18. Hundposttag

[747] Standeserhöhung Klotildens –

Inkognito-Reise – Bittschrift der Oberjägermeisterei – Konsistorialbote – Vexierbild der Flachsenfinger


Freilich macht' er ihn, den Spaß; aber ich verlier' im Grunde nicht. Denn es war so: vom Tage an, wo Doktor Kuhlpepper vor der vollblütigen Nase Zeusels mit seiner groben Hand wie mit einem elektrischen Auslader vorbeigegangen war, drängte sich der Mann mit drei Uhren an meinen Helden, der nur eine und noch dazu des Zeidlers plumpe trug. Zeusel dankte überhaupt Gott, wenn sich nur ein Hoffurier bei ihm betrank und der Hofdentist überfraß. Er kam immer mit gewissen geheimen Nachrichten, die zu publizieren waren. Er behielt nichts bei sich, und hätte man ihn unter seine Apotheke zu hängen gedrohet. Er sagte unserm Helden, daß der Minister um die Stelle der zweiten Hofdame für seine Joachime bei der Fürstin werbe, die sich bloß die weibliche Dienerschaft selber wählen durfte – daß jener aber es[747] nicht geradezu tun dürfe, weil er oder sein Sohn Matthieu dem Kammerherrn Le Baut versprochen, die nämliche Stelle Klotilden zu verschaffen – er bat also meinen Helden, der, wie er sehe, Matthieus Freund sei, ihm die Verlegenheit zu ersparen und den Fürsten zu bewegen (welches nur ein Wort koste), daß dieser selber bei der Fürstin die Bitte um Joachime einlege – die Fürstin, die ohnehin den Minister protegiere, würd' es aus mehr als einem Grunde mit Freuden tun, und der Minister könnte dann nichts dafür, wenn der Kammerherr, der Feind des Lords, leer ausginge. –

Der Tropf, sieht man, hatte bloß aus den zwei eingefangnen Nachrichten der zwei Amt-Werberinnen den ganzen übrigen Rechtgang erraten, und selber der Umstand, den ihm Matthieu entdeckte, daß der Minister einen Viertels-Flügel seines Palastes für eine Freundin seiner verstorbnen Tochter Giulia räume, hatte ihn nur mehr befestigt. So sehr ersetzt Bosheit nicht nur Jahre, sondern auch Nachrichten und Scharfsinn.

Mein Held konnte ihm nichts sagen als: er glaube nichts davon. Aber in drei einsamen Minuten glaubte er alles – denn deswegen, sah er, mußte die liebe Klotilde gerade bei der Erscheinung der Fürstin aus dem Stifte zurück – deswegen wurde der Minister-Sohn von Le Baut mit soviel Rauch- und Dankopfer-Altären umbauet-deswegen brachte die Alte (im sechzehnten Hundposttage) dem Hofleben solche Ständchen und so laute überhaupt sind, sah er noch, zwei solche geächtete gefangne Hofjuden in Babylon des Teufels lebendig, bis sie in der alten heiligen Stadt wieder sitzen, und wenn sie gerade eine schöne Tochter haben, so wird diese zur Vorspann der Fahrt gebraucht und zur Montgolliere des Steigens...

»O komm nur, Klotilde« – rief er glühend – »Der Hof-Pfuhl wird mir dann ein italienischer Keller, ein Blumenparterre. – Bist nur du beim Minister, so hab' ich Geist genug und sprühe ordentlich. – Was wird mein Vater sagen, wenn er uns mit zwei Laufzäumen stehen sieht, an einem hast du die Fürstin, am andern ich den Mann....« Jetzo fielen ihm Klotildens neuliche Einwendungen gegen das Hofleben wie Eiszapfen in sein kochendes Blut; aber er dachte, »Weibern gefallen doch die Hof-Lager des Glanzes[748] ein wenig mehr, als sie selber vermuten und sagen, und weit mehr als den Männern. – Halte denn ers mit ähnlichem Seelen-Bau nicht auch aus? – Sie, als Stieftochter des Fürsten, und als eine schöne dazu, habe nur halbes Elend, gegen ihn gehalten und wisse sie denn, ob sie nicht einmal aus ihrem Feld-Etat in die Hofgarnison zurückgesetzt werde durch einen Zufall?« Unter dem Zufalle verstand er eine Heirat mit – Sebastian. Endlich beruhigte er sich mit dem, was ich auch glaube, daß sie damals bloß aus Höflichkeit einige Kälte gegen ihre neue Entfernung von ihren Eltern vorgespiegelt und also auch gegen den neuen Ort; auch hätte man Freude darüber für Wärme gegen irgend jemand am Hofe nehmen können, z.B. gegen ihren – Bruder, dacht' er.

