Acht und dreißigster Brief.

[92] Cashel, den 12. October 1828.


Theuerste Freundin!


Warum schreibe ich Dir so gern? Gewiß, weil ich denke, daß es Dir Freude macht, aus der Ferne von mir zu hören – aber auch, weil Du nur mich immer verstandest, und Niemand sonst! dies allein wäre hinreichend, mich auf immer an Dich zu fesseln, denn ich lebe, mitten in der Welt, doch nur mit Dir – so einsam als auf einer wüsten Insel. Tausende von andern Geschöpfen wimmeln zwar um mich her – sprechen kann ich aber nur mit Dir. Versuche ich es mit andern, so bekömmt mir schon die Gewohnheit und Neigung, immer wahr zu seyn, oft theuer zu stehen! oder ich stoße durch etwas anderes an – denn Lebensklugheit wurde meiner Natur eben so bestimmt und unerreichbar versagt, als es dem Schwane,[93] der im Winter auf dem See vor Deinem Fenster schwerfällig hinwatschelt, unmöglich ist, mit den vorbeigleitenden Schlittschuhfahrern Wette zu laufen, aber – seine Zeit kömmt auch, wenn er mit stolz gekrümmtem Halse die Fluthen zertheilt, oder im blauen Aether allein und majestätisch durch die Lüfte schwebt. Dann erst ist er, er selbst.

Doch zurück zu Cashel. Ich benützte heute meines guten Freundes Pferde, die mir täglich zu Gebote stehen, zu einer zweiten Excursion, nach der sechs Meilen entfernten Ruine von Holycroß (heiligen Kreuz) der würdigen Rivalin des Teufels-Felsens. Zuerst belustigten wir uns, querfeldein zu reiten, und einige Mauern zu überspringen, dann gelangten wir auf eine Anhöhe, von der sich der »rock«, wie er hier kurzweg genannt wird, am imponirendsten ausnimmt. Der Kranz entfernter blauer Berge, die sich rund um den, einzeln in der fruchtbaren Ebene stehenden, Felsen lagern, Burg, Abtei und Cathedrale, die, ein großes Ganze bildend, stumm und großartig, von ihm herab die Geschichte auf einander folgender Jahrhunderte, verkünden, und endlich die Stadt am Fuße, so ärmlich, obgleich sie der Sitz zweier Erzbischofe (eines protestantischen und katholischen) ist, die auch eine stumme Sprache spricht, über die jetzige Zeit! erwecken gar mancherlei widersprechende Gefühle. –[94]

Von ganz anderem Charakter ist Holycroß. Cashel steht in einsamer Größe da, Alles Felsen und Steine, Alles kahl und schwarz, – nur hie und da scheint ein verlornes Epheupflänzchen schüchtern an einer Spalte hinanzukriechen. – Holycroß dagegen liegt im Thal, an den Ufern der Suir, in Laubholz begraben, und von solchen wuchernden Epheustämmen umschlungen und umrankt, daß man kaum eine Mauer vor ihnen erblicken kann; und selbst das hohe Kreuz, das letzte, welches der Abtei noch übrig bleibt1, ist so inbrünstig von ihnen umklammert, als wollten sie es vor jeder profanen Berührung schützen. Im Innern sieht man mehrere prachtvolle gewölbte Decken, das zierliche Monument auf dem Grabe Donough O'Bryens, Königs von Limmerick, der im Anfang des zwölften Jahrhunderts die Abtei erbaute, und einen wunderschön gearbeiteten Steinbaldachin, unter welchem die Leichen der gestorbenen Aebte ausgestellt wurden – sämmtlich so gut erhalten, daß ihnen mit wenig Ausbesserung das Ansehen der Neuheit gegeben werden könnte. Die Aussicht vom Thurme ist sehr freundlich. Man ist hier dem Teufelsbiß ganz nahe, dessen groteske Form freilich zu auffallend war,[95] als daß die Irländer sie nicht hätten zu einer Legende benutzen sollen, sie, die für jede Naturseltenheit ihr Mährchen stets bereit haben.

Wir eilten früher zurück als mir lieb war, da mich der katholische Dean zu einem Diné eingeladen hatte, bei dem ich nicht zu spät eintreffen durfte. Ich sollte den Erzbischof und sechzehn andere Geistliche dort antreffen; kein Laie, außer mir, war zugegen. Das Diné machte übrigens einem Caplane des römischen Pontifex Ehre. »Sie haben wohl niemals einer Mahlzeit beigewohnt«, sagte der Erzbischof zu mir, »wo die Gäste aus lauter Geistlichen bestanden?« Doch, Mylord, erwiederte ich: und was noch mehr ist, ich war selbst vor Kurzem noch eine Art Bischof. »Wie ist das möglich?« rief er verwundert. Ich erklärte ihm, daß ich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Wir sind also, fuhr ich fort, hier achtzehn Geistliche, ganz unter uns, und dabei kann ich noch versichern, daß ich keinen Unterschied zwischen Katholiken und Protestanten mache, sondern in beiden nur Christen sehe.

