Zwei und zwanzigster Brief.

[319] London, den 28sten Februar 1828.


Ich muß nachträglich noch einer in gewisser Hinsicht interessanten Bekanntschaft erwähnen, die ich in Brighton machte. Du hast gewiß einmal gehört, daß in der Familie Telluson einer ihrer Vorfahren ein Testament gemacht hat, nach welchem sein Vermögen 150 Jahre ruhen, Zinsen zu Zinsen geschlagen, und dann erst der in dem Augenblick des Erlöschens jener Zeit existierende jüngste Telluson es erhalten solle. In 20 Jahren läuft nun dieser Termin ab, und ich sah den 40jährigen Vater Telluson hier, der sehr wenig besitzt, und seinen Sohn, einen hübschen Knaben von 8 Jahren, der angeblich bestimmt ist, in seinem 28sten Jahr 12 Millionen L. St. zu erhalten, 94 Millionen Thaler unseres Geldes. Eine Parlaments-Akte hat für die Zukunft dergleichen Testamente verboten, aber dies hat man nicht angreifen können, obgleich man es wünschte, da allerdings[320] durch ein so ungeheures Vermögen ein Privatmann eine unnatürliche Macht erhält. Dem Knaben ist indeß zu seinen schönen Hoffnungen doch herzlich Glück zu wünschen. So viel Geld zu haben, ist etwas Großes, da man doch einmal nicht läugnen kann, daß Geld der Repräsentant der meisten Dinge auf der Welt ist. Welche wunderbare, die ganze Menschheit fördernde Dinge ließen sich mit einem solchen Privatvermögen, wohlangewandt, ausrichten!

Neben diesem jungen Crösus in spe interessierte mich ein berühmter Sonderling, Obrist C., der hier einige Tage verweilte. Lady M. machte mich auf ihn aufmerksam, indem sie mir folgendes erzählte: »Der elegante, ältliche Mann, den Sie dort sehen«, sagte sie, »war schon in meiner Jugend einer der erfolgreichsten Stutzer der Hauptstadt. Nachdem er aber sein Vermögen dabei bis auf einige tausend L. St. verthan hatte, führte ihn eines Tages sein Geschick vor eine Karte von Amerika, und plötzlich stieg der Gedanke in ihm auf, dort ein Ansiedler zu werden. Er sucht sich sogleich auf der Karte einen Fleck am See Erie aus, verkauft noch in der nämlichen Woche seine ganze Habe, läßt seinen Bedienten ein hübsches junges Mädchen heirathen, schifft sich mit beiden ein, kömmt glücklich an dem ausgesuchten Fleck mitten im Urwalde an, lebt einige Tage von der Jagd, schläft unter dem Laubdach, baut dann mit Hülfe einiger andern Ansiedler ein Blockhaus in Zeit von wenigen Tagen, das er noch jetzt bewohnt, erlangt bald einen bedeutenden Einfluß auf die umher zerstreuten Avantüriers,[321] den er dazu benutzt, sie zu gemeinschaftlichen Arbeiten aufzumuntern, und denen er sich besonders dadurch empfiehlt, daß er für sie kocht und bratet, statt der halb rohen Speisen, die sie sonst genießen mußten, liebet und mehrt sich, sieht endlich eine neue Generation dort entstehen, die ganz von ihm abhängt, besitzt jetzt an Landausdehnung ein kleines Fürstenthum, berechnet seine Revenüen auf 10,000 L. St. jährlich, und kommt alle 10 Jahr regelmäßig zu einer Season nach England, wo er, wie vorher, mit der Aisance eines Weltmanns als Fashionable lebt, und dann wieder auf 10 Jahre in die Wälder zurückkehrt, und den modernen Frack von neuem mit dem Schafpelz vertauscht.«

Mein erster Besuch in der Hauptstadt war bei Gräfin M ..., die ohngeachtet ihrer 40 Jahre, während meiner Abwesenheit wieder ein neues Kind zu dem Dutzend ihrer andern hinzubekommen hat. Ich aß dort und bewunderte ein schönes Geschenk des Königs in Silber, welches man hier kunstvoller als irgendwo zu arbeiten versteht, so daß der Preis der Façon oft zehnfach den Werth der Masse übersteigt. Ueber Tisch gab der Graf einen auffallenden Beitrag zur Charakteristik der hiesigen Gerechtigkeitspflege.

»Einem Manne, den ich kenne«, sagte er, »ward auf der Straße sein Schnupftuch gestohlen. Er ergreift den Thäter, hält ihn, als der Stärkere, gewaltsam fest, nicht ohne einige derbe Behandlung[322] die er ihm anthut, und übergiebt ihn dann den herzugekommenen Polizey-Beamten. Die Sache war klar vor vielen Zeugen, und der Delinquent würde, wenn bei den Assisen die Klage angebracht worden wäre, ohne Rettung entweder gehangen, oder auf lange Jahre nach Botanybay transportirt worden seyn. Seine Frau suchte indeß den Gentleman auf, und flehte auf ihren Knieen um Gnade, der Dieb selbst, ein nicht ungebildeter Mensch, schrieb die beweglichsten Briefe, und – wer wird sich darüber wundern, daß er endlich Mitleid und Erhörung fand, an dem bestimmten Tag der Kläger ausblieb, und folglich der Schuldige nach englischen Gesetzen frei gesprochen wurde.