Jetzo kam der gestrige Gedanke, über den ich die Wette verloren, wieder hervor, in einer Nacht erstaunlich in die Höhe geschossen; der nämlich: wenn er den Fürsten zur Reise und zum Besuche beim Kammerherrn überredete und ihn noch unterwegs um ein Vorwort für Klotilde bei der Fürstin ansprach: so wars erstlich dem Stiefvater unmöglich, die Bitte für die schönste Stieftochter abzuweisen, und zweitens der Fürstin unmöglich, bei ihrem Gemahl, der das Recht der ersten Bitte ausübte, nicht allen möglichen Vorteil aus der ersten Gelegenheit zu ziehen, sich ihn verbindlich zu machen. – –

– – Acht Tage darauf, da es schon dämmerte – in den Herbsttagen wirds eher Nacht –, stand der Hofkaplan Eymann auf der Warte und guckte nach der Sonne, nicht ihrer selber wegen, sondern um des Abendrots und Wetters willen, weil er morgen säen wollte: als er erschrocken von der Warte hinübersprang in sein Haus und die Hiobspost auspackte, der Konsistorialbote werde gleich da sein samt einem französischen Emigranten, und für den einen sei noch kein Heller vorrätig und für den andern kein Bette...

Es kam kein Mensch. –

Ich begreif' es leicht; denn der Konsistorialbote lauerte am Pfarrhause und marschierte' sobald er oben den Hofmedikus Viktor aus Wachs am Fenster sitzen sah, spornstreichs zum Dorfe[749] hinaus, gerade nach Flachsenfingen zu. Der Emigrant war zu seinem Professionverwandten Le Baut hineingegangen. –

Beide Reisende nannten sich auch noch – Jenner und Viktor, und kamen heute von ihrer scherzreichen Rennbahn zurück. – –

Vor sieben Tagen war nämlich der Fürst, der Maskentänze und Inkognito-Reisen und gemeine Sitten liebte, und der nur des Ministers geistige Masken und Inkognito verwünschte, mit Viktor zu Fuß hinter einem Kerl abgereiset, der zu Pferde mit der Redoutenkleidung und mit Redoutenerfrischungen vorausgebrochen war. Jenner trug einen Degen in der Hand, der in keiner Scheide steckte, sondern in einem Spazierstöckchen; ein Sinnbild der Hof-Waffen! Er gab sich in den Marktflecken für den neuen Regierrat Flamin aus. Mein Held, der sich anfangs zu einem reisenden Augenarzt geprägt hatte, münzte sich im dritten Dorfe zu einem Konsistorialboten um – bloß weil beiden der wahre Bote begegnete. Dieser Kammereinnehmer des Konsistoriums mußte dem Arzte – es kostete dem Fürsten nur eine fürstliche Resolution und eine Gnade – sein Sportelbuch und seinen kirchlichen Amtrock samt dem aufgenähten Blech auf diese Woche überlassen. Die Bleche sind an Boten und die Silbersterne an vornehme Röcke wie die Bleistücke an Tuchballen befestigt, damit man wisse, was am Bettel ist.

Für Büsching wäre eine solche Rekahns-Fahrt ein Fund – für mich ist sie eine wahre Pein, weil mein Manuskript ohnehin schon so groß ist, daß meine Schwester sich darauf setzet, wenn sie Klavier spielet, da der Sessel ohne die Unterlage der Hundposttage nicht hoch genug ist.

Was sah Jenner? – was Viktor? –

Der Regierrat Jenner sah unter den Beamten lauter krumme Rücken – krumme Wege – krumme Finger – krumme Seelen. – »Aber krumm ist ein Bogen, und der Bogen ist ein Sektor vom Zirkel, diesem Sinnbild aller Vollendung«, sagte der Konsistorialbote Viktor. Allein Jenner ärgerte sich am meisten darüber, daß ihn die Beamten so sehr verehrten, da er sich doch nur für einen Regier-Rat ausgab und für keinen Regenten. – Viktor versetzte: »Der Mensch kennt nur zwei Nächsten, der Nächste zu seinem[750] Kopf ist sein Herr, der zu seinem Fuße sein Sklave – was über beide hinausliegt, ist ihm Gott oder Vieh.« –

Was sah Jenner noch mehr? –

Steuerfreie Spitzbuben sah er, die sich an steuerfähigen Armen bereicherten – redliche Advokaten hört' er, die nicht, wie seine Hofleute oder die englischen Räuber, mit einer tugendhaften Maske stahlen, sondern ohne die Maske, und denen eine gewisse Entfernung von Aufklärung und Philosophie und Geschmack nach dem Tode gar nicht schädlich sein wird, weil sie dann in ihrer eignen Verteidigung Gott die Einrede ihrer Unwissenheit entgegensetzen und ihm vorhalten können: »daß andere Gesetze als landesherrliche und römische sie nicht verbinden können, und Gott sei weder Justinian, noch Kant Tribonian.« – Er sah am Kopfe seiner Landrichter Brotkörbe, und am Kopfe ihrer Untertanen Maulkörbe hängen; er sah, daß, wenn (nach Howard) zwei Menschen nötig sind, um einen Gefangnen zu ernähren, hier zwanzig Eingekerkerte da sein müssen, damit ein Stadtvogt lebe.