Mit großer Freiheit und Partheilosigkeit wurde nachher über religieuse Gegenstände gesprochen, nirgends bemerkte ich die geringste Spur von Bigotterie, noch der widrigen Affectation des Heiligthuens. Beim Dessert gaben sogar mehrere, die gut sangen, Nationallieder zum Besten, deren Inhalt zuweilen[96] nichts weniger als devot war. Als der neben mir Sitzende eine leichte Verwunderung darüber bei mir bemerkte, sagte er mir in's Ohr: Hier vergessen wir jetzt den fremden . . . . . . . . ., den Erzbischof und die Geistlichen – hier bei Tisch sind wir alle Gentlemen, und freuen uns des Lebens. Dieser Mann war der unbestrittene Abkömmling eines alten irischen Königgeschlechts, und obgleich es ihm jetzt keine Auszeichnung mehr verlieh, so war er doch nicht wenig stolz darauf. »Eine seltsame Wohnung habe ich dazu für einen Geistlichen«, sagte er zu mir. »Wenn Sie Irland je wieder besuchen, gönnen Sie mir vielleicht die Ehre, Ihnen die Honneurs davon zu machen. Sie liegt gerade unter dem Teufelsbiß – und eine schönere Aussicht als von diesem Biß bietet ganz Irland nicht.« Er machte nachher noch die Bemerkung, daß, katholisch zu seyn, in diesem Königreich schon für ein Adelsdiplom gelten könne, denn nur neue Familien seyen protestantisch, die Katholiken müßten nothwendig alt seyn, da sie, schon seit der Reformation, keine Proselyten mehr machten. Die Melodien der Lieder, welche man sang, hatten eine auffallende Aehnlichkeit mit denen der Wenden, wie ich überhaupt zwischen beiden Völkern viel gleiche Beziehungen finde. Beide fabriciren und lieben ausschließlich reinen Kornbranntwein (Whiskey), und leben fast allein von Kartoffeln: beider Nationalmusik kennt nur den Dudelsack, sie lieben leidenschaftlich Gesang und Tanz, und doch sind ihre Melodieen stets melancholisch; beide sind unterdrückt durch eine fremde Nation, und sprechen[97] eine immer mehr sich verlierende Sprache, die reich und poetisch ist, ohne daß sie doch eine Literatur in derselben besitzen; beide verehren unter sich noch immer die Abkömmlinge ihrer alten Fürsten, und haben den Grundsatz, daß: was nicht aufgegeben ist, auch noch nicht ganz verloren sey; beide sind abergläubisch, schlau, und in ihren Erzählungen zur Uebertreibung geneigt, revolutionair wo sie können, aber etwas kriechend gegen dicidirte Macht; beide gehen gern zerlumpt, wenn sie sich auch besser kleiden könnten, und endlich sind beide bei elendem Leben, dennoch großer Anstrengung fähig, obgleich sie am liebsten faullenzen, und dabei auch beide gleich fruchtbarer Natur, welches ein wendisches Sprüchwort: den Braten der armen Leute, nennt. Die bessern Eigenschaften besitzen die Irländer allein.

Ich benutzte die heute gemachten Bekanntschaften, um mich noch näher von dem hier herrschenden Verhältniß zwischen Katholiken und Protestanten zu unterrichten, wobei ich alles früher Gehörte völlig bestätigt fand, und noch einige Details mehr erhielt. Unter andern, die offizielle Liste eines Theils der gegenwärtigen Pfarreien und Gemeinden in der Diöces von Cashel, die zu merkwürdig ist, um sie Dir nicht mitzutheilen, wenngleich der Gegenstand zu den trocknen gehört, und fast zu pedantisch für unsere Correspondenz scheinen dürfte.


[98] (das Militär mit eingeschlossen.)


Thurles hat12000Katholiken250Protestanten

Cashel hat11000Katholiken700Protestanten

Clonoughty hat 5142Katholiken 82Protestanten

Cappawhyte hat 2800Katholiken 76Protestanten

Killenaule hat 7040Katholiken514Protestanten

Voherlahan hat 5000Katholiken 25Protestanten

Feathard hat 7600Katholiken400Protestanten

Kilkummin hat 2400Katholiken –Protestanten

Mickarky hat 7000Katholiken 80Protestanten

Golden hat 4000Katholiken120Protestanten

Anacarty hat 4000Katholiken 12Protestanten

Doniskeath hat 5700Katholiken 90Protestanten

Neu Irin hat 4500Katholiken 30Protestanten


Auf 13 Distr. 78182 Katholiken und 2379 Protestanten.