Dem Gentleman bekam jedoch dies unzeitige Mitleid übel genug. Vierzehn Tage nach dem Vorgefallenen ward er von demselben Manne, der sein Schnupftuch gestohlen, für Assault und gewaltsamen Angriff auf offener Straße verklagt, und dieser durch Zeugen bewiesen. Allerdings erwiderte Beklagter, daß dies nur statt gefunden, weil ihm der Kläger sein Schnupftuch gestohlen habe. Da Delinquent aber hierüber bereits freigesprochen war, und Niemand derselben Sache wegen zweimal vor Gericht gezogen werden kann, so ward auf seinen Einwand gar keine Rücksicht genommen. Kurz, mit Schmerzensgeld und Kosten mußte der zu großmüthige Bestohlne dem Diebe und den Gerichten dafür noch gegen 100 L. St. bezahlen.«

Die ganze Gesellschaft fand diese Gerichtspflege abscheulich,[323] ein alter Engländer aber vertheidigte sie beharrlich. »Ich glaube«, fiel er eifrig ein, »daß die eben erzählte Anekdote gerade dazu dient, die Weisheit unserer Gesetze recht auffallend zu illustrieren. Die Gesetze überhaupt, wie die richterlichen Behörden sind doch in ihrem ersten Grunde nur dazu da, Verbrechen zu verhindern. Nur deßwegen auch bestraft man sie. Der Verhehler ist daher in den Augen des Gesetzgebers fast eben so strafbar als der Stehler, und derjenige, welcher einen Verbrecher, der bereits dem Gesetz verfallen, wissentlich von seiner Strafe zu befreien sucht, wirkt für die Kommunität nicht weniger nachtheilig als der Verbrecher selbst. Jener Mann, welcher mit dem Schnupftuchstehlen vielleicht seine Laufbahn nur erst anfing, und hiernach der Gesellschaft zu Buße und Besserung entzogen werden sollte, begeht jetzt, immer kühner gemacht, wahrscheinlich bald darauf einen weit größeren Diebstahl, vielleicht einen Mord. Wer hat sich dann die Schuld davon beizumessen? Es ist daher der von Ihnen angeführte Gentleman mit Recht für sein gesetzwidriges Mitleid bestraft worden. Wer in die Räder einer wohlthätigen Maschine unbesonnen und unberufen eingreift, darf sich nicht wundern, wenn sie ihm die Finger zerbricht.« –

Die Engländer sind, man muß es gestehen, sehr gewandte Sophisten, wenn es darauf ankömmt, ihre Gebräuche herauszustreichen. Der größte von ihnen, Brougham, hielt demohngeachtet neulich eine Rede von 6 Stunden, die bloß von den Mißbräuchen der[324] englischen Justiz handelte. Am colossalsten erschien darin der Umstand, daß in dem court of Chancery jetzt die ungeheure Summe von 50 Millionen L. St. liegt, die noch keinen Herrn hat. Ein Prozeß in diesem Gerichtshof ist sprüchwörtlich geworden, um etwas Unendliches zu bezeichnen, und es existirt eine Carrikatur darüber mit der Unterschrift: a Chancery suit, die sehr ergötzlich ist. Ein von Gesundheit strotzender reich gekleideter Jüngling füllt am Anfang des Bildes den hingehaltenen Hut eines zum Skelett verhungerten Advokaten mit Goldstücken, um für ihn einen Prozeß zu führen. Eine lange, lange Procession verschiedener Dinge und Menschen folgt, und am Ende sehen wir den jungen Mann als zerlumpten hinfälligen Bettler wieder, wie er demüthig den, nun wie eine Tonne dick gewordenen Advokaten, um ein kleines Allmosen anfleht, welches dieser jedoch, sich stolz abwendend, verweigert. Helas, c'est encore tout comme chez nous! – nur hier allerdings in corpulenteren Verhältnissen.

In manchen Dingen, die dem Fremden empörend scheinen, muß man sich indeß vor einem vorschnellen Urtheile hüten, da oft Mißbräuche, oder selbst offenbare Mängel an sich, doch nur der nothwendige Schatten eines weit größeren Lichtes sind. Z.B. die Bestechungen bei den Parlamentswahlen, selbst vielleicht die rotten boroughs und die anerkannte Abhängigkeit eines Theils des Parlaments vom Gouvernement durch Patronage u.s.w. Es ist sehr die Frage, ob ohne diese scheinbar so verwerflichen Hilfsmittel[325] ein Ministerium in allen Fällen wird bestehen können. Es ist schon ein Vortheil, daß dem letztern nicht in der Theorie das wirklich eingeräumt ist, (wie in despotisch regierten Staaten) was es indirekt in der Praxis allerdings nicht ganz entbehren kann, ohngefähr so wie eines Predigers Leben auch nimmer seinen Lehren gleich kömmt. Man muß nicht vergessen, daß menschliche Dinge sich höchstens nur dem Vollkommnen nähern, es aber nie erreichen können, daher man sich bei Reformen sehr in acht zu nehmen hat und nie ganz vergessen darf, que le mieux est l' ennemi du bien. Demohngeachtet scheint nach vielen Anzeichen England einer Reform entgegen zu gehen, weil es sie aus andern Gründen fast nicht mehr vermeiden kann, ob aber zu seinem Vortheil, ist noch sehr die Frage. Vielleicht ist die Nothwendigkeit derselben eben nur der Beweis, daß seine Größe sich überlebt hat und zu sinken anfängt.

