42. Dei Fischer un syne Fruu.

[228] Dår laefden mål eis ein Fischer un syne Fruu, dei wånden beir tausaamn in 'n Pisspott, dicht by dei See. Dei Mann ging alle Daach ant Waater un angelt, un as hei tauletzt ruuthålen deer, heer hei ein'n grooten Haekt an syne Angel. Dei Haekt beer em: »Låt my laeb'n, mit my kannst du doch nicks anfingn, denn ik bün ein voerwünschder Prinz un moet hyr tydlaebens in 'n See waanen.« Dei[228] Fischer sächt: »Wat quatscht du my dår all voer! Häw man kein Angst, ik dau dy nicks!« un plumps smeet hei em wedder rin int Waater un ging tau Huus.

»Häst du werrer nicks fungen?« froech syn Fruu em. »Nee,« sächt hei, »Fisch nich, åewer einen grooten Haekt, dei raed my åewer voer, hei wyr ein voerwünschder Prinz, un dår häw ik 'n werrer rin smeeten.« – »Du Dummlack,« sächt dei Fruu, »weist du nich, dat so wat Verwünschdes ein'n alles gaebn kann, wat man will? Haerst du dy nich wat wünschn künn'n? Du suest doch woll, wy erbaermlich wy hyr rümkruupen moeten in'n Pisspott. Glyk kyr üm un beer em, hei mücht doch so gaud sin un uns eine kleine Hütt gaebn.«

Dat lücht den Mann in, un hei sächt: »Wenn du meinst, dat dei Haekt dat kann, denn will ik my glyk up den Wech måken.« Un bald seet hei ook ant Waater un reep:


»Haektke, Haektke in dei See!« –


Sächt dei Haekt:


»Wat wisst du denn, du Düffelkee?« –


Sächt dei Mann:


»Myne Fruu, dei Ilsebill,

Will nich so, as ik woll will.« –


»Na, wat will sei denn?« sächt dei Haekt. »Sei will eine kleine Hütt hämm'n.« – »Gå man hen,« sächt dei Haekt, »sei hädd dat all.«

Un as dei Mann henkeem, doon stünn dår ne kleine Hütt, un syne Fruu seet voer dei Doer un schällt Tüffeln. »Suest du,« sächt sei, »dit laetst du dy doch woll yrer gefalln?« – »Ja,« sächt hei, »du häst recht hadd.« Un pår Daach laewden sei hyr ook ganz vergnäucht. Doon sächt eis dei Fruu tau den Mann: »Weist du, dei Hütt is doch aapenbår tau lütt voer uns, un wy hämm'n nich mål 'n Gårn dårby! Wy moeten sin, wuur wy alls heer kryjen! Kyk mål dårgeejen unsen Naawer Kål Witt an, dei måkt sich anners mit syn'n Buurhof, hät twei Pyerd voern Wågen, pår Käu in 'n Stall, un uppn Kåbn is ook Voerraad. Soon Buur will ik ook waarn. Gå hen un beer dei Haekt dårüm!« – »Ja,« sächt dei Mann, »wenn hei 't deit, wårüm nich? Ik will em mål dei Saak voerstelln.« Un hei ging hen un reep wedder:


»Haektke, Haektke in dei See!« –


Sächt dei Haekt:


»Wat wisst du denn, du Düffelkee?« –


Sächt dei Mann:


»Myne Fruu, dei Ilsebill,

Will nich so, as ik woll will!« –


»Na, wat will sei denn?« reep dei Haekt. »Sei will Buur waardn,« antwuurd dei Mann. »Gå man hen, sei is dat all,« sächt dei Haekt.

As dei Mann tau Huus keem, fünn hei 'n schoen'n Buurhof, un syn Fruu stünn mirden uppen Hof un faudert dei Häuner un Aenten. »Suest du, Mann,« reep sei em entgeejen, »so låt ik 't my gefalln. Nu sall Kål Witt uns nich myr scheif aewer dei Schuller kyken, nu sünt wy aebensovael, as hei.« – »Ja,« antwuurt dei Mann, »du måkst[229] dy ganz nett as Buurfruu; nu willn wy ook taufraedn sin.« – »Na, aewer dei Geschicht willn wy yrst uutslåpen,« sächt dei Fruu, »un sein, wy uns Mårgen tau Maud is!«

Annern Mårgen, as sei upstünn, keek dei Fruu uut 't Finster un seej ein Sloss un reep eern Mann. »Kyk,« sächt sei, »dat Sloss dår droebn gefüllt my. Soon 'n moeten wy ook hämm'n.« – »Ach!« röppt dei Mann, »Fruu, sei doch nich uutvoerschaamt! Wy laebn so veel baeter. Wenn wy ryk Graaf waardn, denn moeten wy ook alle Daach in blanken Staewel gån un Voerhemde draegen un midden Sünnenschirm aewer Fild loopen.« – »Dat måkt nicks uut,« sächt dei Fruu, »dat waarst du bald gewoont. Un dei Kalwerbrådn, den wy alle Daach aeten koen'n, smeckt ook nich slicht.« – »Nee, Fruu, ik häf keen Lust un will ook dat Haektke nich ümmer tau Last falln.« – »Mann, glyk gå hen, urrer dy flücht dei lerren Tüffel an 'n Kopp!« Dei Mann måkt kyrt un naa den Haekt hen.