Jeder dieser Distrikte hat nur einen katholischen Pfarrer, aber oft vier bis fünf protestantische Pfründner, so daß im Durchschnitt auf eine protestantische Gemeinde kaum zwanzig Personen kommen. Kilkummin ist eben der angeführte Ort, wo die protestantische Gemeinde gar nicht existirt, und der Gottesdienst, welcher nach dem Gesetz wenigstens einmal im Jahre stattfinden muß, mit Hülfe eines katholischen Küsters in der Ruine abgehalten wird. In einem andern Bezirk, mit Namen Tollamane, wo ebenfalls kein Protestant ist, findet dieselbe Farce statt; nichts destoweniger müssen den abwesenden Pfründnern bei Heller und Pfennig ihre Zehnten und andere Abgaben verabfolgt werden, und nichts wird unerbittlicher eingetrieben als Kirchenrevenüen. Hier[99] findet kein Erbarmen, wenigstens hinsichtlich der Katholiken, statt. Wer den protestantischen Geistlichen den Decem oder die Pacht des Kirchenlandes nicht zahlen kann, sieht unabänderlich seine Kuh und Schwein (Meubles, Betten etc. hat er schon längst nicht mehr) verkaufen, und sich selbst nebst Frau, und gelegentlich ein Dutzend Kindern, (car rien n'eugendre comme les pommes de terre et la misère) auf die Straße gezogen, wo er der Gnade Gottes überlassen bleibt, der die Vögel nährt und die Lilien kleidet. Quelle excellente chose qu'une religion d'etat! So lange dergleichen noch existiren, und nicht, wie in den vereinigten Staaten, Jedem erlaubt ist, Gott auf die ihm beliebige Art zu verehren, ohne deshalb sich im bürgerlichen Leben zurückgesetzt zu sehen – so lange hat auch das Zeitalter der Barbarei noch nicht aufgehört. Einst muß im Staat das Gesetz allein regieren, wie in der Natur. Religion wird Trost im Unglück, und noch höhere Steigerung des Glücks, nach wie vor, gewähren, aber herrschen und regieren darf sie nicht. Nur das Gesetz übe unabänderlichen Zwang, überall sonst aber walte unbeschränkte Freiheit. Dies kann der gebildete Theil der Menschheit auf der Stufe fordern, auf welcher er angelangt ist, und die er durch so viel Blut und Jammer erkauft hat. Welcher Wahnsinn, den Menschen vorschreiben zu wollen, was selbst nach ihrem Tode aus ihnen werden, oder was sie darüber glauben sollen? Schlimm genug, daß hier auf Erden die besten Institutionen, selbst die weisesten Gesetze,[100] noch mangelhaft bleiben müssen, man lasse wenigstens die unsichtbare Zukunft Jeden nach seinem eignen Ermessen sich ausbilden. Und doch haben große, kluge und gute Männer sich zu solchem geistigen Despotismus berechtigt geglaubt! Dies aber ist die menschliche Gebrechlichkeit. Derselbe Mensch kann in eilf Dingen erhaben, und im zwölften als ein Idiot erfunden werden! Während so z.B. ein großer Krieger, in Schlachten, die Europa in Staunen versetzten, den Weltenstürmer bezwang – fürchtete er sich heimlich vor einem jungen Elephanten, mit dem er niederkommen zu müssen glaubte, weshalb seine Adjutanten manchen schweren Moment mit ihm zu verleben hatten. Während der Cardinal Richelieu allen Zeiten das Ideal eines großen und klugen Ministers aufstellte, hatte für ihn nur der Glaube Werth, ein großer Dichter zu seyn, und er quälte sich, elende Tragödien zu schreiben, die mit seinem Tode zu Makulatur wurden. Der große Ludwig, den man den absoluten König par excellence nennen könnte, hatte die unbegreifliche Dummheit, nach der Schlacht von Malplaquet, ganz ernsthaft auszurufen: Et Dieu a-t-il donc oublié ce que j'ai fait pour lui? Cromwell, zugleich Schwärmer und der kühnste wie der listigste Betrüger, nachdem er Mord auf Mord, Zerstörung auf Zerstörung gehäuft, fand sein Gewissen beruhigt, als, auf seine Anfrage, ein Priester ihm versicherte, daß, wer einmal sich nur im Zustande der Gnadenverzückung befunden, selig werden müsse, er möge sonst gethan haben was er wolle. »Dann bin ich[101] gerettet«, rief froh der Protector, »denn einmal wenigstens weiß ich es bestimmt, daß ich mich im Zustande der Gnade befunden!« So sind die Menschen, und daher wird mir auch nie eine Menschenautorität imponiren, wenn meine eigene Ansicht ihr, nach reiflichem Nachdenken, so weit es meine Fassungskraft vermag, nicht entspricht – ja wären morgen alle Menschen der entgegengesetzten Meinung, so würde ich doch deshalb die meinige nicht ändern. Gottlob! wir sind alle individuelle Geister, und keine Schaafheerde, die dem Leithammel folgen muß. Und was ist denn allgemeine Meinung? man sollte glauben, sie sey nur ein fortlaufender Irrthum, weil sie fast alle Jahrhunderte sich ändert. Von Ort und Zeit scheint sie allein abzuhängen. Bist Du in Constantinopel geboren, so schwörst Du auf Mohammed, im übrigen Europa auf Christus oder Moses, in Indien auf Brahma. Kamst Du einst, ein Unterthan des Augustus, zur Welt, so warst Du ein Heide, im Mittelalter hieltest Du das Faustrecht für das Recht, und heute verlangst Du die Freiheit der Presse,2[102] als eine Sache, ohne die Du nicht mehr existiren zu können glaubst. Du selbst in Deinem kurzen Leben, was denkst und bist Du, als Kind – als Jüngling – als Greis! Herder hat wohl Recht zu sagen: Kein Wassertropfen gleicht dem andern, und Ihr wollt allen Menschen einen Glauben geben! und man könnte hinzusetzen: kein Atom bleibt unverändert, und Ihr wollt die Menschheit stillstehen heißen!

