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[97] Wie ich fahr in stiller Nacht

Auf den Silberwellen,

Fängt mein Weh mit aller Macht

Wieder an zu schwellen.


Sieben Jahre sind dahin,

Sind dahingeschwunden –

Und noch immer glühn und blühn

Meine alten Wunden!


Fast klingt es wie bittrer Hohn,

Ich sei jung an Jahren:

Da so lang die Liebste schon

Mir dahingefahren!


Wohl ergeh es, Engel, dir!

Werde licht und lichter!

Ach! dein Knabe wurde hier

Unterdes ein Dichter –


Muß nun reimen früh und spat

Um sein täglich Leben! –

Willst du einen guten Rat

Dann und wann ihm geben?

Quelle:
Gottfried Keller: Sämtliche Werke in acht Bänden, Band 1, Berlin 1958–1961, S. 97.
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