Den Abend besuchte ich das Adelphi-Theater, wo ein Taschenspieler auf eine ganz neue Art seine Künste unter dem Titel Conversazione exhibierte. Er stand nämlich unter vielen Tischen und Maschinen auf dem Theater, erzählte zuerst seine Reise mit der Diligence, wo er verschiedene Charaktere und Anekdoten vorführte, einige Chansons sang, und dazwischen seine Kunststücke, oder Geistererscheinungen und optische Darstellungen, in die Erzählung als Begebenheit einpassend, anbrachte – gewiß eine gute Idee, die dem gewöhnlichen Kunststückemachen ein größeres[326] Interesse verleiht. Seine Sicherheit und Gewandtheit als Taschenspieler war überdies eben so merkwürdig, wie sein gutes theatralisches Spiel und Gedächtniß. Zuletzt führte er auf Gläsern, die er vorher naß machte, mehrere Musikstücke mit großer Fertigkeit aus, nicht nur im Harmonika-Styl, sondern auch Walzer und dergleichen, und selbst lange Triller, die vortrefflich gelangen.


Den 9ten März.


Die Season übt schon ihr Recht. Die Straßen wimmeln von eleganten Equipagen, die Buden etalieren neue Schätze, alle Häuser sind gefüllt, und alle Preise zum Doppelten und Dreifachen gestiegen. Der Minister Peel gab heute der Herzogin von Clarence eine sehr glänzende Soiré. Sein Haus ist mit vielen schönen Gemälden geschmückt, unter denen sich auch der berühmte chapeau de paille von Rubens befindet. Herr Peel hat dies kleine Brustbild nur mit 15000 Rthlr. unsres Geldes bezahlt. Es ist unglaublich, welche Schätze in dieser Hinsicht England enthält. So sah ich gestern in Gesellschaft der Fürstin E. die kleine Privatsammlung eines Geistlichen (Herr Carr), welche kaum 30 Gemälde enthält, und die ihm dennoch nicht nur 20000 L. St. gekostet hat, sondern sie auch vollkommen werth ist. Es sind so viel Meisterstücke als Bilder, die einzig richtige Art für einen Privatmann zu sammeln, der keine Galerie[327] zum Unterricht, sondern nur zum Genuß bezweckt.

Man findet hier einen Garoffolo von so überirdischer Verklärung, von so heilig tiefer Poesie, daß man ein Bild aus Eden, nicht von dieser Welt zu erblicken glaubt; daneben einen großen, fast die halbe Wand einnehmenden Claude, ebenfalls von der höchsten Schönheit, bei dem die geringen Mittel, die der Maler verwandte, eben so bewunderungswürdig sind, als der außerordentliche Effekt, den er damit zu erreichen wußte. Im Nebenzimmer befanden sich noch einige andere ausgezeichnete Landschaften von Domeniquino und Annibal Carrache. Der Reichthum der Composition, die Innigkeit und Naivität der Empfindung waren hier mit einem so phantastischen Reiz und so viel Mannigfaltigkeit der Details geschmückt, daß ich Tage lang mich hätte in diesen seltsamen Gegenden, ihren weiten Wasserspiegeln, ihren Inseln, Hainen und wohnlichen Hütten, ihren tief blauen Gebirgen und gespenstischem Waldesdunkel verlieren mögen. Im dritten Zimmer jedoch gelangt man erst zu der Krone der ganzen Sammlung, einem Bilde Leonardo da Vinci's, auf welchem der Maler in den drei Personen: des Erlösers, Petrus und Johannes, die Ideale des Jünglings, Mannes und Greises dargestellt hat, alle von einer Anmuth, Wahrheit und Vollendung, die nichts zu wünschen übrig läßt. Es ist der einzige Christuskopf von allen, die ich gesehen, der mir völlig genügt, und eben so überzeugend Größe und Kraft, als Heiligkeit und Milde[328] ausspricht, zugleich aber diesen sprechenden Ausdruck mit der idealsten Schönheit vereinigt. Dabei ist die Gruppierung des Ganzen dem Auge so wohlthuend, das Colorit so glanzvoll, jede Farbe so frisch erhalten, die Ausführung, auch des kleinsten so meisterhaft, daß man eine Befriedigung fühlt, wie selten ein Kunstwerk gewährt1.