Ehe der Erzbischof sich retirirte, sagte er noch sehr verbindlich zu mir: »Sie sind, wie Sie uns erzählt, ein Bischof, folglich dem Erzbischof Gehorsam schuldig. Ich benutze also diese Autorität zu dem Befehl, morgen wieder mit mir und Ihrem Collegen, dem Bischof von Limmerick, den wir heute erwarten, hier zu speisen, statuire aber keine Entschuldigung.« Ich erwiederte, den Scherz aufnehmend, daß ich gern zugeben müsse, wie es mir nicht gezieme, der Disciplin der Kirche zu widerstehen, und da Euer Gnaden, setzte ich hinzu (Your grace ist der Titel der protestantischen Erzbischöfe in England, den höfliche Leute, aus Courtoisie, auch den katholischen geben, obgleich ihnen, nach dem englischen Gesetz, gar kein Rang zusteht) und der dean die Pflicht so sehr zu versüßen wissen, so submittire ich mich um so lieber.

Den Abend brachte ich noch in der Gesellschaft des ..... zu. Ich habe nur selten protestantische Geistliche so aufrichtig gefunden, als diesen katholischen. Wir kamen bald darin überein, daß man entweder von Hause aus blindlings das glauben und annehmen[103] müsse, was die Kirche vorschreibe, ohne sich im Geringsten in Untersuchungen einzulassen, oder, wenn man dies nicht könne, seine eigene religiöse Ansicht sich ausbilden, als das Resultat individuellen Denkens und individueller Gefühle – was man mit Recht die Religion eines Philosophen nennen möge. Der ..... sprach französisch, was ihm am geläufigsten war, ich citire ihn daher mit seinen eigenen Worten: Heureusement, sagte er, on peut en quelque sorte combiner l'un et l'autre, car au bout du compte, il faut une religion positive au peuple. Et dites surtout, erwiederte ich, qu'il en faut une aux Rois et aux prêtres – car aux uns, elle fournit le »par la grace de Dieu« et aux autres de la puissance, des honneurs et des richesses – le peuple se contenterait peut être de bonnes lois et d'un gouvernement libre.

Ah! unterbrach er mich, vous pensez comme Voltaire:


Les prêtres ne sont pas ce qu'n vain peuple pense.

Et sa crédulité fait toute notre science.


Ma foi, lui dis-je, si tous les prêtres vous ressemblaient, je penserai bien autrement.


[104] Den 13ten Abends.


Ich habe leider meinem freundlichen Amphitryon nicht Wort halten können. Eine Migraine zwang mich, den ganzen Tag das Bett zu hüten. Der Herr Erzbischof ließ mir zwar sagen, daß er mich kuriren wolle, und wenn ich nur festen Glauben mitbrächte, gewiß sey, durch wohl applizirten Exorcismus den Kopfwehteufel auszutreiben – ich mußte ihm aber entgegensetzen, daß dieser Teufel einer der unbezwinglichsten sei, und niemand respectire als die Natur, die ihn sende und abberufe wie sie Lust habe, welches indeß selten vor vier und zwanzig Stunden Leiden statt finde. Ich muß Dich also, beste Julie, diesen Abend auch nur mit wenigen Worten verabschieden.


Den 14ten.


