I.

[10] Mit achtzehn Jahren macht jeder anständige Mensch, wie bekannt, Verse. Ich rechnete mich auch zu ihnen und machte also auch welche. Nur dass diese »Krankheit des Jünglings«, die bei den meisten Andern wohl nur akut aufzutreten pflegt, bei mir bald bedenklich chronisch wurde. Ich litt an ihr Jahre. Und Alles in mir während dieser Zeit drehte sich nur um das Eine, von dem ich besessen war, wie nur je ein mittelalterlicher Flagellant von seiner Büsseridee. Verse, Verse, Verse! Ich sah, hörte, fühlte und roch nur Verse. Und, was vielleicht das allerschlimmste war, ich schmeckte auch nur welche! Was in Prosa geschrieben war, existirte für mich gar nicht; um mein Interesse zu erregen, musste etwas schon in Rhythmen gefügt sein, und vollends hingerissen, gepackt, mitgewirbelt wurde ich[10] erst, wenn es ausserdem auch noch gereimt war. Das Höchste, das Entzückendste, das es für mich gab, war damals eine Zeile, die wie eine Kuhglocke läutete, oder, wem das zu tempelschänderisch klingt, wer mehr das Chicösere liebt, die wie ein venetianisches Kelchglas schimmerte. Vor solch einem Wunderwerk versank Alles. Vor solch einem Wunderwerk war die ganze übrige Welt nur noch ein Sandkorn, das man zertreten hatte, eine Null, die man ausgewischt. Und wenn ich mich zurückdenke in jene Zeit, wenn sie mir nicht schon zu fern liegt, zu märchenblau, zu umwoben von allerhand Schleiern, ich glaube, ich hätte mir damals um ein halbes Dutzend von solchen Dingern mit Vergnügen den Schädel eintrümmern lassen. Wenn sie dann eben nur dagewesen wären und geklungen hätten, wie vordem noch nie etwas geklungen, und geglitzert!

In späteren Aufzeichnungen – Notizen, Fetzen, Brocken, wie sie mir grade der Zufall gegeben, aufs Papier geschleudert – stiess ich neulich auf folgenden Satz: »Die Sonne schien ihm Lieder ins Herz und der[11] Regen tropfte ihm Melodieen ins Ohr.« Ich entsinne mich nicht mehr recht, auf wen ich ihn damals gemünzt hatte. Wahrscheinlich auf irgend so einen Constructionshelden irgend so eines Constructionsromans, wie man ja deren zu gewissen Lebzeiten oft an die Dutzende mit sich herumträgt. Leider! Aber ich hätte ihn eben so gut auch von mir selbst sagen können. Ich war zwanzig Jahre alt, auch mir ging es so: die Sonne schien mir Lieder ins Herz und der Regen tropfte mir Melodieen ins Ohr.

Ich zitire:


»Ihr Dach stiess fast bis an die Sterne,

Vom Hof her stampfte die Fabrik,

Es war die richtge Miethskaserne

Mit Flur- und Leiermannsmusik.

Im Keller nistete die Ratte,

Parterre gab's Branntwein, Grogk und Bier,

Und bis ins fünfte Stockwerk hatte

Das Vorstadtelend sein Quartier.


Dort sass er nachts vor seinem Lichte,

– Duck nieder, nieder, wilder Hohn! –

Und fieberte und schrieb Gedichte,

Ein Träumer, ein verlorner Sohn.[12]

Sein Stübchen konnte grade fassen

Ein Tischchen und ein schmales Bett;

Er war so arm und so verlassen

Wie jener Gott aus Nazareth!


Doch pfiff auch dreist die feile Dirne,

Die Welt, ihn aus: »Er ist verrückt!«:

Ihm hatte leuchtend auf die Stirne

Der Genius seinen Kuss gedrückt.

Und wenn, vom holden Wahnsinn trunken,

Er zitternd Vers an Vers gereiht,

Dann schien auf ewig ihm versunken

Die Welt und ihre Nüchternheit.


In Fetzen hing ihm seine Bluse,

Sein Nachbar lieh ihm trocknes Brod,

Er aber stammelte: »O Muse!«

Und wusste nichts von seiner Noth.

Er sass nur still vor seinem Lichte

Allnächtlich, wenn der Tag entflohn,

Und fieberte und schrieb Gedichte,

Ein Träumer, ein verlorner Sohn!«


Das war das Einleitungsgedicht zu einem Cyclus, in dem meine Stimmung damals gipfelte, betitelt »Phantasus«: die états d'âme eines jungen Poeten in Liedern, der an der Trivialität seines Milieus zu Grunde geht hoch oben in Berlin N. in irgend einer Dachstube.[13]

War es nur Zufall gewesen, oder mehr als das? Aber mit diesem »Phantasus« hatte ich mir mein eignes Epitaph gesetzt!

Als das Buch, in dem er, für etwaige Sammler von solchen Kuriositäten, nebst mehreren hundert anderen Gedichten von mir noch heute zu finden ist, erschienen war (Das Buch der Zeit. Lieder eines Modernen. Zürich 1885), rieth mir der Berliner Kladderadatsch, der sich daraufhin meiner sehr annahm: Essigfabrikant zu werden.

Dieses wurde ich nun zwar nicht, aber die erste Bresche in meine Naivität war doch damit geschossen. Ich erwachte! Das heisst, noch nicht gleich und ganz. Aber doch allmählig.

Ich erinnere mich noch an alles ganz genau. Es war auf einer Reise in den Hundstagen gewesen nach meiner Heimath, die ich schon seit zehn Jahren nicht mehr gesehn hatte. Die letzte Poststation war erreicht, von da holte mich ein kleines Wägelchen ab, das sehr schön nach Theer und Leder roch und mir noch sehr gut bekannt war. Es hatte uns Jungens früher[14] immer zu den Ferien abgeholt. Und während es sich nun von dem Kruge aus, wo es gehalten hatte, schon in Bewegung setzen wollte und die beiden Braunen davor grade anzogen, reichte mir der Wirth, der zugleich der Postmeister des Dörfchens war, noch schnell ein Päckchen nach, das schon mehrere Tage lang hier in aller Stille auf mich gewartet hatte und nun doch in einem Haar fast vergessen worden wäre. Mein Herz schlug, als ich es zwischen den Fingern fühlte. Ich wusste genau, was in ihm drin war. Die Schweizer Marken, mit denen es beklebt war, hatten mir bereits alles verrathen. Und während es nun stuckernd die Dorfstrasse hinunterging und die Hunde aus den Höfen her bellten und die Kinder auf Spitzzehen hinter den Zäunen standen, verbrannt und flachshaarig und die Finger in den schmutzigen Mäulern und die meisten nur im Hemde und baarfuss, und über Allem die Sonne schien: sass ich da, das kleine zierliche Rechteckchen vor mir auf den Knieen, kreuzvergnügt und dabei doch vor Ungeduld fast vergehend, dass die letzten Strohdächer hinter uns verschwänden[15] und wir erst wieder zwischen den gelben Kornfeldern wären. Denn ich hätte meinen Kopf drauf gelassen: hinter diesem kleinen grauen Pappumschlag verbarg sich absolut nichts anders als das erste Exemplar meines ersten »Werkes«! Was ich früher bereits geschrieben hatte, »rechnete« ich nicht. Und es wäre mir gradezu wie eine Art »Entweihung« vorgekommen, wenn ich es nun hier, mitten zwischen den kakelnden Hühnern, enthüllt hätte und nicht draussen, wo der Himmel hoch oben voller Lerchen hing und von den Wegrändern her die rothen Klatschrosen grüssten und aus der Ferne die Wälder. Ich war eben damals noch sehr, sehr jung .... Endlich! die Bindfäden waren zu fest verknotet, ich zerschnitt sie. Hurrah, da lag es! »Das Buch der Zeit. Lieder eines Modernen. Zürich.« Sauber gedruckt, mit rothem Titel und auf schönem, wunderschönem, gelbweissem Papier!