Doch nichts bleibt hinter dem Anschauen eines solchen Meisterwerks so weit zurück, als eine kalte Zergliederung mit Worten; ich will daher auch weder von diesen noch den übrigen etwas weiter sagen, doch wünschte ich, daß Kunstkenner auf diese vortreffliche Sammlung aufmerksamer gemacht würden.

Genre-Gemälde lassen sich weit eher beschreiben. Dahin gehört die Ausstellung mehrerer Schlachten und Gefechte vom General Lejeune, die er erst mitgefochten, dann gemalt hat. Sie sind mit viel Talent und Geschmack aufgefaßt. In der Schlacht von der Mosqua bildet der theatralische Murat mit seiner Suite die Hauptgruppe, wie er mit Federn, Locken und Stickereien behangen, selbstzufrieden im Kartätschen-Feuer haltend, eben den französischen und sächsischen[329] Cürassieren die Ordre zu jenem mörderischen Angriffe und der Wegnahme einer Batterie von 40 Kanonen giebt, die so Vielen, und auch meinem Busenfreunde H ..., das Leben kostete; der König ist eben im Begriff, sich selbst an ihre Spitze zu stellen. Wer hätte ihm damals prophezeit, daß er bald darauf vom Pöbel unwürdig zerschlagen, und als Missethäter erschossen werden würde!

Tief erschütternd, obgleich vielleicht ein zu greller Gegenstand für die Kunst, ist auf dem Bilde der Schlacht von Marengo ein österreichischer Staabsoffizier, dem eine Kugel den Unterleib aufgerissen, so daß die Gedärme an der Erde liegen. Der Unglückliche, dem höllischen Schmerze zu entgehen, hat von einem französischen Gendärme eine Pistole erfleht, die er sich mit verzweifelnder Gebärde an den Mund setzt, während der Geber sich schaudernd abwendet.

Auf einem andern Gemälde ist der Ueberfall eines französischen Detachements durch spanische Guerillas abgebildet. Man sieht einen höchst romantischen Bergpaß in Catalonien, merkwürdig durch die colossalen Steinbilder von 6 Stieren, deren Errichthung man Hannibal zuschreibt. Zu ihren Füßen liegen zwei oder drei noch geharnischte Gerippe französischer Cürassiere, die einen Monat früher hier ebenfalls ihren Tod fanden. Niemand von dem ganzen Detachement entging diesmal der Ermordung, außer der General Lejeune selbst, und dies auch nur durch[330] ein halbes Wunder, indem dreimal die auf ihn angelegten Gewehre versagten, so daß Empecinado abergläubisch eine Bestimmung darin zu sehen glaubte, und von ihm abzulassen befahl. Man sieht auf dem Gemälde den General Lejeune, völlig nackt ausgezogen, von einem der Mörder bei den Haaren gefaßt, von einem andern auf den Leib getreten, und die Gewehre der andern auf ihn gerichtet, während unter Leichen und Trümmern neben ihm seine Diener und ein Soldat, schon von Piken und Schwerdtern vielfach durchbohrt, ihren Geist aushauchen.

Die Schlacht am Nil, wo die Mamelucken in halbwahnsinniger Flucht, ihre herrlichen arabischen Rosse von dem hohen Abhang herab in den Fluß spornen, und wenige nur das jenseitige Ufer erreichen, macht gleichfalls einen sehr romantischen Effekt.

Den 13ten.


Ich habe vergessen Dir zu schreiben, daß vor ohngefähr 14 Tagen das kaum fertig gewordne elegante Braunschweiger Theater, während der Probe eines neuen Stücks eingefallen ist, und einer großen Menge Menschen das Leben gekostet hat. Ich besah gestern die Trümmer, wo noch die Leichen zweier Karren-Pferde, die in der Straße daneben erschlagen wurden, unter dem Schutte liegen. Es ist ein fürchterlicher[331] Anblick. Nur eine einzige Loge blieb stehen, und in dieser rettete sich, durch seine Kaltblütigkeit nicht von der Stelle weichend, der Schauspieler Farren, der unversehrt die ganze entsetzliche Catastrophe mit ansah, eine nur zu ächte Tragödie, die sich keiner erwartet hatte.

Jetzt ist im Getümmel der Season Alles schon wieder vergessen. Bei allem dem giebt dieses geräuschvolle Leben weit weniger Stoff als man denken sollte, und den es gibt, vergißt man im ewigen Trouble.

Ein Familiendiné bei dem großen R., den man mit dem Sultan verglichen hat, weil dieser der Herrscher aller Gläubigen und jener der Gläubiger aller Herrscher sey, kam als Abwechslung dazwischen. Dieser Mann hat wirklich etwas ganz Originelles. Er war heute besonders lustig, und ließ seine neue österreichische Consularuniform holen, die ihm, wie er sagte, sein Freund M ...ch von Wien geschickt habe, zeigte sie uns, und ließ sich nachher sogar bereden, sie vor dem Spiegel anzuprobieren und damit einherzustolzieren, ja wie Virtuosen, wenn sie einmal angefangen haben, nicht wieder aufhören können, so ließ er nun auch noch andere prächtige Hofkleider bringen, und wechselte mehrmal die Toilette, wie auf dem Theater; eine Kindlichkeit bei solchem Geld-Heros, die ich fast mit Heinrich dem IV. vergleichen möchte, als dieser beim Eintritt des fremden Gesandten seinem Sohne eben als Reitpferd diente.

