Dritte Szene

[143] Im Palast des Königs.


Bertram, Lafeu und Parolles treten auf.


LAFEU. Man sagt, es geschehn keine Wunder mehr, und unsre Philosophen sind dazu da, die übernatürlichen und unergründlichen Dinge alltäglich und trivial zu machen. Daher kommt es, daß wir mit Schrecknissen Scherz treiben, und uns hinter unsre angebliche Wissenschaft verschanzen, wo wir uns vor einer unbekannten Gewalt fürchten sollten.

PAROLLES. In der Tat, es ist die allerseltsamste Wundergeschichte, die in unsern letzten Zeiten aufgetaucht ist.

BERTRAM. Das ist sie auch.

LAFEU. Aufgegeben von den Kunstverständigen –

PAROLLES. Das sage ich eben; von Galenus und Paracelsus –

LAFEU. Von allen diesen gelehrten und weltberühmten Doktoren ... –

PAROLLES. Nun eben! –

LAFEU. Die ihn für unheilbar erklärten –

PAROLLES. Da liegt's: das sag' ich auch.

LAFEU. Für rettungslos –

PAROLLES. Recht! Für einen, der gleichsam gefaßt sein müsse –

LAFEU. Auf ein ungewisses Leben und einen gewissen Tod –

PAROLLES. Richtig und wohl gesagt: das wollte ich auch sagen.

LAFEU. Ich darf wohl behaupten, es ist etwas Unerhörtes in der Welt.

PAROLLES. Das ist es auch: wenn's einer im Schauspiel sehn wollte, müßte er's nachlesen in – nun, wie heißt es doch?

LAFEU. Im »Schauspiel von der Wirkung himmlischer Gnade in einem irdischen Gefäß«.

PAROLLES. Recht so: das meinte ich, eben das.

LAFEU. Wahrhaftig, ein Delphin ist nicht muntrer – mein' Seel', ich rede mit aller Hochachtung –

PAROLLES. Nein, 's ist seltsam, sehr seltsam; das ist das Kurze und das Lange von der Sache; und der muß von höchst fasziniertem Geist sein, der nicht gestehn will, es sei die –

LAFEU. Unverkennbare Hand des Himmels. –[143]

PAROLLES. Ja, so sag' ich.

LAFEU. In einem sehr schwachen –

PAROLLES. Und hinfälligen Werkzeug große Macht, große Energie, wovon allerdings noch anderweitiger Gebrauch statt finden sollte, als nur zur Genesung des Königs; damit wir alle –

LAFEU. Dankbarsein möchten.


Der König, Helena und Gefolge treten auf.


PAROLLES. Das wollt' ich auch sagen; Ihr sagtet recht. Hier kommt der König.

LAFEU. Lustik, wie der Holländer spricht. Ich will allen Mädchen dafür noch einmal so gut sein, solange ich noch einen Zahn im Kopfe habe. Wahrhaftig, er ist imstande und fodert sie zu einer Courante auf.

PAROLLES. Mort du vinaigre! Ist das nicht Helena?

LAFEU. Beim Himmel! Das glaub' ich auch.

KÖNIG.

Geht, ruft uns alle Ritter meines Hofs!

Du, sitz' bei deinem Kranken, holder Arzt;

Und diese neu genes'ne Hand, durch dich

Begabt mit längst verbannter Kraft, bestät'ge

Nochmals dir jene zugesagte Gabe,

Dein, wie du sie nur nennst.


Einige Hofleute treten auf.


Nun, schönes Kind, schau' um: dies muntre Volk

Von wackern Jünglingen folgt meinem Willen,

Gehorsam meinem königlichen Spruch

Und Vaterwort: so nenne frei dir einen;

Du darfst dir wählen, jene nicht verneinen.

HELENA.

Ein fromm und schönes Fräulein send' euch allen

Der Liebe Gunst, – euch allen, bis auf einen.

LAFEU.

Ich gäb' den braunen Bleß mit samt dem Zeug,

Hätt' ich so frische Zähn' als diese Knaben,

Und auch vom Bart nicht mehr.