Und wie ein katholischer Christ, der sich vor seiner Hostie neigt, sog ich es ein, gläubig, gierig, was ich drübergesetzt hatte als Motto:[16]


»Fürwahr sie irrten, die gesagt,

Die deutsche Poesie sei todt;

Nein, wenn ein Abend wirklich naht,

So dämmert bald das Morgenroth.

Schon sah ich fern am Horizont

Des neuen Tages neuen Schein,

O lasst in seiner Frühe mich

Der ersten Lerchen eine sein!«


Die Luft über mir war Musik und meine Backen brannten ...

Und dann weiter, immer weiter, während es näher ging und immer näher, unter nickenden Blumen und wehenden Weggräsern den alten Stätten zu, was ich niedergeschrieben hatte in langen Winternächten und in der Ferne:


»–Ich aber mag nicht, lass wie ihr,

Das Pfund, das Gott mir gab, verwalten,

Ich will hoch über mir entfalten

Der Neuzeit junges Lenzpanier.


Ich lache, wollt ihr blöden Blicks

Verjährten Tand modern staffiren

Und himmelbläulich phantasiren

Vom Waldgnom und vom Wassernix.[17]


Ich lache, zählt ihr eins, zwei, drei

Die Kugeln, die ihr nie verschossen,

Die Thränen, die ihr nie vergossen,

Ein jeder Zoll ein Papagei.


Ich lache, doch mein Zorn hält Wacht,

Denn der St. Veitstanz wird zur Mode;

Ich weiss, ihr tanzt nur aus Methode,

Weil ein Narr viele Narren macht.


Doch tollt nur euern tollen Schwank,

Nur zu, je toller, desto besser:

Ich biet euch Kampf, Kampf bis aufs Messer,

Und gehe meinen eignen Gang!


Den Gang, den lichtumstrahlt die Kunst

Sieghaft zu wandeln mir geboten;

Und Herz an Herz mit ihren Todten,

Veracht ich euch und eure Gunst!


Denn mir schlägt nicht das Wort den Takt

Zum Reigen selbstischer Gedanken,

Ein Löwe, hat es seine Pranken

Tief in mein Herzfleisch eingehackt.


Nur, dass es mich nicht jäh zerfleischt,

Such ich's mit Liedern zu beschwören,

Doch nicht beim Rauschen alter Föhren,

Die Nachts ein schwarzer Aar umkreischt.[18]


Auch nicht ins Grab der Lorelei

Verirrt sich mehr mein schwankes Steuer,

Die Zeit verliebter Abenteuer,

Für mich ist sie schon längst vorbei.


Nein, mitten nur im Volksgewühl,

Beim Ausblick auf die grossen Städte,

Beim Klang der Telegraphendrähte

Ergiesst ins Wort sich mein Gefühl.


Dann glaubt mein Ohr, es hört den Tritt

Von vorwärts rückenden Kolonnen,

Und eine Schlacht seh ich gewonnen,

Wie sie kein Feldherr noch erstritt.


Doch gilt sie keiner Dynastie.

Auch kämpft sie nicht mit Schwert und Keule

Galvanis Draht und Voltas Säule

Lenkt funkensprühend das Genie.


Und um sich sammelt es ein Heer

Von himmelsturmenden Ideen,

Gedanken blitzen und verwehen

Unzählig, wie der Sand am Meer.


Doch mehr als einer wird zur That

Und lenkt das Schicksal der Geschlechter,

Und als des Ideals Verfechter

Streut er der Zukunft goldne Saat.[19]


Und auf flammt dann ein neues Licht,

Ein neuer Welttag für die Erde,

Denn auch die Menschheit hat ihr »Werde!«

Und sinnlos ist kein Traumgesicht.


Der ewge Friede baut sein Zelt

Und ob die Zeit sie auch verdamme,

Der Freiheit goldne Oriflamme

Weht leuchtend über alle Welt.


Und wenn dann Lied auf Lied sich ringt

In immer höhre Regionen

Und alle Völker, alle Zonen

Ein einzig grosser Bund umschlingt:


Dann ist's mir oft, als ob die Zeit,

Verlästert viel und viel bewundert,

Als ob das kommende Jahrhundert

Zu seinem Täufer mich geweiht.


Als müsst ich stossen in die Brust,

Ein Winkelried, mir eure Speere:

Hie Wahrheit, Freiheit und hie Ehre!

O Kampf der Liebe, Kampf der Lust!!


Drum dir, die schmerzvoll mich gebar,

Dir, junge Zeit aus Blut und Eisen,

Leg ich mein Herz und seine Weisen

Nun stumm auf deinen Hochaltar![20]


Schaust du doch auch ins Morgenroth

Und träumst von unentdeckten Welten;

Wirst du die Liebe mir vergelten,

Die tief für dich mein Herz durchloht?


Doch ob auch Dampf und Kohlendunst

Die Züge dieser Schrift verwaschen;

Kein flüchtig Glück will ich erhaschen,

Ich liebe dich, nicht deine Gunst!


Mir schwillt die Brust, mir schlägt das Herz

Und mir ins Auge schiesst der Tropfen,

Hör ich dein Hämmern und dein Klopfen

Auf Stahl und Eisen, Stein und Erz.


Denn süss klingt mir die Melodie

Aus diesen zukunftsschwangern Tönen;

Die Hämmer senken sich und dröhnen

»Schau her, auch dies ist Poesie!


Sie kehrt nicht nur auf ihrem Gang

In Wälder ein und Wirthshausstuben,

Sie steigt auch in die Kohlengruben

Und setzt sich auf die Hobelbank.


Auch harft sie nicht als Abendwind

Nur in zerbröckelnden Ruinen,

Sie treibt auch singend die Maschinen

Und pocht und hämmert, näht und spinnt.[21]


Sie schaukelt sich als schwanker Kahn

Im blauen schilfumkränzten Weiher,

Sie schlingt den Dampf ums Haupt als Schleier

Und saust dahin als Eisenbahn.


Von nie geahnter Kraft geschwellt,

Verwarf sie ihre alten Krücken,

Sie mauert Tunnel, zimmert Brücken

Und pfeift als Dampfschiff um die Welt.


Ja, Wunder thut sie sonder Zahl,

Sie lindert jegliches Verhängniss,

Sie setzt den Fuss selbst ins Gefängniss

Und speist die Armuth im Spital.


