4.

[216] Die Sonne, die mit Blumen sich beleuchtet,

Stößt wie ein Aar zu deinen Häupten weit,

Und ihrer Purpurlippen Traum befeuchtet

Mit Tränentau dein weißes Totenkleid.


Dann nimmst dein Herz du aus den weißen Brüsten

Und zeigst es rings dem stillen Heiligtum.

Und deine stolze Flamme rührt die Küsten

Des Himmels an, die werfen deinen Ruhm


Ins Meer der Toten aus wie starke Wellen.

Die großen Schiffe schwimmen um dich her,

Um deinen Turm, und ihre Lieder schwellen

Wie Abendwolken sanft vom großen Meer.


Und was ich dir in meinen Träumen sage,

Das schrein die Priester aus mit Tuba-Ton.

Der Meere dunkle Buchten füllt die Klage

Um dich wie Schilfrohr sanft und schwarzer Mohn.

Quelle:
Georg Heym: Dichtungen und Schriften. Band 1, Hamburg, München 1960 ff., S. 215-216.
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