KÖNIG.

Betrachte sie:

Nicht einer, der nicht stammt aus edlem Blut.

HELENA.

Geehrte Herrn,

Gott hat durch mich den König hergestellt.[144]

ALLE. Wir hörten's, und wir danken Gott für Euch.

HELENA.

Ich bin ein einfach Mädchen; all mein Reichtum

Ist, daß ich einfach mich ein Mädchen nenne. –


Mit Eurer Hoheit Gunst, ich bin zu Ende:

Die Wangen, schamgerötet, flüstern mir:

»Wir glühen, daß du wählst; wirst du verworfen,

Wird bleicher Tod für immer auf uns thronen:

Nie kehrt das Rot zurück.«

KÖNIG.

Dein Wahlrecht übe;

Wer dich verschmäht, verschmäht auch meine Liebe.

HELENA.

So flieh' ich, Diana, deine Weihaltäre,

Und meine Seufzer richt' ich an die hehre

Hochheil'ge Liebe. – Kennt Ihr mein Gesuch? –

ERSTER EDELMANN.

Ja, und gewähr's.

HELENA.

Habt Dank! Damit genug!

LAFEU. Ich möchte lieber hier zur Wahl stehn, als alle Ass' um mein Leben werfen.

HELENA.

Der Stolz, der Euch im edlen Auge flammt,

Hat mich, noch eh' ich sprach, zu streng verdammt:

Euch sei ein zehnfach höh'res Glück beschert,

Das höh're Lieb' als meine Euch gewährt.

ZWEITER EDELMANN.

Kein beßres wünsch' ich.

HELENA.

Mög' Euch nimmer fehlen

Cupidos Gunst: so will ich mich empfehlen.

LAFEU. Schlagen alle sie aus? Wenn das meine Söhne wären, ich ließe sie peitschen, oder schickte sie zu den Türken, um Verschnittne draus zu machen.

HELENA.

Sorgt nicht, ich lasse Eure Hand schon fahren,

Ich will Euch die Verlegenheit ersparen.

Heil Eurer Wahl! Eu'r Lieben zu beglücken,

Mög' ein schönre Braut Eu'r Lager schmücken!

LAFEU. Das junge Volk ist von Eis, keiner will sie. Ganz gewiß sind sie englische Bastarde; Franzosen haben sie nicht gezeugt.

HELENA.

Ihr seid zu jung, zu glücklich, und zu gut,

Ich wünsch' Euch keinen Sohn aus meinem Blut.

VIERTER EDELMANN. Schöne, so denk' ich nicht.

LAFEU. Da ist noch eine Traube; ich weiß gewiß, dein Vater[145] trank Wein: wenn du aber nicht ein Esel bist, so bin ich ein Junge von vierzehn. Ich kenne dich schon.

HELENA.

Ich sage nicht, ich nehm' Euch; doch ich gebe

Mich selbst und meine Pflicht, solang' ich lebe,

In Eure edle Hand. Dies ist der Mann. –

KÖNIG.

Nimm sie denn, junger Bertram, als Gemahlin!

BERTRAM.

Gemahlin, gnäd'ger Herr? Mein Fürst, vergönnt,

In solcherlei Geschäft laßt mich gebrauchen

Die eignen Augen!

KÖNIG.

Bertram, weißt du nicht,

Was sie für mich getan?

BERTRAM.

Ja, großer König;

Doch folgt daraus, daß ich mich ihr vermähle?

KÖNIG.

Du weißt, sie half mir auf vom Krankenbett.

BERTRAM.

Und soll ich deshalb selbst zum Tod erkranken,

Weil sie Euch hergestellt? Ich kenne sie,

Mein Vater ließ als Waise sie erziehn:

Des armen Arztes Kind mein Weib! – Weit lieber

Verzehre mich die Schmach!

KÖNIG.

Den Stand allein verachtest du, den ich

Erhöhn kann. Seltsam ist's, daß unser Blut

Vermischte man's – an Farbe, Wärm' und Schwere

Den Unterschied verneint, und doch so mächtig

Sich trennt durch Vorurteil. Ist jene wirklich

Von reiner Tugend, und verschmähst du nur

Des armen Arztes Kind, – so schmähst du Tugend

Um eines Namens willen. Das sei fern!