Wohl war's der Himmel, der sie schuf,

Doch heimisch ward sie längst auf Erden;

Drauf immer heimischer zu werden,

Ist ihr ureigenster Beruf!«


So klingt das Lied, das hohe Lied,

Das dumpfauf mir die Hämmer dröhnen;

Euch aber, euch, die es verhöhnen,

Euch fordr' ich kühn in Reih und Glied!


Rückt an; mit offenem Visir

Und harter Faust will ich euch weisen:

Ich und mein Lied, wir sind von Eisen –

Ihr oder ich, ich oder ihr![22]


Denn nicht soll einst in später Zeit

Mit selbstgefälligem Behagen

Ein später Enkel von uns sagen,

Was roth wie Blut zum Himmel schreit.


»Poeten ohne Poesie,

Und keiner rief das Wörtchen: Rette!

Sie blökten allsammt um die Wette,

Wie eine Heerde Hammelvieh!«


Nein, nein und nein und aber nein!

Ein Schuft sein will ich, wenn's so endet!

Das Blatt hat endlich sich gewendet!

Dies Buch soll dess ein Zeichen sein!


Soll sagen, was ihr nie gewollt:

Der Singsang hat sich ausgetutet –

Auch durch das junge Lied noch fluthet

Das alte Nibelungengold!


Drum ihr, ihr Männer, die ihr's seid,

Zertrümmert euere Trugidole

Und gebt sie weiter, die Parole:

»Glückauf, glückauf, du junge Zeit!«


Und alles blieb still, nichts regte sich! Kaum, dass es einige wohlwollende Kritiken tröpfelte. Die junge Bewegung, die heute[23] bereits unsre ganze deutsche Litteratur erfasst hat, lag eben damals kaum noch in den Windeln, und um so seltsamer, ja gradezu um so »rührender« musste ein Buch wirken, dessen Autor gleich in der ersten Zeile, die es überhaupt enthielt, naiv genug war, zu gestehn, dass der »Bart ums Kinn« ihm noch nicht ins »Sprossen« gerathen war, und der, wie es schien, grade hieraus einen Hauptanlass nahm, die Hühneraugen seiner etwas completter bebarteten Herren Collegen für durchaus geeignet zu einem Schuhplattler zu halten:


»Der Tonfall meiner lyrischen Collegen

Ist mir ein unverstandner Dialect,

Denn meinen Reim hat die Kultur beleckt

Und meine Muse wallt auf andern Wegen!


Ins Waldversteck verirrt sie sich nur selten,

Die blaue Blume ist ihr längst verblüht,

Doch zieht die Ahnung neugeborner Welten

Ihr süsser als ein Märchen durchs Gemüth.

Zur Armuth tritt sie hin und zählt die Groschen,

Ihr rothes Banner pflanzt sie in den Streit;

An ihr Herz schlägt das grosse Herz der Zeit

Und aller Weltschmerz scheint ihr abgedroschen.«[24]


Oder:


»Eins ist noth, ach Herr, dies Eine

Lehre mich vollbringen hier,

Und mein Schutzpatron, der Heine,

Schärfe meine Klingen mir;

Gürt mein Herz mit Siegfriedsleder,

Giess ins Hirn mir tausend Lichter

Und befiel in meine Feder

Unsre sogenannten Dichter;

Dichter, deren ganzer Codex

Essen Trinken, Trinken Essen,

Dichter die sich in den Podex

Hämorrhoiden eingesessen!


Grüss Gott, ihr Folianten,

Hurrah, in den Tod!

Spielt auf, Musikanten,

Dies Eine thut noth!«


Oder gar:


»Tagtäglich wispert die Kritik:

O wirf ihn fort den Hungerknochen,

Es hat die leidge Politik

Schon Manchem hier den Hals gebrochen.


Such lieber hohe Protegees,

Dein Socialismus ist uns schnuppe,

Denn schliesslich wärmst Du nur, gesteh's,

Die Achtundvierzger Bettelsuppe.[25]


Ich hör's und fluche: Sapperment!

Zwar lieblich locken die Moneten,

Doch fehlt mir leider das Talent

Zum schwarzweissrothen Hofpoeten.


Drum bitte, mir drei Schritt vom Leib

Mit euern Tombackpoesien

Und zischt nicht wie ein feiles Weib:

Tritt ein in unsre Koterien!


Thät ich's, ich wär ein Halb-Poet,

So aber ruf ich durch die Gassen:

Die Welt, die sich um Liebe dreht,

Weiss auch das Hungertuch zu hassen!«


Wie er freilich daraufhin, und wohl auch noch auf manches andre in seinem Büchlein, hatte erwarten können, dass man ihn zum Dank dafür »mit Prallinees beschmeissen« würde, begreife ich allerdings heute noch nicht. Aber so gênant mir das natürlich nachträglich auch ist, ich muss leider constatiren, er war so ein Peter. Und als man ihn nun gar statt dessen vollends mit »Lehm« beschmiss, und zwar, wie das köstliche Dictum so wunderbar nüancirt, noch mit »nassem«,[26] da, versichre ich, war der arme Junge ganz perplex und begriff das einfach gar nicht.

Was hatte er denn eigentlich verbrochen? Warum hatte das Buch nicht, wie man es nennt, eingeschlagen? Warum hatte es nicht sofort mehrere Auflagen erlebt? Etwa, weil es schlechter als Albert Träger war, oder Julius Wolff, seine Concurrenten? So dumm fragte ich damals noch!

Und dann weiter, als ich mir sagte, dass es denn doch »daran« unmöglich liegen konnte: Hatten meine Freunde, die den Vers für die überwundene Form einer überwundenen Epoche erklärten, recht? War ich ins Verkehrte getappt? Hatte ich einehandvoll Glühwürmer fälschlich für einen Himmel von Sternen angesehn? Hatte ich die Posaunen von Jericho gehört, wo nur ein Grassmückenconcert war? Und musste ich nun, um meiner Zeit, die ich liebte und der mein ganzes Herz gehörte, gerecht zu werden, um ihr nicht gar zu sehr hinterdrein zu tappen, von Neuem anfangen? Von der Pike wieder auf?

Das waren Fragen die mich folterten.[27]

Um ihnen zu entgehn, um sie zum Schweigen zu bringen, stürzte ich mich in eine neue Arbeit, und während die Druckerschwärze auf dem Titel des ersten Buches noch kaum recht getrocknet war, hatte ich auch schon ein zweites niedergeschrieben, in vier Wochen, vierundzwanzig Kapitel, 200 Seiten lang und natürlich wieder Verse!


»Unterm Heiligenschein.

Ein Erbauungsbuch für meine Freunde.«


In ihm spiegelte sich meine ganze Zerrissenheit. Nachdem, die kleine dürre Fabel einer alten Legende nur so als Vorwand, im tollsten Zickzack, über Alles und Nichts hinwegkutschirt war, dass die Steine nur so flogen und es aus den Pfützen spritzte, schloss es mit dem letzten Kapitel. Ich gebe es hier wieder als »document«:


»Katzenjammer! Ach, schon einmal

Griff der Dichter, den dein Genius

Bleiern überwältigt hatte,

In die Saiten seiner Leier,

Respective seine Feder

Stippte dreimal sich ins Tintfass

Und bekratzte dies Papier![28]


Katzenjammer! Wieder drohst du

Ihm moquant mit deiner Ruthe,

Und trivial durch seinen Schädel

Poltert dein besoffnes Elend!


