2.

[72] Des Himmels ewiger Schläfrigkeit entflohen,

Den Spinneweben, die der Cherubim

Erhobene Nasen schon wie Efeu decken,

Dem milden Frieden, der wie Öl so fett,

Ein Bettler, lungert in den Ecken faul,

Dem Tabaksdunst aus den Pastorenpfeifen,

Der Trinität, die bei den Lobgesängen

Von alten Tanten auf dem Sofa schläft,

Dem ganzen großen Armenhospital,

– Verdammten selbst wir uns und kamen her

Auf dieser Insel weite Ödigkeit,

Die wie ein Bootskiel in den Wellen steht,

Um bis zum Ende aller Ewigkeit

Dem ungeheuren Strome zuzuschaun.

Quelle:
Georg Heym: Dichtungen und Schriften. Band 1, Hamburg, München 1960 ff., S. 72-73.
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