Wo Tugend wohnt, und wär's am niedern Herd,

Wird ihre Heimat durch die Tat verklärt.

Erhabner Rang bei sündlichem Gemüte

Gibt schwülstig hohle Ehre: wahre Güte

Bleibt gut auch ohne Rang, das Schlechte schlecht;

Nach innerm Kern und Wesen fragt das Recht,

Nicht nach dem Stand. Jung, schön, und ohne Tadel,

Schenkt ihr Natur unmittelbaren Adel,

Der Ehre zeugt, wie Ehre den verdammt,

Der sich berühmt, er sei von ihr entstammt,

Und gleicht der Mutter nicht. Der Ehre Saat[146]

Gedeiht weit minder durch der Ahnen Tat,

Als eignen Wert. Das Wort frönt wie ein Sklav'

Jeglicher Gruft, auf jedem Epitaph

Lügt es Trophäen; oft schweigt's, und dem Gedächtnis

Ehrwürd'ger Namen läßt es als Vermächtnis

Vergessenheit und Staub. Folg' meinem Ruf!

Liebst du dies Mädchen, wie Natur sie schuf,

Das andre schaff' ich: Weisheit, Reiz und Zier

Hat sie von Gott; Reichtum und Rang von mir.

BERTRAM.

Sie lieb' ich nicht und streb' auch nie danach.

KÖNIG.

Unglück dir selber, strebst du mir entgegen!

HELENA.

Mich freut, mein Fürst, daß Ihr genesen seid;

Das andre laßt! –

KÖNIG.

Zum Pfand steht meine Ehre: sie zu retten,

Mag denn der König sprechen. Nimm sie hin,

Hochmüt'ger Jüngling, unwert solches Guts,

Der du in schnöder Mißachtung verkennst

So meine Gunst wie ihr Verdienst; nicht träumst,

Daß wir, gelegt in ihre leichte Schale,

Dich schnellen bis zum Balken; nicht begreifst,

An mir sei's, deine Ehreda zu pflanzen,

Wo uns ihr Wachsen frommt. Brich deinen Trotz!

Folg' unserm Willen, der dein Wohl bezweckt;

Mißtraue deinem Stolz, und augenblicks

Füg' dich zu eignem Glück dem Lehnsgehorsam,

Den deine Pflicht und unsre Macht erheischt;

Sonst schleudr' ich dich aus meiner Gunst für immer

In den ratlosen Absturz und den Schwindel

Der Jugend und der Torheit; Haß und Rache

Loslassend wider dich im Lauf des Rechts,

Taub jeglichem Erbarmen. Sprich! Gib Antwort! –

BERTRAM.

Verzeiht mir, gnäd'ger Herr, denn meine Neigung

Soll Euerm Wink sich fügen. Überleg' ich,

Welch große Schöpfung, welches Maß von Ehre

Folgt Euerm Wort, so find' ich sie, noch jüngst

Gering in meinem Wahne, jetzt gepriesen

Vom König selbst, und so durch ihn geadelt,

Als wär' sie ebenbürtig.[147]

KÖNIG.

Reich' die Hand ihr.

Und nenne sie dein Weib, und ich verheiße

Vollwichtigen Ersatz, der deinen Reichtum

Noch überbieten soll.

BERTRAM.

Gib mir die Hand! –

KÖNIG.

Freundliches Glück und deines Königs Gunst

Lächeln auf diesen Bund; des Heiligung,

Rasch folgend diesem plötzlichen Verlöbnis,

Vor Nacht vollzogen sei. Das Hochzeitmahl

Verschieben wir auf spätre Zeit, erwartend

Die fernen Freunde. Wenn dein Herz sie ehrt,

So ist's von echter Treu', sonst höchst verkehrt.


Alle gehn ab, bis auf Lafeu und Parolles.


LAFEU. Hört doch, Monsieur, ein Wort mit Euch! –

PAROLLES. Was steht zu Dienst?

