der Krieg

Und die Schlachten, die er geschlagen;

Er soff sich zu Tode nach dem Sieg,

Er konnte nicht viel vertragen.


Ich aber bin ein stärkerer Mann

Und habe mich klüger besonnen:

Wie jener endete, fang ich an,

Ich hab mit dem Trinken begonnen.


Im Rausche wird der Heldenzug

Mir später weit besser gelingen;

Dann werde ich, taumelnd von Krug zu Krug,

Die ganze Welt bezwingen.«


Quelle:
Heinrich Heine: Werke und Briefe in zehn Bänden. Band 2, Berlin und Weimar 21972, S. 340-341.
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