Es war übrigens ziemlich komisch anzusehen, wie der sonst so kaufmännisch ernste Mann, sich mit den[332] verschiedensten Wendungen und Reverenzen das leichte und grazieuse Air eines Höflings zu geben versuchte, und durch unser Lachen gar nicht irre gemacht, mit eben so vollkommner Ueberzeugung als Jovialität versicherte, daß N.M.R., wenn er wolle, jede Rolle spielen, und mit Hülfe von 6–8 extra Gläsern Wein, bei Hofe eine eben so gute Figur machen könne als irgend einer.

Von einem ganz verschiedenartigen Interesse war mir eine Bekanntschaft, die ich am andern Tage machte, nämlich die des Generals Mina. Du hast gewiß mehrere Portraits desselben gesehen, die ihn alle mit einem großen Schnurbart und wilden Zügen, gleich einem furchtbaren Räuberhauptmanne, darstellen. Denke Dir also meine Verwunderung; als ich in dem Helden Spaniens nur einen sanften, einfachen, im höchsten Grade bescheidnen Mann fand, der sogar nicht das Geringste von dem, was man eine militarische Tournure nennt, an sich hatte, im Gegentheil eher einem Landpächter oder Schulmanne glich, mit einem offnen freundlichen Gesicht, und bei jeder Lobeserhebung, die man ihm machte, erröthend wie ein Mädchen; doch fand ich nachher, als er sich im Gespräch animirte, allerdings eine Veränderung der Züge und ein dunkles Blitzen der Augen, das wohl verrieth, welches Geistes Kind er eigentlich sey. Er sieht im Ganzen noch sehr gut conservirt und kaum wie ein Vierziger aus, obgleich sein kurzes Haar ganz weiß ist, was ihn aber keineswegs alt macht, sondern nur das Ansehn gibt, als sey er gepudert.[333] Nie, äußerte er beiläufig, habe er sich jener luxurieusen Haarzierden zu erfreuen gehabt, mit denen man ihn so reichlich auszustatten pflege, und daher oft selbst über die Carrikaturen lachen müsse, die er in den Kaufläden von sich erblickt.

Ausser ihm waren in der Gesellschaft noch zwei andere merkwürdige Spanier gegenwärtig. Arguelles, Minister unter dem constitutionellen Regime und einer der ersten Volksredner in Spanien, ein Mann von gewinnendem Aeussern und feinen Manieren, und der General Valdez, Commandant von Cadix während der letzten Belagerung. Er führte auf seinem Admiralschiff (denn er war auch Admiral und zwar der Aelteste in der Marine) Ferdinand den Vielgeliebten in das französische Lager. Obgleich der König, wie er erzählte, ihn vorher und während der Ueberfahrt mit Liebkosungen überhäuft, vielfach seinen Dank für die ihm in Cadix wiederfahrne gute Behandlung ausgedrückt, und viel Versprechungen für die Zukunft gemacht, so wäre doch für den armen Valdez das schlimmste Loos bestimmt gewesen. »So wie der König das Schiff verließ«, fuhr Valdez fort, »änderte sich sein Betragen plötzlich, und sich endlich sicher wissend, warf er zu früh einen durchbohrenden Blick des Triumphs und einer lange zurückgehaltenen Wuth auf mich. Ich kannte diesen Blick und entschloß mich schnell. Ohne mich länger zu besinnen noch zu beurlauben, sprang ich augenblicklich zurück auf das Schiff, befahl es schnell umzuwenden, und eilte mit vollen Segeln Cadix wieder[334] zu. So entging ich wahrscheinlich dem Tode, aber mein hiesiges Exil in Armuth und Noth, fern von meinem unglücklichen Vaterlande, ist für einen sechzigjährigen Mann, der an Größe und Reichthum gewöhnt war, vielleicht noch schlimmer!«

Ich führe Dich heute einmal wieder ins Theater und zwar in Gesellschaft des berühmten Lord L .... eines alten Bekannten von mir, der nach seiner vielfach bewegten Laufbahn sich jetzt nur noch durch tägliches Waschen mit Essig gleich einem Pickle conserviert, während er sonst nur Andere, eben so sauer und beissend als weiland der Confiseur der eleganten Zeitung schriftlich, mündlich einzumachen pflegte. Wir sprachen von vergangenen Zeiten, und als wir vor Drurylane ankamen, deklamierte er eben einige wilde, aber schöne Verse von Moore, die er wohl auf seine eigne Vergangenheit beziehen und mit nicht zu strenger Gewissenhaftigkeit commentieren mochte, obgleich sie der Dichter der Geliebten eines gefallnen Engels in den Mund gelegt hat. Sie lauten dem Sinne nach, in einer meiner gewöhnlichen Knittelvers-Uebersetzungen des Augenblicks, ohngefähr so:


Was wäre Liebe! wenn immer nicht gleich

Durch Freude wie Qualen, durch arm wie durch reich,

Durch Ehre wie Scham, durch Alter wie Jugend,

Was frag' ich, Geliebter, nach Laster noch Tugend,

Ich weiß nur: ich lieb' Dich, wär schwarz auch Dein Herz,

Dein bin ich – und mein Deine Wonne und Schmerz.