LAFEU. Euer Herr und Gebieter tat wohl, daß er sich zur Abbitte entschloß.

PAROLLES. Zur Abbitte? Mein Herr? Mein Gebieter?

LAFEU. Freilich: ist das keine Sprache, die ich rede?

PAROLLES. Eine sehr herbe, und kaum verständlich ohne blutige Explikation. Mein Herr?

LAFEU. Seid Ihr nicht der Begleiter des Grafen Roussillon?

PAROLLES. Jedes Grafen; aller Grafen; aller Leute.

LAFEU. Aller Leute des Grafen: des Grafen, Herr, will schon mehr sagen.

PAROLLES. Ihr seid zu alt, Herr, laßt Euch genügen; Ihr seid zu alt!

LAFEU. Ich muß dir sagen, Bursch, ich heiße Mann; das ist ein Titel, zu dem das Alter dich nie bringen wird.

PAROLLES. Was ich allzu leicht wage, wag' ich nicht.

LAFEU. Ich hielt dich nach zwei Mahlzeiten für einen leidlich vernünftigen Burschen; du machtest erträglichen Wind von deinen Reisen, das mochte hingehn; aber die Wimpel und Fähnchen an dir brachten mich doch mehr als einmal davon ab, dich für ein Schiff von zu großer Ladung zu achten. Ich habe dich nun gefunden; wenn ich dich wieder verliere, gilt mir's gleich; du bist doch des Aufhebens nicht wert.[148]

PAROLLES. Trügst du nicht den Freibrief der Antiquität an dir. ...

LAFEU. Stürze dich nicht kopfüber in Ärger, du möchtest sonst deine Prüfung beschleunigen; und wenn ... Gott schenke dir Gnade, du armes Huhn! Und so, mein gutes Gitterfenster, leb wohl! Du brauchst mir deine Laden nicht zu öffnen, ich sehe dich durch und durch. Gib mir deine Hand!

PAROLLES. Gnädiger Herr, – Ihr bietet mir das Sublimierte der Beleidigung!

LAFEU. Ja, von ganzem Herzen, und du bist ihrer wert.

PAROLLES. Ich habe das nicht verdient, gnädiger Herr!

LAFEU. Ja, weiß Gott, jeden Gran davon, und ich erlasse dir keinen Skrupel.

PAROLLES. Gut, ich will klüger werden.

LAFEU. Das tu', sobald du kannst, denn du schmeckst mir sehr nach dem Gegenteil. Wenn sie dich nächstens einmal mit deiner eignen Sphäre binden und prügeln, so sollst du sehn, was es heißt, auf seine Verbindungen stolz sein. Ich habe Lust, meine Bekanntschaft mir dir fortzusetzen, oder vielmehr meine Kenntnis von dir; damit ich im Notfall sagen könne, den Menschen kenne ich.

PAROLLES. Gnädiger Herr, Ihr molestiert mich auf eine höchst verwundende Art.

LAFEU. Ich wollte, ich könnte dir die ewige Höllenpein schaffen, obgleich die Zeit des Schaffens bei mir vorüber ist; doch so viel verschafft mir mein Alter noch, daß ich dich verlassen kann. Lafeu geht ab.

PAROLLES. Nun, du hast einen Sohn, der diesen Schimpf von mir abnehmen soll, schäbiger, alter, filziger, schäbiger Herr! – Wohl, ich muß Geduld haben; Ansehn läßt sich nicht in Fesseln legen. Ich will ihn prügeln, bei meinem Leben, wenn ich ihm auf irgend eine passende Art begegnen kann, und wär' es doppelt und dreifach ein vornehmer Herr. Ich will nicht mehr Mitleid mit seinem Alter haben, als mit. .... Ich will ihn prügeln, wenn ich ihm nur wieder begegnen kann.


Lafeu kommt zurück.[149]


LAFEU. He, Freund! Euer Herr und Gebieter ist verheiratet: da habt Ihr etwas Neues für Euch; Ihr habt eine neue Gebieterin.

