3.

[71] Weit, weit von Lichterfelde lebte einmal ein Edelfräulein, die that den Wunsch, daß sie ewig leben möchte; da setzte man sie in einen Korb und hing sie in der Kirche auf, und seit der Zeit sitzt sie nun da, obgleich es schon viele, viele Jahre her ist, und stirbt nicht; alle Jahr aber, an einem bestimmten Tage, bekommt sie einen Hälling Semmel, den verzehrt sie und ruft: »Ewig, ewig, ewig!« Und wenn sie das gesprochen hat, wird sie still und sitzt wieder so bis zum nächsten Jahre, und so gehts fort bis in alle Ewigkeit.

Quelle:
Adalbert Kuhn / W. Schwartz: Norddeutsche Sagen, Märchen und Gebräuche aus Meklenburg, Pommern, der Mark, Sachsen, Thüringen, Braunschweig, Hannover, Oldenburg und Westfalen. Leipzig 1848, S. 71.
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