Er sah verdammtes Zeug. Dafür sah er aber auch auf der andern Seite in angenehmen Nächten das Vieh in schönen Gruppen in den Feldern weiden, ich meine das republikanische, nämlich Hirsche und Sauen. Der Konsistorialbote Viktor sagte ihm, er habe diesen romantischen Anblick den Jägermeistern zu danken, deren weiches Herz den fürstlichen Befehl des Wildschießens ebensowenig hätte vollziehen können, wie die ägyptischen Wehmütter den, die Judenknaben totzumachen. Ja der Sportelbote ließ sich in einer Kneipschenke gelbe Dinte und schwarzes Papier hingeben und setzte da, während der Schieferdecker auf dem Dache trommelte, um Schiefer zugelangt zu bekommen, und die Gäste an die Krüge schlugen, um eingeschenkt zu kriegen, und der Wirtsbube auf einem Bierheber zum Fenster hineintrompetete, unter diesem babylonischen Lärm setzte der Sportulnbote eine der besten Bittschriften auf, welche die edle Jägerschaft noch je an den Fürsten abgelassen.[751]


Schlechte Relation aus der Bittschrift der Oberjägermeisterei


»Da das Wild nicht lesen und schreiben könnte: so sei es die Pflicht der Jägermeisterei, die es könnte, für dasselbe zu schreiben und nach Gewissen einzuberichten, daß alles flachsenfingische Wild unter dem Drucke des Bauers schmachte, sowohl Rot- als Schwarzwildpret. Einem Oberförster blute das Herz, wenn er nachts draußen stehe und sehe, wie das Landvolk aus unglaublicher Mißgunst gegen das Hirschvieh die ganze Nacht in der größten Kälte neben den Feldern Lärm und Feuer machte, pfiffe, sänge, schösse, damit das arme Wild nichts fräße. Solchen harten Herzen sei es nicht gegeben, zu bedenken, daß, wenn man um ihre Kartoffeltische (wie sie um ihre Kartoffelfelder) eben solche Schützen und Pfeifer lagerte, die ihnen jede Kartoffel vom Munde wegschössen, daß sie dann mager werden müßten. Daher sei eben das Wild so hager, weil es sich erst langsam daran gewöhne, wie Regimentpferde den Hafer von einer gerührten Trommel zu fressen. Die Hirsche müßten oft meilenweit gehen – wie einer, der in Paris sein Frühstück aus Aubergen zusammenhole –, um in ein Krautfeld, das keine solche Küstenbewahrer und Widerparte des Wilds umstellen, endlich einzulaufen und sich da recht satt zu fressen. Die Hundjungen sagten daher mit Recht, sie zerträten in einer Parforcejagd mehr Getreide, als das Wild die ganze Woche abzufressen bekomme. – Dieses und nichts anders seien die Gründe, welche die Oberjägermeisterei bewogen hätten, bei Sr. Durchlaucht mit der untertänigen Bitte einzukommen,


Daß Ew. den Landleuten auflegen möchten, nachts in ihren warmen Betten zu bleiben, wie tausend gute Christen tun und das Wild selber am Tage.


Dadurch würde – getrauete sich die Obristjägermeisterei zu versprechen – den Landleuten und Hirschen zugleich unter die Arme gegriffen – letzte könnten alsdann ruhig, wie Tagvieh, die Felder abweiden und würden doch dem Landmann die Nachlese, indem sie mit der Vorlese zufrieden wären, lassen. – Das Landvolk wäre von den Krankheiten, die aus den Nachtwachen kämen,[752] von Erkältungen und Ermüdungen glücklicherweise befreiet. Der größte Vorteil aber wäre der, daß, da bisher Bauern über die Jagdfronen murrten (und nicht ganz mit Unrecht), weil sie darüber die Zeit der Ernte versäumten, daß alsdann die Hirsche an ihrer Statt die Ernte in der Nacht übernähmen, wie sich in der Schweiz die Jünglinge für die Mädchen, die sie liebten, nachts dem Getreide-Schneiden unterzögen, damit diese, wenn sie am Morgen zur Arbeit kommen, keine finden – und so würden die Jagdfronen in den Ernten niemand mehr stören als höchstens das – Wild etc.«