Gähnend mit sich selbst zerfallen,

Wie ein alternder Roué,

Starrt er trüb auf sein Geschreibsel

Und spedierte es am liebsten

In den ersten, besten Ofen.


Denn der Wein, den seine Muse,

Unter falschem Etiquett,

Ihm verführerisch kredenzt,

War ein ganz gemeiner Krätzer! –


Ach, wann endlich wird die Sonne,

Die nach Schiller dem Homer schien,

Auch in seine Seele leuchten?


Als ein Kindlein seiner Zeit

Spellt er noch wie seine Mutter

Sich in hunderttausend Splitter,

Und vergeblich sucht sein Geist sich

Blitzend wie ein Bergkrystall,

In ein Ganzes zu verschmelzen.


Jene nächtigen Probleme,

Die jetzt lauernd durch die Welt

Wie die Tigerkatzen schleichen,[29]

Pfauchen auch in seine Träume,

Und wenn morgens dann sein Stift

Hastig über das Papier flirrt,

Scheint ihm seine Skribelei oft

Unerträglich und banal.


Liebeslieder zu scandieren

Wäre freilich profitabler.


Doch die Lügen, die das Mondlicht

Ihm romantisch ins Gehirn scheint,

Sind dem Zeitgenossen Zolas

Kakerlakenideale.


Soll sein Lied, das er so keck

»Seit der alte Papa Wieland«

U.s.w. angefangen,

Jetzt wie ein begossner Pudel

Kläglich sich vor euch verstecken?


Hat er nicht wie jener »Junker«,

Dessen Grab in Syrakus liegt,

Noch diverse Odysseen,

Wenn auch grade nicht auf Lager,

So doch mindestens in petto?


Zwar auf »Vorschuss-Lorbeerkronen«

Ist er weiter nicht erpicht.[30]


Doch ihn drängt's, an dieser Stelle

Seine Zukunftswelt in spe

Präludierend zu begrüssen.


Möglich, dass sein Katzenjammer

Sich dann menschlich rühren lässt!«


Und nun, mit Pauken und Trompeten, um auch ja nur zu übertäuben, was sich aber nicht übertäuben liess, folgte als Ende des Ganzen ein Anfang.

»Präludium!«

Auch dieses betreffende Stück gebe ich hier wieder, obgleich es sehr lang ist, weil es aber meine Stimmung damals besser reproducirt, exacter, als ich dies heute vermöchte, aus der blassen Erinnerung, und weil ich es für nothwendig erachte, dass ich sie hier nicht übergehe.


»Präludium

Dieses lachende Präludium,

Lachend sei es dedicirt

Euch, ihr wohlverbohrten Ritter

Vom romantisch blauen Strumpfband

Und vom klassischen Kothurn.[31]


Euch und allen andern windgen.

Hyperschlauen Kritifatzkis,

Die, zum Zeichen, dass sie's lasen,

In dies saubre Exemplar

Eselsohren falzen werden.


Bitte sich nicht zu genieren,

Dass ich dies mein kleines Epos

Nicht gleich, zunft- und zopfgerecht,

Philologisch präludirte:

»Nenne mir den Mann, o Muse!«


Armer klassischer College!


Streu, wie unser Grossohm Hiob

Asche Dir auf deine Platte,

Denn die Welt hat sich gedreht

Und mit Wolfgang Goethe starb

Längst der Letzte der Olympier.


Andre Zeiten, andre Lieder,

Andre Lieder, andre Menschen,

Und von Wien bis nach Paris

Fährt man heutzutag per Blitzzug

Noch nicht lumpge dreizehn Stunden.[32]


Zwar ein Dichter, der wie ich

Schon von jeher kein Talent,

Und, getreu der goldnen Fahne,

Die mir roth zu Häupten flattert,

Zukunftsroth und gleichheitspredgend,

Warn ich meine Concurrenten

Vor der unsoliden Firma

Der Homers und Compagnie.


Ja, mein Herz, ich muss Dich seufzend,

Seufzend, wenn ich daran denke,

Dass auch ich ein Versfaiseur nur,

Oeffentlich hier denunciren:


Dein Credit beginnt zu wanken,

Deine Curse stehen schlecht,

Und dein Renommee ward schartig

Wie ein schäbiger Cylinder


Ach, es ist nur gar zu wahr,

Dein ambrosisch grüner Lorbeer

Fing mit Harold – Byron schon

Ganz bedenklich an zu welken,

Und in meinen Augen bist Du

Nur ein ganz profaner Mensch

Und als solcher wiederum

Nur der erste aller blinden

Bänkelsänger Griechenlands.[33]


Ja, mein Hirn ist ein Rebell,

Und wie alle diese Leute,

Die auf Alles kreuzweis pfeifen,

Bläht es frech sich auf und pfeift auch

Auf das schulstaubtrockne Dogma

Klassischer Autorität


Immer noch durch unsre Köpfe

Taumeln schwarz bechapeauclacquet

Sich die Götter des Olymp,

Und wenn Rothschild mein Cousin wär,

Liesse heute noch die »Times«

Einen Aufruf los zur Gründung

Eines internationalen Antimuseistenclubs.


Hätte ein gewisser Herwegh,

Der ein grosser Demokrat

Und ein grössrer Dichter war,

Ihn nicht meuchlings schon verausgabt,

Hier an dieser schönen Stelle

Bräch ich aus in den Naturlaut:

»Raum, ihr Herrn, dem Flügelschlag

Einer freien Seele!«


Poesien für Pennäler

Sind bereits genug gedrechselt;

Siehe hier das Gros der Werke

Unsrer deutschen Dioskuren –

Nomina odiosa sunt![34]

Aber vollends lasst mich schweigen

Von den lächerlichen Grössen

Ihres lächerlichen Nachtrabs!


Graf von Platen war ihr Mogul,

Und die griechische Schablone

Rüpelte jahrzehntelang

Ihre längstversteinten Formen

Ueber jeden deutschen Quark.


O, ich hasse dies Gezücht

Phrasenschwammiger Banausen,

Das nach jedem Wort sich einen

Idealen Kloss ins Maul pfropft!


Aber ach, mein braves Deutschland

War ja leider das beliebte

Eldorado der Philister

Schon seit anno Tacitus!


Seit der alte Herr von Hutten

Von der Meute seiner braven

Zeitgenössischen Philister

Wie ein Hirsch ins Holz gehetzt,

Auf der Ufenau verreckt ist,[35]

Hat nur ein Mensch hier in Deutschland

Tabak, Bier und Kohl verdaut,

Der, bis in den Tod sich selbst treu,

Ein lebendiger Protest war

Gegen jedes lächerliche,

Knöcherne Schablonenthum.


Fern vom Rhein, wo er sein erstes

Kinderhöschenpaar zerrissen,

Fern in Frankreich liegt sein Grab,

Und von Immergrün umwoben

Schaut es hoch her vom Montmartre

Auf die Weltstadt an der Seine.


O, ich weiss, wie einst die Mitwelt

Vipernzüngig ihn begeifert;

Kann doch selber heutzutag noch

Ihm kein Dunkelmann vergessen,

Dass sein rothes Dichterherz nicht

Pauvre wie ein pauvres Talglicht,

Sondern gross und welterleuchtend

Golden wie die Sonne brannte.