Kein übles Motto für Desdemona, die uns erwartete,[335] wenn gleich der Mohr solcher alles hingebenden Liebe schrecklich lohnt.

Ehe ich zur Vorstellung selbst übergehe, laß mich ein paar allgemeine Bemerkungen vorausschicken.

Man streitet fortwährend bei uns, ob man Shakspeare in wörtlicher, oder freier Uebersetzung, oder gar freier Umarbeitung geben solle. Ich würde mich für das zweite, nämlich die freie Uebersetzung, entscheiden, vorausgesetzt, daß die Freiheit dieser sich nur darauf beschränkte, im Geiste deutscher Sprache mit völliger Ungezwungenheit sich zu bewegen, wenn auch dadurch hie und da ein Wort- und Witzspiel auffallen müßte. Am Gange des Stücks aber bedeutend zu ändern, Scenen ganz wegzulassen, Shakspeare ganz fremde Worte und Ideen zu leihen, kann ihn nur verstümmeln, selbst wenn der größte Dichter es unternähme. Man sagt, Shakespeare wäre besser zu lesen als zu sehen, und könne besonders in wörtlichen Uebersetzungen nicht aufgeführt werden, ohne uns dadurch wieder in die Kindheit der dramatischen Kunst zu versetzen, wobei man zugleich behauptet, daß die theatralischen Vorstellungen zu Shakspeare's Zeit nur dialogisirten Mährchen im Costume geglichen hätten. Ich will die Genauigkeit dieser Angabe dahin gestellt seyn lassen, aber so viel weiß ich, daß die Aufführung von Romeo und Julie, Macbeth, Hamlet, Othello, auf dem heutigen englischen Theater, welche Stücke alle doch nur mit geringen Auslassungen gegeben werden, und[336] bei welchen die meisten angeblich schockierenden Dinge, und selbst der obligate Königstrompeter, nie fehlen, dennoch einen so vollständig befriedigenden, durch nichts gestörten Eindruck auf mich gemacht haben, als Lesen und Vorlesenhören (selbst von Tiek, dem besten Vorleser, den ich kenne) nie, auch nur im entferntesten Grade, hervorbringen konnten. Ja ich gestehe, daß ich erst seitdem die ganze gigantische Proportion Shakspeares in ihrem vollen Umfang empfunden habe. Freilich gehört dazu ein solches Zusammenspiel, und so große Schauspieler für die Hauptrollen wie sie uns gänzlich abgehen, denn Macbeths in Berlin, – wie Clauren sagen würde – und dieselben in England sind eben so verschiedne Leute als Shakspeare selbst und sein vortrefflicher Commentator Franz Horn. Die ersten hiesigen Schauspieler, wie Kean, Kemble, Young u.s.w. sind, wie ich schon an andern Orten erwähnt, Männer von großer Bildung, die zum Theil in der besten Gesellschaft leben, und dem ernstesten Studium ihres Nationaldichters ihr Leben weihen. Selten nur treten sie in andern Rollen auf, und brauchen nicht, wie unsre Kunstlast-Thiere, jeden Augenblick einen tragischen Helden mit einem Ifflandischen Geheimrath, oder den Talbot mit Herrn von Langsalm zu vertauschen, nicht heute im Othello und morgen im Wollmarkt aufzutreten.

Sehr sonderbar fällt es auf, daß scheinbar, und zum größten Theil auch wirklich, das Publikum, vor dem diese Künstler sich produzieren, ein so rohes und[337] unwissendes und ungezognes ist! Vielleicht aber mag dies grade eine gute Wirkung auf die Darsteller haben. Wie der wahre Tugendhafte die Tugend, müssen auch die hiesigen Schauspieler die Kunst nur um ihrer selbst willen lieben, ziemlich unbekümmert um die Aufnahme, und sie erreichen dann hierdurch eben am sichersten zuletzt doch den allgemeinen Beifall. Indessen muß man auch gestehen, daß, ohngeachtet dieser Rohheit Vieler, doch in dem englischen Theaterpublikum eigentlich ein gesünderer Sinn als in dem laxen, hypergebildeten unserer deutschen Hauptstädte verborgen liegt, ja mitten unter der Foule des Gemeinen in ihm eine unsichtbare Kirche der Eingeweihten besteht, deren Daseyn nimmer das göttliche Feuer in den Künstlern ganz verlöschen läßt. In öffentliche Critik läßt sie sich weniger ein, aber sie wirkt mächtig im socialen Leben.