As hei ant Waater stünn, besünn hei sich noch mål, wat hei daun süll. Dei See wyr em doch tau upruerich. »Dei Haekt watt sich hued nich spraekn låten by deesen Storm.« Åewer hei dacht: »Kümmst du so werrer tau Huus, so gift dat wat!« un hei müsst syn Lyd man werrer anstimm'n:


»Haektke, Haektke in dei See!« –


Un dei Haekt keem richtich båwen, måkt åewer groote Oogen, as hei den Fischer staan seej un sproek:


»Wat wisst du denn, du Düffelkee?« –


Sächt dei Mann:


»Myne Fruu, dei Ilsebill,

Will nich so, as ik woll will!« –


»Na, wat will sei denn?« – »Ach, sei will Gråf waardn un 'n Sloss hämm'n.« – »Na, gå man hen, dat is all dår!« sächt dei Haekt un duukt wedder unner. »Hued is hei nich gaud tau spraeken,« sächt dei Fischer tau sich sülwst, »öfter doerf ik em nich kåmen!«

As hei tau Huus keem, wüsst hei bynaa nich, wuur hei wyr. Stünn dår ein prächtiges Sloss, un syn Fruu ging in feinen Kleed voer den Tritt up un af un luurt up em. »Na, Mann, so watt't dy gewiss gefalln! Kumm mål mit und kyk dy alles an: dei schoenen Pyerd un dei blanken Wågen!« Un von allen Syden keem'n Deiners an mit vaelen Tressen un bückden sich bät up dei Yr. »Ja,« sächt dei Mann, »ik haer't nich gloeft, dat 't so wat geef, un du versteist dy dårin tau måken. So gefüllt 't dy doch woll?« – »Våerloepich willn wy yrst tau Disch gån!« sächt sei, »Dår sasst du yrst wat tau sein kryjen!« Un dei Mann künn 't nich begrypen, as dei Deiners em von allen Syden dei vullen Schoetteln henlangden. Bald lücht em dei Haektkopp in un bald wedder dei Swynbrådn. Dat Gaude wyr em bald tau vael dår.

As dei Taawely voerby wyr, sächt syn Fruu: »Kumm, nu willn wy in 'n Gårn spazyrn gån.« As sei dår wyrn, saer sei wedder: »Hyrmit bün ik nonnich taufraedn. So wyt ik kyken kann, moet ik[230] tau befeeln hämm'n! Dei Haekt moet my noch tau 'n Koenich måken. Beer em man glyk dårüm!« – »Ach, Fruu,« spraekt dei Mann, »du büst tau untaufraedn. Taun Koenich kann dei Haekt dy nich måken. Wat sall dat uk heiten, dat du nu all wedder allerhand anna Wygenschyt (Künste, Wippchen) in 'n Kopp häst? Ik gå nich myr hen, dat maach kåmen, wy 't will.« – »I,« sächt dei Fruu, »dat wyr snurrich, dat du my nich myr gehårchen wisst. Ik warr dei Hunn'n hinner dy kryjen; du sasst woll gån!« Dårvoer haer dei Mann Angst un ging wedder ant Waater un reep:


»Haektke, Haektke in dei See!« –


Sächt dat Haektke:


»Wat wisst du denn, du Düffelkee?« –


Sächt dei Mann:


»Myne Fruu, dei Ilsebill,

Will nich so, as ik woll will!« –


»Na, wat will sei denn?« – »Ach,« sächt hei, »nu will sei Koenich waardn!« – »Gå man hen, sei is dat all!«

Un as dei Mann hen keem, wyr uut dat Sloss ein groot Pallast wårdn. Un wy hei rin ging, seet syn Fruu uppn Troon un wyr Koenich un haer ne groote Kroon up. Un dicht voer eer by eer Fäut, dår stünnen all eer Trabanten, un wenn sei winkt, so leepen se all mit eis uut dei Stuuw ruut, un up ein'n Wink wyren sei uk all wedder dår. Dit künn dei Mann yrst recht nich fåten un saer tau dei Fruu: »Ja, Koenich sin is doch nich slicht! Dit watt dy up dei Tyd ook woll gefalln.« – »Dat weit ik nonnich,« sächt dei Fruu, »wy willn uutfuern.« Un as sei eer Hand bewaecht, doon keem glyk eine feine Kutsch voertaufuern, mit sössen bespannt. Un as sei affuern daerdn, bloesen dei Muskanten hinner eer heer, dat dei Fischer meint, hei wyr in 'n Himmel, un Petrus spaelt em wat voer.