Ach, die Lösung dieses Räthsels,

Das durchaus kein Phänomen,

Lässt sich leicht in Worte fassen:

Heinrich Heine war kein Stockfisch,

Heinrich Heine war ein Mensch![36]


Schellenfroh aus seinen Nestern,

Drin es lichtscheu sich verkrochen,

Schreckte er das nachtverliebte

Fledermausgezücht der Vorzeit,

Und sein blutender Messias

War das dreimal heilge Recht!


Ja, »Hosianna!« rief er jubelnd,

Seine Hymnen präludirten

Den »Befreiungskrieg der Menschheit«,

Und in seinem Herzen schliefen

Schon des neuen Weltprogramms

Goldne Zukunftsparagraphen.


Zwar sein armer Körper war

Abgemergelt wie ein Schatten,

Aber seine goldne Seele

Strotzte nur so von Gesundheit.


Fern im lachenden Paris,

Eingepfercht in ihre graue,

Muffige Matratzengruft,

Rang sie singend wie ein Schwan

Jahrelang mit ihrem Tode,

Denn die Weltlust war ihr Spielzeug

Und ihr Liebling war das Meer.


Doch das Schwimmbassin des Nereus

War von jeher schon ein äusserst

Komplizirter Mechanismus.[37]


Neben Perlen züchtet es

Auch noch ganz gemeine Schlangen.


Längst versoffne Seemannsprime

Wälzt es gleichfalls tief im Bauch rum,

Und die Traumwelt der Atlantis

Harrt, bedeckt von Gold und Seetang,

Ihrer künftgen Auferstehung.


Um den Wendekreis des Krebses

Wälzt der Teifun vor sich her

Chinas räuberische Dschunken,

Und am Strand von Norderney

Baden Deutschlands Aphroditen

Ihre semmelblonden Glieder.


Ja, ein Künstler ist der Weltgeist

Und das Meer sein Meisterwerk!


Silbergrau durch seine rothen,

Brennenden Corallenwälder

Tummelt sich der flinke Stör,

Und versunkne Städte läuten

Oft aus seinen blauen Fluthen

Ihre träumerischen Glocken

Märchenhaft ins Abendroth.


Doch zur Zeit der Aequinoctien

Wird es hungrig, wie ein Wärwolf,

Und die jungen Fischerfrauen

Schrein dann nächtlich oft im Traum auf.[38]


Mit dem Herzen eines Dichters,

Der sein Lebtag nicht nur Thee soff,

Sondern manchmal auch frivol

Veritablen Rum hineingoss,

Ist es ähnlich meist bestellt.


Heine war ein solcher Dichter;

Und wenn dann und wann sein Magen,

Statt des oben schon erwähnten

Obligaten »Thees mit Rum«,

»Rum mit Thee« verconsumirte:

Nun, wer will ihm das verdenken?


Spucken mögen auf sein Grab

Dreimal alle alten Jungfern:

Heilig war ihm seine Liebe

Heilig war ihm auch sein Hass!


Sein Geschlecht war ein erlauchtes,

Und die Blüthen seines Stammbaums

Sind die Sterne ihrer Völker.


Aristophanes, der Grieche,

War sein vielgeliebter Ahnherr,

Miguel de Saavedra

Und der Doctor Rabelais

Waren gleichfalls seine Ahnen.[39]


Doch wozu, o Publikum,

Geb ich heut, wo Dahn und Ebers

Siegreich mit mir concurriren,

Dir ein Privatissimum

In der Kunst der Langenweile?


Ach, die Werke jener Männer

Kennst Du kaum dem Namen nach,

Denn ein einzger Pattitriller

Gilt Dir mehr als tausend Mozarts.


Strickstrumpfflüchtig rettete

Vor dem Schreckregime der Trikots

Die Vernunft aus dem Theater

Sich ins Land der Botokuden,

Denn das neunzehnte Jahrhundert

Applaudirt wie ein Cretin

Nur Ballets und Operetten.


Wer wird heut auch, wo der Golddurst

Wie ein Moloch sich gerirt,

Hamlet oder Faust studiren?


Lieber schluckt man Casanovas

Elegante Sauerein!


Ja, ein Lüstling ist der Zeitgeist,

Ein gealterter Roué,

Und in jedem neuen Buch,

Das ihm eine Kernnatur

Zornig lachend an den Kopf wirft,

Wittert er versteckte Zoten.[40]


Seine alternde Maitresse,

Die Geborene von Welt,

Thut es selbstverständlich dito.


Jeden kantigen Charakter,

Der es lästerlich verschmäht

Honig ihr ums Maul zu schmieren,

Wühlt sie skeptisch um und um,

Wie's mit einem Stückchen Erde

Wohl nach Würmern thut ein Maulwurf.


Grosser Zeitgenosse Emile,

Dich auch, Dich hat sie verlästert,

Und der Shakespeare des Romans

Ward zum Dichter der Kloake.


Doch was thuts? Wenn auch die alten

Weiber beiderlei Geschlechts

Prüde sich vor Dir bekreuzgen,

Dein Genie reckt seine Glieder,

Seine giftgeschwollnen Stichler

Fallen von ihm wie die Fliegen

Und sein Haupt ragt in die Wolken!


Zola, Jbsen, Leo Tolstoi,

Eine Welt liegt in den Worten,

Eine, die noch nicht verfault,

Eine, die noch kerngesund ist!


Klammert euch, ihr lieben Leutchen,

Klammert euch nur an die Schürze[41]

Einer längst verlotterten,

Abgetakelten Aesthetik:

Unsre Welt ist nicht mehr klassisch,

Unsre Welt ist nicht romantisch,

Unsre Welt ist nur modern!


Und der Mensch, der sie mit tausend,

Abertausend Eisenarmen

Erdverlangend wild umschnürt hält,

Ist er gleichfalls nicht modern?


Glaubt er wirklich noch an eure

Abgedroschnen Ammenmärchen

Und dass schwarz soviel wie weiss

Und dass zwei mal zwei gleich fünf ist?


Macht euch auf, ihr Neunmalweisen,

Schleicht euch nächtlich durch die Gassen,

Pilgert tags durch die Fabriken

Und den Denkern schaut ins Hirn!


Thut's und wagt es dann zu läugnen,

Dass der Mensch sich, den die Vorzeit

Wie ein Thier ins Joch geknutet,

Endlich sehnt, ein Mensch zu werden![42]


Ausgetreten hat der Träumer

Endlich seine Kinderschuhe,

Und vor seinen trunknen Blicken

Wiegt sich lachend, wie ein Eiland,

Das das Weltmeer grün umschaukelt,

Seine märchenhafte Zukunft.


Durch die Wälder Kaliforniens

Schnüffelt wie ein Riesenwurm

Feuerschnaubend sich sein Dampfthier,

Und ums Cap der guten Hoffnung

Segeln seine Panzerschiffe.


Seine Telegraphendrähte

Ueberbrücken wie ein Wasser

Delhi's grüne Palmenwipfel,

Und durchs ewige Eis des Nordpols

Blitzen weisslich die Gebeine

Seiner neusten Märtyrer.