Viele Deutsche hören es nicht gern, daß andere Nationen uns in irgend Etwas übertreffen sollen, auch ich empfinde solches immer mit Bedauern, aber meine Ueberzeugung muß ich dennoch aussprechen, daß, wie wir keinen dramatischen Dichter von Shakespeares Caliber haben, wir auch keinen Schauspieler besitzen, der seine Charaktere in ihrer ganzen Bedeutung wieder vor uns aufleben zu lassen fähig ist. Immer war es nicht so, wie man sagt, und ich selbst habe in meiner frühesten Jugend noch Eindrücke von Fleck und der Unzelmann bewahrt, die mir seitdem auf unserer Bühne nicht mehr zu Teil wurden. Noch höher mögen Schröder und Eckhof gestanden haben,[338] und mit vielem Vergnügen erinnere ich mich der enthusiastischen Schilderung, die mir von diesen Beiden der alte Archenholz machte, welcher auch Garrick noch gesehen hatte, Schröder aber diesem wenigstens gleich stellte.

Daß man übrigens bei fremden Schauspielern sich nothwendig, um sie gerecht zu würdigen, erst einigermaßen in ihre Nationalität hineindenken, sich an gewisse uns ebenso fremde Manieren, als manche Wendungen ihrer Sprache für uns bleiben, wenn wir sie auch noch so gut verstehen, gewöhnen muß, wird wohl jedem Verständigen einleuchten. Im Anfang wirken diese Ursachen immer mehr oder weniger störend, und ich habe nur ein künstlerisches Individuum gesehen, das in dieser Hinsicht, wenn ich mich so ausdrücken darf, völlig cosmopolitisch organisirt war, die unnachahmliche, vielleicht nie erreichte, gewiß nie übertroffene Miß Oneil. Hier sprach nur Menschen-Geist und Seele zu dem unsrigen, Nationalität, Zeit und Aeusseres verschwanden dem Gemüth in einer alles mit fortreißenden Entzückung.

Doch zurück zur Gegenwart. Wir sahen also den Othello, wo das Zusammenspiel der drei ersten dramatischen Künstler Englands mir einen der genußvollsten Abende gewährte, und diese etwas lange Expektoration veranlaßte, mich aber auch höchst schmerzlich die oben erwähnte Heroin vermissen ließ. Mit ihr würde ich heute den Culminationspunkt aller theatralischen Darstellung erreicht gesehen haben.[339]

