19.

[36] Die Schiffe schwimmen durch der Riesen Leichen

Aufs Meer hinaus. Die Segel faßt der Wind.

Sie blähen auf sich, und die Rudrer sind

Im Raum geschäftig, durch die Flut zu streichen.


Das Volk sitzt wie die Fliegen matt im Rumpf,

An Deck, und Mast. Sie schauen vor sich hin.

An nichts zu denken, ist ihr einzger Sinn.

Trübsinnig, krank, verwundet, faul und stumpf.


[37] Die Feldherrn hocken traurig in den Ecken.

Wer grad vorbeigeht, speit sie ins Gesicht.

Sie merken's kaum. Sie denken nur der Speichen


Des Rads, auf das sie bald die Glieder strecken.

Sie brüten, wie den König sie erweichen.

Sie wissen, ach, dem Tod entgehn sie nicht.

Quelle:
Georg Heym: Dichtungen und Schriften. Band 1, Hamburg, München 1960 ff., S. 36-37.
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