Tausend goldne Sacramente,

Die Kleinodien seiner Kindheit,

Sind zersprungen wie ein Glas,

Und die alte, taube Nusswand

Einer abgelebten Kunstform

Sollte frech sie überdauern?


Deklamirt nur, ihr Poeten,

Eure lyrischen Tiraden,

Eure wortverbohrte Nichtswelt,

Mit euch selber geht sie unter![43]


Doch das thut nichts. Eine neue

Taucht schon lächelnd aus den Wassern,

Und die Wasser gehen schwanger

Noch mit hunderttausend andern.


Hätte dies, mein kleines Carmen

Nicht so wohlgeschliffne Krallen,

Die so unbarmherzig spitz sind,

Ich verbräche sans façon

Folgende Apostrophe:


»Du, mein Lied, um das mein Herz

Lieblich klang wie eine Glocke,

Schwing Dich auf, mein goldner Liebling,

Schwing Dich auf wie eine Taube,

Bis die Wasser sich verlaufen!


Melancholisch um mein Haupt

Schwingt die urweltschwangre Sintflut

Ihre dunklen Rabenflügel,

Und durchs Schleusenmeer des Himmels

Brüllt noch immer das alte Chaos!


Ach, und doch! Durch mein Gehirn

Huscht es wie von goldnen Lichtern,

Und die eingelullte Sehnsucht

Nach den hängenden Gärten der Sonne

Wachte weinend wieder auf!


Hat mein Herzschlag mich betrogen?

Tauchen die ersten grünen Zacken[44]

Jener heissersehnten Neuwelt,

Tauchen sie lächelnd endlich auf?


Eine Welt für einen Ölzweig!


Drum, mein Lied, um das mein Herz

Lieblich klang wie eine Glocke,

Schwing Dich auf, mein goldner Liebling,

Schwing Dich auf, wie eine Taube,

Bis die Wasser sich verlaufen!«


Doch dergleichen wohfrisirte

Taschenspielerstückchen sind mir

Gott sei Dank zu abgedroschen,

Und mein urwaldstruppig Lied

Ist nichts wenger als ein Täubchen!


Nein! Die föhnumbrüllten Trümmer

Eurer längst verkrachten Welt

Liess es sonnenfeuertrunken

Meertief unter sich versinken

Und verlor sich in den Himmel.


Flügelstolz, ein kleiner Kondor,

Schwebt's nun über seiner lieben,

Jungen Sonnenaufgangswelt,

Und zum Ärger aller griechisch

Radebrechenden Philister

Schmetert's dort wie eine Lerche

Uebermütig seinen Triller:[45]


»Zola, Jbsen, Leo Tolstoi,

Eine Welt liegt in den Worten,

Eine, die noch nicht verfault,

Eine, die noch kerngesund ist!«


So! Bis hierher und nicht weiter!


Lachend rief ich's, und die Feder

Stiess ich tief ins Tintenfass.


Fern am Biertisch harrte schon

Das Trifolium meiner Freunde,

Und im Duftkreis einer braunen

Sobetitelten Havannah

Lässt sich's ja, wie jeder selbst weiss,

Ganz vortrefflich Hütten baun!


Selbstverständlich gab mein Opus,

Das ich lachend ihnen vortrug,

Stoff zu einer Diskussion.


Längst verrostete Gewaffen

Aus dem Rüstzeug der Aesthetik

Wurden wieder blank geputzt,

Und die köstlichsten Sophismen

Bissen wie die jungen Hechte

Sich vergnügt in ihren Schwanz.


Doch was half's? Am Ende gaben

Sie sich kleinlaut mir gefangen,[46]

Und die schnurgerade Klassik

Fiel nicht minder glänzend durch

Als die winklige Romantik.


Nur zu meiner neuen Welt,

Zu dem neuen Evangelium,

Das aus Frankreich her und Russland

Unsrer Kunst gepredigt wird,

Konnten sie sich nicht bekehren,

Und das Kleeblatt opponirte

Gegen die Verherrlichung

Zola's, Jbsen's, Leo Tolstoi's.


»Wenn Du ihre Welt so lieb hast,«

Replicirten die drei Käuze,

»Nun, so tritt sie doch mit Füssen!


Aus der Vogelperspektive

Sieht ein Düngerhaufen schliesslich

Aehnlich wie ein Weizenfeld aus.


Willst Du ihre goldnen Früchte,

Die wie Pomeranzen lachen,

Dir nicht einmal näher ansehn?


Ach, am Ende sind sie giftig,

Giftig wie die ganze Welt,

Die sie farbig überschaukeln?


Geh, Du bist ein Jünger Plato's,

So ein Wolkenkukuksheimer,[47]

Und scharwenzelst um sie her,

Wie ein blöder Schmetterling,

Der um eine Rose tändelt!


Ergel, wenn Du wirklich auf Dein

›Neues Evangelium‹ schwörst,

Nun dann brocke Deine Verse

Nicht in seine Prosasuppe.


Schlängle klug mit dem Notizbuch.

Wie ein jüdischer Reporter,

Dich durch's Gassenmeer der Grossstadt,

Und edire Jahr für Jahr,

Ein gedruckter Photograph,

Realistische Romane.


Reime, Rhythmen und was sonst noch

Dich an Versen so entzückt,

Jene knappe Condensiertheit,

Die in Einem goldnen Lichtblitz

Tausend bunte Farben aufsaugt,

Musst Du dann als neuer Heiland

Selbstverständlich brüsk verläugnen.


Englands Hamlet, Deutschlands Faust

Und Altgriechenlands Prometheus –

Lächerlich, dass diese Leute

Verse, nichts als Verse schwabbeln!


Destillire Dir doch einmal

Die famose Quintessenz[48]

Henrik Ibsenscher Kritik,

Der im Namen Deiner Gottheit,

Als ihr wohlbestallter Priester,

Schillers Jambendramen köpfte:

Blödsinn, nichts als höhrer Blödsinn!


Deine formverliebte Seele

Hat sich eben schon aus tausend

Goldgeformten Henkelkrügen

Gar zu heidnisch schön besoffen!


Hungre sie asketisch aus!


Verse thun's heut freilich nicht:

Prosa, Freundchen, platte Prosa!«


Ach, wie wohlfeil war euch Braven

Dieser gutgemeinte Spott!


Harmlos wie die jungen Bären

Lebt ihr euer Leben hin;

Auf die Quadratur des Cirkels

Habt ihr als verständge Leute

Philosophisch schon verzichtet,

Und ein schief getretner Stiefel

Bringt euch eher aus dem Häuschen,

Als das närrische Problem:

Dreht die Achse dieser Welt

Sich nach rechtshin oder linkshin?


Anders, wenn ein Homo sapiens

Nicht, wie ihr, nur Steuern zahlt,

Sondern, wie z.B. ich,

Nebenbei auch noch Poet ist.[49]


Werden doch in seiner Brust

Feindlich stets zwei Seelen wohnen,

Und vielleicht just, wenn die eine

Strümpfe stopft und Hosen flickt,

Reimt die andere ihr erstes

Tiefgefühltes Liebeslied. –


Zwar mein Kopf hat sich schon längst

Radikal emanzipirt;

Doch in meinem Herzen blühn noch

Alle Blumen der Romantik!