Kean, Young und Kemble, sagte ich, bilden das herrschende Triumvirat der englischen Bühne. Der erste ist ohne Zweifel der Genialste, der Zweite glanzvoll und consequent in seinem Spiel, der Dritte, obgleich weniger ausgezeichnet im höchsten Tragischen, dennoch stets würdig und verständig. Nur in dieser Darstellung des Othello spielten zum erstenmale alle drei zusammen in derselben Tragödie. Dies war aber auch ein seltner Genuß! Othello ist, nebst Shylock, Keans Hauptrolle. Es ist bewunderungswürdig, mit welcher tiefen Menschenkenntniß er nicht nur die erst schlummernde, allmählich erwachende und endlich in Raserei übergehende Eifersucht malt, sondern wie er dabei auch stets die südliche Natur des Mohren, die so eigenthümliche Individualität dieser Menschenklasse, auf das täuschendste nachahmt. Es blickt bei allem edlen Wesen des Mohren etwas Thierisches zuweilen daraus hervor, das schaudern macht, und auf der andern Seite auch seinen ungeheuren Schmerz noch gewaltsamer uns vor Augen stellt. Die Einfachheit seines Spiels im Anfang, die Abwesenheit aller Prahlerei nach den vergangnen großen Thaten, und die innige Liebe für das gewählte Weib gewinnen die Herzen der Zuschauer, wie sie das Desdemona's gewonnen haben – der häßliche Mohr ist über dem vollendeten, heldenmäßigen Mann vergessen – bis nun unter den Qualen zerfleischender Eifersucht langsam vor unsern Augen jene versteckte grause Natur auftaucht, und wir zuletzt kaum einen Menschen mehr, sondern einen reißenden Tiger vor uns zu[340] sehen glauben. Ich bestärkte mich hier von Neuem in meiner Ueberzeugung, daß der große Dichter, mehr noch als der mittelmäßige, auch großer Schauspieler bedarf, um vollständig verstanden und gewürdigt zu werden. In Berlin z.B. erschien die Erdrosselungs-Scene nicht nur lächerlich, sondern wahrhaft indecent. Hier wahrlich gefror das Blut zu Eis in den Adern, und selbst das rohe englische Publikum war eine lange Zeit lautlos, und wie vom Blitze gerührt. Ja ich gestehe, daß einigemal während der Tragödie, Othello's lange Marter, die ihm der satanische Jago so tropfenweiß mit teuflischer Ruhe zumißt – für mich so peinlich wurde, und die Furcht vor dem was ich wußte, daß noch nachfolgen würde, so in mir anwuchs, daß ich unwillkührlich mein Gesicht wie von einer zu erschütternden Scene abwenden mußte. Youngs Darstellung des Jago ist ein vollendetes Meisterwerk, und erst durch sein Spiel ist mir dieser Charakter völlig klar geworden. Es ist vielleicht, – und ich muß hier einer früher gemachten Aeusserung, wenigstens Ausnahmsweise widersprechen, Jago, sage ich, ist vielleicht wider Shakspeare's sonstige Weise, kein ganz in der Natur begründeter Charakter, sondern mehr eine glänzende Phantasie des Dichters, aber mit welcher bewunderungswürdigen Consequenz durchgeführt! Es ist der verkörperte Teufel, ein Wesen von Galle und Bitterkeit genährt, das weder Vergnügens noch Freude fähig, das Böse wie sein Element ansieht, und das einzige Wohlbehagen im Philosophiren über sich selbst, dem Beschauen und der beleuchtenden[341] Erklärung seiner eignen Schandthaten findet. Nur schwach ist er noch an die Menschlichkeit geknüpft, durch das Gefühl der Rache, die er an dem Mohren dafür nehmen will, daß Jener, wie er glaubt »den eignen Dienst zwischen seinen Bett-Tüchern versehen«. Demohngeachtet erscheint dies fast nur wie ein Vorwand, den er sich selbst, mit dem letzten Hauch eines moralischen Gefühls, zur Entschuldigung aufstellt, und seine ächte Freude an Unglück und Jammer immer das Haupt-Motiv. Dennoch wird dieses Ungeheuer nie ganz widrig. Seine geistige Ueberlegenheit, sein Muth, seine Consequenz, und zuletzt seine Standhaftigkeit im Unglück, lassen den vollendetesten Bösewicht doch nie in ganz gemeine Niedrigkeit versinken. Jago bleibt immer noch ein Held gegen einen Kotzebueschen Tugendhaften. In diesem Sinne spielt Young den Charakter durchaus, sein Anstand ist finster und mürrisch, aber edel; kein Lächeln kömmt über seine Lippen, und seine Scherze verlieren deshalb doch nichts durch ihre Trockenheit. Alle behandelt er, seiner Macht gewiß, mit Ruhe und Ueberlegenheit, jedoch mit wohl markirter Nüance. Für seine Frau ist er roh und gebieterisch, gegen Roderigo autoritativ und launig, mit Cassio achtungsvoll und freundschaftlich, dem Mohren gegenüber ehrfurchtsvoll und treuherzig, jedoch überall ernst und würdevoll. Kemble spielt in seiner Art den Cassio fast eben so vortrefflich, und wie ihn Shakespeare schildert »ein Mann, gemacht den Weibern das Herz zu stehlen«. Jung, heiter, leichtsinnig, von[342] edlem Wesen, gutmüthigem Charakter und feinen Sitten. Leider wurde Desdemona nur sehr mittelmäßig gegeben. Doch ging der rührende Contrast ihrer sanften duldenden Weiblichkeit mit des Mohren glühender Leidenschaft nicht ganz verloren.

Kean spielt den Othello in der Tracht eines Mohrenkönigs aus der Bibel in Sandalen und einem langen seidnen Talar, welches allerdings abgeschmackt ist. Man vergißt aber bald die Tracht über sein vortreffliches Spiel. –

Dein treuer L.

1

Ein gelehrter Antiquar sagte mir einmal, daß die alten Maler gewöhnlich auf Kreidegrund malten, und Firnisse zur Bereitung ihrer Farben gebrauchten, weshalb sie so dauerhaft, frisch und glanzvoll blieben. Sonderbar, daß man sich nicht mehr bemüht, dieses Verfahrens wieder Herr zu werden.

Quelle:
[Hermann von Pückler Muskau]: Briefe eines Verstorbenen. Dritter und Vierter Theil: Ein fragmentarisches Tagebuch aus Deutschland, Holland und England geschrieben in den Jahren 1826, 1827 und 1828, Band 4, Stuttgart 1831, S. 319-343.
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Romantische Geschichten III. Sieben Erzählungen

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Romantik! Das ist auch – aber eben nicht nur – eine Epoche. Wenn wir heute etwas romantisch finden oder nennen, schwingt darin die Sehnsucht und die Leidenschaft der jungen Autoren, die seit dem Ausklang des 18. Jahrhundert ihre Gefühlswelt gegen die von der Aufklärung geforderte Vernunft verteidigt haben. So sind vor 200 Jahren wundervolle Erzählungen entstanden. Sie handeln von der Suche nach einer verlorengegangenen Welt des Wunderbaren, sind melancholisch oder mythisch oder märchenhaft, jedenfalls aber romantisch - damals wie heute. Nach den erfolgreichen beiden ersten Bänden hat Michael Holzinger sieben weitere Meistererzählungen der Romantik zu einen dritten Band zusammengefasst.

456 Seiten, 16.80 Euro

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