PAROLLES. Ich ersuche Euer Gnaden höchst unumwunden, mit Euern Beleidigungen etwas an sich zu halten. Er ist mein guter Herr; der, dem ich dort oben diene, ist mein Gebieter.

LAFEU. Wer? Gott?

PAROLLES. Ja, Herr.

LAFEU. Der Satan ist's, der ist dein Gebieter. Was schürzest du deine Arme so auf? Sollen deine Ärmel Hosen vorstellen? Tun das andre Bediente? Du solltest lieber dein Unterteil dahin setzen, wo dir die Nase sitzt. Bei meiner Ehre, wär' ich nur zwei Stunden jünger, ich prügelte dich; mir scheint, du bist ein allgemeines Ärgernis, und jedermann sollte dich prügeln. Ich glaube, du wurdest geschaffen, damit man sich an dir eine Motion machen könne.

PAROLLES. Das ist ein rauhes und unverdientes Verfahren, gnädiger Herr!

LAFEU. Geht doch, Freund! Ihr wurdet in Italien geprügelt, weil Ihr einen Kern aus einem Granatapfel stahlt; Ihr seid ein Landstreicher, und kein echter Reisender: Ihr betragt Euch viel unverschämter mit Edelleuten und Vornehmen, als das Patent Eurer Geburt und Vorzüge Euch die Ahnenprobe gibt. Ihr verdient kein Wort mehr, sonst nennt' ich Euch noch Schurke. Ich verlasse Euch! Er geht.

Bertram tritt auf.


PAROLLES. Gut, sehr gut; mag's drum sein! Gut, sehr gut; es mag eine Zeit lang geheim bleiben! –

BERTRAM. Verloren! Ew'gem Unmut preis gegeben!

PAROLLES.

Was gibt es, lieber Schatz?

BERTRAM.

Obgleich ich's freilich dem Priester schwur,

Will ich die Ehe nicht vollziehn.

PAROLLES.

Was gibt's?

Was gibt's, mein Kind?

BERTRAM.

O mein Parolles, sie haben mich vermählt!

Ins Feld nach Florenz! Nie mit ihr zu Bett![150]

PAROLLES.

Ein Loch für Hund' ist Frankreich, und verdient nicht,

Daß Helden es beschreiten. Auf, ins Feld! –

BERTRAM.

Hier schreibt mir meine Mutter: was sie meldet,

Weiß ich noch nicht.

PAROLLES.

Das zeigt sich schon. Ins Feld, mein Sohn, ins Feld!

Dem bleibt die Her' unsichtbar in der Tasche,

Der hier zu Hause herzt den Seelenschatz,

In dessen Arm sein männlich Mark vergeudend,

Das den Galopp und hohen Sprung von Mars'

Feurigem Roß aushalten soll. Hinaus!

In ferne Zonen! Frankreich ist ein Stall,

Und wir die Mähren drin: drum fort ins Feld!

BERTRAM.

So soll's geschehn: ich sende sie nach Haus,

Der Mutter offenbar' ich meinen Abscheu,

Und was mich trieb von hier; dem König schreib' ich,

Was ich zu sagen fürchte. Seine Mitgift

Schafft mir die Mittel zum toskan'schen Krieg,

Wo Ritter kämpfen. Krieg wird Zeitvertreib

Bei solchem Hauskreuz und verhaßtem Weib.

PAROLLES.

Und bleibt dir solch Capriccio auch gewiß?

BERTRAM.

Geh mit mir auf mein Zimmer, rate mir!

Sie soll sogleich hinweg; ich gehe morgen

Ins Feld; sie lass' ich einsam ihren Sorgen.

PAROLLES.

Heissa, wie springt der Ball und lärmt! Dein Eh'stand,

Mein armer Knabe, ward dir früh zum Wehstand!

Drum fort! Verlaß sie, männlich dich zu zeigen –


Der König kränkt dich – still! Wir müssen schweigen.


Sie gehn ab.


Quelle:
William Shakespeare: Sämtliche Werke in vier Bänden. Band 2, Berlin: Aufbau, 1975, S. 143-151.
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