Après la pluie le soleil! der heutige Tag entschädigte mich für den gestrigen. Schon um sieben Uhr saß ich zu Pferde, um mich zum Frühstück auf Capt. S. Landhaus zu begeben, wo das Jagd-Rendezvous für die heutige Hasenhetze bestimmt war. Ich fand sechs bis sieben rüstige Landjunker dort versammelt, die nicht viel denken, aber ein desto heitereres und sorgenloseres Leben führen. Nachdem wir die heterogensten Dinge, Kaffee, Thee, Whiskey, Wein, Eyer, Beefsteaks, Honig, rognons de mouton, Kuchen und Butterbrot, alles untereinander, hatten[105] einnehmen müssen, setzte sich die Gesellschaft auf zwei große Carrs, und nahm ihre Richtung nach den Galtée-Bergen, wo, etwa in der Entfernung von acht Meilen, Hunde und Pferde auf uns warten sollten. Das Wetter war schön, und die Fahrt sehr angenehm; einem Bergrücken entlang, mit der vollen Aussicht der fruchtbaren Ebene, vom Gebürge geschlossen, und reich variirt durch eine Menge Landsitze und Ruinen, die über die ganze Fläche zerstreut lagen. Von diesen Schönheiten profitirte ich jedoch, wie gewöhnlich, allein; die Jäger hatten nur Jagd und Hasen im Kopfe. Man zeigte mir eine Stelle, wo vor zehn Jahren ein merkwürdiges Naturereignis statt fand. Ein hoch liegender Sumpfmoor, wahrscheinlich durch unterirdische Quellen empor getrieben, riß sich vom Boden los, und wanderte, in einer Masse von sechzehn Fuß Höhe und drei bis vier Morgen Ausdehnung, davon. Er ging, nach Maßgabe der Gegenstände, denen er begegnete, im fortwährenden Zickzack, und legte so neun Meilen zurück, ehe er den nahe liegenden Fluß erreichte, in dem er sich nur langsam auflöste und eine Ueberschwemmung desselben veranlaßte. Die Schnelligkeit seines Marsches war ohngefähr zwei Meilen in einer Stunde, aber vernichtend für Alles was er antraf. Häuser wurden bei seiner Berührung sogleich der Erde gleich gemacht, Bäume sämmtlich entwurzelt, die Felder aufgewühlt, und alle Vertiefungen mit Moor angefüllt. Eine unermeßliche Menge Menschen hatten sich gegen das Ende seines Laufs eingefunden,[106] ohne jedoch dem majestätisch verheerenden Natur-Phänomen auch nur den geringsten Widerstand entgegensetzen zu können.

Als wir an der bestimmten Stelle des Jagd-Rendezvous ankamen, waren wohl die Pferde, aber keine Hunde da. Dagegen hatten sich noch mehrere Gentlemen eingefunden, und anstatt Hasen zu jagen, durchzogen wir nun Alle die Felder, in lang ausgedehnter Linie, um, wo möglich die verirrten Hunde aufzusuchen. Von dem Reiten, was hierbei statt fand, macht man sich bei uns kaum einen Begriff. Obgleich die meisten Felder von Mauern umschlossen werden, die drei bis sechs Fuß hoch, und abwechselnd, entweder nur von Feldsteinen lose aufgeschichtet, oder ordentlich mit Kalk gemauert sind, andere aber durch sogenannte Ditches begränzt werden – feste Erdwälle von Lehm und Feldsteinen, die oben spitz zulaufen, fünf bis sieben Fuß Höhe haben und noch mit einem Graben auf der andern Seite, zuweilen auf beiden Seiten, versehen sind – so darf dies alles den Reitern doch kein Hindernis seyn, ihre Linie zu behaupten. Wie außerordentlich die hiesigen Pferde springen, habe ich Dir schon einmal beschrieben, wenn ich nicht irre; ihre Sagacität ist aber auch zu bewundern, mit der sie sogleich eine lose Mauer von einer festen, einen eben aufgeworfenen weichen Wall von einem durch die Zeit gehärteten zu unterscheiden wissen, die losen mit einem Satz überspringen (»clear them,« wie der Kunstausdruck heißt) bei[107] den festen, es sich bequemer machend, oben noch einmal aufsetzen. Alles dies geschieht eben so wohl im schnellsten Rennen, als auch mit der größten Ruhe im Schritt, oder mit einem nur ganz kurzen Anlauf. Einige Herren stürzten, wurden aber nur ausgelacht, denn wer sich nicht den Hals bei solcher Gelegenheit auf der Stelle bricht, darf, statt Beileid, hier nur auf Verspottung rechnen. Andere stiegen bei üblen Stellen ab, und ihre abgerichteten Pferde sprangen, mit herunter hängendem Zügel, noch vor ihnen leer hinüber und erwarteten dann ihre Reiter, ruhig grasend. Ich kann Dir versichern, daß ich gar oft dachte, diesem Beispiel folgen zu müssen, aber Capt. S..., der sein vortreffliches Pferd, welches ich ritt, kannte, und mir immer zur Seite war, encouragirte mich, stets nur ganz sicher dem Thiere zu vertrauen, so daß ich am Ende des Tages eine wahre Reputation unter den foxhunters erhielt. Gewiß ist es, daß man in Irland nur sieht, was Pferde zu leisten im Stande sind, die englischen können es ihnen hierin durchaus nicht gleich thun. Wo ein Mensch hinüber konnte, machte es mein Pferd auch möglich, auf eine oder die andere Manier hinüberspringend, kriechend oder kletternd, selbst durch Sumpfstellen, wo es bis an den Leib hineinsank, arbeitete es sich, ohne die geringste Uebereilung, langsam und bedächtig hindurch, wo ein so lebhaftes und ängstliches, wenn auch noch so kräftiges Thier, bestimmt nicht wieder herausgekommen wäre. Ein solches Schlachtroß im Kriege ist unschätzbar, aber nur Abrichtung von frühester Jugend[108] an, verbunden mit der Güte der Raçe, kann es hervorbringen. Daß aber die, Jahrhunderte fortgesetzte Erziehung, auch bei den Thieren, die angezognen Eigenschaften zuletzt fast zu angeborenen, oder zur andern Natur werden läßt, lehrt die Erfahrung. Ich sah in England Hühnerhunde, die, ohne alle Abrichtung, beim ersten Ausgang, vor den Hühnern so fest standen, als wären sie mit dem Corallenhalsband dressirt worden.