Was ist aber vom Konsistorialsportulboten Viktor zu erzählen? – Dieser kirchliche Hebbediente setzte alle Pfarrherren durch seinen Spaß und alle Pfarrfrauen durch seine Gewandtheit in Erstaunen, und bloß sein Blech und seine Papiere konnten die Echtheit eines solchen Botenexemplars hinlänglich verbürgen. Er kassierte alles ein, was der Konsistorialsekretär liquidiert hatte, und entschuldigte sich damit, daß es weder ihm noch dem Sekretär in diesem Falle zukäme, gewissenhaft zu sein. In seiner kurzen Amtführung sackte er ohne Scham ein alle rückständige Ehepfänder vom geringsten Wert – wir im Kollegio, sagte er, sind auf einen halben Batzen erpicht – Gelder, wenn die Ehen geschieden waren – Gelder, wenn diese von den Räten geschlossen waren, es sei durch Indulgenzen für Trauerzeit, für Blutverwandtschaft oder für elterliche Einwilligung – Gelder, wenn die Gelder erst einmal (oder zweimal) bezahlt waren, aber noch nicht zum zweiten (oder dritten) Male, wiewohl das Konsistorium diesen Geld-Nachklang stets nur in dem Falle verlangte, wenn die Leute die Quittung verloren hatten – Gelder, welche die Pfarrherren bloß für Dekrete zu erlegen hatten, worin sie losgesprochen wurden. – –

Darauf schüttete er den Sack vor dem Fürsten aus und plättete die Goldwoge auseinander und fing an:


[753] »Ihro Durchlaucht!


Das Konsistorium ist des Teufels: es könnte über alle Gebote eine lutherische Poenitentiaria sein und ist es nur über das sechste. Was eine ehrliche Konsistorial-Regie – ich nämlich – hat zusammenscharren können, liegt da auf dem Tisch. Der Haufe könnte noch einmal so breit sein, wenn das Konsistorium Verstand hätte und sagte: ›Wer kauft? neue frische Ablaßbriefe für alles!‹ – Es hat gezeigt, daß es über einige Verwandtschaftgrade Dispensationbullen so gut wie der Papst verfertigen könne; warum will es sich denn an keine näheren Grade machen? Es würde von großen so gut als von kleinen dispensieren können, wenn es darüber her wollte, und ebensogut von Bußtag-Fasten als von Trauerzeit und dreimaligem Kanzelausrufe, dieser erotischen Fastenzeit. Beim Himmel, wenn ein einziger Mensch, wie der Papst, die geistliche Waschmaschine ganzer Weltteile zu sein vermag und die Seelen am Jubeljahre bündelweise säubern kann: so werden doch wir alle im Kollegium zur Waschmaschine eines einzigen Landes zu gebrauchen sein? Geschieht das nicht: so nehmen wir – denn wir wollen leben – Sündengeld und Sportuln für das wenige, worin wir gütig nachzusehen haben; und wenn in Sparta die Richter die Göttin der Furcht anbeteten, so verehren bei uns die Parteien dieses schöne ens. – Hätten wir nur wenigstens von fünf oder sechs großen Sünden loszusprechen, nur z.B. von einem Mord: so könnten wir Ehescheidung und Ehe-Beschleunigung – diese ganz entgegengesetzten Operationen gelingen uns, so wie das Karlsbader Wasser zugleich den Stein in der Blase zerteilt und Eingetauchtes im Brunnen versteinert – für halbes Geld erlassen.«.... Nach einer langen Pause: »Ihro Durchlaucht, es ist doch nicht zu machen, weil der Henker die weltlichen Räte mitten unter den geistlichen hat: ein halb profaner Sessiontisch ist zu keinem heiligen Stuhle umzudrechseln; es ist also nichts zu wünschen – außer der gesegneten Mahlzeit – als Verträglichkeit, damit geist- und weltliche Räte die Parteien, um welche sie sitzen, ordentlich aufspeisen können, ein paar Knochen ausgenommen, die uns Schreibern und Boten zufallen; so sah ich oft auf einem[754] toten Pferde zugleich Stare und Raben in bunter Reibe einträchtig wohnen und hacken und zehren.« – –

Mein Korrespondent versichert mich, durch diese Reden richtete der Hofmedikus mehr bei Jenner aus als der Hofprediger durch seine. Viele Parteien bekamen ihr Geld, und einige Richter ein allerungnädigstes Handschreiben.

Eh' ich mit unserem verkleideten Gespann vor St. Lüne ankomme: ist noch eines und das andre zu schreiben. An Jenners Seele waren mehre Kniedrücker als an einem Fortepiano angebracht, die das Favoritenknie, indem es sich zu beugen schien, bewegte, wie es wollte. Er war allemal der Sohn der Gegenwart und der Widerschein der Nachbarschaft. Las er im Sully, so versäumte er eine Woche lang das geheime Regierkollegium nicht und ließ den Kammerpräsidenten kommen. Las er im Friedrich II., so wollt' er das Reichskontingent stellen und selber kommandieren und ging vormittags auf die Parade. Er sah mit Vergnügen das Ideal einer guten Regierung an, es sei im Druck oder in einer Rede, und oft versuchte er die Annäherung dazu, Umbesserungen, Untersuchungen und Belohnungen, ganze Wochen lang – Enthaltungen ausgenommen, die doch das einzige Verdienst sind, das der Fürst ohne fremde Hülfe erwerben kann. – Unter der ganzen Kreuzfahrt war er ein wahrer Antoninus Philosophus und stand in Bereitschaft, überall zu belohnen und zu bestrafen und zu verfügen; – auch fühlte er, er könnt' es tulich machen, wenn man nur nicht von ihm noch gar arbeiten und entbehren heischte; darüber ging das andre auch zum Teufel.