Kriechen soll ich, Freunde, kriechen?

Kriechen wie ein fader Wurm?


Schaut nur, wie die alten Wälder

Ihre grünen Häupter schütteln,

Und wie über sie die Sterne

Kreuzweis ihre Lichter werfen:

Ach, sie intoniren alle

Ein homerisches Gelächter!


Wem die Sonne dieser Gottwelt

Niemals bis ins Herz geschienen,

Mag sich in den Staub verlieben,

Doch wer Flügel hat, der fliege!


Weiss nicht, ob ich nicht noch einmal,

Später, wenn ich alt und grau bin,

Mich ins Prosajoch bequeme.[50]


Ach, die Zeit ist gar zu flüchtig,

Und wenn erst das Podagra

Uns moquant an Arm und Bein zwickt,

Macht die Jugend schmählich Pleite,

Und die goldnen Ideale

Drehen schnippisch uns den Rücken.


Doch einstweilen dedicir ich

Dieses lachende Präludium

Euch, ihr wohlverbohrten Ritter

Vom romantisch blauen Strumpfband

Und vom klassischen Kothurn!


Selbstverständlich war der neue Kater, der auf diesen neuen Rausch folgte, nur ein um so grimmigerer. Ja, er war sogar so ehrlich und anhaltend, dass ich eines schönen Tages das ganze dicke Manuscript nahm und es in meinen Schreibtisch verschloss, wo es noch heute liegt. Die Erfahrungen, die ich mit meinen ersten Versen gemacht hatte, genügten mir, ich wollte sie nicht noch ein zweites Mal machen ...

Und nun war eine Zeit für mich angebrochen, die nur der zu schätzen wissen wird, der sie, in ähnlicher Form wenigstens, bereits selbst erlebt hat.

Man hat mir seitdem versichert, dass derartige[51] »Krisen« heute das Leben jedes Civilisationsmenschen zieren. Möglich. Es würde mir erklären, warum ich so viele Krüppel um mich sehe.

Alles in mir war in Trümmer gegangen, und doch verrann kaum eine Woche, in der nicht noch irgend etwas nachstürzte. Und was das Sonderbarste dabei war, das Tollste, ich empfand darüber jedes Mal noch so eine Art zorniger Freude, etwas wie eine Genugthuung. Etwa jener ähnlich, die, wie ich mir denke, ein Mensch empfinden muss, der eben eine Million verloren und nun die letzten paar Pfennige, die ihm noch übrig geblieben, dem ersten besten Bettler zuwirft. Das Einzige, was mir noch übrig zu bleiben drohte, war eine einzige ungeheure Skepsis. Gegen Alles und in erster Linie, namentlich, gegen mich selbst! Doch ich will mich in keine Details verlieren. Ich fand mich wieder, nach einem Jahr, mitten im Winter, in einem kleinen, verschneiten Häuschen, das dicht an der Haide lag, abseits, ganz einsam und ich der einzige Mensch in ihm, Berlin eine gute Meile weit hinten im Rücken.[52]

Ich lebe den Abend noch immer! Den Tisch, auf dem die kleine, grüne Lampe brannte, an den Ofen gerückt, denn es war bitter kalt draussen, sass ich und schrieb. Auf einem grossen, blendendschönen Papier, mit neuer, spitzer Perryfeder und chinesischer Tusche. Denn es machte mir eine unbändige Freude: »Goldene Zeiten, erstes Kapitel!« Auf weissem Grunde, kohlschwarz und in sauber abgezirkelten Buchstaben. Draussen, krächzend, die Krähen; drinnen, summend, der Theekessel. Dazwischen, ab und zu blaffend, die Lampe.

»Seine Kindheit!

Immer, wenn er sich in sie zurückdachte, tauchte, schimmernd wie ein Perlmutterstückchen, das Miniaturbild einer alten, kleinen Stadt vor ihm auf: hochrothe Dächer über mattgelben Giebeln, stille, lange Strassen, in denen das Gras wuchs, Hähne, die verschlafen in den schwülen Nachmittag krähten, Rosenstöcke, die über grüngestrichne Blumenbretter weg blutroth durch den stillen Sommer funkelten, Wetterfahnen, die sich kohlschwarz in den blauen Himmel drehten, und vor allen Dingen Sonne, viel, viel Sonne![53]

Am liebsten aber hatte er doch das Haus seines Vaters. Es war das stattlichste aus der ganzen Stadt, warf nachts, wenn der Vollmond in seine Schornsteine schien, seinen dunkelblauen, scharfgezackten Schlagschatten unten mitten auf den stillen Markt und hatte überdies zwei grüne, ganz mit Moos bewachsene Dächer.

Er entsann sich, als kleiner Junge irgendeinmal gehört zu haben, dass dies eigentlich nur in Holland so Mode sei. In Holland! Was das für ein wunderbares Land sein musste! Sein kleiner Krauskopf schwelgte sich in die abenteuerlichsten Vorstellungen hinein. Nur schwer konnte er später, als er die Bänke der Sexta blank scheuern half, begreifen, wie ein Mann vom Schlage Alexanders des Grossen, der sich von Apelles malen und von Lysippus in Stein aushauen liess, sich für ein Land wie dieses Indien begeistern konnte. In Holland mussten die Paradiesvögel entschieden schöner pfeifen und die Johannisbrodbäume noch viel, viel wilder wachsen!«

Das sollte mein erster »Roman« werden.[54] Mein erstes Prosabuch. Die einfache, thatsachenschlichte »Geschichte eines Kindes«. Denn ich hatte mich in die Vergangenheit geflüchtet, die Gegenwart entglitt mir, und leibhafter, greifbarer denn je, ja leibhafter und greifbarer als damals, wo ich sie selbst durchlebte, standen vor mir die Tage, die ich längst schon vergessen geglaubt.

»... und die Johannisbrodbäume noch viel, viel wilder wachsen!«

Ich legte die Feder bei Seite. Das gefiel mir. Meine kleine, kurze »Maurer«-Pfeife, ohne die es überhaupt nicht mehr recht »gehn« wollte, war mir ausgegangen, ich zündete sie mir von Neuem an.

»... und die Johannisbrodbäume noch viel, viel wilder wachsen!«

Und ich wiederholte die Worte und ich wiegte mich in ihnen und es klang wie Musik.

Und plötzlich, mir selbst zur Ueberraschung, weil ich mich sonst, in ähnlichen Fällen, noch nie danach gefragt hatte, stutzte ich und fragte ich mich: Warum?

Das vorher gefiel mir zwar auch und ich war durchaus damit einverstanden, aber dieses[55] Letzte, dies mit dem merkwürdigen Holland, in dem Paradiesvögel pfeifen sollten und Johannisbrodbäume wachsen, es war gar kein Zweifel, packte mich ganz besonders, ganz eigenthümlich. Oder – war es vielleicht gar nicht so?