Die Preise dieser vortrefflichen Pferde waren, noch vor einem Jahrzehnt, verhältnißmäßig äußerst mäßig, seit aber die Engländer angefangen haben, sie für ihre eignen Jagden aufzukaufen, hat sich dies ganz verändert, und ein Irländischer Hunter von der Qualität dessen, den ich heute ritt, wird nicht unter einhundert fünfzig bis zweihundert Guineen verkauft; mischt sich Liebhaberei hinein, so gilt er wohl auch vier bis fünfhundert. Auf dem Wettrennen bei Gallway sah ich einen Vollblut-Schimmelhengst, ein berühmtes Jagdpferd, welches Lord Cl... für diesen Preis gekauft hatte. Dieser Hengst hatte jedes Steeplechace gewonnen, die er gelaufen, war eben so leicht als kräftig, schnell wie der Wind, von einem Kinde zu regieren, und bis jetzt ihm noch keine überspringbare Mauer zu hoch, kein Graben zu breit gewesen.

Endlich fanden wir die Hunde, deren Führer sich total betrunken hatten, und endeten unsere Jagd nicht eher, als bei einbrechender Dunkelheit. Es war empfindlich[109] kalt geworden, und das flackernde Kaminfeuer, mit dem gedeckten Tisch davor, leuchtete uns gar angenehm durch die Fenster entgegen, als wir wieder auf Capt. S. Landhause ankamen. Ein ächtes Jagd-und Junggesellenmahl folgte. Auf Eleganz und Prunk war es nicht abgesehen. Gläser, Schüsseln und Bestecke waren von allen Formen und Zeitaltern vereinigt; Einer trank seinen Wein aus Liqueur-, der Andere aus Champagner-, der Durstigste aus Biergläsern; dieser speiste mit des Urgroßvaters Messer und Gabel, Jener mit dem neuen grünen Besteck, das der Bediente wahrscheinlich erst gestern auf dem Casheler Markt eingekauft hatte. Hunde waren dabei ebensoviel im Zimmer als Gäste, bedienen that sich ein jeder selbst, und Essen und Getränk schleppte eine alte Magd und ein plumpfäustiger Reitknecht reichlich herzu. Die Hausmannskost war übrigens gar nicht zu verachten, eben so wenig der Wein, und der ächte, in den Bergen heimlich bereitete »Potheen,« den ich hier zum erstenmal ganz unverfälscht kostete. Um einen Pudding zu zuckern, wurden zwei große Stücke Zucker darüber gehalten, und an einander gerieben, wie die Wilden Feuer zu machen pflegen, indem sie Holz so lange reiben, bis es zu brennen anfängt. Daß dabei ungeheuer getrunken wurde, kann man voraussetzen. Obgleich indeß Mehrere zuletzt nur noch stammelten, beging doch keiner etwas Unanständiges, und die wenigen vom Wein Bezwungenen, erhöhten die Lustigkeit durch manches gute Bonmot und drollige[110] Erzählungen. Einer von ihnen, welcher früher lange in England gelebt hatte, behauptete, Augenzeuge von der letzten Erscheinung Georg des III. im Parlament gewesen zu seyn, die er folgendermaßen erzählte: Bevor der letzte König (hochselige würden wir Deutsche sagen, die selbst im Himmel noch die Seligen ein Titelchen mit einschwärzen lassen) völlig und auf immer von der Geisteskrankheit überwältigt wurde, die ihn nachher so lange unfähig machte, an den Regierungsgeschäften Antheil zu nehmen, trat die Epoche der Eröffnung des Parlaments ein, und der König, welcher zwar bedenkliche Anfälle, aber doch noch mehr lucida intervalla hatte, bestand darauf, das Parlament in Person zu eröffnen, und die übliche Rede selbst abzulesen, welche immer mit den Worten anfängt: Mylords, and Gentlemen of the house of Gommons! Der König schien ganz vernünftig, und die Minister, obgleich nicht wenig besorgt, mußten sich seinem so bestimmt ausgesprochenen Willen fügen. Man mag sich aber ihren Schreck vorstellen, als der König, die Gesellschaft lange und verwirrt fixirend, mit großem Pathos deutlich so anfing: Mylords and woodcocks, with their tails cocked up .... (Mylords und Waldschnepfen, die ihr den Schweif emporreckt) hierauf aber, ohne weitere Zeichen von Gestörtheit, die Ablesung seiner Rede mit dem besten Anstand fortsetzte. Dieser Contrast, fügte der Erzähler hinzu, war das Lächerlichste, und die Mienen der Parlamentsglieder, die nicht wußten, ob sie ihren Ohren trauen durften, oder geträumt hätten, das[111] unterdrückte Lachen Einiger, und das Staunen anderer, die mit offenem Munde stehen blieben, war für den Zuschauer ein höchst amüsantes Schauspiel. Als man, nach dieser Erfahrung, Seine Majestät glücklich zu Hause gebracht, ward keine weitere Probe gestattet, und er bis nach seinem Tode dem Publico nicht mehr gezeigt.