Anfangs gefiel ihm die empfindsame Reise – als sie vorüber war, wieder – aber in der Mitte schmeckte ihm alles, was nach dem Vorlauf ausgekeltert wurde, immer herber, und er wünschte sich statt der Dorfküchenzettel sein Viktualienzifferblatt. Auch hatt' er sich so sehr an Tapferkeit gewöhnt, daß er beim Mangel derselben – d.h. seiner Leibwache – sozusagen furchtsam wurde; daher wollt' er einmal im Finstern einen jungen Weber in der Schenke aus dem Bette heraus mit seinen Stockdegen erstechen, weil der Weber nachts das fürstliche Bette verwechselt hatte mit einem von friedlicherem Inhalt. Übrigens sammelten sich jetzt alle[755] Strahlen seiner Zuneigung im einzigen Menschen von Stande, im einzigen Beherzten und Vertrauten, den er hatte, in Viktor, zum Brennpunkte. Mein Held aber hatte überall zu genießen – wenigstens den Gedanken an St. Lüne –, überall zu essen – wenigstens auf einem Obstbaum –, überall zu lesen – und warens nur Feuersegen an der Türe, alte Kalender an der Wand, Ermahnungen zur Wohltätigkeit über Almosenbüchsen –, überall zu denken – über das Reise-Paar, über die vier Jahrzeiten-Akte der Natur, die jährlich wieder gegeben werden, über die tausend Akte im Menschen, die niemals wiederkehren – und überall zu lieben und zu träumen, denn eben diese Straße hatte Klotilde so oft auf ihren Reisen nach Maienthal und St. Lüne zurückgelegt, und der Freund ihres reichen Herzens fand auf diesem klassischen Wege nichts als große Erinnerungen, Zauber-Stellen und eine stille lange heimliche Seligkeit....

»St. Lüne!« schrie Jenner, erfreuet, daß er nur wieder einen Weltmann, Le Baut, sehen solle. Auf die Emigranten-Maske war er selber verfallen, um den Kammerherrn, bei dem er sich zuletzt für einen Fürsten-Erbfeind ausgeben wollte, besser auszuholen. Wäre in Le Bauts Seele ein höherer Adel als der heraldische gewesen – oder hätte Viktor nicht gewußt, daß der Kammerherr den Fürsten auf den ersten Blick erkennen würde – und daß ers schon darum vermögen würde, weil der wahre suspendierte Konsistorialbote schon der Stadt Flachsenfingen wahrscheinlich die ganze Vermummung werde ins Ohr gesagt haben: so hätt' er ihm die noble Masque ausgeredet.

Sebastian blieb gedachtermaßen weg und im Freien, wahrscheinlich aus Scham seiner Rolle und offenbar aus Sehnsucht, Klotildens Sonnenangesicht, das für ihn so lange nicht aufgegangen war, in einer seinem Herzen bequemern Lage anzuschauen. »Und die Eltern werden mich gern wiedersehen,« dacht' er dazu, »wenn sie mir etwas zu verdanken haben« – Klotildens Hofamt nämlich. Er fuhr, hinter dem Bettschirm der Dunkelheit lauschend, öfters zusammen, als er aus dem Pfarrhause seinen Namen und zwar mit solcher Liebe, mit solchen Wünschen seiner Antwort nennen hörte, daß er beinahe eine gegeben hätte. Aber die[756] Pfarrleute hatten nur mit seinem Patchen gesprochen und zu solchem gesagt: »Guter liebster Sebastian! Sieh doch her, was hab' ich da?« – Wie lag das verhüllete Paradies des heurigen Frühlings in alten Resten um ihn! Wie beneidete er die Schattenköpfe im Schlosse, die er um die Lichter gehen sah, und den alten Pfarrmops, der ihn zu den Pfarrleuten hineinwedeln wollte und drinnen auf dem Schauplatz einer so holden Vergangenheit weiter agierte! Aber als ihn Disteln am Schlosse an die musivische auf dem innern Fußboden desselben erinnerten, so war der Neider zu beneiden, und er ging mit den schönsten Träumen, die je über sein dunkles Leben gezeichnet wurden, zum Apotheker zurück.

Am andern Tage kam Jenner nach, erfreuet über die Eltern, entzückt über die Tochter, weil jene so fein waren und diese so schön. Es kostete meinem Helden nichts als ein Wort, um den Stiefvater zur Bitte für die Anstellung der Stieftochter zu bewegen, die der Held und der Vater so gern öfter sehen wollten und dem Stiefvater kostete es auch nur ein Wort bei der Fürstin, um seine und die fremde Bitte gewährt zu finden... Klotilde wurde Hofdame.