As sei nu 'n Inn wyrer int Land keem'n, reep dei Fruu: »Dit Land huert my nich myr, dat is den Kaiser syn. Kaiser will ik nu ook waardn! Spring ruut uut den Wagen un bring dat Haektke den Bescheit: Ik will Kaiser waardn!« – Dei Mann måkt wedder allerhand Voerstellungen; åewer dat nutzt nich, hei müsst hen un raupen:


»Haektke, Haektke in dei See!« –


Sächt dei Haekt:


»Wat wisst du denn, du Düffelkee?« –


Sächt dei Mann:


»Myne Fruu, dei Ilsebill,

Will nich so, as ik woll will!« –


»Na, wat is denn nu allwedder loos?« – »Ach, myn Fruu will Kaiser waardn.« – »Gå man hen,« sächt dei Haekt, »sei is dat all!«

Un as hei tau Huus keem, doon heel dår 'ne goldne Kutsch voern Pallast, mit twölwn bespannt, un syn Fruu, mit groote Kroon un vaeln Deemantn dårin, steech stolz in dei Kutsch un reep em tau: »Mann, kumm rin, nu will ik as Kaiser fuern!« Un fuurt ging dat unner Musyk alle Daach un alle Nacht. Tauletzt würr åewer dei Fruu dat tau vael, un sei saer: »Mann, Kaiser sin is nicks, ik will[231] Paapst waardn!« – »Ach, Fruu,« antwuurt dei Mann, »gloew doch nich, dat dei Haekt dy taun Paapst måken kann. Kaiser ging woll, åewer Paapst, dat kann hei nich.« – »I,« sächt dei Fruu, »kann hei tau Kaiser un Koenich måken, denn kann hei ook tau Paapst måken. Glyk gå hen!« Un richtich, hei müsst wedder hen un sich ant Waater setten un raupen:


»Haektke, Haektke in dei See!« –


Sächt dei Haekt:


»Wat wisst du denn, du Düffelkee?« –


Sächt dei Mann:


»Myne Fruu, dei Ilsebill,

Will nich so, as ik woll will!« –


»Na, wat will sei denn?« – »Sei will Paapst waardn!« – »Sei is dat all, gå man hen!« sächt dei Haekt un schoet bruusend unner un leet 'n langen Blaudstrym'n hinner sich heer int Waater tein.

Dei Mann ging wech, un wy hei tau Huus keem, wyr syn Fruu würklich Paapst un haer alle Bischåef, Supperduuten un Preisters üm sich, un dei Mann sächt: »Fruu, dat moet ik säggn, tau praedigen versteist du! Dat Kirchenholln geit dy ganz fix von Hand. Paapst sin is doch dat Best!« – »Nich wår! Ach, Mann, gloef my, ik häf't tau sweer un kann nich alls voerkåm'n; dei leew Gott hädd 't dår lichter. So will ik ook waardn!« – Dei Mann beert von Himmel tau Yr: »Fruu, sett dy nich so wat in 'n Kopp un låt dy beraeden! Alles anner ging, åewer dat nich. Du sasst dat sein, dat nimmt kein gaud Inn. Ik häf våerich Mål all Angst hadd, as dei Haekt sich dåraewer in dei Tung beet, dat 't Waater rood würr. Weer weit, wat nu kümmt! Blyw Paapst, säch ik dy!« – »Wat,« sächt dei Fruu, »du wisst nich gån? Glyk geist du. Kann dei Haekt tau Paapst måken, so moet hei dit Letzt ook noch daun; doon sasst ook nich myr hengån!«

Truurich ging dei Mann af, un hei keem in soone Angst, dat em dei Knee slackerden, denn hei meint, nu würr 't gewiss wat gaebn; åewer, wat süll hei måken in syne Nood. Hei reep werrer:


»Haektke, Haektke in dei See!« –


Vael fixer un fründlicher as süss, wyr dei Haekt dår un froech:


»Wat wisst du denn, du Düffelkee?« –


Sächt dei Mann:


»Myne Fruu, dei Ilsebill,

Will nich so, as ik woll will!« –


»Na, wat will sei denn?« – »Ach,« sächt dei Mann ganz tauschlågn, »sei will waardn as dei leiwe Gott!« – »Na,« sächt dei Haekt, »gå man hen, sei wånt all wedder in 'n Pisspott, an juch is ja doch kein Hülp!« Un von nu an wånt dei Fischer wedder mit syn Fruu in 'n Pisspott bät up deesen Dach.

Quelle:
Ulrich Jahn: Volksmärchen aus Pommern und Rügen l, Norden/Leipzig 1891, S. 228-232.
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