[104] Zurückhaltend, bescheiden und dabei doch wollüstig, vor allem aber immer bereit zur Liebe zu sein: das ist die wahre Klugheit.
Ich übergehe Kleinigkeiten. Montencon konnte an Madame Vitnègre nicht herankommen; sie war so zurückhaltend gegen ihn, als hätte er sie nie berührt. Darin folgte sie genau meinen Ratschlägen. Eines Tages, als sie sich bückte, um Feuer anzumachen, faßte er ihr unter die Röcke; sie gab ihm eine Ohrfeige. Ich erklärte ihm, daß man da weit zarter vorgehen müsse, daß ich zum Beispiel immer erst Lobeshymnen anstimmte, ehe ich ihre Muschel berührte und so weiter.
Montencon bewunderte mich und bat Conquette um Verzeihung, die meine Worte mit bescheidenem Erröten angehört hatte.
Eines Abends, als ich sie von einem Besuch bei einer Freundin abholte, regte mich ihre prachtvolle Hüftenlinie derartig auf, daß ich gleich beim Eintreten ihr an die reizende Muschel griff. Sie sträubte[105] sich dagegen, weil sie Madame Brideconin auf dem Gang hörte.
»Meine Göttin, ich bin so berauscht von deinen wollüstigen Bewegungen, daß ich dich jetzt vor der ganzen Welt hernehmen würde!«
Ich knirschte mit den Zähnen und hielt dabei immer krampfhaft den seidenweichen Schamberg fest ...
»Gut, gut«, sagte sie endlich, »vorwärts denn, aber zerreiße mich doch nicht!«
»Entkleide dich, meine Königin!«
Dabei hielt ich ihr immer noch die Muschel fest, und folgte ihr bei jedem Schritt, den sie machte. Sie gab mir einen langen Zungenkuß und dankte mir für die Erlaubnis, sich auszuziehen.
»Laß meine Scham nicht aus der Hand, das bereitet mich vor.«
Im Augenblick war sie im Korsett.
»Ist mein Schuh wollüstig genug, oder soll ich Pantoffel anziehen?«
»Pantoffel.«
Ich zog ihr mit einer Hand die Schuhe aus, mit der andern immer weiter kitzelnd. Dann steckte ich ihre Füßchen in rosenfarbene Pantoffeln mit roten Absätzen. Ich gab ihre Muschel frei, die sie wusch. Dann machte sie einige Schritte durch das Zimmer, um mich noch mehr zu erregen und sagte: »Wart, du sollst mir braten!«
Während ich mir die Hosen abstreifte, kreuzte sie die Schenkel und balancierte die Füße in der Luft, ihre Pantoffeln auf der Fußspitze.
[106] Ich konnte nicht mehr und wollte mich auf sie stürzen. Aber sie kam mir zuvor, stützte ihre Ellbogen auf meine Schultern, ließ mich ihre Röcke halten und steckte sich selbst das Glied sanft hinein, ohne es mit der Hand zu berühren. Dann senkte sie sich langsam hinab, bis ich ihren reizenden Muttermund erreichte.
»Bewege dich nicht«, sagte sie, »ich will mich selbst vögeln.«
Als sie den Höhepunkt nahen fühlte, ließ sie sich mit dem ganzen Gewicht ihres Körpers niederfallen und schrie dabei:
»Stoß zu – stoß zu!«
Sie preßte ihren glühenden Mund auf den meinen, glitt mit der Zunge hinein und sank zusammen, indem sie ihr Leben mir einhauchte.
In diesem Moment fühlte ich die Erregung meiner ersten Jugendwonnen, als ich immer ohnmächtig wurde, und glaubte wieder vor Wollust zu vergehen. Ich fluchte, schwur, betete wirr durcheinander ...
In der Pause erklärte ich ihr, warum ich ihr immer nachging, wenn sie Besuche machte.
»Anfangs wollte ich nur auf dich acht geben, später aber interessierten mich die Gespräche der Männer und Jünglinge, die du geil machst. Einer sagte: ›Ah – welche Bewegung in den Hüften! Verdammt, wenn ich mit der mal allein wäre –! Wie wollte ich sie vögeln!‹«
»Den habe ich gehört«, sagte Conquette lachend.
»Ein anderer rieb sich das Glied auf offener Straße ... Dabei sagte er: ›Oh, meine Göttin, ich onaniere zu deinen Ehren!‹«
[107] »Auch den habe ich gehört. Ich mußte lächeln und er fügte sogleich hinzu: ›Oh – wenn Sie Dirne sind – Götterdirne meine ich – so gewähren Sie mir drei Stöße in einer Stunde! 50 Louis ... Bei Ihnen oder bei mir ... Ich wohne rue de Bucy, Nummer 16, im dritten Stock ...‹«
Nach diesen Gesprächen setzten wir unsere süße Beschäftigung wieder fort.
»Deine Lippen sind süß«, sagte sie zuletzt, »besser wie die Montencons. Ich will nichts, mehr mit ihm zu tun haben. – Wenn ich aber den Mann mit den 50 Louis hier hätte ... Ich glaube, ich würde mir die Summe verdienen ...«