XXI.

Das Zeltlager der Israeliten mit den von feurigen Schlangen Gebissenen; Mose und die eherne Schlange (Num. 21,6-9).
Das Zeltlager der Israeliten mit den von feurigen Schlangen Gebissenen; Mose und die eherne Schlange (Num. 21,6-9).

1VND da der Cananiter / der König Arad / der gegen Mittag wonet / hörete / das Jsrael her einkompt durch den weg der Kundschaffer / streit er wider Jsrael / vnd füret etliche gefangen. 2Da gelobt Jsrael dem HERRN ein Gelübd / vnd sprach / Wenn du dis volck vnter meine hand gibst / so wil ich jre Stedte verbannen. 3Vnd der HERR erhöret die stimme Jsrael / vnd gab die Cananiter / vnd verbanten sie sampt jren Stedten / Vnd hies die stet Harma.1 Deut. 34.

4DA zogen sie von Hor am gebirge auff dem wege vom Schilffmeer / das sie vmb der Edomiter land hin zogen. Vnd das Volck ward verdrossen auff dem wege / 5vnd redet wider Gott vnd wider Mosen /Warumb [86b] hastu vns aus Egypten gefürt / das wir sterben in der wüsten? Denn es ist kein Brot noch Wasser hie / vnd vnser Seele ekelt vber dieser losen Speise. Num. 11.

6DA sandte der HERR fewrige2 Schlangen vnter das Volck / die bissen das volck / das ein gros volck in Jsrael starb. 7Da kamen sie zu Mose / vnd sprachen / Wir haben gesündigt / das wir wider den HERRN vnd wider dich geredt haben / Bitte den HERRN / das er die Schlangen von vns neme / Mose bat fur das volck. 1. Cor. 10.

8DA sprach der HERR zu Mose / Mache dir eine ehrne Schlange / vnd richte sie zum Zeichen auff /Wer gebissen ist / vnd sihet sie an / der sol leben. 9Da macht Mose eine ehrne Schlange / vnd richtet sie auff zum Zeichen / Vnd wenn jemand eine Schlange beis / so sahe er die Eherne schlange an / vnd bleib leben. Joh. 3.


10VND die kinder Jsrael zogen aus vnd lagerten sich in Oboth. 11Vnd von Oboth zogen sie aus vnd lagerten sich in Jim am gebirge Abarim / in der wüsten gegen Moab vber / gegen der Sonnen auffgang. 12Von dannen zogen sie vnd lagerten sich am bach Sared. 13Von dannen zogen sie vnd lagerten sich disseid am Arnon3 / welcher ist in der wüsten / vnd eraus reicht von der grentze der Amoriter / Denn Arnon ist die grentze Moab / zwisschen Moab vnd den Amoritern. 14Daher spricht man in dem Buch von den streitendes HERRN / Das Vaheb in Supha /vnd die beche am Arnon / 15vnd die quelle der beche / welche reicht hin an zur stad Ar / vnd lencket sich vnd ist die grentze Moab. Num. 33.

16VND von dannen zogen sie zum Brunnen / das ist der brun / da von der HERR zu Mose sagt / Samle das volck / Jch wil jnen wasser geben. 17Da sang Jsrael dieses Lied / vnd sungen vmb einander vber dem Brunnen / 18Das ist der brun / den die Fürsten gegraben haben / die Edlen im volck haben jn gegraben / durch den Lerer vnd jre Stebe4. Vnd von dieser wüsten zogen sie gen Mathana / 19Vnd von Mathana gen Nahaliel / Vnd von Nahaliel gen Bamoth / 20Vnd von Bamoth in das Tal das im felde Moab ligt / zu dem hohen berge Pisga / der gegen die wüsten sihet.


21Vnd jsrael sandte boten zu sihon dem könige der Amoriter / vnd lies jm sagen. 22Las mich durch dein Land ziehen / Wir wollen nicht weichen in die ecker noch in die weingarten / wollen auch des Brunwassers nicht trincken / die Landstrassen wollen wir ziehen / bis wir durch deine Grentze komen. 23Aber Sihon gestattet den kindern Jsrael den zug nicht durch seine grentze Sondern samlet alle sein Volck / vnd zoch aus Jsrael entgegen in die wüsten / Vnd als er gen Jachza kam / streit er wider Jsrael.

24JSrael aber schlug jn mit der scherffe des Schwerts / vnd nam sein Land ein von Arnon an bis an den Jabok / vnd bis an die kinder Ammon / Denn die grentze der kinder Ammon waren feste. 25Also nam Jsrael alle diese Stedte / vnd wonete in allen stedten der Amoriter / zu Hesbon vnd allen jr Töchtern5. 26Denn Hesbon die stad war Sihons des königes der Amoriter / vnd er hatte zuuor mit dem könige der Moabiter gestritten / vnd jm alle sein Land angewonnen / bis gen Arnon. Deut. 2.; Jud. 11.;Psal. 135.

27DAher sagt man im Sprichwort / Kompt gen Hesbon / das man die stad Sihon bawe vnd auffrichte. 28Denn fewr ist aus Hesbon gefaren / ein flamme von der stad Sihon / die hat gefressen Ar der Moabiter /vnd die Bürger der höhe Arnon. 29Weh dir Moab / du volck Camos bis verloren / Man hat seine Söne in die flucht geschlagen / vnd seine Töchter gefangen gefürt Sihon dem könige der Amoriter. 30Jre herrligkeit ist zu nicht worden / von Hesbon bis gen Dibon / Sie ist verstöret bis gen Nopha / die da langet bis gen Medba. 31Also wonete Jsrael im Lande der Amoriter. Amos 2.

[87a]

32VND Mose sandte aus Kundschaffer gen Jaeser /vnd gewonnen jre Töchter / vnd namen die Amoriter ein die drinnen waren. 33Vnd wandten sich vnd zogen hin auff des weges zu Basan / Da zoch aus jnen entgegen Og der könig zu Basan mit alle seinem Volck zu streiten in Edrei. 34Vnd der HERR sprach zu Mose / Fürcht dich nicht fur jm / denn ich hab jn /in deine hand gegeben mit Land vnd Leuten / Vnd solt mit jm thun / wie du mit Sihon dem könige der Amoriter gethan hast / der zu Hesbon wonete. 35Vnd sie schlugen jn vnd seine Söne vnd alle sein Volck bis das keiner vberbleib / Vnd namen das Land ein.

1Darnach zogen die kinder Jsrael vnd lagerten sich in das gefilde Moab jenseid dem Jordan gegen Jeriho. Deu. 3.; Deu. 29.


1 Harma heisset ein Bann.

2 Darumb heissen sie fewrige / das die Leute von jnen gebissen / durch jre gifft / fewrrot wurden / vnd fur hitze storben / wie an der Pestilentz oder Carbunkel etc.

3 Jst derselbe hohe Fels / der in Besapha / das ist / in wolcken / winden vnd wetter stehet. Vnten fliessen Beche / vnd er an denselben seinen bechen hin wehret bis gen Ar.

4 Mügen hie heissen die Fürsten selbs wie im Jesaia der König in Egypten ein Stab heisst Darumb / das sie das volck regieren wie ein Hirte das vieh mit seinem stabe.

5 Das ist / die Dörffer vnd Flecken vmb die Stad her ligend.


Quelle:
Martin Luther: Die gantze Heilige Schrifft Deudsch. 2 Bände, München 1972.
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