Menschliches Elend

[77] Ängstlich muß der Mensch sich müh'n,

Immer nur bedacht auf morgen;

Sieht nichts grünen, nichts erblüh'n

Ohne Furcht und ohne Sorgen.


Immer ist er auf der Flucht;

Auch in schönen Herbstestagen

Greift er nach der vollen Frucht

Nur mit Bangen und mit Zagen.


[78] Und er kennt, er fühlt sein Leid,

Und er kann's auch umgestalten;

Doch er flieht, was ihn befreit,

Und so bleibts denn stets beim Alten.

Quelle:
August Heinrich Hoffmann von Fallersleben: Deutsche Lieder aus der Schweiz, Hildesheim/New York 1975, S. 76-78.
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