Sogleich darauf drang der Minister von Schleunes im Glückwunschschreiben den Viertels-Flügel seines Hauses Klotildens Eltern auf und war in der Epistel froh, »daß eine höhere Bitte die seinige mit so vielem Erfolge wiederholet hätte«. – Ich stelle diesen Edeln allen Weltleuten zum Muster auf; wie wohl sich jetzt alles im moralischen Sinne, wie die Wiener im heraldischen, edel schreibt.

Viktor, der mit seinen Seelenaugen den ganzen Tag dem Kammerherrn ins Fenster guckte, konnte es kaum erwarten, Klotilde erstlich in St. Lüne zu sehen, und zweitens am Hofe. Er verschob den Besuch von Tag zu Tag – und machte ihn von Nacht zu Nacht im Traume. Nicht einmal die Besuchkarte – seinen Brief an den Pfarrer – hatt' er fortgeschickt: er wollt' ihn nicht nur selber bringen, sondern auch gar unterschlagen. Aber diesen letzten Gedanken – den Brief zu unterdrücken, weil etwan Klotilde diese boshafte Konduitenliste der Höfe in die Hände und daraus Widerwillen gegen das neue Amt bekommen könnte – schleuderte er, wie Paulus die Schlange, sogleich aus seiner Seele hinaus: wehe[757] dem Herzen, das nicht aufrichtig ist gegen ein aufrichtiges, nicht groß gegen ein großes und warm gegen ein warmes, da es schon alles dieses sein müßte gegen eines, das nichts von allem diesem wäre!

Übrigens bedurft' er eines solchen Besuchs und eines solchen Gegenbesuchs täglich stärker; denn er war nicht glücklich: daran war außer ihm schuld 1) der Fürst, 2) Flamin, 3) neuntausendundsiebenunddreißig Personen. Der Fürst konnte nicht viel dafür; er goß das ganze Füllhorn seiner Liebe über den Doktor aus und nahm diesem alle Freiheit weg, die er anfangs so heilig zu bewahren willens gewesen. Viktor schüttelte den Kopf, sooft er sein Tagebuch oder Schiffjournal der Lebensfahrt (auf Geheiß seines Vaters) weiterschrieb und aus seiner Seekarte ersah, daß er ganz andere Meere und Grade der Länge und Breite passieret war, als er oder sein Vater haben wollte: »Inzwischen land' ich doch richtig«, sagt' er. –

Aber sein Flamin tat seiner Seele weher, die überall zuviel Liebe suchte und gab. Er wollte dem Rate mit der Nachricht von Klotildens Hofamt eine Freude machen, die seiner eigenen glich; aber der empfing sie so kalt wie ihren Überbringer. Der Aktenstaub lag dick auf den Orgelpfeifen seines Gemüts. – Angekettet an den Session- und Schreibetisch, war er jetzt, wie angekettete Hunde, wilder als vorher ungefesselt. – Die Bemühungen seiner Kollegen, den Staats-Körper zu einem Anagramma auszurenken, erhielten von ihm den verdienten Beifall nicht. – Auch setzte sich in seiner Seele der Sauerteig der freundschaftlichen Eifersucht an, der es nicht recht war, daß sein Viktor ihn seltener und andre öfter sah. – Am meisten erboste ihn Viktors Weigern, als er ihn um Begleitung nach St. Lüne ersuchte... Kurz: er war arg.

Die 9037 Mann, die für meinen Helden 9037 Plagegötter waren, sind die Herren Flachsenfinger samt und sonders vermittelst ihres närrischen Charakters, der nicht hier skizzieret zu werden verdient, sondern in einem flüchtigen Extrablättchen.[758]


Flüchtiges Extrablättchen, worin der närrische Charakter der Flachsenfinger skizziert wird – oder perspektivischer Aufriß der Stadt Klein-Wien.