Die große Zuvorkommenheit, ja ich könnte sagen, den Enthusiasmus, mit dem man mich hier aufnimmt, habe ich allein meinem Besuch bei dem »Manne des Volks« zu verdanken, mit dem man mich, blos Neugierigen, in Gott weiß welchem Rapport glaubt. Wo ich durch ein Dorf reite, wird mir ein Hurrah gebracht, und in Cashel ist jeden Tag der Markt, an dem ich wohne, früh schon mit Menschen angefüllt, um mich, sobald ich ausgehe, mit einem gleichen Geschrei zu empfangen. Mehrere drängen sich dabei herzu, und bitten, mir die Hand (verzweifelt derb) schütteln zu dürfen, ganz glücklich, wenn sie dies bewerkstelligt haben.

Sehr spät brachen wir erst von Tisch auf, worauf ich, bei eiskaltem Nebel, mit noch einem Herrn in des Wirths Carr eingepackt wurde, um nach Cashel zurückzukehren. Alles lief mit hinaus, um mir behilflich zu sein. Der eine zog mir ein Paar Filzschuhe über, der andere gab mir einen Pelz um, der dritte band mir einen Foulard um den Hals, jeder wollte wenigstens einen kleinen Dienst leisten, und mit vielen: God bless his Highness, ward[112] ich endlich entlassen. Der Gentleman neben mir, Mr. O. R., war von Allen der Originellste und auch der Betrunkenste. Von gleich guter Meinung für mich, wie die übrigen, beseelt, wollte er mir stets etwas helfen, indem er das Uebel immer ärger machte; bald knöpfte er mir den Pelz auf, statt zu, riß mir das Tuch ab, statt es fester zuzubinden und fiel mir auf den Schooß, wenn er mir mehr Platz machen wollte. Seine poetische Gemüthlichkeit zeigte sich eben charakteristisch, als wir uns dem Rock von Cashel näherten. Es war entsetzlich kalt, und der wolkenlose Sternenhimmel blinkte und flimmerte, wie soviel Diamanten; zwischen der Straße aber und dem Rock hatte sich ein dichter Nebel auf die Erde gelagert, der auch die ganze Umgegend verhüllte, sich aber nicht höher, als bis zum Fuß der Ruine, erstreckte. Diese erschien nun, da ihre Basis unsichtbar war, wie auf einer Wolke gebaut, im blauen Aether, mitten unter den Sternen, stehend. Ich hatte schon eine geraume Zeit dies Schauspiel still bewundert, als mein Nachbar, den ich schlafend glaubte, plötzlich laut aufschrie: Ah! there is my glorious rock! look – how grand! and above all! sacred place, where all my ancestors repose, and where I-too shall lie in peace! – (Ha! da ist mein erhabner Felsen! sieh – wie grandios! und erhaben über Alles! heiliger Ort! wo alle meine Vorfahren ruhen, und wo auch ich einst im Frieden liegen werde!) – Nach einer Pause versuchte er, in erhöhter Extase, aufzustehen, worüber er indeß, ohne mich, wahrscheinlich vom Wagen[113] gefallen wäre. Als er festen Fuß gefaßt, nahm er den Hut tief ab und mit einer rührenden, wenn gleich burlesken, Frömmigkeit, rief er mit Thränen im Auge: God bless almighty God, and Glory to-him! (Gott segne den allmächtigen Gott, und Glorie sey ihm!) Ohngeachtet des Unsinns, den die verdoppelnde Kraft des Rausches ohne Zweifel verursachte (Gott segne Gott) so ergriff mich doch auch das innige Gefühl, und diesem wenigstens stimmte ich von ganzer Seele bei.