Und ich las mir die ganze, schöngeschriebne Seite noch ein Mal durch, laut und jede Impression, die ich verspürte, sorgfältig registrirend, und sah, dass ich mich in der That nicht geirrt hatte. Aus all den Sätzen hob sich mir deutlich, scharf unterscheidbar von dem Uebrigen – eine Gebirgskette mitten aus einer Flachlandschaft – eine Wortfolge ab, die einen unendlich stärkeren Eindruck auf mich machte, als ihre etwas blässlichere Nachbarschaft: »In Holland! Was das für ein wunderbares Land sein musste! .... Dort mussten die Paradiesvögel entschieden schöner pfeifen und die Johannisbrodbäume noch viel, viel wilder wachsen!« Es war gar nicht zu drehen dran, gar nicht zu deuteln, ich empfand es zu lebhaft: das davor und dazwischen imponirte mir nicht halb so!

Und ich sagte mir, und das liess mich auf[56] einen Augenblick meinen ganzen Roman vergessen und meine Pfeife abermals ausgehn, wenn ich dahinter käme, befände ich mich überhaupt erst im vollen Besitze meines Handwerkszeuges. So arbeitete ich zwar bereits auch mit ihm und es schien oft wundervoll glatt zu gehn, aber es musste mir doch jetzt, eben, vor wenigen Augenblicken erst, offenbar geworden sein und war es mir ja auch, dass es Eigenschaften besass, die ich noch nicht kannte, und ich mich mithin unmöglich der Einsicht verschliessen durfte, so sehr sich auch Alles in mir dagegen sträubte, dass ich, weit davon entfernt, als Künstler meine Mittel zu beherrschen, vielmehr – bis zu einem gewissen Grade allerdings nur, aber bis zu diesem dafür auch durchaus und gründlich – von ihnen beherrscht wurde! Und die ganze Wichtigkeit lag offen vor mir, der ganze ungeheure Werth, hinter dieses, scheinbar so kleine, Geheimniss zu kommen, dessen Schlüssel, es liess sich gar nicht anders denken, es war gar nicht anders möglich, auch zugleich der aller übrigen sein musste. Und, ohne dass ich es wusste oder mich auch nur darum[57] gekümmert hätte, wie und woher es kam, summte es mir durch den Schädel: »Une oeuvre d'art est un coin de la nature vu à travers un tempérament«.

Ich hatte mich bis dahin um »Theorien und sowas« nie weiter gekümmert. Ich hielt das für »Krempel«. Aber Einiges, aus Lectüre und Gesprächen, musste doch, ohne dass ich darauf Acht gegeben hatte, in meinem Gedächtniss haften geblieben sein, so auch dieser Satz Zola's.

Und während ich, seine Worte noch im Kopf, meinen Kapitelanfang abermals durchging, tastend, suchend und alles abwägend in seinen Wirkungen, verspürte ich, wie mir mit ihrer ganzen Wahrheit auf ein Mal auch ihre ganze Nüchternheit aufging, ihre ganze triviale Gemeinplätzlichkeit. »Wenn's regnet, ist's nass«, und: »Von Weitem sieht etwas entfernt aus«. Das war genau so wahr und sagte mir – genau so viel! Nur war es leider noch nicht einmal die Zeit werth, die man brauchte, um es überhaupt auch nur niederzuschreiben. Und ich fühlte, wie sich etwas in mir formte, das mir mehr sagte als dieses,[58] das Licht ausstrahlte, wo jenes Dunkel liess, und das, erst einmal gefunden, nie mehr verloren gehn konnte ...

Die nackten Ahornäste draussen vor meinem Fenster, in der Dunkelheit, klapperten, den süssen Stummel, den ich mir unterdessen wieder angebrannt hatte, zwischen den Zähnen, sass ich und »simmilirte«.

»Une oeuvre d'art est un coin de la nature vu à travers un tempérament«. Ganz recht: alle Ratten haben Schwänze. Das war eine Weisheit, die wahrscheinlich schon in den alten Veden gestanden! Sie roch ganz so. Nur – wie erklärte mir dies meine merkwürdige Impression von vorhin?

Waren nicht grade jene von meinen Sätzen, die mir so ausserordentlich gefallen hatten, am allerwenigsten aus meinem momentanen »Temperament« heraus geschrieben? Entfernten sie sich nicht vielmehr so vollkommen von ihm, dass mich aus ihnen ordentlich die Luft von vor fünfzehn Jahren anwehte? Und liessen mich nicht jetzt, wo ich mir daraufhin meine Seite noch einmal durchlas, grade diejenigen Sätze, respective Satztheile, die in[59] jene Stimmung ganz ungenirt mit meinen allergegenwärtigsten, kritischen Ich hineinplatzten, wie z..B.: »Sein kleiner Krauskopf schwelgte sich in die abenteuerlichsten Vorstellungen hinein«, oder: »Nur schwer konnte er später, als er die Bänke der Sexta blank scheuern half«, kalt, wie eine Hundenase? Und hätte also so nicht die ganze Seite noch unendlich unmittelbarer auf mich wirken müssen, wenn es mir vorhin, als ich sie niederschrieb – freilich, ohne dass ich es besonders beabsichtigt hätte – gelungen wäre, mein arrangirendes und Alles umkrempelndes und zurechtbastelndes Ich auch in diesen Sätzen, respective Satztheilen auf das möglichste Minimum zu beschränken? Und es war mir auf einmal klar wie die Sonne: Der Satz Zola's sagte eine Wahrheit aus über die Kunst, aber nur eine Theilwahrheit! Welches war die ganze?

Und vor mir baute es sich auf aus funkelnden Brücken und wehenden Warten, aber noch fern und verschwimmend, eine ganze Fata Morgana!

Und ich ging an jenem Abend sehr, sehr spät schlafen.[60]

Quelle:
Arno Holz: Die Kunst. Ihr Wesen und ihre Gesetze. Berlin 1891, S. 10-61.
Lizenz:
Kategorien:
Ausgewählte Ausgaben von
Die Kunst - ihr Wesen und ihre Gesetze
Die Kunst, Ihr Wesen Und Ihre Gesetze (1-2)
Die Kunst: Ihr Wesen Und Ihre Gesetze, Volume 2 (German Edition)

Buchempfehlung

Jean Paul

Flegeljahre. Eine Biographie

Flegeljahre. Eine Biographie

Ein reicher Mann aus Haßlau hat sein verklausuliertes Testament mit aberwitzigen Auflagen für die Erben versehen. Mindestens eine Träne muss dem Verstorbenen nachgeweint werden, gemeinsame Wohnung soll bezogen werden und so unterschiedliche Berufe wie der des Klavierstimmers, Gärtner und Pfarrers müssen erfolgreich ausgeübt werden, bevor die Erben an den begehrten Nachlass kommen.

386 Seiten, 11.80 Euro

Im Buch blättern
Ansehen bei Amazon

Buchempfehlung

Große Erzählungen der Frühromantik

Große Erzählungen der Frühromantik

1799 schreibt Novalis seinen Heinrich von Ofterdingen und schafft mit der blauen Blume, nach der der Jüngling sich sehnt, das Symbol einer der wirkungsmächtigsten Epochen unseres Kulturkreises. Ricarda Huch wird dazu viel später bemerken: »Die blaue Blume ist aber das, was jeder sucht, ohne es selbst zu wissen, nenne man es nun Gott, Ewigkeit oder Liebe.« Diese und fünf weitere große Erzählungen der Frühromantik hat Michael Holzinger für diese Leseausgabe ausgewählt.

396 Seiten, 19.80 Euro

Ansehen bei Amazon