Klein-Wien heißen viele mein Flachsenfingen, so wie es ein Klein-Leipzig, Klein-Paris u.s.w. gibt. Es können aber wohl zwei Städte nicht weiter voneinander in Sitten abstehen als Flachsenfingen, wo man sein Leben und seine Seele verfrißt und versäuft, und Wien, wo man vielleicht den entgegengesetzten Fehler eines spartischen Ausmergelns nicht genug vermeidet. Die Klein-Wiener oder Flachsenfinger öffnen dem Genuß der Natur weniger ihr Herz als ihren Magenmund – Auen sind die Küchenstücke ihres Viehes, und Gärten die ihrer Besitzer – die Milchstraße fesselt und sättigt ihren Geist (ob sie gleich länger ist) nicht halb so sehr, als die Königsberger Bratwurst von 1583 es täte, welche fünfhundertundsechsundneunzig Ellen lang und viermal schwerer war als der Gelehrte selber, der sie der Nachwelt geschildert, Herr Wagenseil47. – – Sind das Züge, auf welche die Fuhrleute den Namen Klein-Wien begründen? Ich war oft in Groß-Wien und kenne die Großkreuze, Kleinkreuze und Kommandeurs des Temperanzordens, der dort so gemein ist, persönlich: ich kann also allerdings einen gültigen Zeugen abgeben, und mir ist zu glauben, wenn ich – da man in Klein-Wien außerordentlich säuft – von Groß-Wien, und ausdrücklich von dessen Klosterleuten, ganz etwas anders verfechte; sie haben nicht nur immerfort den größten Durst – der doch weg sein müßte, wenn man ihn löschte –, sondern sie bedienen sich auch gegen die Trunkenheit eines schönen Mittels vom Plato. Dieser Alte gibt uns den Rat, in der Betrunkenheit in einen Spiegel zu schauen, um durch die zerrissene Gestalt, die uns darin an unsere Entehrung erinnert, auf immer davon abgemahnet zu sein. Daher stellen oft ganze Domkapitel, der Dechant, der Subsenior, die Domizellaren u.s.w., Gefäße mit Wein oder Bier vor sich hin und heben sie an die Augen und besehen in diesem (metamorphotischen oder) Zerrspiegel, der die[759] entstellten Züge noch mehr entstellt (weil er wackelt), sich schon lange nach des Philosophen Rat. Ich frage aber, ob Leute, die beständig so tief ins Glas gucken, Trinken lieben können! –

Daraus folgt aber nicht, daß ich den Groß-Wienern die Ähnlichkeit mit den Flachsenfingern auch in solchen Zügen nehme, die ehren. So lass' ich jene recht gern diesen z.B. darin ähnlich sein, daß sie an keiner Dichtkunst, keiner Schwärmerei und Empfindsamkeit – denn das ist alles einerlei – krank liegen. Viktor würde dieses Lob in seiner Sprache so etwa klingen lassen: »Die Wiener Autoren (selber die besten, nur Denis und kaum drei ausgenommen) geben dem Leser keine über die ganze Gegenwart tragende Flügel durch jenen Seelen-Adel, durch jene Verschmähung der Erde, durch jene Achtung für alte Tugend und Freiheit und höhere Liebe, worin andre deutsche Genien wie in heiligen Strahlen glänzen«48, und er würde sich deshalb auf die »Wiener Skizzen«, auf »Faustin«, auf Blumauer und auf den »Wiener Musenalmanach« berufen. Den Tadel würde selber ein Wiener nützlichst annehmen und uns fragen, ob wir einen Musenalmanach (wie er) mit einem Zoten-Bodensatz aufzuweisen haben, worauf man setzen könnte: »Mit Approbation des Bordells.« – Dieses Gefühl des literarischen Unterschiedes nötigte sogar einen Nicolai – sonst kein besonderer Amoroso der Wiener Schriftsteller –, in seiner Allgemeinen deutschen Bibliothek eine eigne Seitenloge für diese einzubauen, ob er gleich sonst Schreiber aller andern Deutschkreise in ein Parterre zusammenwirft. Auf ähnliche Art sah ich in Baiern, daß an dem Galgen außer dem gewöhnlichen Balkon für die drei christlichen Konfessionsverwandten noch ein besonderer schismatischer Querpfosten angebracht war, an welchen bloß die Judenschaft geheftet wurde.

Der Flachsenfinger weiß, daß an Poeten nichts ist, und springt in Büchern, wo Versebäche durch die Prose laufen, über die Bäche hinweg, wie gewisse Leute spät in die Kirche gehen, um dem Singen zu entweichen. Er ist ein treuer Diener des Staats,[760] dem bekannt ist, wozu die poetische goldne Ader beim Revision-, Kommision-, Relation-, Enrollierungwesen zu gebrauchen ist: zu gar nichts; inzwischen will er doch, wenn er auch einen Klopstock und Goethe nicht schätzen kann, in müßigen Stunden einen guten Knüttelvers und Leberreim nicht verachten. Eine solche glücklich robuste Seelen-Natur, worin man weniger seinen Geist erhöhen will als seinen Pacht, macht es freilich begreiflich, wie es Schutzpocken geben kann, vermittelst deren der Flachsenfinger allein (wie Sokrates) in der Pest der Empfindsamkeit unangefochten herumwandelte. Der volle Mond machte bei ihnen volle Krebse, aber keine volle Herzen, und das, was sie darin pflanzten, damit er den Wachstum begünstigte, war nicht Liebe, sondern Kohlrüben. Der echte Klein-Wiener zielt nach viel nähern Schießscheiben als nach dieser weißen droben. Geheiratet wird da mit wahrer Lust, ohne daß man sich vorher totgeschossen oder totgeseufzet – man kennt keine Hindernisse der Liebe als kirchliche – die weibliche Tugend ist eine Gürtelschnalle, die so lange halten soll als der Geschlechtname der Tochter – die Herzen der Töchter sind da wie Briefumschläge, die sich, wenn sie einmal an einen Herrn überschrieben waren, leicht umstülpen lassen, damit man darauf die Aufschrift an einen andern Menschen mache – die Mädchen lieben da nicht aus Koketterie, sondern aus Einfalt allen Teufel, ausgenommen arme Teufel...