Den 15ten.


Lord H...., den ich in London gekannt, und der eine schöne Besitzung hier in der Nähe hat, lud mich ein, einige Tage bei ihm zuzubringen, was ich nicht annehmen mochte, aber heute bei ihm zu Mittag speiste. Der gutgehaltene pleasure ground, und das Ausgraben eines Sees, mit dem man eben beschäftigt war, erinnerten mich zu lebhaft an das Schloß, wo Du meine Theure jetzt hausest, um ohne Bewegung darauf blicken zu können. Wann werden wir uns dort wiedersehen, wann wieder unter den drei Linden häuslich mit den Schwänen frühstücken, die uns so zutraulich ihr Futter aus der Hand nahmen, während zahme Tauben die Brosamen auflasen, und der kleine Coco, verwundert und eifersüchtig, die zudringlichen Vögel mit den klugen Augen anblinzelte – ländliches Bild, über das der verknorpelte Weltmann[114] höhnend die Achseln zuckt, das uns aber in aller seiner Einfachheit das Herz bewegt!

Lord H. ist einer von den irländischen Vornehmen, die zwar ihre Revenuen nicht ganz ihrem Vaterlande entziehen, und zuweilen daselbst residiren, aber doch ihren eigenen Vortheil so übel verstehen, daß sie sich mit dem Volk in Opposition setzen, statt sich an seine Spitze zu stellen. Der Erfolg bleibt nicht aus. Der Earl of Landaff, auch ein Protestant, ist geliebt, Lord H.. gehaßt, obgleich er persönlich es mir durchaus nicht zu verdienen scheint. Man erzählte mir zwar viel von seinen, gegen Katholiken ausgeübten, Grausamkeiten, und ich war selbst Zeuge seiner leidenschaftlichen Stimmung in dieser Hinsicht, glaube aber, daß hier, wie so oft in der Welt, eine bloße Aen derung der eigenen Ansicht auch die ganzen Verhältnisse verändern würde. Dies ist eine Hauptregel praktischer Lebensphilosophie, und der Effekt sicher, denn die Objekte sind nur Stoff; wie sie das Subjekt versteht und formt, darauf kömmt alles an. Wie manche Lage kann man auf diese Weise aus schwarz in rosenroth übergehen sehen, sobald man nur durch Willenskraft entweder die schwarze Brille abnimmt, oder die rosenrothe aufsetzt. – Mit welcher Brille wirst Du meinen Brief lesen? – ich höre die Antwort von hier, und küsse Dich dafür. Der Himmel behüte Dich, und erhalte Dir diese Gesinnungen.


Dein treu ergebener L...

1

Es wurde hier ein Theil des wahren Kreuzes Christi aufbewahrt, der dem Kloster den Namen gab, und auch jedes einzelne Gebäude war deßhalb mit einem hohen Steinkreuze geschmückt, von denen nur eins noch sich erhalten hat.

A.d.H.

2

Ein für sein Land sehr gebildeter Maure, der sich lange in England aufgehalten, sagte zu dem Capt. L..: Ich möchte nie einem so ohnmächtigen Monarchen dienen, als der König von England ist. Welches andre Gefühl gibt es mir, eines Herrn Diener zu sein, dessen Allmacht Gottes Bild auf Erden ist, und auf dessen Wink tausend Köpfe fliegen müssen, wie Spreu vor dem Winde. – Il ne faut donc pas disputer des gouts.

A.d.H.

Quelle:
[Hermann von Pückler Muskau]: Briefe eines Verstorbenen. Erster und Zweiter Theil: Ein fragmentarisches Tagebuch aus England, Wales, Irland und Frankreich, geschrieben in den Jahren 1828 und 1829, Band 2, Stuttgart 21831, S. 92-115.
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Romantische Geschichten II. Zehn Erzählungen

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Romantik! Das ist auch – aber eben nicht nur – eine Epoche. Wenn wir heute etwas romantisch finden oder nennen, schwingt darin die Sehnsucht und die Leidenschaft der jungen Autoren, die seit dem Ausklang des 18. Jahrhundert ihre Gefühlswelt gegen die von der Aufklärung geforderte Vernunft verteidigt haben. So sind vor 200 Jahren wundervolle Erzählungen entstanden. Sie handeln von der Suche nach einer verlorengegangenen Welt des Wunderbaren, sind melancholisch oder mythisch oder märchenhaft, jedenfalls aber romantisch - damals wie heute. Michael Holzinger hat für den zweiten Band eine weitere Sammlung von zehn romantischen Meistererzählungen zusammengestellt.

428 Seiten, 16.80 Euro

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