Kurz, mein Korrespondent, von dem ich alles habe, ist fast parteiisch für Klein-Wien eingenommen und widerspricht daher heftig dem Verfasser des reisenden Franzosen, der irgendwo gesagt haben soll – hätt' ich ihn im Hause, so wüßt' ich, wie eigentlich Klein-Wien heiße –, daß der Flachsenfinger wenigstens zum Räuber nicht Kraft genug besitze. Knef aber sagt, er wolle hoffen, daß sie schon gestohlen haben, und stützt sich auf die, die man aufgehangen.


Ende des flüchtigen Extrablättchens, worin der närrische Charakter der Flachsenfinger skizzieret wurde – oder des perspektivischen Aufrisses der Stadt Klein-Wien


*[761]

Aber unter solchen Menschen konnte mein Held bei aller Duldung keine frohe Tage finden, er, der allen Eigennutz, zumal den schmausenden, so haßte, und der gern in Doktor Grahams Vorlesungen hospitiert hätte, worin dieser lehrte, ohne Essen zu leben – er, der in sein Herz so gern den von der Poesie geflügelten Samen der Wahrheit aufnahm; der einen Emanuel am Herzen trug und den Mangel an poetischem Gefühle sogar für ein Zeichen hielt, daß der moralische Mensch noch nicht alle Raupenhäute weggelegt – er, der das ganze Leben und den ganzen Staatskörper für die Hülse ansah, worin der Kern des zweiten Lebens reift – – o! wer so denkt, ist zu einsam unter denen, die anders denken!

– So lag die Welt um ihn, als er ein Blatt von der guten Pfarrerin bekam: »Man sagt hier allgemein, Sie wären gestorben. Aber ich lasse mich gegen die Leute vernehmen, Sie müßten, da Sie so wenig von sich hören ließen und alle Welt vergäßen, eben deswegen noch am Leben sein. Bestätigen Sie meinen Satz! Wir sehnen uns alle herzlich und närrisch nach Ihnen, und ich möchte Sie wohl bitten, den einundzwanzigsten zu kommen (wenn Sie nicht die Hochzeit beim Stadtsenior mehr hindert als meinen Flamin). Wir haben Ihnen hier nichts anzubieten als den Geburttag unserer Klotilde. O guter Mylord, o geliebte Lordship, wie wars Denenselben bisher möglich, so lange stumm und unsichtbar zu bleiben? Eine treue Freundin, die gar nichts von den Damen Ihres Hofes an sich hat, nicht einmal die Veränderlichkeit, wünschet Sie herzlich vor ihr Auge und vor ihr Ohr – und diese Dame bin ich – und wenn ich Sie kommen sehe, werde ich doch vor Freude weinen, ich mag dabei lachen oder schmollen, wie ich will. E.«

Wann erhielt er dieses Blatt voll Seele? Und welche Antwort gab seine darauf? –

– Es war am schönsten Abend, der die Ankunft des schönsten Sonntagmorgens und des magischen Nachsommers ansagte – er sah nach der Abendröte, unter welcher Maienthals Berge lagen, und sein Herz schlug ihm schwer – er sah nach der Morgenröte des Vollmonds, die über St. Lüne entglimmte, und seine Sehnsucht[762] nach dorthin wurde unaussprechlich – – er dachte an Klotilde, deren Geburttag morgen einfiel, und ganz natürlich ging er heute – bloß zu Bette.

47

Es ist der mit den langen Schuhen, in seiner »Erziehung eines jungen Prinzen« 1705.

48

So sprach bloß die erste Auflage 1795 von Wienern, eine dritte verbesserte erkennt auch 1819 eine verbesserte von ihnen an, ob sie gleich die Schatten ihrer Vorzeit lebendig aufbewahrt.

Quelle:
Jean Paul: Werke. Band 1, München 1959–1963, S. 747-763.
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Romantische Geschichten II. Zehn Erzählungen

Romantische Geschichten II. Zehn Erzählungen

Romantik! Das ist auch – aber eben nicht nur – eine Epoche. Wenn wir heute etwas romantisch finden oder nennen, schwingt darin die Sehnsucht und die Leidenschaft der jungen Autoren, die seit dem Ausklang des 18. Jahrhundert ihre Gefühlswelt gegen die von der Aufklärung geforderte Vernunft verteidigt haben. So sind vor 200 Jahren wundervolle Erzählungen entstanden. Sie handeln von der Suche nach einer verlorengegangenen Welt des Wunderbaren, sind melancholisch oder mythisch oder märchenhaft, jedenfalls aber romantisch - damals wie heute. Michael Holzinger hat für den zweiten Band eine weitere Sammlung von zehn romantischen Meistererzählungen zusammengestellt.

428 Seiten, 16.80 Euro

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